Posts mit dem Label Teatime werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Teatime werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Mittwoch, 2. September 2026

Ironie des Schicksals


Er, der mächtige Herrscher über das Zarenreich, wollte die alte Sowjetunion wieder
herstellen. In einer dreitägigen Spezialoperation die Ukraine unterwerfen. Niemals
wäre ihm wohl in den Sinn gekommen, dass er mit diesem irren Vorhaben, genau das
wiederholt, was einst für ihn die größte Katastrophe war. Der Niedergang der Sowjet-
union. Mit seinem wirklich sinnlosen und brutalen Krieg hat er nun höchstpersönlich
dafür gesorgt, dass sich diese Katastrophe wiederholt. Höchstpersönlich hat er mit
seinem Krieg gegen die Ukraine den Niedergang des Zarenreiches herbeigeführt.
Jedenfalls wenn er so weitermacht. Aber nicht nur das. Jetzt geht es auch um sein
eigenes Überleben. Er hat Todesangst. Wie zu lesen war, soll er wohl im vertrauten
Umfeld gesagt haben: »Sie werden mich hängen«. Andere sprechen davon, dass sein
Sturz über Nacht erfolgen wird. Er selbst weiß, dass er den Krieg nicht beenden kann,
ohne einen Erfolg vorzuweisen. Zudem laufen die Kriegskosten aus dem Ruder. Daher
wächst der Druck nicht nur innerhalb der Bevölkerung, sondern auch bei den Eliten,
die um ihr Vermögen bangen. So mancher hat sein Vermögen im Ausland deponiert.


Jetzt geht es dem kleinen, alten, feigen Mann nur noch um sein eigenes Überleben.
Die Bevölkerung und das Land spielen dabei keine Rolle. Er tötet brutal weiter.
Er zerstört die Wirtschaft weiter und schreckt auch vor einer Bankenkrise nicht zurück.

Er steckt in einer Sackgasse, in der er nur zwei Optionen hat. Den Krieg beenden
oder eskalieren. Er hat sich für die Eskalation entschieden und nimmt dafür den
Niedergang des Zarenreiches und das Töten weiterer Soldaten auf beiden Seiten in Kauf.
Da seine Angriffe immer öfter auf die Zivilbevölkerung und die Infrastruktur in der
Ukraine zielen, sterben dort auch immer mehr Zivilisten. Das alles macht er, um
sein eigenes Leben zu retten. Menschen werden jetzt noch mehr als zuvor getötet,
weil er Angst um sein Leben hat. Je länger er diesen Krieg fortsetzt, desto brutaler
und rücksichtsloser wird er vorgehen. Dabei wird er weder auf die Bevölkerung in der
Ukraine oder im eigenen Land Rücksicht nehmen, noch darauf, dass die Kosten ins
Unermessliche steigen und somit dem Land massiv schaden. Im ersten Halbjahr 2026
sind die Militärkosten auf 107 Milliarden Euro gestiegen – 30 % mehr als im Vorjahr.
Pro Tag kostet ihn der Krieg 70-80 Millionen Euro.


Jetzt schickt er sogar Frauen an die Front, die Drohnen bedienen sollen.
Die Unruhe im Land wächst, weil es so scheint, als sei dieser alte, brutale Macho sogar
bereit, seine Armee für einen Sieg zu opfern. Es herrscht eine düstere Stimmung. Fünf Jahr
Krieg werden bereits als ein Scheitern betrachtet. Und noch immer denkt dieser kleine, alte
Mann nicht daran, seinen brutalen Krieg zu beenden. Er würde nicht nur seine Macht
verlieren, sondern auch sein Leben. Niemals wird dieser Macho den Rückzug antreten,
weil das als Schwäche ausgelegt würde. Also bleibt nur die Eskalation. Und die ist derzeit
in vollem Gange.
Wieder sterben täglich Menschen. Denn der kleine, brutale Mann geht jetzt auch
immer aggressiver in der Ostsee vor. Er bezeichnet Westeuropa als Kriegstreiber.
Behauptet aber gleichzeitig, kein NATO-Land anzugreifen. Stattdessen plant er wohl
mehr hybride Angriffe, wie jetzt gerade auf dem Leipziger Flughafen.
Tja, hätte er bloß diesen irrsinnigen Krieg nicht losgetreten! Jetzt läuft alles immer
weiter aus dem Ruder. Wie lange hält er das durch? Jetzt will D das Zarenländer-
Konsult in Bonn und das Zarenländer Haus in Berlin schließen. Zudem ist der
Botschafter dieses Landes einbestellt und es soll mehr Einreisebeschränkungen geben.
Die Beziehungen zwischen den beiden Ländern befinden sich derzeit wohl auf einem
Tiefpunkt. Andere Länder haben dagegen kein Problem, Geschäfte mit einem
Kriegstreiber und Kriegsverbrecher zu machen und ihn zu diversen Veranstaltungen
einzuladen.


Aber nicht nur das. Wenn man bedenkt, dass dieser Tyrann nach vier Jahren die Ukraine
nicht besiegen konnte und er jeden Monat ohne Skrupel über 30.000–35.000 Soldaten
für minimale Landgewinne opfert, dann ist es wahrscheinlich nur eine Frage der Zeit, bis
die Bevölkerung im Zarenland genug hat. Es gibt kaum noch Benzin. Das Internet wird
immer öfter abgeschaltet und die Lebensmittelpreise schießen in die Höhe.
Niemals hat dieser kleine, alte Macho mit solch massiven  Auswirkungen seiner Spezial-
operation gerechnet. Er ist kläglich gescheitert. Ein kleiner, erbärmlicher Versager.
Mittlerweile werden einige seiner Militär-Offiziere sogar gezielt getötet. Zu lesen war
auch, dass sich Zarensoldaten vor Ukraine’s Drohnen ergeben. Das dürfte dem kleinen,
alten, brutalen Zaren gar nicht gefallen und ist eine weitere Demütigung. Widerstand
und die Kritik wachsen im Zarenland. Die Menschen wollen den Krieg nicht mehr.
Er selbst macht nur noch gute Miene zum bösen Spiel und gebärdet sich siegessicher.
Wie es innerlich bei diesem paranoiden Psychopathen aussieht, weiß niemand.
Man kann nur vermuten, dass er gelegentlich an die alte Sowjetunion denkt, die
genauso erbärmlich zusammenbrach – wie derzeit das Zarenland.
Es ist der Anfang vom Ende eines einstmals stolzen Landes und eine
Ironie des Schicksals.

