Posts mit dem Label Die Insel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Die Insel werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 1. Juli 2026

Der Duft von Lavendel

Ich mag die Farbkombination lila/weiß in Blumenkübeln und in den Blumenkästen
auf den Fensterbänken am Haus. In diesem Jahr sind die Blumenkästen mit gefüllten
weißen Begonien und Lavendel bepflanzt. Lavendel pflanze ich besonders gerne in
die Blumenkästen an den Schlafzimmern, weil der Lavendelduft  die Mücken fernhält.


Aber nicht nur dort tut der Duft von Lavendel seinen Dienst. Ich habe z. B. mehrere kleine
Duftkissen und diverse Potpourrischalen, die ich im Sommer mit ein paar Tropfen reinem
Lavendelöl aus der Provence beträufel. Zudem trägt der Duft – auch aus den Duftschalen
auf den Nachttischen, zu einem guten Schlaf bei, da der Lavendelduft entspannend und
beruhigend wirkt.


 Auch im Garten habe ich Lavendel zwischen die Rosen gepflanzt. Dort hält der Duft die
Zecken vom Rasen fern und die Blattläuse von den Rosen. Jetzt blüht der Lavendel gerade.
Wenn er verblüht ist und zurückgeschnitten werden muss, ernte ich die Blüten und fülle
sie zusätzlich in kleine Kissen. Wenn man das Kissen ein wenig knetet, kommt der Duft
besonders gut zur Geltung. Andere binde ich an den Stilen zusammen und hänge sie kopf-
über in meinem kleinen Gartenhaus zum Trocknen auf.


Da bleiben sie dann den ganzen Winter über. Wenn ich dann, sobald es wärmer wird,
die Türe zum Gartenhäuschen öffne, strömt mir der Duft schon sehr intensiv entgegen.
Das ist nicht nur sehr angenehm, sondern hält auch alles Ungeziefer fern.

Anfangs empfand ich den Duft als gewöhnungsbedürftig. Inzwischen mag ich ihn
sehr gerne. Er passt zum Sommer und hat was von Urlaub, weil man ins Träumen
gerät, wenn man an Lavendel denkt.

Ich höre oder lese oft, dass alte oder ältere Menschen Probleme beim Einschlafen oder
Durchschlafen haben. Hier ist der Duft von Lavendel wirklich empfehlenswert.
Immerhin besser, als Schlafmittel jeglicher Art einzunehmen.

Die angekündigte Gluthitze hatte uns fest im Griff und beschert uns hohe Temperaturen.
An einigen Tagen zeigte das Barometer bereits gegen 10 Uhr: 27 Grad an. Gegen Mittag
klettert die Temperaturie zeitweise bis auf 34 Grad. Dann herrscht im Wald und Garten
tiefes Schweigen. Absolute Stille. Keine Vögelchen waren zu hören oder zu sehen. Alle
haben sich in den Schatten verzogen. Nur morgens und abends kommen sie wieder hervor,
um etwas zu futtern und zu trinken.
Die Pflanzen ließen die Köpfe hängen. Sie sahen ziemlich erschöpft aus, sodass ich mich
spätabends noch erbarmte, sie mit Wasser zu versorgen. Hinzukommt, dass kein Lüftchen
wehte. Die Luft stand still. Im Haus war es dagegen bei 26 Grad recht angenehm.
Leider hat es hier bisher weder ein Gewitter gegeben noch einen Regenschauer, obwohl
doch beinahe von allen Seiten vor schweren Unwettern gewarnt wurde. Der Regen wäre
sehr willkommen gewesen.
Hoffentlich haben wir ja Glück und der Regen stellt sich – wie angekündigt – morgen ein.
Derzeit ist die Temperatur im »normalen« sommerlichen Bereich, so um 25 Grad und
nachts waren es »nur« 18 Grad - ideal zum Schlafen. So, wie es im Sommer eigentlich
mal üblich war. Dennoch empfinde ich diese enormen Temperaturschwankungen von weit
über 30 Grad, und jetzt um 10 Grad wieder runter, als ziemlich belastend für den Körper. 
Nun ja, man ist eben nicht mehr die Jüngste ;o)).


Wie ich es so lange auf einer Tropeninsel ausgehalten habe? Nun, erstens war ich um
Jahrzehnte jünger. Zudem kletterte die Temperatur selten über 30 Grad und es wehte
immer ein angenehmer Passatwind vom Meer her. Heute würde ich dort allerdings
nicht mehr leben wollen. Nicht wegen des Klimas, oder und des Wetters – nein, wegen
der hohen Anzahl von Touristen, die der Insel ihren Charme und ihren natürlichen
Zauber genommen haben. Auch dort geht der Konsum inzwischen über alles. Leider
wird genau dieser Konsum der Welt überhaupt nicht guttun.


~*~*~*~

Dumpfe bange Wetterschwüle
Webt in dieser toten Luft
Und wie zitternde Gefühle
Wallt und wogt der Blumen Duft.

Ungesungne Lieder beben
Durch das Herz mir wild und schwer,
Schwalben gleich, die angstvoll schweben
Über dem erzürnten Meer.

Sophie von Khuenberg *1863 ; † 1937)
war österreichische Schriftstellerin

~*~
Stand with Ukraine
🙏 God bless the people of the world, except the warmonger 🙏
~🦉🌳🕊️🌳~🙏~🌳🕊️🌳🦉~
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
🐭 Bilder mit KI erstellt und Fotot by Lauras Home and Garden 🐭

Samstag, 11. Oktober 2025

Vorausgegangen und unvergesslich

Lebe ein gutes, ehrbares Leben!
Wenn du älter bist und zurückdenkst,
wirst du es noch einmal genießen können.
Dalai Lama

Wenn Menschen, die ich gut kannte, die mir nahestanden, gar Freunde waren, denen
ich in Liebe verbunden war, einschließlich der Familie, vorausgehen, dann bleibt nur
noch die Erinnerung.
Sobald ich vom Tod eines mir nahestehenden Menschen erfahren habe, liefen sofort
Bilder wie ein Film vor meinem geistigen Auge ab. Das passiert auch, wenn ich im
Radio oder TV bestimmte Songs höre. Sofort kann ich diese Songs einem bestimmten
Menschen zuordnen, den ich mit diesem Song in Verbindung bringe. Und das seit
meiner frühen Kindheit. Und immer sind es schöne Erinnerungen. Erinnerungen, die
ein Leben lang bleiben und nicht verloren gehen. Immer ist damit aber auch Wehmut
verbunden, gerade, weil es so schöne und lebendige Erinnerungen sind. Das ist wirk-
lich eine außergewöhnliche Gabe, über die der Mensch verfügt. Genauso, wie die
Fähigkeit, träumen zu können.

