Freitag, 2. Januar 2026

Geschichten zwischen den Jahren "Die Stille der Hoffnungslosen"

In einer Welt, die einst von Farben und Träumen lebte, war ein tiefer, bleierner Schatten gefallen. Die Karte der Erde war nur noch ein Spielfeld für zwei alte Männer.  Dagobert, ein Chaot, unberechenbar und gefährlich im Westen, und Nikolai, ein hitzköpfiger, sturer, brutaler Despot im Osten.

 
Beide verfolgten dasselbe Ziel, die totale Aneignung der Ressourcen des Planeten, um ihre persönlichen Imperien in den Himmel zu bauen, während die Fundamente der Welt darunter zerbröckelten.

In den Städten und Dörfern herrschte eine lähmende Stille. Es war keine friedliche Stille, sondern eine Stille der Erschöpfung und Hoffnungslosigkeit. Die Menschen blickten nicht mehr zum Horizont, denn dort sahen sie nur noch die Rauchschleier der Fabriken, die ausschließlich für den Reichtum der beiden Herrscher arbeiteten.

Für die Herrscher waren sie zu »Humanressourcen« degradiert worden. Bildung diente nur noch der Bedienung von Maschinen. Kunst und Musik waren als unproduktive und unnötige Zeitverschwendung verboten. Die Menschen litten an einer kollektiven Lethargie, einer Art Apathie, als seien sie in einer nicht endenden wollenden Ausweglosigkeit gefangen. Sie hatten keine Ziele und keine Träume mehr. Wenn man weiß, dass jede Anstrengung und jeder Funke Innovation sofort von den Steuereintreibern oder der Gedankenpolizei beschlagnahmt wird, hört man auf zu streben. Die Menschheit drohte geistig zu verhungern, noch bevor die physischen Vorräte zur Neige gingen.  



Hoch über dem Elend, in Palästen aus Marmor und Gold, scheuten Dagobert und Nikolai nicht davor zurück, sich mit Gewalt zu nehmen, wonach sie gierten. Sie glaubten, sie hätten den Sieg errungen und könnten die Welt unter sich aufteilen. Doch ihre Gier hatte einen Preis, den sie in ihrer Arroganz übersehen hatten. Denn je mehr sie besaßen, desto einsamer wurden sie. In einer Welt, in der sie jedem die Hoffnung geraubt hatten, gab es niemanden mehr, dem sie vertrauen konnten. Jeder Leibwächter war nur so loyal wie sein nächster Bestechungsgeld-Scheck.

Dagobert und Nikolai, anfangs einander noch freundlich gesonnen, begannen bald, sich gegenseitig zu zerfleischen. Da sie die Welt bereits leergesaugt hatten, blieb ihnen nur noch der Reichtum des jeweils anderen als Beute. Sie verfielen in eine tödliche Paranoia. Am Ende drohte ihnen nicht nur ein Zerfall der Wirtschaft und der Sturz durch eine Revolution, sondern die totale Bedeutungslosigkeit. Sie würden über einen sterbenden Planeten herrschen, auf dem Gold keinen Wert mehr hat, weil es niemanden mehr gibt, der bereit ist, dafür zu arbeiten oder zu leben.

Trotz der zunehmenden Finsternis, begannen die Menschen in den Kellern und Ruinen der alten Welt sich einander Geschichten zu erzählen. Zuerst leise, flüsternd, ohne dass eine Kamera es aufzeichnen und abhören konnte. Sie teilten das Wenige, was sie hatten. Jetzt war die Zeit gekommen, in der die Menschen aus Trotz gegen die Gier der Herrscher zusammenhielten und näher zusammenrückten. Diese radikale Menschlichkeit war das Einzige, was Dagobert und Nikolai nicht besteuern oder besitzen konnten. Während die Herrscher in ihren Palästen an ihrem eigenen Misstrauen zugrunde gingen, wuchs in der Tiefe ein neues Fundament.

Für die Herrscher blieb am Ende nur ein Grab aus Gold. Denn die Zukunft gehört nicht denen, die rauben und ausbeuten, sondern denen, die bewahren.

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„Das Weltübel ist die Machtgier im Großen und Kleinen,
in Staaten, Korporationen, Parteien, auch im einzelnen Individuum.“

Jakob Bosshart (* 1862 † 1924)
war ein Schweizer Schriftsteller.

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Gute Träume für die letzten mystischen Raunächte!
Träume in diesen Nächten sollen prophetisch sein.

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🙏God bless Ukraine and Israel 🙏
~🌟🌟~🙏~🌟🌟~
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🌟Bilder mit KI erstellt by Lauras Home and Garden🌟

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