~*~*~*~

Unheil, das vom Herrscher ausgeht,
Untergang von Weib und Kindern,
Geld und Gut und Schätze werden
ihm verrinnen, ihm sich mindern,

Buddha (560 - 480 v. Chr.)

~*~
Please stand with Ukraine and help!
Hört endlich auf, Kriege zu führen und Menschen zu töten!
Wer gibt euch überhaupt das Recht dazu?
🙏 God bless the people of the world, except the warmonger 🙏
~🦉🌳🕊️🌳~🙏~🌳🕊️🌳🦉~
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

🌟KI-Bilder by Lauras Home and Garden🌟

Mittwoch, 12. August 2026

Die Jungen und die Alten

 Die Jungen sind voller Sorgen, ohne wirkliche Freude, dafür voller Angst vor der Zukunft.
Nicht nur die Kriege und Konflikte, sondern auch die Umwelt, das Klima, Jobs, die durch
den Einsatz von KI verloren gehen – und natürlich die illegale Migration, bereiten ihnen
ziemliche Sorgen. Es gibt allerdings auch Junge und Alte, die diese bunte Vielfalt lieben
und es gerne noch bunter hätten im Land. Und so fordern die Linken auch lauthals die
Aufnahme der Migranten in Ceuta. Ich frage mich, ob sie sich der Folgen bewusst sind,
die diese illegale Massenmigration für dieses Land und die Bürger haben wird. Unter den
Folgen werden übrigens auch diejenigen Menschen leiden, die schon vor Jahrzehnten in
dieses Land migriert sind.


Tatsächlich gibt es allen Grund zur Sorge, denn die Zukunft sieht ganz und gar nicht rosig aus.
Kriege und Konflikte in der Welt sind nun mal real und können jederzeit weiter eskalieren.
Das Klima verändert sich drastisch und wird verheerende Folgen für den Globus haben. Die
Umwelt wird darunter leiden, und zwar ganz massiv. Trockenheit, Dürren, Ernteausfälle, Hoch-
wasser, zunehmende schwere Unwetter, schmelzende Gletscher, schmelzender Permaforst,
Anstieg des Meeresspiegels. Die Folgen der Trockenheit und Dürre sind besonders gravierend
auf der Südhalbkugel zu spüren. Immer mehr Menschen werden sich auf den Weg in den
Norden also Europa machen, in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Wie wir es gerade vor
ein paar Tagen in Ceuta erlebt haben. 80000 junge Menschen haben dort einer Invasion gleich
 den Strand gestürmt und die Einheimischen in Angst und Schrecken versetzt. Ein Großteil
ist inzwischen nach Marokko zurückgekehrt. Geblieben sind ca. 8000–10000 Minderjährige.
Claudia Roth wollte »Klimaflüchtlingen« bei der illegalen Einreise sofort die deutsche
Staatsbürgerschaft erteilen. Das muss man sich mal vorstellen!!!!!
Sehr anschaulich wurde eine solche Flucht aus Afrika bereits in einem Film aus dem Jahr
1990 als eine düstere Zukunftsvision mit dem Titel »Der Marsch« dargestellt. Im Film macht
 sich eine Gruppe hungernder Menschen auf den Weg nach Europa, eben um dort ein besseres
Leben zu finden. Diesem Flüchtlingstreck, der über Libyen, Algerien und Marokko führt,
 schließen sich immer mehr Menschen an, bis daraus eine Völkerwanderung wird. Zu spät
erkennen europäische Politiker, welche Gefahr dieser Flüchtlingsansturm in sich birgt. Er
löst nicht nur extreme Sprengkraft aus, sondern auch Fremdenfeindlichkeit, die zu massiven
Spannungen und Unruhen innerhalb der europäischen Länder führen.
Interessant ist, dass aus diesem Film, der vor 35 Jahren entstand, nur 25 Jahre später Realität
werden sollte, die bis heute andauert. Wenn es sich bewahrheitet, was in den Zeitungen zu
lesen ist, dann soll am 15. August ein weiterer Massenansturm auf Ceuta folgen. Man könnte
es auch als Masseninvasion bezeichnen. Ich werde die Fernsehbilder von 2015 aus einem der
osteuropäischen Länder nie vergessen, auf denen zu sehen war, wie unerwünschte Eindring-
linge in Scharen, aggressiv und gewaltbereit, mit Stöcken, Eisenstangen und Steinen auf die
Grenzbeamten einschlugen. Schon damals hätte jeder Mensch mit einem gesunden Menschen-
verstand erkennen können, welche Sorte »junger Männer« man sich ins Land holt. Aber nein,
Merkel rief die »Willkommenskultur« aus: Hereinspaziert – auch ohne Papiere – und ohne
Obergrenze!
Der französische Autor Michel Houellebecq hat für seinen Roman »Unterwerfung« bereits
1973 die invasionsartige Eroberungsmigration als Inspiration für seinen Roman benutzt.
Mittlerweile ist das alles Realität geworden und noch immer kein Ende in Sicht. Merkel hat
wirklich ganze Arbeit geleistet – das muss einfach immer wieder erwähnt werden.

Dass Flüchtlinge mittlerweile gezielt als Waffe eingesetzt werden, wissen wir spätestens seit
dem Irak- und Syrienkrieg. Als der kleine, alte Möchtegernzar im September 2015 in den
Syrienkrieg eingriff, machten sich urplötzlich hunderttausende Syrer auf den Weg in unser
Land. Merkwürdig – oder? Der kleine, alte Zar wollte und will unser Land und Europa unbe-
dingt destabilisieren. Auch Erdogan und der Herrscher in Belarus spielen da fleißig mit.
Gerade wurde ein Tunnel unter der Grenze von Belarus nach Lettland entdeckt, durch den
Migranten geschleust werden sollten. Wer dahintersteckt, kann sich wohl jeder denken.

Es ist daher nur verständlich, dass junge Menschen dieses Gesamtgeschehen, was die Zukunft
im Land, in Europa und der Welt betrifft, besorgt verfolgen. Mir wäre als junger Mensch auch
angst und bange vor der Zukunft.