Diese Apartment-Anlage auf der Insel gehörte Laurie und Chris. Wir lebten dort
ganz zu Anfang meiner Auswanderung auf die Insel. In den anderen Apartments
lebte Mike, ein Freund aus Irland, Keith aus Texas und Jeanne, aus England, die
 als Zahnarzthelferin auf der Insel tätig war. Später sind wir dann in das Haus
an der Südostküste umgezogen sind.

~*~

Ganz besonders gute und wunderbare Erinnerungen habe ich an die Zeit, als ich auf der
Insel lebte. Bis heute bin ich dankbar, dass ich diese traumhafte Zeit in dieser atembe-
raubenden Natur erleben und dort die wunderbarsten Menschen kennenlernen durfte.
Umso trauriger ist es, dass ich gerade wieder durch einen Zufall oder war es eine merk-
würdige, innere Eingebung, erfahren habe, dass drei Menschen, die ich sehr gut kannte
und zu meinen Freunden zähle, gestorben sind. Ich verstehe es selbst am wenigstens,
aber vor ein paar Tagen, meldete sich meine innere Stimme und veranlasste mich, nach
zwei Namen im Netz zu suchen. Und so erfuhr ich, dass Freunde, die mein Leben sehr
bereichert haben und bei meiner zweiten Trauung, sowohl in der Kirche als auch an-
schließend bei der Hochzeitsfeier dabei waren, in diesem Jahr verstorben sind.
Jeannette, eine Jamaikanerin, die mit ihrer Familie vor vielen Jahren von Barbados
nach Florida umgesiedelt ist, wurde 85 Jahre alt. Ihr Mann Peter aus Großbritannien ist
bereits kurz nachdem sie nach Florida übergesiedelt sind, verstorben. Danach war sie
als Immobilienmaklerin tätig.
Und Chris, ein Mitglied der populären Calypso-Band »The Merrymen« aus Barbados
verstarb ebenfalls in diesem Jahr. Er wurde 80 Jahre alt. Seine Frau Laurie aus Kanada,
ist ihm bereits 2022 im Alter von 79 Jahren vorausgegangen. Mit ihr habe ich öfter mal
einen Kaffeenachmittag verbracht, während ihre Kinder im Garten mit den kleinen
Katzen spielten.

Wir lebten in dem oberen Apartment und Jeanne lebte darunter. Ach, es war eine so
schöne, unvergessliche Zeit!

~*~

Wir haben so viele gemeinsame Wochenenden an den Pools unserer Stammhotels
verbracht. Gelacht, Back Gammon gespielt, gelesen, Tennis gespielt, zwischendurch
eine Runde im Pool gedreht und einander Anekdoten erzählt und einander zu Diner-
partys eingeladen. Wir hatten einfach viele Jahre eine gute Zeit zusammen, bis sich
die »Clique« nach und nach auflöste und aus den Augen verlor. Einige sind auf andere
Inseln umgezogen, andere sind in ihre jeweiligen Heimatländer zurückgekehrt.

Chris oben rechts ist in diesem Jahr im Juni verstorben, Robin oben links
bereits 2015. Emile Mitte oben müsste jetzt 90 Jahre alt sein, die jüngeren
Band-Mitglieder spielen auch heute noch auf Veranstaltungen.

Chris hat 2003 übrigens den Ärmelkanal in einer Zeit von 11 Stunden 30 Minuten
durchschwommen. Was für eine Leistung !

Das alles ist lange, lange her. Und doch ist und wird diese wunderbare Zeit auf der
Insel, mit diesen Menschen, unserer Clique, immer lebendig in meiner Erinnerung
bleiben. Und irgendwann werde ich ihnen folgen und an der Party fernab von Zeit
und Raum teilnehmen, zu der wir uns bereits zu Lebzeiten verabredet haben.
Songs der "Merrymen" sind übrigens auf YouTube anzuhören;o)).

Solange dir, mein Freund, im Sinn liegt Ort und Zeit,
So fasst du nicht, was Gott ist und die Ewigkeit.
(unbekannter Autor)

~*~

Ja, lang, lang ist's her, sehr lange, und dennoch ist es, als seien gerade mal ein paar
Jahre seit damals vergangen. Erinnerungen in schlechter Bildqualität, da von alten
Papierfotos abfotografiert:


Die Erinnerung ist das einzige Paradies,
aus welchem wir nicht getrieben werden können.
Jean Paul (1763 - 1825)
war ein deutscher Dichter und Publizist

~*~

Das Wetter:
Wird schlechtes Wetter vorhergesagt, Zeit zu relaxen den ganzen Tag.


~*~
 God bless Ukraine and Israel
~🍁🍂💛🌳~🍀~🌳💛🍂🍁~
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
🌟Fotos by Lauras Home and Garden und von CD-Cover🌟

Samstag, 12. Oktober 2024

Die kleinen Inseln

am südlichsten Zipfel Floridas gelegen, die Key West Inseln, sind einfach ein
Traum. Sie ziehen sich wie eine Perlenkette an einer langen Schnur aufgereiht
durch das Meer. Das heißt, die einzelnen kleinen Inseln werden durch 42
Brücken über das Meer, miteinander verbunden. Die längste Brücke ist knapp
11 km lang ist. Manche Inseln sind winzig klein, so klein, dass nur ein paar
Häuser darauf Platz finden.
 
Symbolbild KI generiert
 
~*~

Es ist ein eher merkwürdiges und sehr befremdliches Gefühl, eine so lange
Strecke auf einer schmalen Brücke in geringer Höhe über das Meer zu fahren.
Zeitweise hatte ich das Gefühl, geradewegs über das Wasser zu gleiten, weil
man, wenn man aus dem Autofenster schaut, ringsum nur Wasser sieht.
Die Fahrt lohnt sich auch, um das Haus zu besuchen, in dem Ernest
Hemingway einst lebte. Kaum jemand meiner Generation kennt sein Buch,
»Der alte Mann und das Meer« nicht.
Wie man sich denken kann, sind sie Keys eine beliebte Touristen-Attraktion.
Die Florida Keys bestehen aus 200 Inseln. Die Strecke von Miami bis Key West,
dem südlichsten Zipfel des amerikanischen Festlandes beträgt ca. 260 km. Mit
kurzen Zwischenstopps, dauert die Fahrt etwa drei bis vier Stunden
Ein unvergleichliches Erlebnis ist es auf jeden Fall.
 