 Und damit sind wir bei den Alten, von denen gesagt wird, dass sie wesentlich glücklicher seien,
als die Jungen. Obwohl man doch vermuten könnte, dass sie eben aufgrund ihres Alters eher das
eine oder andere gesundheitliche Problem haben, welches ihre Lebensqualität und Zufriedenheit
beeinträchtigt. Das ist sicherlich bei vielen alten Menschen auch der Fall. Aber der Großteil der
Alten ist tatsächlich recht zufrieden und glücklich. Und zwar genau aus den Gründen, die ich oben
aufgeführt habe. Denn all das, worüber die Jungen besorgt sind, berührt sie nicht mehr. Sie müssen
sich deswegen keine Sorgen mehr machen, weil sie das alles nicht mehr erleben werden. Diese
Zustände werden sich gesamt gesehen langsam entwickeln, sich allmählich verschlechtern, sodass
die Alten von den immer schlimmer werdenden Zuständen verschont bleiben. Sie werden das Zeit-
liche vorher gesegnet haben. Natürlich gibt es die Alten, die sich um ihre Enkel sorgen, aber dann
hätte sie vielleicht anders wählen oder protestieren und demonstrieren sollen. Dafür ist es jetzt 
allerdings zu spät. Wenn ich Kinder und Enkelkinder hätte, wäre ich sehr besorgt. Zum Glück habe
ich keine Kinder.
Die Alten gehören zu einer Generation, die dieses Land mitaufgebaut hat, und nun müssen sie
zusehen, was inzwischen daraus gemacht wurde. Wie dieses einstmals schöne und friedliche
Land seine Identität und Kultur sowie seine Traditionen und seine Freiheiten so allmählich verliert.
Das ist traurig. Aber wir Alten müssen diesen Zustand, der sich weiter verschlechtern wird, nicht
mehr lange ertragen und das wiederum ist ein Trost – wenn auch ein schwacher.

~*~*~*~
Das Beste im Menschen sind seine jungen Gefühle
und seine alten Gedanken

Joseph Joubert (* 1754 ; † 1824)
war ein französischer Moralist und Essayist

~*~
 Stand with Ukraine
🙏 God bless the people of the world, except the warmonger 🙏
~🦉🌳🕊️🌳~🙏~🌳🕊️🌳🦉~
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

🌟KI-Bilder by Lauras Home and Garden🌟

Freitag, 17. Juli 2026

Die Nebelfahrt der Aurelia

Wie gut, dass ich noch einige alte Geschichten in der Schublade habe,
denn ich komme nicht jeden Tag dazu, eine neue zu schreiben ;o)). 

~*~*~*~

Die Aurelia war kein großes Segelschiff. Eher ein alter, hölzerner Küstenkreuzer, der schon viele Jahre auf dem Buckel hatte. Die Planken waren dunkel vom Salz, und nachts knarrte das Holz, als würde es im Schlaf sprechen. Teile der Segel waren zerrissen. Genau das war es, was die kleine Reisegruppe schon am ersten Abend irritierte.


Es waren nur sechs Passagiere an Bord – jede und jeder mit einem eigenen Grund, diese seltsame „Themenreise“ zu buchen, die in der Anzeige nur mit einem Satz beworben worden war: „Eine Fahrt ins Ungewisse – für jene, die Antworten suchen.“

Elin, eine Botanikerin, die immer ein kleines Notizbuch bei sich trug.
Marek, ein schweigsamer Uhrmacher mit einem Gesicht, das aussah, als hätte er zu viel Zeit gesehen.
Sofia, eine junge Frau, die ständig Fotos machte – aber nie von Menschen, nur von Schatten.
Dr. Halberg, ein Historiker, der sich für alte Seefahrtslegenden interessierte.
Jonas, ein Musiker, der nachts auf dem Deck leise Melodien spielte, die niemand kannte.
Und die Kapitänin, eine Frau namens Runa, deren Augen so hell waren, dass man nie wusste, ob sie einen ansah oder durch einen hindurch.

Schon früh zog Nebel auf. Der Nebel kam plötzlich. Wie ein Vorhang, der sich über das Meer legte. Die Aurelia fuhr langsamer, und die Geräusche wurden seltsam gedämpft. In dieser Nacht hörten alle zum ersten Mal das Flüstern. Es war kein Wind. Kein Tier. Kein Mensch. Es klang wie Stimmen, die aus dem Holz selbst kamen – als würde das Schiff Erinnerungen murmeln. Sofia lief über das Deck und blieb abrupt stehen. „Habt ihr das gehört?“ flüsterte sie.
Jonas nickte. „Es klingt, als würde jemand unter uns sprechen.“
Runa, die Kapitänin, trat aus dem Schatten.
„Ihr hört nur das Meer“, sagte sie ruhig.
Aber ihre Stimme war zu schnell, zu glatt. Und niemand glaubte ihr.

Am nächsten Morgen fehlte etwas. Nicht ein Mensch – sondern ein Gegenstand. Der alte Kompass, der im Salon unter Glas lag, war verschwunden. Ein Kompass, von dem Dr. Halberg am Vorabend erzählt hatte, er sei „verflucht“ oder „gesegnet“, je nachdem, wer die Geschichte erzählte. „Er zeigt nicht Norden“, hatte Halberg gesagt. „Er zeigt das, was man sucht.“ Nun war er weg. Runa behauptete, sie habe ihn nie angerührt. Marek, der Uhrmacher, schwieg wie immer. Sofia zeigte ein Foto, das sie am Abend gemacht hatte – und darauf war der Kompass noch da. Doch hinter dem Glas, im Spiegel des Rahmens, war etwas zu sehen: Ein undeutlicher Schatten, der sich über den Kompass beugte. Nicht menschlich. Zu groß. Zu schmal. Zu… fließend.

In der zweiten Nacht wurde der Nebel dichter. Die Stimmen lauter. Elin schrieb in ihr Notizbuch: „Das Schiff erinnert sich. Aber an was?“
Jonas spielte eine Melodie, die er nicht kannte, und die Passagiere spürten, wie sich die Luft veränderte – als würde das Schiff zuhören. Dann, kurz nach Mitternacht, hörten sie Schritte unter dem Deck. Langsam. Schleppend. Wie jemand, der nicht gehen, sondern gleiten musste.
Runa lief hinunter. Niemand folgte ihr. Nach einer langen Minute kam sie zurück – bleich, aber gefasst. „Da ist niemand“, sagte sie. Doch ihre Hände zitterten.

Am dritten Tag tauchte der Kompass wieder auf. Auf dem Deck. Mitten im Nebel. Als hätte ihn jemand dort hingelegt. Aber die Nadel drehte sich nicht. Sie zeigte starr in eine Richtung – hinaus ins Weiß.
„Was ist dort?“ fragte Sofia.
Runa antwortete nicht. Sie stellte sich ans Steuer und folgte der Richtung. Die Aurelia fuhr in den Nebel hinein, und die Stimmen wurden klarer. Nicht bedrohlich. Eher… suchend. Dann hörten sie einen Satz, ganz deutlich, aus dem Holz, aus dem Nebel, aus der Tiefe: „Bringt uns heim.“

Dr. Halberg fand die Erklärung später in einem alten Logbuch, das im Maschinenraum versteckt war. Die Aurelia war einst ein Schiff, das Menschen transportierte, die nie ankamen.
Nicht durch Gewalt – sondern durch einen Sturm, der sie verschluckte. Ihre Stimmen waren nie verstummt. Sie suchten nur jemanden, der ihnen den Weg zeigte. Der Kompass zeigte nicht Norden. Er zeigte Sehnsucht. Und als die Aurelia dem Nebel folgte, öffnete sich plötzlich die Sicht – und vor ihnen lag eine kleine, vergessene Insel, auf der ein altes Wrack stand. Das Wrack der ersten Aurelia. Die Stimmen verstummten. Der Nebel löste sich. Das Schiff knarrte nicht mehr. Es war, als hätte es endlich Frieden gefunden.

Die Passagiere verließen die Insel später mit einem anderen Schiff. Die Aurelia blieb dort – still, ruhig, wie ein Tier, das sich endlich schlafen legen durfte. Und niemand sprach je wieder über die Stimmen. Aber jede und jeder von ihnen wusste: Manchmal sucht nicht der Mensch nach Antworten. Manchmal sucht die Antwort nach dem Menschen.

~*~*~*~

„Wenn du denkst, Abenteuer sind gefährlich,
versuch's mal mit Routine. Die ist tödlich“

Paulo Coelho (* 1947)
ist ein brasilianischer Schriftsteller und Bestsellerautor

~*~
Stand with Ukraine
🙏 God bless the people of the world, except the warmonger 🙏
~🦉🌳🕊️🌳~🙏~🌳🕊️🌳🦉~
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
📖 Bilder mit KI erstellt und Fotot by Lauras Home and Garden 📖

Sonntag, 5. Juli 2026

Aus der Zeit gefallen

Angesichts des schönen Sommerwetters lege ich eine Sommerpause ein –
(auch wenn es endlich mal wieder geregnet hat) –, in der ich gelegentlich
eine Kurzgeschichte einstelle, sozusagen als leichte Urlaubslektüre.

~*~
Der Regen trommelte gegen die beschlagenen Scheiben des kleinen Antiquariats, in dem die Zeit keine Rolle zu spielen schien. Überall stapelten sich vergilbte Seiten, und der Geruch von altem Leder und Staub lag schwer in der Luft.


An einem massiven Eichentisch saß Gregor, ein Mann, dessen Gesichtszüge von gelebten Jahrzehnten erzählten. Ihm gegenüber saß Maira, eine junge Frau, die hektisch auf ihr Smartphone starrte, während ihr Fuß einen nervösen Takt auf den Holzdielen schlug.
Gregor beobachtete sie ruhig, nippte an seinem Tee und sagte leise: „Es läuft dir nicht davon, Maira.“
Maira sah auf, die Stirn in Falten gelegt. „Was läuft mir nicht davon? Die Bahn? Mein Projekt? Das Leben? Gregor, ich habe das Gefühl, ich renne permanent und komme trotzdem zu spät. Als würde die Welt sich drehen und ich versuche nur, mich an der Oberfläche festzukrallen.“
Gregor lächelte milde. „Du bist nicht zu spät. Du bist nur aus der Zeit gefallen.“

Maira legte das Telefon beiseite, sichtlich irritiert, aber auch neugierig. „Aus der Zeit gefallen? Das klingt wie eine romantische Umschreibung dafür, dass ich mein Leben nicht auf die Reihe kriege.“
„Nein“, entgegnete Gregor und deutete auf eine alte, tickende Standuhr in der Ecke. „Wir haben eine fundamentale Wahrheit vergessen. Die Griechen hatten zwei Wörter für die Zeit: Chronos und Kairos. Weißt du, was sie bedeuten?“
Maira schüttelte den Kopf.
„Chronos ist die messbare Zeit“, erklärte Gregor. „Das Ticken der Uhr, die Sekunden, die unbarmherzig verstreichen. Es ist die Zeit, die wir managen, optimieren und jagen. Sie ist linear und frisst ihre eigenen Kinder, wie der Mythos besagt. Aber Kairos... Kairos ist der Bruchteil einer Sekunde, der rechte Augenblick. Es ist die qualitative Zeit. Die Zeit, in der man vergisst, dass die Zeit existiert. Wenn du ein Buch liest und die Welt um dich herum verschwindet. Oder wenn du jemandem in die Augen schaust.“
„Und ich lebe nur noch in Chronos“, murmelte Maira und sah auf ihre Hände.
„Wir alle tun das“, sagte Gregor. „Die moderne Welt hat uns beigebracht, uns der Uhr zu unterwerfen. Wer aus diesem Takt ausschert, wer einen Moment lang innehält, um einfach nur zu sein, der gilt als verloren. Er fällt aus der Zeit. Aber vielleicht ist dieses 'Herausfallen' der einzige Weg, sich selbst zu finden.“

Maira stand auf und strich über den Buchrücken eines alten philosophischen Werks von Immanuel Kant. „Aber ich kann mich der Realität nicht entziehen, Gregor. Wenn ich langsamer mache, überholen mich die anderen. Die Welt verlangt Gleichzeitigkeit. Ich muss erreichbar sein, informiert sein, präsent sein. Immer.“

Gregor stand ebenfalls auf und trat an das Fenster, um auf die belebte, regennasse Straße zu blicken, auf der Menschen unter Regenschirmen vorbeihasteten.
„Weißt du, was das Paradoxon unserer Epoche ist?“, fragte er, ohne sich umzudrehen. „Wir haben die Distanzen verkürzt, wir kommunizieren in Lichtgeschwindigkeit, aber wir haben weniger Zeit als je zuvor. Der Philosoph Walter Benjamin sprach einmal davon, dass der Fortschritt ein Sturm ist, der uns unaufhaltsam in die Zukunft treibt, während sich vor uns die Trümmer der Vergangenheit anhäufen. Wir rennen vorwärts, ohne zu wissen, wohin, nur weil wir Angst haben, stehenzubleiben.“
„Und was passiert, wenn wir stehenbleiben?“, fragte Maira leise.
Gregor drehte sich um und sah sie fest an.
„Dann triffst du auf die Gegenwart. Und die Gegenwart ist ein unheimlicher Ort für den modernen Menschen, weil sie keine Ablenkung bietet. In der reinen Gegenwart bist du ganz auf dich selbst zurückgeworfen.“