Nach Bekanntgabe des Hurrikan »Milton« sowie dessen Stärke und Größe,
musste ich sofort an die Keys denken, denn sie befinden sich nur knapp
über dem Meeresspiegel. Bei einer Flutwelle und dem vorhergesagten Stark-
regen, steht dort alles unter Wasser. Die meisten Menschen, die dort
leben, haben wohl rechtzeitig die Flucht aufs Festland ergriffen.

Während der Hurrikan die Westküste Floridas mit voller Wucht erwischte
und erheblichen Schaden angerichtet hat, habe ich bisher nichts über die
Keys gehört. Daher nehme ich an, dass die kleinen Inseln relativ glimpf-
lich davon gekommen sind.
Die Zugbahn des Monsters verlief demnach mehr über die Mitte Floridas.
Dort hat er wohl schwere Verwüstungen angerichtet, wobei eine Sturmflut
und der starker Regen einen Teil der Westküste unter Wasser gesetzt hat.
Mehrere Tornados haben bis zu zehn Menschenleben gefordert.
Insgesamt, so war zu lesen, ist das Schlimmste jedoch ausgeblieben. Auch
wenn das Schlimmste ausgeblieben zu sein scheint, für diejenigen, die vor
den Trümmern ihrer Häuser stehen, ist es trotzdem eine Katastrophe. Sie
haben kein Dach mehr über dem Kopf und alles verloren. Zumal sie gerade
den Hurrikan »Helene« vor zwei Wochen überstanden haben und die
Hurricane-Season endet in Florida erst Ende November.
Durch die Überflutung der Everglades kommt hinzu, dass Alligatoren sich
 bis in die Wohngegenden verirren, was eine zusätzliche Gefahr bedeutet.
Und es wird nicht der letzte Hurrikan gewesen sein. Deshalb wollen auch
immer Menschen Florida verlassen, finden allerdings keine Käufer für ihre
Häuser.
So hat auch der "Sunshine State" seine Schattenseiten, wie alles im Leben.


 Irgendwann wird Florida unbewohnbar sein, weil der Meeresspiegel
weiter ansteigt. Bereits jetzt finden Umsiedlungen aus niedrig gelegenen
Gebieten statt. Seit 1920 ist der Meeresspiegel immerhin um 23 cm
gestiegen. Auch das große vorgelagerte, lebende Korallenriff der
Vereinigten Staaten, das drittgrößte Korallensystem der Welt, ist mittler-
weile aufgrund der steigenden Wassertemperaturen des Meeres bedroht.
Korallen wachsen zwischen 21 und 28,8 Grad. Der Klimawandel und ein
Temperaturanstieg des Meereswassers bis auf zeitweise 32 Grad haben
bereits einen Großteil des Riffs zerstört, dessen Wachstum über Jahr-
tausende andauert. Aber auch Schnorchler können einen großen Schaden
anrichten, wenn sie auf die empfindlichen Korallen treten oder sie auch
nur berühren.
 
Der Klimawandel richtet in der Natur große Schäden und Zerstörungen
 auf dem Globus an. Sie kann sich jedoch, über einen gewissen Zeitraum
wieder regenerieren, würden die Menschen aufhören, sie zu zerstören.
 
Solange jedoch Menschen mit der Zerstörung der Umwelt weitermachen,
besteht wenig Hoffnung, dass sich der Globus zu Lebzeiten der Menschheit
jemals erholen kann. Der Klimawandel wird weiter voranschreiten und
niemand wird das aufhalten können. Das zeigt sich an den zunehmenden
Extrem-Unwettern und derzeit auch in der Sahara, in der es seit 30 Jahren
mal wieder geregnet hat. So stark, dass ein Großteil der Wüste jetzt unter
Wasser steht.

Übrigens:
Hurrikan »Kirk«, der uns hier im Westen noch einen schweren Sturm mit
Unmengen von Regen bescheren sollte, hat sich hier in unserer Region
tatsächlich in nichts aufgelöst. Nachts hatte es zwar etwas geregnet, aber
ansonsten durften wir uns über einen zwar teilweise bewölkten Himmel,
aber immerhin mit vielen Sonnenlücken, und einen Tag mit milden Tempera-
turen freuen.
Vielleicht sollte ich einfach weniger auf das hören, was die Wetter-Experten
vorhersagen - in den meisten Fällen trifft das auf unsere Region im äußerten
Westen einfach nicht zu. Glücklicherweise! - aber nichts ist so beständig, wie
die Veränderung - das beweist sich jeden Tag aufs Neue.


Es ist so schön, derzeit die Verfärbung der Blätter zu beobachten.
Gerade der wilde Wein und der Ahornbaum sind die Highlights
im Garten. Ein farbenprächtiger Herbsttraum.
 
~*~

Die Sonne lässt die Schatten tanzen
und der Wind spielt die Musik dazu.

~*~
 
🌴~🌳~ 🇩🇪🌎🇩🇪 ~🌳~🌴

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
 🌺Bilder mit Gedanken und Freude😊von KI erstellt by Lauras Home and Garden🌺
 

Freitag, 23. August 2024

Wunder gibt es wirklich !

Es gibt Sehnsuchtsorte, an denen man sich fühlt, als würde man dorthin gehören.
Führt das Schicksal uns zu solchen Orten ?
Eine wahre Begebenheit:
 
 
In Gedanken versunken schaute Linda in den Regen, der die Stadt seit Stunden in eine trübe, kalte Atmosphäre tauchte. Der Herbst schien früher Einzug zu halten, als in den Jahren zuvor. In der Mittagszeit war es ruhig im Geschäft. Bei dem Wetter waren kaum Menschen unterwegs. Und wieder flogen ihre Gedanken zu der Insel. Seit einiger Zeit dachte sie darüber nach, wie sie dorthin zurückkommen konnte.
Es muss einen Weg geben, dachte sie gerade in dem Moment, als ihr Chef, zur Türe hereinkam: „Na, wie war der Urlaub in der Schweiz? Neuen Verehrer gefunden?“ Linda warf  Erika, ihrer Kollegin, der sie von ihrem  romantischen Geheimnis erzählte hatte, einen raschen Blick zu. Sie verstand sofort und schüttlte den Kopf.
„Einen?“ neckte Linda ihn darauf hin. „Mehr traust du mir nicht zu?“
„Ja, ja,“ winkte er ab, „mach’ nur weiter so,.......alten Mann auf’n Arm nehmen. Ich hab’ ein neues Bild gemalt, willst du es sehen?“
„Gerne.“
Er verschwand im Büro und kehrte mit dem Gemälde zurück, das er stolz vor die Brust hielt. „Na?“
„Hm.“
„Ist das alles?“ Seine Miene verdunkelte sich.
Linda tat ihm den Gefallen und betrachtete sein Werk eingehender, konnte jedoch beim besten Willen keinen Gefallen an den bunten Klecksen finden. „Schöner Rahmen.“
Für diese Bemerkung erntete sie einen bösen Blick. Beleidigt zog er sich ins Büro zurück. Erika kicherte.
 