Maira schwieg eine Weile. Das Ticken der Standuhr schien plötzlich lauter zu werden, aber seltsamerweise verlor es seine Bedrohlichkeit. Es war kein Countdown mehr, sondern ein Herzschlag.
„Manchmal fühle ich mich hier, bei dir im Laden, wie in einer Blase“, gab sie zu. „Es ist, als würde ich eine andere Dimension betreten. Ist das nicht auch eine Form von Flucht?“
„Vielleicht“, gab Gregor zu. „Aber es ist eine notwendige Flucht. Nenn es meinetwegen Anachronismus. Ein Anachronist zu sein, bedeutet nicht, die Gegenwart zu hassen. Es bedeutet, sich das Recht herauszunehmen, nicht mit jeder Mode und jedem Tempo der eigenen Epoche Schritt halten zu müssen. Es ist der philosophische Widerstand gegen die totale Beschleunigung.“
Er ging zurück zum Tisch und schob Maira eine frische Tasse Tee hin.
„Wenn du das nächste Mal das Gefühl hast, aus der Zeit zu fallen, dann wehre dich nicht dagegen“, sagte er sanft. „Begrüße es. Es ist die Seele, die dir signalisiert, dass dein innerer Rhythmus nicht mit dem künstlichen Takt der Maschinen übereinstimmt. Es ist kein Defekt. Es ist deine Menschlichkeit.“

Maira sah auf die dampfende Tasse vor sich. Sie spürte, wie der Druck in ihrer Brust, der sie seit Wochen begleitet hatte, langsam nachließ. Sie griff nach ihrem Smartphone, schaltete es ganz aus und steckte es in ihre Tasche.
„Was machst du?“, fragte Gregor schmunzelnd.
Maira lächelte, und zum ersten Mal seit Langem erreichte das Lächeln ihre Augen. „Ich feiere meinen Ausstieg. Zumindest für die nächste Stunde. Erzähl mir mehr über diesen Kairos, Gregor. Ich glaube, ich möchte ihn kennenlernen.“


Der Regen draußen ging weiter, die Uhren tickten unentwegt fort, doch an diesem Nachmittag, in diesem kleinen Laden, hatte die Zeit aufgehört, ein Feind zu sein. Sie war einfach nur da.
~*~*~*~

Die beste Zeit, zu tun, was einem guttut, ist jetzt.

~*~
Stand with Ukraine
🙏 God bless the people of the world, except the warmonger 🙏
~🦉🌳🕊️🌳~🙏~🌳🕊️🌳🦉~
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
🐭 Bilder mit KI erstellt und Fotot by Lauras Home and Garden 🐭

Dienstag, 23. Juni 2026

Dasein oder Etwassein

Die Dämmerung legte sich wie ein schwerer, blauer Samtmantel über den alten Botanischen Garten. Auf einer verwitterten Holzbank unter einer riesigen, jahrhundertealten Eiche saßen zwei Menschen: Tobias, dessen Gesicht die Züge ständiger Unruhe trug, und seine Freundin Sofia mit wachen Augen, und einer Ausstrahlung von innerer Ruhe.


Tobias starrte auf sein Smartphone, tippte nervös darauf herum und seufzte tief.
„Es reicht einfach nie“, sagte er leise, mehr zu sich selbst als zu ihr. „Ich arbeite sechzig Stunden die Woche. Ich habe den Posten als Seniorpartner. Ich habe das Loft. Und trotzdem… wenn ich abends die Tür hinter mir schließe, fühle ich mich, als wäre ich eine leere Hülle. Als müsste ich morgen noch mehr sein, um überhaupt zu existieren.“
Sofia, die diese abendliche Stille genoss, blickte hoch in die Äste der Eiche, deren Blätter im Abendwind leise raschelten. „Du leidest an der modernen Krankheit, Tobias. Du verwechselst das Dasein mit dem Etwassein.“
Tobias drehte den Kopf zu ihr. „Was meinst du damit? Wenn ich nichts bin – kein Status, kein Titel, kein Erfolg –, was bleibt dann noch? Dann bin ich ein Niemand.“
„Siehst du, genau das ist der Irrtum“, erwiderte Sofia sanft. „Wir werden in eine Welt hineingeboren, die uns einredet, wir müssten erst eine Form annehmen, um einen Wert zu haben“, fuhr Sofia fort. „Ein Visitenkärtchen, ein Kontostand, ein definierter Charakterzug. Das ist das Etwassein. Es ist starr. Es ist eine Maske, die man sich aufsetzt, um der Welt zu sagen: 'Seht her, ich funktioniere.' Aber das Dasein… das Dasein ist viel älter. Und viel tiefer.“
„Aber ich kann doch nicht einfach nur 'da sein'“, entgegnete Tobias fast schon verzweifelt. „Das ist doch Stillstand. Faulheit. Wir müssen uns doch entwickeln! Wir müssen wachsen!“
„Oh, absolut“, sagte Sofia und lächelte. „Aber schau dir diesen Baum an. Glaubst du, die Eiche versucht im Frühling krampfhaft, eine Eiche zu sein? Strengt sie sich an, um den Titel 'Größter Baum des Parks' zu ergattern?“
Tobias schmunzelte matt. „Wohl kaum.“
 „Eben“, sagte Sofia. „Sie ist einfach da. Und weil sie da ist, wächst sie. Das ist der entscheidende Unterschied. Echtes Wachstum passiert nicht durch das Anhäufen von Titeln, sondern durch das Reifen im Dasein.“