Nach Ladenschluss kehrte sie mit Erika in das nahegelegene Bistro ein. Bei einem Glas Sekt erzählte sie ihr von ihrem Urlaub mit Don in der Schweiz. „Jetzt muss ich wieder irgendwie auf die Insel kommen.“
Erika hob die Augenbrauen. „Du bist verrückt. Wie willst du das denn anstellten?“
„Keine Ahnung, aber ich muss einen Weg finden. Ich habe es Don versprochen.“
„Deinen Mut möchte ich haben. Glaubst du im Ernst, dein Mann lässt dich schon wieder alleine verreisen? Noch dazu in die Karibik?“
Linda schüttelte den Kopf. „Natürlich wird er nicht einverstanden sein. Außerdem wird er sich ja zu recht fragen, was in aller Welt mich dazu treibt, schon wieder alleine in Urlaub fahren zu wollen.“
Erika trank ihr Glas leer und sah Linda besorgt an. „Du setzt deine Ehe aufs Spiel.“
„Das hat Mona auch schon gesagt. Aber da ist nichts mehr, was ich aufs Spiel setzen könnte. Meine Ehe ist kaputt, auch wenn es Don nicht gäbe. Und ich werde einen Weg finden, auf diese Insel zu kommen. Thomas wird mich nicht daran hindern können.“
Erika schwieg, während Linda sich in dem kleinen Raum umsah. „Sieh’ dir doch nur mal die Gesichter der Leute da drüben an. Sehen die etwa glücklich und zufrieden aus? Glaubst du nicht auch, dass jeder einzelne von ihnen Träume hat? Und? Was tun sie, um sich ihre Träume zu erfüllen? Ich sag’s dir. Nichts. Und weißt du auch warum? Weil sie das Risiko scheuen. Weil sie Angst vor den Folgen haben. Also träumen sie weiter und werden unzufrieden. Verstehst du das?“
„Doch, doch......ich verstehe dich gut und kann dir nur wünschen, dass dein Traum in Erfüllung geht.“
„Danke, aber ich glaube, mir kann nur ein Wunder helfen, “ gab Linda mutlos zurück.
Wie hätte sie in diesem Moment auch ahnen können, dass dieses Wunder nur wenige Tage später geschehen sollte.   
 
Thomas war auch in den nächsten Tagen unausstehlich. Abweisend  kühl, verzog er sich gleich nach dem Abendessen in sein Zimmer, wo er sich bis spät in der Nacht, seiner Briefmarkensammlung widmete. Er erkundigte sich mit keinem Wort nach Lindas Urlaub und ging ihr aus dem Weg, wo er konnte. Doch es störte Linda nicht. In der Stille ihres Zimmers nutzte sie die Stunden, um endlos lange Briefe an Don zu schreiben.
Und jeden Abend freute sie sich auf die Nachmittage, die sie wieder im Geschäft verbringen konnte.
Erika und sie waren an diesem Nachmittag alleine. „Du, ich laufe mal schnell rüber ins Reisebüro und besorge mir ein paar Kataloge. Ich muss unbedingt ein preiswertes Hotel und einen günstigen Flug finden.“
„Ja, ja, lauf’ nur, es ist ja nicht viel zu tun, bei dem Wetter.“ lächelte Erika verständnisvoll.
„Danke du bist ein Schatz.“ Eilig warf Linda sich den Mantel über, spannte den Schirm auf und lief hinaus in den Regen. Die Straße war wie leer gefegt. Kein Mensch war weit und breit zu sehen. Schon nach wenigen Minuten hatte sie das kleine Reisebüro erreicht. Eine rundliche Frau mit kräftigen Oberarmen, hob neugierig den Kopf, als Linda den kleinen Raum betrat. Sie saß an einem alten, dunkelbraunen Holzschreibtisch, der mitten im Raum platziert war. Das wulstige Doppelkinn über den Rollkragen ihres viel zu weiten Pullovers gewölbt, sah sie Linda aus trüben, geschwollenen Augen an.
„Scheußliches Wetter heute.....nicht wahr?“ Ihre Stimme klang rauchig. „Den Schirm können Sie dort abstellen.“ Sie deutete auf einen knallroten Plastikeimer neben der Tür.
 
 
 