Tobias steckte das Telefon endlich in die Tasche und verschränkte die Arme. „Wo ist da der Unterschied? Wachsen, Reifen… für mich klingt das nach demselben Prozess.“
„Wachsen ist oft quantitativ“, Sofia zeichnete mit dem Finger einen Kreis in die Luft. „Höher, schneller, weiter. Mehr Wissen, mehr Besitz, mehr Anerkennung. Das ist das, was du tust. Du bläst dein Etwassein auf, bis es zu platzen droht. Aber Reifen… Reifen ist qualitativ. Es ist der Übergang vom Tun zum Werden.“ Sie zeigte auf eine abgefallene, braune Eichel, die zwischen ihren Füßen im Moos lag. „Die Eichel muss ihre feste Schale aufgeben, um zu keimen. Das fühlt sich für die Schale wie Sterben an. Aber es ist nur das Werden von etwas Neuem. Beim Reifen geht es nicht darum, perfekt zu werden, sondern ganz zu werden. Es bedeutet, die eigenen Wunden zu integrieren, die Stürme des Lebens anzunehmen und die Illusion zu verlieren, dass wir alles kontrollieren können.“
„Das klingt schmerzhaft“, gab Tobias zu. Seine Stimme war jetzt brüchiger. „Das Aufgeben der Schale.“
„Es ist schmerzhaft, weil wir Angst haben, dass wir nichts mehr sind, wenn die Schale bricht“, sagte Sofia leise. „Aber erst wenn die Schale des Etwasseins bricht, bekommt das Dasein Raum zum Atmen. Werden ist kein Ziel, das man erreicht. Es ist ein Fluss. Du bist nie fertig, Tobias. Du bist ein fortlaufender Prozess.“

Es wurde still zwischen ihnen. Die Dunkelheit hatte den Park nun fast vollständig verschlungen, nur die Parklaternen warfen ein warmes, diffuses Licht auf den Boden.
Tobias schloss für einen Moment die Augen. Zum ersten Mal seit Monaten lauschte er nicht auf das Rasen seiner eigenen Gedanken, sondern auf das Rauschen des Windes, den kühlen Atem der Nacht auf seiner Haut und das gleichmäßige Heben und Senken seiner eigenen Brust.
„Ich bin“, flüsterte er nach einer Weile.
„Ja“, sagte Sofia, und in ihrer Stimme lag eine tiefe Zufriedenheit. „Genau jetzt, in diesem Moment, bist du weder der Seniorpartner noch der Loft-Besitzer, noch der Getriebene. Du bist einfach ein Mensch auf einer Bank unter einem Baum. Du bist da.“
Tobias spürte, wie sich ein Kloß in seinem Hals löste. Es war keine Leere, die er fühlte – es war eine plötzliche, ungeahnte Weite.
„Das Etwassein“, sagte er langsam, während er die Augen wieder öffnete, „ist also nur das Kleid, das wir tragen. Aber das Dasein ist der Körper darunter.“
„Und das Reifen“, fügte Sofia hinzu, „ist die Kunst, zu lernen, dass dieses Kleid ruhig auch mal schmutzig werden oder reißen darf. Weil das, was darunter liegt, unberührbar und ewig im Werden begriffen ist.“
~*~*~*~

Mensch: ein Lebewesen, so angetan von Illusionen über sich,
dass es völlig vergisst, was es eigentlich sein sollte.

Ambrose Bierce (* 1842 ; † 1914)
war ein amerikanischer Schriftsteller und Journalist

~*~
Stand with Ukraine
🙏 God bless the people of the world, except the warmonger 🙏
~🦉🌳🕊️🌳~🙏~🌳🕊️🌳🦉~
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
🪴Bild mit KI erstellt by Lauras Home and Garden 🪴

Freitag, 12. Juni 2026

Es nimmt kein Ende

Das heißt, die alten Kriegsherren finden kein Ende und sorgen jeden Tag für neue
Schlagzeilen mit ihrem chaotischen Handeln. Jedenfalls sieht es so aus, als würden
sie ihre begonnenen Kriege nicht so schnell wieder loswerden. Sie finden keinen
Ausweg, ohne Gesichtsverlust wieder da rauszukommen. Vorher zu denken, soll
im Leben sehr hilfreich sein. Das setzt allerdings voraus, auch denken zu können.
Einfach aus dem Bauch heraus mal eben ein anderes Land anzugreifen, noch dazu
völkerrechtswidrig, kann böse enden und zudem anders, als vorher angenommen.

Nach dem Chaos entstehen Frieden und eine neue Weltordnung

~**~

Der kleine, alte Zar hat dem Westen während einer Rede auf dem Wirtschaftsforum in
St. Petersburg, eine kurzsichtige und aggressive Politik vorgeworfen. Ach ja? Und als was
könnte man das bezeichnen, was er in der Ukraine treibt? Ist das nicht sogar eine Steigerung
kurzsichtiger und aggressiver Politik? Wenn der kleine, alte Mann noch über ein Minimum
an Größe verfügt, dann würde er seinen sinnlosen Krieg beenden und aufhören, Menschen zu
töten sowie das eigene Land vor dem endgültigen wirtschaftlichen Ruin bewahren.

Da steht der großartige Deal- und Peacemaker, ihm in nichts nach. Während die Bürger im
»Land of the Free« unter den hohen Lebensmittel- und Benzinpreisen stöhnen, freut sich der
großartige Dealmaker über die Inflation: „Die Zahlen sind großartig. Ich liebe Inflation“, teilte
er der Presse im ovalen Büro mit. Dagegen reagierte er in einem anderen Interview auf die
gestellten Fragen mit hochrotem Kopf so wütend, dass er aufstand und den Raum einfach
verließ. Manchmal kommt er mir vor, wie ein kleines Kind, das mit dem Fuß aufstampft,
wenn es nicht bekommt, was es will. Jetzt eskaliert er mal wieder im Iran, nachdem er doch
jeden zweiten Tag ankündigte, kurz vor einem Deal zu stehen. Was sind diese beiden alten
Männer doch für sonderbare Chaoten, Verlierer und Versager auf ganzer Linie. Aber viel-
leicht bin ich ja auch nur zu dumm, deren Handeln zu verstehen. Ganz sicher haben beide
alten Männer eine Strategie und verfolgen einen ausgeklügelten Plan, der sie zu ihrem ange-
strebten Ziel führt. Ich bin halt nur nicht in der Lage das zu verstehen. Das gebe ich gerne zu.

Zuletzt war zu lesen, der großartige Mr. Deal- und Peacemaker habe erneute Angriffe auf
den Iran wieder abgesagt, mit der Begründung, das iranische Staatsoberhaupt habe einem
Deal zugestimmt. Als er gefragt wurde, warum er dieses Mal so zuversichtlich sei, antwortete
er: „Weil wir sie schwer getroffen haben.“ Sollte er jedoch wie angekündigt, die Wasser-
versorgung im Iran zerstören, begeht er ein Kriegsverbrechen. Ob ihm das bewusst ist?
Na ja, nach dem Wochenende und der Unterzeichnung des Deals kehrt ja endlich Ruhe ein
und wir können wieder hoffnungsfroh in die Zukunft schauen. Dumm nur, dass der Iran
davon gar nichts weiß und den Aussagen des Peacemakers widerspricht. 
Der Mr. Peacemaker verfügt tatsächlich über einen enormen Unterhaltungswert.


Und der große Führer des Reichs der Mitte machte sich auf den Weg zum zweitbesten
Kumpel, des kleinen, alten Zaren. Das ließ aufhorchen. Was will der große Führer wohl
vom kleinen, dicken Diktator? Braucht er dessen Unterstützung, falls es zum Konflikt
um Taiwan kommt? Immerhin sind Japan und Südkorea nicht gerade deren Freunde.
Außerdem steht der kleine, dicke Diktator dem Kriegstreiber im Zarenland sehr nahe.
Das könnte dem großen Führer ein Dorn im Auge sein. Der kleine dicke Diktator hat
geopolitisch ziemlich an Bedeutung gewonnen, zumal er auf Teufel komm raus, atomar
aufrüstet.
Man darf gespannt sein, wozu dieser Besuch gut war, denn eigentlich machen sich ja
gerade so ziemlich alle auf den Weg zum großen Führer in das Reich der Mitte. Dass der
nun den kleinen, dicken Diktator aufsucht, muss einen bestimmten Grund haben. Es
scheint, als buhlen jetzt sowohl der große Führer als auch der kleine, alte Zar um die
Gunst des kleinen, dicken Diktator.
China hat sich längst zur Weltmacht entwickelt und die USA abgehängt. Dem großen
Führer gegenüber kann der großartige Mr. Dealmaker sich nicht erlauben, was er sich
den Europäern oder Ländern in Südamerika erlaubt, nämlich rumzupoltern und seinen
Willen durchsetzen zu wollen. Kein Wunder, dass er den großen Führer und den kleinen,
alten, brutalen Zaren bewundert. So, wie diese beiden Autokraten, würde er auch zu
gerne im »Land of the Free« herrschen. Denn mittlerweile weiß doch jeder, dass er
etwas gegen Demokratien hat.
Ach, er ist und bleibt ein armseliger, kleiner, alter Mann. Bedauernswert sind beide
alten Kriegsherrn.

 

»Man muss noch Chaos in sich haben,
um einen tanzenden Stern gebären zu können«.

Friedrich Nietzsche (* 1844 ; † 1900)
war ein deutscher Philosoph und Philologe

~*~*~*~

Zu den Bildern empfehle ich,
dieser Musik zu lauschen:


~*~
 
 Stand with Ukraine
🙏 God bless the people of the world, except the warmonger 🙏
~🦉🌳🕊️🌳~🙏~🌳🕊️🌳🦉~
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
🌟Bilder und Clips mit KI erstellt by Lauras Home and Garden🌟 

Mittwoch, 18. Februar 2026

Das Schöne an der Wahrheit

In einer Welt voller Experten, die sich oft auch als Wissenschaftler bezeichnen,
findet man ebenso oft Widersprüche. Die einen meinen so, die anderen sind auf
der Basis ihrer jeweiligen Erkenntnisse zu ganz anderen Ergebnissen gelangt.
Wie vieles davon ist mittlerweile überholt und hat sich als das Gegenteil dessen
erwiesen, was vor Jahren noch als richtig gepriesen wurde.


So ist das auch mit den Meinungen, den Ansichten, Erkenntnissen und der Wahrheit
Es heißt: Ein dummer Mensch merkt nicht, dass er dumm ist. Wie könnte er auch?

Immerhin wird mir, als einfaches Gemüt, täglich bewusst, wie begrenzt meine Fähig-
keiten im Gegensatz zu anderen Menschen sind. Ich staune immer wieder über die
Fähigkeiten anderer Menschen, z. B. deren Denkweise, deren Wissen und deren An-
sichten, insbesondere auch deren Eloquenz und Rhetorik, deren Schreibstil, deren
Fantasie und alle möglichen anderen Fähigkeiten, von denen ich meilenweit entfernt
bin. Aber man  kann ja täglich dazulernen – selbst in meinem Alter noch – auch wenn
man über den Nutzen des Erlernten in diesem Alter streiten kann. In diesem Jahr,
d. h., wenn ich den Beginn des letzten Monats in diesem Jahres noch erreichen sollte,
werde ich noch einmal nullen, und das wird dann wohl das letzte Mal gewesen sein –
also das mit der Null hinter der ersten Ziffer ;o)).
 Wie dem auch sei, Dazulernen kann jedenfalls in keinem Alter schaden und den
kleinen, grauen Zellen erst recht nicht. Inwieweit man das Erlernte im Leben noch
anwenden oder umsetzen kann, sei mal dahingestellt.

Tatsache scheint jedoch zu sein, dass jeder Mensch die Dinge um sich herum anders
wahrnimmt. Dadurch entsteht für diesen Menschen seine eigene Wahrheit, die ein
anderer Mensch nicht zwangsläufig genauso sieht. Früher habe ich immer gedacht,
dass ein Mensch mit einem »gesunden Menschenverstand«, die Dinge genauso sehen
müsste, wie ich – zumindest diejenigen, die in einem zivilisierten Land leben. Sie
müssten doch eigentlich die gleiche Realität wahrnehmen und demzufolge, auch das
Gleiche denken. Weit gefehlt. Das gilt auch für Meinungen und Ansichten, denn auch
die könnten bei dem gleichen Geschehen, nicht unterschiedlicher ausfallen. Oft ist es
auch eine Frage der moralischen Einstellung, der Wertevorstellung, der Ethik usw.


Es gibt Menschen, die scheinbar auf alles eine Antwort haben und meinen, es sei die
einzig Richtige. Das macht mich oft sprachlos, nicht, weil ich sie bewundere, sondern
weil sie offensichtlich keine andere Antwort gelten lassen.
An mir selbst stelle ich fest, dass ich im Vergleich zu anderen Menschen, oft voll-
kommen anderer Meinung bin und trotzdem die konträre Meinung interessant finde.
Auch, dass ich oft eine gänzlich andere Sichtweise habe, als andere Menschen, die
über ein breites Wissen verfügen und wesentlich intelligenter sind, als ich. Da ich sehr
neugierig bin, spornt es mich auch immer wieder an, mein Wissen zu erweitern. Groß-
artig ist, dass man sich heutzutage – dank der KI – über alles, wirklich über alles, aus-
führlich informieren kann. Das ist wirklich eine tolle Sache!