Erst jetzt bemerkte Linda das heillose Durcheinander. Seitlich neben den Regalen stapelten sich Unmengen von Katalogen. Zahllose Kisten und Kartons standen in den Ecken herum. Auf dem grauen Teppichboden, der einige hässliche Flecken aufwies, lagen achtlos ein paar abgegriffene Ordner. Und auf dem Schreibtisch türmten sich Berge von Mappen, Briefen, Broschüren, Zeitungen und Büchern. Der Aschenbecher, in dem eine brennende Zigarette lag, quoll über und neben der leeren Kaffeetasse, war gerade noch genug Platz, um das halbvolle Cognacglas abzustellen, das sie in der Hand hielt. Lindas Blick blieb auf einem Riesenposter an der Wand heften, das einen traumhaft schönen Palmenstrand zeigte.
„Das ist Barbados.“ klärte sie Linda schwärmerisch auf,  "eine Trauminsel.“ Schwerfällig erhob sie sich aus ihrem Stuhl und reichte Linda ihre fleischige Hand. „Was kann ich für sie tun?“ fragte sie und stellte sich als Katrin vor.
„Dachte ich mir.“ sagte Linda mit einem sehnsüchtigen Blick auf das Foto, „sieht aus wie die Westküste.“
„Sie kennen meine Lieblingsinsel?“ fragte Katrin, während sie sich zwischen die Lehnen ihres Stuhls zurückquetschte.
„Ja, ich war erst vor etwa einem halben Jahr dort. Es hat uns so gut gefallen, dass wir bald wieder hin wollen.“
Mit einer einladenden Geste wies sie Linda an, auf dem Stuhl vor ihrem Schreibtisch Platz zu nehmen. „Sie und ihr Mann?“
„Um ehrlich zu sein,“ druckste Linda herum, „habe ich eigentlich vor, ohne meinen Mann rüberzufliegen. Er ist an Termine gebunden.“ sagte sie und fragte sich gleichzeitig, warum sie diese Frau anlog. Würde ihr Leben von nun an nur noch aus lauter Lügen bestehen?
„Hm.“ Katrin starrte auf den Kugelschreiber, den sie unablässig zwischen ihren dicken Fingern kreisen ließ. Schließlich hob sie den Kopf. „Darf ich fragen, was Sie beruflich machen?“
Verblüfft sah Linda sie an, verstand nicht, worauf sie hinaus wollte. Was ging es sie an, was sie beruflich machte?
„Bitte halten Sie mich nicht für indiskret,“ entschuldigte sie sich, legte den Kugelschreiber aus der Hand und bot Linda eine Zigarette an. „Ich frage aus einem ganz bestimmten Grund.“
„Falls Sie befürchten, ich könne die Reise nicht.......“
„Nein, nein,“ winkte Katrin ab und gab Linda Feuer, „ich frage aus einem ganz anderen Grund, aber wenn es.......“ Sie hielt inne und musterte Linda eingehend. „Trinken Sie einen Kaffee mit?“
Linda sah auf die Uhr. „Ja, aber ich habe nicht allzu viel Zeit.“
Katrin schob den Stuhl zurück. „Und wann wollen Sie nach Barbados?“ Sie nahm eine Kaffeekanne und eine zweite Tasse aus dem Regal.
„So schnell wie möglich.“ erwiderte Linda.
Katrin füllte das Kaffeepulver in den Filter und schaltete die Maschine ein.
Was für eine merkwürdige Frau, dachte Linda. Sie machte auf Linda eher den Eindruck einer Marktfrau, die auf dem Wochenmarkt Obst und Gemüse verkaufte.
„Wo hab’ ich sie denn nur?“ murmelte Katrin vor sich hin, während sie die oberste Schublade ihres Schreibtisches durchwühlte. „Ah, da sind sie ja.“ Sichtlich erleichtert überreichte sie Linda ein paar Polaroidfotos. „Das hier gehört mir.“
Linda nahm ihr die Fotos aus der Hand. „Ist das Barbados?“ fragte sie erstaunt, denn auf den Fotos war nichts anderes zu sehen, als ein heruntergekommenes, einstöckiges Haus, das von einem wild bewachsenen Garten umwuchert war.
Katrin nickte stolz. „Ja, es ist ein kleines Hotel. Ich habe es vor ein paar Jahren günstig erstanden. Es muss natürlich renoviert werden.“ stellte sie sachlich fest, während sie nach dem Kaffee schaute, der inzwischen geräuschvoll in die Maschine gelaufen war, „aber in ein paar Monaten wird es fertig sein. „Milch und Zucker?“
„Nein danke, schwarz.“ Linda fragte sich, wie sie es anstellen wollte, dieses baufällige Gebäude zu renovieren und den Garten wieder herzurichten. „Na, da haben Sie sich ja allerhand vorgenommen.“ Linda gab ihr die Fotos zurück.
Katrin schaufelte vier Löffel Zucker in ihren Kaffee und rührte ihn andächtig um. „ Kennen Sie die Calypso-Band?“
„Ja, eine großartige Band. Hat mir gut gefallen. Wir waren zweimal im Pepperpot. Da kommt ganz schön Stimmung auf, wenn die Jungs spielen.“
 

Katrin legte den Löffel zurück auf den Tellerrand und verschränkte die Arme vor der Brust. „Ich habe ein Konzert mit der Calypso-Band hier im Hilton geplant. Anfang November. Danach geben sie noch ein Gastspiel in Nürnberg, das von einem großem Reiseveranstalter gesponsert wird.“ Sie schlürfte an ihrem Kaffee. „Ich suche jemanden, der mir bei den Vorbereitungen hilft und die Jungs anschließend nach Nürnberg und wieder zurück nach Barbados begleitet. Sie wären genau richtig.“
Linda starrte sie mit offenem Mund an und glaubte zu träumen.
„Wenn Sie Interesse haben,“ fuhr sie fort, „dann können Sie eine Zeitlang in meinem Hotel wohnen und nach dem Rechten sehen.“ Sie machte eine Pause, in der sie Linda nicht aus den Augen ließ. „Was halten Sie davon? Die Kosten, Flug, Übernachtung und was sonst noch so anfällt übernehme ich selbstverständlich. Nur ein Gehalt kann ich ihnen nicht zahlen.“

Linda war unheimlich zumute. Wie kam es, dass sie von allen Berliner Reisebüros, ausgerechnet in diesem Laden landen musste? Über einen Monat hatte sie jeden Tag verzweifelt nach einer Möglichkeit gesucht, schnellstens und ohne Probleme wieder nach Barbados zu kommen. Und nun saß sie hier vor dieser Frau, die ihr nicht nur einen Freiflug nebst unbegrenztem Aufenthalt in ihrem Hotel anbot und ihr  gleichzeitig auch noch eine plausible Erklärung für Thomas mitlieferte. Linda konnte nicht fassen, dass dies wirklich geschah. War am Ende doch alles vorbestimmt, musste alles einfach so geschehen?
„Sie können es sich natürlich noch in Ruhe überlegen.“ hörte sie Katrin sagen.
„Nein, nein, dass heißt, ich muss natürlich erst mit meinem Mann sprechen.“
„Tun Sie das und rufen Sie mich wieder an.“ Sie stand auf, zog ihren schwarzen Pullover über ihre fülligen Hüften glatt und reichte Linda dann ihre Visitenkarte. „Denken Sie bitte nur daran, dass ich den Flug rechtzeitig buchen muss.“
„Wird gemacht.“ versicherte Linda ihr noch schnell und eilte dann zur Tür in den Regen hinaus.
 