Unsympathisch finde ich dagegen Menschen, die ihre Sichtweise, ihre Meinung und
Wahrheit als die einzig Richtige vertreten, nichts anderes zulassen und erwarten, dass
sich jeder ihren Ansichten und Meinungen anzupassen hat. Menschen, die, wenn das
nicht passiert, sogar aggressiv und beleidigend werden können.

Wie oft stelle ich bei einem komplexen Thema fest, wie begrenzt meine eigene Denk-
weise ist, komplizierte Sachverhalte nachzuvollziehen oder zu verstehen – und das
liegt nicht am Alter, sondern daran, dass ich dazu wahrscheinlich einfach nicht klug
und intelligent genug bin.
Aber genau dann fühle ich mich herausgefordert. Ich gehe der Sache, den Dingen so
lange auf den Grund, bis ich zumindest einen Denkansatz gefunden habe, dem dann
ein Gedankenwirrwarr folgt, das sich zu einem Gedankenprozess formt, bis die Glüh-
birne - nicht gleich hell wie Osram zu leuchten beginnt, aber immerhin schon mal
vor sich hinflackert. Aber es dauert so seine Zeit, bis der Groschen gefallen ist.
💡🤔💡

Wer sich über die Wirklichkeit nicht hinauswagt,
der wird nie die Wahrheit erobern.

Friedrich von Schiller (*1759 ; † 1805)
war deutscher Arzt, Dichter, Philosoph und Historiker


Manchmal ist das Schönste an der Wahrheit,
dass sie in uns weiterklingt,
auch wenn wir längst aufgehört haben zu lesen.

~*~

„We are not what we know,
but what we are willing to learn“

Mary Catherine Bateson (* 1939 ; † 2021)
war eine US-amerikanische Autorin und Kulturanthropologin

~*~
 
🙏 God bless Ukraine and Israel 🙏
~🦉🌳🕊️🌳~🙏~🌳🕊️🌳🦉~
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
🌟Bilder ind Clips mit KI erstellt by Lauras Home and Garden🌟
 

Mittwoch, 31. Dezember 2025

Geschichten zwischen den Jahren "Die gläserne Einsamkeit"

Margot war stolz auf ihren »weiten Horizont«, ihre Bildung und ihr Wissen. In ihrer gemütlichen Altbauwohnung reihten sich Bücherregal an Bücherregal neben moderner Kunst, und ihr Teeregal in der kleinen Küche war eine Weltreise für sich. Wenn sie im Nachbarschaftscafé saß, betonte sie oft, wie wichtig es sei, »das Herz für alle Wesen zu öffnen«. Sie nannte sich eine Menschenfreundin, die alle Menschen liebte, eine Verfechterin der Toleranz und des Guten. Und sie fühlte sich den Feministinnen zugehörig, zu deren neuen Gepflogenheit es selbstverständlich gehörte, zu gendern. Doch Margots Toleranz hatte eine unsichtbare Grenze und diese Grenze waren ihre eigenen Überzeugungen und Ansichten. Ihren Nachbarn vermittelte sie den Eindruck, dass ihre Meinung die einzig richtig war.


Wenn sie sich mit ihrem Nachbarn unterhielt und er über seine Arbeit in der freien Wirtschaft sprach, legte Margot den Kopf schief und lächelte mitleidig. Sie hörte ihm nicht einmal zu, sondern wartete nur auf eine Atempause, um ihm zu erklären, dass er damit doch nur seine Zeit vergeude. Als er es wagte, ihr zu widersprechen, passierte etwas Seltsames. Margot wurde nicht laut. Sie wurde still. Sie sah ihn an, als wäre er ein trübes Fenster, durch das man nicht mehr hindurchsehen konnte. In den darauffolgenden Wochen vermied sie es, ihm zu begegnen. Sie ging ihm sogar aus dem Weg. Für Margot war das kein Streit, es war eine Art Reinigung ihres Umfelds von negativer Energie. Wer nicht in ihr Bild einer besseren Welt passte und sich nicht in Toleranz übte, hörte für sie einfach auf, zu existieren.

Die Geschichte nimmt ihren Lauf, als Margot ein Nachbarschaftsprojekt für einen neuen Gemeinschaftsgarten initiiert. Sie will einen Ort der Begegnung schaffen – »für jeden«, wie sie ausdrücklich betonte.
In der ersten Planungssitzung schlägt Herr Weber, ein pensionierter Polizist aus dem Erdgeschoss, vor, den Garten nachts abzuschließen, um Vandalismus vorzubeugen. Die Stimmung im Raum kippt sofort. Margot lächelt ihr gütiges Lächeln, aber ihre Augen bleiben kalt. „Wir bauen hier keine Mauern der Angst, Herr Weber“, sagt sie mit Nachdruck.
Als andere Nachbarn ihm zustimmen, fühlt Margot sich verraten. In ihrem Kopf sind diese Menschen plötzlich keine Nachbarn mehr, sondern »Ewiggestrige«, die den Geist des Projekts vergiften. Sie beginnt, Treffen ohne sie zu organisieren. Sie schickt Rundmails, in denen sie die »harmonische Kerngruppe« lobt und die anderen einfach ausschloss.

Am Ende steht Margot allein in ihrem Gartenprojekt. Die Pflanzen wachsen, aber die Bänke sind leer. Diejenigen, die sie »ausgeschlossen« hat, haben sich enttäuscht zurückgezogen. Und diejenigen, die anfangs auf ihrer Seite waren, haben Angst bekommen. Angst, dass das nächste falsche Wort sie ebenfalls in die unsichtbare Verbannung treibt.

Margot sitzt auf ihrer Designerbank in ihrem kleinen Hinterhofgarten, trinkt ihren fair gehandelten Tee aus einer ihrer teuren Teetassen und spürt eine schneidende Kälte. Sie sagt sich, dass sie die Einsamkeit der Erleuchteten gewählt hat. Doch tief im Inneren beginnt sie zu ahnen, dass ihre »Toleranz« nur ein Spiegel war, denn sie hat nie die Menschen geliebt, sondern nur ihr eigenes Echo in ihnen.

~*~
 
Beliebt sein ist wirklich einfach.
Du musst anderen nur nach dem Mund reden
und sagen, was sie hören wollen.

~*~
Beste Wünsche und gute Träume
für zwölf magische Raunächte zwischen den Jahren
~*~
 
🙏God bless Ukraine and Israel 🙏
~🌟🌟~🙏~🌟🌟~
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
🌟Bilder mit KI erstellt by Lauras Home and Garden🌟