„Wie siehst du denn aus?“ wurde sie von Erika empfangen, „du bist ja völlig durchnässt und blass, als wärst du einem Gespenst begegnet.“
Erst jetzt bemerkte Linda, dass sie den Schirm vergessen hatte und ihr Haar triefnass auf den Schultern hing. „Sag’ mal, glaubst du an Vorbestimmung oder an Wunder?“
„Was meinst du? fragte Erika, "meine Güte, was ist denn jetzt wieder passiert?“
Nachdem Linda sich auf dem Hocker niedergelassen und ihr die ungewöhnliche Geschichte aus dem Reisebüro erzählte hatte, sah Erika sie mit großen Augen an. „Das ist wirklich ein merkwürdiger Zufall,“ gab sie zu, „bist du sicher, sie hat das alles ernst gemeint?“
„Davon bin ich fest überzeugt. Ich kann das einfach nicht fassen. Wie ist so etwas möglich?“
„Na ja, solche Zufälle gibt es im Leben. Nenn‘ es einen Wink des Schicksals, oder wie auch immer, aber merkwürdig ist es tatsächlich. Als ob es so sein sollte. Eigentlich unbegreiflich.“ Sie schüttelte den Kopf. „Was wird dein Mann dazu sagen, wird er nichts dagegen haben?“
„Was sollte Thomas denn dagegen haben, wenn ich bei Katrin anfange? Ihm ist doch sowieso egal, was ich mache.“
„Na ja, du würdest ihn immerhin wieder alleine lassen müssen.“
„Ja und? Er lässt mich doch ständig alleine. Ist dauernd unterwegs.“
„Aber nicht zu seinem Vergnügen.“
Linda lachte. „Um Thomas brauchst du dir keine Sorgen zu machen. Der sorgt schon dafür, dass das Vergnügen auf seinen Geschäftsreisen nicht zu kurz kommt.“
„Meinst du wirklich?“
Linda lachte nur. „Ich habe ein ganz anderes Problem, nämlich nicht mehr viel Zeit. Wenn ich am ersten November bei dieser Katrin anfangen soll, und am zwanzigstens November bereits nach Barbados soll, muss ich jetzt einige Vorbereitungen treffen. Vor allem muss ich dem Chef klarmachen, dass ich schon wieder aufhöre.“
„Der Chef wird nicht gerade begeistert sein,“ meinte Erika, „aber so langsam glaube ich tatsächlich, dass alles so kommen muss. Nenn’ es wie du willst, Schicksal, Vorbestimmung,  Zufall oder ein Wunder. Wie’s scheint, soll es einfach so sein.“
 

Ja, Wunder gibt es also wirklich. Vielleicht muss man einfach nur an
Wunder glauben ;o))
 
 ~*~
 
Es gibt nur zwei Weisen die Welt zu betrachten:
Entweder man glaubt, dass nichts auf der Welt ein Wunder sei,
oder aber, dass es nichts als Wunder gibt.
Albert Einstein
 
 ~*~
 
~🌴~🌴~🌴~ ❤️~🌴~🌴~🌴~
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
🌺Bilder mit Gedanken und Freude😊von KI erstellt by Lauras Home and Garden🌺
 

Donnerstag, 11. Juli 2024

Der gelbe Vogel

 oder »Yellow Bird« Dieser Song stammt aus Haiti, also aus der Karibik.
 1893 schuf der Haitianer Michel Mauléart Monton, die Musik zum Gedicht von
Oswald Durand, einem haitianischen Schriftsteller. Bereits in den 20er Jahren
wurde »Yellow Bird« mit dem englischen Titel neu interpretiert und 1957 mit
einer hawaiianischen instrumentalen Version bekannt.
 

Eigentlich handelt dieser Song von einem Mensch, der sich danach sehnt, frei wie
ein Vogel zu sein. Der »gelbe Vogel« steht für ein unbeschwertes Leben, das frei
von Sorgen und Einschränkungen ist. Es drückt die Sehnsucht nach Befreiung von
Lasten und Nöten aus und die universelle Sehnsucht der Menschen nach einem
Leben voller Frieden, Freiheit und Freude. Es ist die Sehnsucht nach einer besseren
Welt, einer Nostalgie verbunden mit Fernweh.
 
 
Vor ein paar Tagen, ich weiß nicht aus welchem Grund, aber plötzlich kam mir
genau dieser Song in den Sinn, und zwar ohne jeglichen Anlass. Ich habe weder Radio
gehört, noch irgendetwas in dem Zusammenhang gelesen, auch nicht in Erinnerungen
geschwelgt und trotzdem begann ich dieses Lied plötzlich vor mich hinzusummen.
Aber dann, war sie schlagartig da, die Erinnerung an das allererste Mal, als ich diesen
Song hörte.  Ich war noch ein Kind, vielleicht 12 oder13 Jahre alt und zu Besuch auf
dem Bauernhof meines Großonkels im schönen Hessenland. Mein Großonkel hatte
ein Zimmer des Bauernhauses an einen jungen Mann vermietet, der gerne Klavier
spielte und das tat er dann auch mehrere Stunden am Tag. Und da hörte ich dieses
Lied zum allerersten Mal ganz bewusst und konnte diese schöne Melodie schon bald
mitsummen, denn das Klavier war durch das geöffnete Fenster im ersten Stock
des Hauses überall auf dem Hof zu hören. Leider kann ich mich nicht mehr an das
Gesicht des jungen Mannes erinnern, ich weiß nur, dass er so jung wie er war, Hosen-
träger trug und kein Deutscher war.
 
 
 
Wie hätte ich damals als Kind ahnen können, dass ich knapp zwanzig Jahre später
genau zu diesem Song "Yellow Bird", gespielt von einer Steelband, auf einer Tropen-
insel unter einem pechschwarzen Sternenhimmel, mit meinem zukünftigen Ehemann
 tanzen und diese Tropeninsel zu meiner neuen Heimat werden würde.
Hätte mir das damals, als ich noch ein Kind war, jemand erzählt, dass genau das
eines Tags so sein würde, ich hätte nicht einmal gewusst, dass eine solche Insel
oder ein solcher Vogel, der Yellow Warbier, überhaupt existieren


Vielleicht steckte das Fernweh schon seit meiner frühen Kindheit tief in mir. Die
Sehnsucht nach Freiheit, Frieden und Freude sowie die Neugierde auf alles Neue,
auf die große unbekannte Welt da draußen, von der ich nicht einmal eine Ahnung
hatte, außer der, die mir im Geschichtsunterricht vermittelt wurde.
Ja, da war sicher so etwas wie Fernweh, denn schon mit vierzehn habe ich mich in
den Zug gesetzt und bin einfach ganz alleine mal in die oder die andere Richtung
gefahren. Das Erstaunliche war tatsächlich, dass meine Eltern mir völlig freie Hand
ließen. Nur um 22:00 musste ich zu Hause sein und sollte es einmal auch nur fünf
Minuten später werden, dann gabs Stress von Vater.
Heute als Jugendliche alleine mit dem Zug zu fahren, ist absolut unmöglich ge-
worden. Den heutigen Kindern und Jugendlichen geht so viel verloren. Das ist
schon ziemlich traurig.
Mir wurde eigentlich nichts verboten. Ich denke, das hat mich im Laufe meines
Erwachsenenleben zu einem selbstbewussten und selbstständigen Mensch werden
lassen. Für diese Freiheit bin ich meinen Eltern noch heute dankbar, denn sie haben
mir nie - wirklich nie -in irgendetwas reingeredet, mich bevormundet oder belehrt.
Nur alles hinterfragen sollte ich und mir meine eigene Meinung bilden, das gab mir
mein Vater mit auf den Weg.

 

🪇~🐥~🌴🌞🌴~🐥~🪇

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
 
🪇Bilder mit Gedanken und Freude😊von KI erstellt by Lauras Home🪇

Mittwoch, 3. Juli 2024

Ein Höllensommer des Jahrtausend

 Eine einzige Katastrophe, welche Zerstörung der Hurrikan »Beryl« in der Karibik
hinterlassen hat. Es ist ein Anblick, der mir die Tränen in die Augen treibt.
Einige dieser wunderschönen Trauminseln sind quasi dem Erdboden gleich-
gemacht. Was für ein trauriger Anblick und was für eine Katastrophe für die
Menschen dort, denen nichts geblieben ist. 90 % der Häuser auf Carriacou
sind zerstört. Die Vegetation und die Landwirtschaft zerstört. Die Menschen
stehen wirklich vor dem Nichts und sie sind außerdem auch noch von der
Außenwelt abgeschnitten. Es ist wie ein Albtraum. Es bricht mir wirklich
das Herz, denn ich liebe diese Inseln so sehr. Sie sind für mich immer wie eine
zweite Heimat gewesen und ich fühle mich immer noch sehr mit diesen Inseln
verbunden. Es schmerzt wirklich sehr, zu sehen, wie dieser Hurrikan die Inseln
verwüstet hat.


Und während die armen Menschen auf den betroffenen Inseln  mit den Aufräum-
arbeiten beginnen und wahrscheinlich gar nicht wissen, wo sie anfangen sollen,
rast der Sturm gerade auf Jamaika zu und wird auch dort große Verwüstungen
anrichten. Es ist aber auch ein sehr gefährlicher Sturm, mit seinen immerhin noch
230 km/h. Ich verfolge gerade den Jamaika-Live-Stream 🇯🇲. Dort herrscht quasi
die Ruhe vor dem Sturm. Diese sprichwörtlich Ruhe ist so unheimlich, weil alles
Leben erstarrt scheint, nichts regt sich, nichts bewegt sich - bis der Höllensturm
losbricht.

Während dort die Menschen noch ausharren, hoffen und beten, dass der Sturm
keine Menschenleben fordert und die Verwüstung nicht allzu groß wird, rätselt
man in unseren Breitengraden darüber, ob uns nun ein Höllensommer bevorsteht
oder nicht. Experten haben einen Sommer mit sengenden Hitze, extremer Dürre
und tropischen Nächten, in denen das Schlafen unmöglich wird, vorhergesagt.
 
Höllen-Jahrtausend-Sommer
oder
Mini-Eiszeit ?
Was hat das Klima mit uns vor?

~*~

 Wir sollten in diesem Sommer eigentlich ins Schwitzen kommen, so jedenfalls
prognostizierten einiger Meteorologen das Wetter für den Sommer 2024. Und
was ist bisher daraus geworden ? Wo ist er, der Höllensommer, den uns die
Wetter-Experten vorhergesagt haben? Alles, was uns der Sommer bisher geboten
hat, ist kühles, regnerisches Wetter, das uns aus Nordost erreicht und nicht, wie
sonst in den Sommermonaten üblich, aus dem sonnigen, warmen Süden. Kommt
der Höllensommer mit der angekündigten Hitze noch, oder bleiben die Sommer-
monate - also der Rest-Juli und der August - weiterhin kühl und regnerisch ?

Ich vermute ja, dass es vielleicht sogar die ersten leisen Anzeichen dieser eben-
falls - allerdings erst für 2030 angekündigten kleinen Eiszeit sein könnten, die
uns ja sehr nasse Sommer und eisige Winter bescheren soll und das über Jahr-
zehnte.

Mir ist dieses kühlere Wetter tatsächlich lieber, obwohl die Sonne schon hin
und wieder mal scheinen könnte, schon der Rosen wegen, denn die leiden bei
diesem Wetter schon sehr. Sie blühen eigentlich recht schön, nur lassen sie die
Köpfe hängen und das sieht wiederum gar nicht schön aus.
 

 Auch die Knuddels hätten lieber schönen, warmen Sonnenschein, damit sie wieder
in den Garten können. Derzeit, also bei dem trüben Regenwetter, ziehen sie ihre
Körbchen und stundenlange Nickerchen vor.
 

Und ich kann meine Teestunde bei diesem miesen Wetter auch nicht nach
draußen verlegen, wie sonst in den Sommermonaten üblich und muss mich
damit begnügen, die meiste Zeit im Haus zu verbringen, denn die Garten-
wühlerei fällt auch flach.
Es ist einfach alles zu nass und so macht das Gärtnern keinen Spaß. Also
warten wir weiterhin auf besseres Wetter. Aber ich will ganz still sein und
an die armen Menschen auf Jamaika und auf den Cayman Islands denken,
die jetzt auf den Monstersturm warten und der kennt kein Erbarmen.
Dieses Warten auf den Sturm, ist das wahre Grauen, weil man sich nicht
vorstellen kann, was da auf einen zukommt. 230 km/h sind echt heftig.

Um 11:00 lokaler Zeit soll der Sturm eintreffen, also in etwa drei Stunden,
wobei der Regen schon eingesetzt hat, der Himmel über dem Meer sich
bereits verdunkelt und die ersten Ausläufer des Sturms gerade eintreffen.

Ich werde an die Menschen denken und mit ihnen hoffen und beten, denn
es ist wahrlich ein sehr gefährlicher Hurrikan und die Saison hat gerade erst
begonnen - wer weiß, was da noch auf die Karibik zukommt.


Diese Videos zeigen den Sturm und die Verwüstung auf der Insel Carriacou,
die zu den Grenadinen gehört.


 
~🙏~😢~🌴~🙏~🌴~😢~🙏~

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
 
🪇Bilder mit Gedanken und Freude😊von KI erstellt by Lauras Home🪇

Dienstag, 2. Juli 2024

Die Inseln im Visier

des Hurrikan »Beryl«, der mit 240 Km/h über den Atlantik auf die
Kleinen Antillen zuraste und eine Insel nach der anderen bedrohte.
Es ist der erste Wirbelsturm der Saison, die in der Regel bis September
andauert und »Beryl« ist bereits ein Rekordsturm, der in Böen bis zu
270 km/h erreichte. Damit hat der Sturm die höchste Stufe 5 erreicht.

(Nachtrag einen Tag später 03.07.2024 mit Videos von der enormen
Zerstörung, den der Hurrikan Beryl angerichtet hat, ganz unten!)
 
 
 Er kam von Südost und steuerte direkt auf meine ehemalige Heimat, die
Insel Barbados zu, an der er nur knapp vorbeizog und dennoch mit seinen
Ausläufern große Schäden anrichtete und für Stromausfälle sorgte.
Danach machte sich »Beryl« auf den Weg zu den Grenadinen, einer Insel-
gruppe, zu der Carriocou gehört, die er mit 220 km/h überfiel und ebenfalls
große Schäden anrichtete. Auch St. Vincent und die anderen Insel waren
betroffen.

 
Hurrikan-Warnung gab es für die Inseln Barbados, St. Lucia, St. Vincent
und die Grenadinen, zu denen auch Carriacou und Grenada gehören sowie
für Martinique, Trinidad und Tobago, teilweise immerhin mit der Warnstufe 4.
Bis auf Grenada, kenne ich jede dieser Inseln, von denen ich nicht sagen
könnte, welche schöner ist, weil jede einzelne von ihnen ein absoluter Traum
ist. Tobago ist allerdings eine der wenigen Inseln, die noch nicht so sehr
unter dem Tourismus leidet und daher noch sehr ursprünglich geblieben ist.
Die Warnstufe 4 beginnt übrigens und bei 215 km/h und bei 251 km/h
beginnt die Warnstufe 5.
 
Auf Barbados wurden die Menschen aufgerufen, Schutzräume aufzusuchen
und das Haus nicht zu verlassen. Auf Grenada rief die Gouverneurin den Not-
stand aus. Auch die Flughäfen Barbados, St. Lucia und Grenada blieben
geschlossen.
 
Die US-Wetterbehörden gehen davon aus, dass die diesjährige Hurrikan-
Saison durchschnittlich stark ausfallen könnte, was an den höheren Wasser-
temperaturen des Atlantik im Zusammenhang mit dem Einsetzen von
»La Niña« liegt. Dabei handelt es sich um eine kühlere Temperatur des
Pazifiks.
 
Ich kann mich gut in die Lage der Menschen auf den bedrohten Inseln ver-
setzen, weil ich selbst zwei Hurrikans erlebt habe - man ist dieser Natur-
gewalt völlig hilflos ausgesetzt und kann sich wirklich nur mit Kerzen,
Transistorradio und einem kleinen Lebensmittelvorrat in seinem Haus ver-
schanzen, alle möglichen Gegenstände außerhalb des Hauses in Sicher-
heit bringen und die Fenster am Haus verbarrikadieren. Und dann der
Dinge harren, die da kommen. Und wenn der Sturm dann kommt - man
hört ihn schon von weitem - dann versteht man im Haus sein eigenes Wort
nicht mehr. Ich werde dieses Geräusch nie vergessen. Es hört sich an, als
würde ein Jumbojet nach dem anderen direkt im Garten landen wollen.
Es ist ein ohrenbetäubender, furchteinflößender Lärm, der mir eine solche
Angst eingejagt hat, dass ich anfing zu zittern. Wenn man das nicht selbst
erlebt hat, man kann es sich nicht vorstellen.
Nun zieht »Beryl« wohl auf die Ostküste Mexikos zu auf die Insel Yucatan,
vorher wird er jedoch auf Jamaika und die Cayman Islands zurasen - mit
einer Windgeschwindigkeit von 240 km/h..
 

 
So ist das Wetter das ganze Jahr über. Regen oder gar Hurrikans sind eher
selten. An den meisten Tagen des Jahres scheint die Sonne und das Leben
findet im Gegensatz zum Leben in unserem Land, im Zeitlupentempo statt.
Das Leben auf diesen Inseln ist leicht wie eine Feder im Wind.
Das Dasein auf dieser Tropeninsel ist reine Lebensfreude.
 Ich denke noch sehr oft und sehr gerne an diese unbeschwerte Zeit zurück
und bin sehr dankbar für die vielen Jahre, die ich dort verbringen durfte.

~*~
 
Hier ist es heute Morgen dagegen friedlich und still. Ein leichter Landregen
bestimmt die morgendliche Stille und sorgt für einen ruhigen Start in den
Sommermorgen. So richtig sommerlich ist das Wetter allerdings nicht gerade.
Es ist wieder kühler geworden, aber angenehm, wie ich finde, denn diese
plötzliche Hitze empfinde ich mittlerweile eher als unangenehm, weil es
dazu meist recht schwül und gewittrig ist.
Aber auf jeden Fall immer noch besser, als ein Hurrikan mit 240 Km/h.
Und so hoffe ich, dass der Hurrikan in der Karibik keinen allzu großen
Schaden anrichtet und vor allem, keine Menschen zu Schaden kommen.
 
 
NACHTRAG 03. Juli 2024
 
Diese Videos zeigen die enorme Zerstörung, die der Hurrikan Beryl
auf den Inseln Grenada und Carriacou angerichtet hat:
 








Eine Katastrophe !
Die Menschen brauchen dringend Hilfe.
Da steht wirklich kein Stein mehr auf dem anderen.
Die Inseln werden nie wieder so sein, wie sie einmal waren.
Sie sind praktisch komplett zerstört.
Es wird Jahre dauern, das alles wieder aufzubauen.

😢~🌴~🌴🙏🌴~🌴~😢

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
 
🪇Bilder mit Gedanken und Freude😊von KI erstellt by Lauras Home🪇