und zudem vielleicht geistig nicht mehr auf der Höhe, ist wohl das schlimmste Schicksal,
welches einem alten Menschen widerfahren kann. Obwohl dieser Mensch das selbst wohl
nicht mehr wahrnimmt. Umso wichtiger und dringender ist es, dass Angehörige das recht-
zeitig erkennen.
Ich selbst habe einen solchen Fall bei einer ehemaligen Nachbarin erlebt. Sie lebte eine
Etage tiefer. Das muss jetzt über dreißig Jahre her sein und ist mir immer in Erinnerung
geblieben. Da ich zu der Zeit noch berufstätig war, bin ich der alten Dame nur selten be-
gegnet. Sie lebte zurückgezogen, nickte zum Gruß nur freundlich. An einem Gespräch
schien sie nicht interessiert zu sein, also grüßte ich freundlich zurück und beließ es dabei.
Eines Tages, es muss ein Samstag gewesen sein, weil ich morgens einkaufen wollte, kam
sie zwar angezogen aus ihrer Wohnung, aber einen Rock über ihren Unterrock anzuziehen,
hatte sie wohl vergessen. Sie wollte also im Unterrock zum Einkaufen. Als ich sie vorsich-
tig daraufhin ansprach, war ihr das sichtlich peinlich. „Du meine Güte“, sagte sie, „wie
konnte mir das denn passieren!“ Noch dachte ich mir nichts dabei. Als sie nur ein paar
Wochen später mit einem Kopfkissen in den Händen im Flur stand und das Kissen vor der
Türe der Nachbarn ablegte, wurde ich stutzig, wagte es allerdings nicht, sie daraufhin an-
zusprechen. Stattdessen grüßte ich nur freundlich. Erst als sie eines Tages, als ich an ihrer
Tür vorbeikam, und sie mir eine Strickjacke mit den Worten „Schauen Sie mal“ das haben
die mir geklaut“, vor die Augen hielt, blieb ich stehen. Sie deutete auf eine bestimmte
Stelle an der Strickjacke. Ich verstand nicht, was sie meinte. „Was haben die geklaut?“,
fragte ich. „Na, die Stickerei“, antwortete sie erstaunt. In dem Moment wurde mir klar,
dass die alte Dame nicht mehr alleine für sich sorgen konnte. Nachdem ich den Vermieter,
der ebenfalls in diesem Haus lebte, auf den Vorfall aufmerksam machte, beschloss er,
einen Krankenwagen zu rufen. Kinder hatte die alte Dame nicht. Sie war völlig auf sich
allein gestellt. Und genau das ist das Tragische im Leben eines alten Menschen, wenn er
niemanden hat, der in einer solchen Situation für ihn da ist. Später erfuhr ich vom Ver-
mieter, dass man sie in einer psychiatrischen Klinik untergebracht hat.
Wie viele alte Menschen mögen sich in einer ähnlichen Situation befinden? Früher kann-
ten die Nachbarn sich untereinander. Heutzutage lebt jeder für sich und oft anonym. Das
führt bei vielen alten Menschen häufig zur völligen Einsamkeit. Eigentlich kein Thema für
einen Blog, aber es ist ein gesellschaftliches Problem, dem viel zu wenig Beachtung ge-
schenkt wird. Ich rede und schreibe nicht gerne über Krankheiten, obwohl sie ja zum Leben dazugehören. In diesem Land scheinen die alten Menschen eher zu einem Kostenfaktor zu
werden, insbesondere durch Pflegebedürftigkeit und Krankheiten, die im Alter nun mal
nicht ausbleiben. All das ist lange bekannt – auch der demografische Faktor. Es spricht
nicht für ein Land, wenn es sich nicht genug um die Alten kümmert, die oft jahrzehntelang
ihren Beitrag zum Wohlstand dieses Landes geleistet haben. Andererseits enorme Summe
für Menschen ausgegeben werden, die nie in eine der Sozialkassen eingezahlt haben,
jedoch bis zu ihrem Lebensende daraus profitieren. Das ist ziemlich ungerecht.
Daher ist es wichtig, so lange wie möglich »fit« zu bleiben, sowohl geistig als auch körper-
lich. Um sich geistig fitzuhalten, kann man einiges tun. Viele alte Menschen meinen, Kreuz-
worträtsellösen würde helfen. Das ist sicherlich auch der Fall. Viel wichtiger ist jedoch,
neugierig zu bleiben, sich für das Geschehen im Land und der Welt zu interessieren. Neues
hinzulernen. Sein Wissen zu erweitern. Sich für bestimmte Themen zu interessieren. Ein
neues Hobby zuzulegen. Sprachen lernen. Besonders tiefgründiges Denken hält das Gehirn
fit. Gerade weil tiefgründiges Denken anstrengend ist, hält es die kleinen, grauen Gehirn-
zellen auf Trab. Es gibt so viele Möglichkeiten, mit denen man sich geistig beschäftigen
kann, und das bereitet zusätzlich auch noch Freude. Trotzdem ist wohl niemand vor
gewissen Alterserscheinungen, wie Demenz, Alzheimer oder kognitive Störungen gefeit.
Wichtig sind zudem Bewegung und richtige Ernährung. Gesund sind Vollkornprodukte,
Haferflocken, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Bananen, Nüsse, Beeren. Diese Lebensmittel ver-
sorgen das Gehirn mit B-Vitaminen, Flavonoiden sowie Eiweiß und können sogar das Alz-
heimer-Risiko reduzieren. Viel trinken ist ebenso wichtig für die Gehirnzellen, damit sie
nicht schrumpfen und die Neuronen richtig funktionieren. Tun sie das nicht, kann das
Gehirn nicht mehr richtig denken. Zudem kann ein Flüssigkeitsmangel zu Kopfschmerzen
führen.
Ich muss gerade schmunzeln, weil ich an die eine oder andere Gesprächsrunde mit einer
ehemaligen Kollegin denken muss. In deren Verwandten- und Bekanntenkreis durften bei
einem Treffen alter oder älterer Menschen, z.B. bei einem Kaffeekränzchen weder Krank-
heiten noch Enkelkinder thematisiert werden. Einfach aus dem Grund, weil alte Menschen
genau über diese Themen zu gerne plaudern. Die meisten Omas und Opas sind ganz beson-
ders stolz auf die geliebten Enkelkinder. Sie reden zu gerne über sie. Ich kann da nicht mit-
reden – habe keine – dem Himmel sei Dank! Ich würde angesichts der unsicheren Zukunfts-
aussichten, vor Sorge nicht einmal in Ruhe sterben können ;o))
Was für ein Thema heute! Wahrscheinlich ist es des Peacemakers merkwürdiges Verhalten,
seine Ausfälle und Wutausbrüche, seine Tanzeinlagen auf Bühnen bei diversen Veranstalt-
ungen oder seine sonstigen Firlefänzchen und irren Aussagen, die mich veranlasst haben,
das Alter mal wieder zu thematisieren. Es wird sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein.
Außerdem wird gerade ausführlich über eine Reform der Pflegeversicherung und die hohen
Kosten diskutiert, die für pflegebedürftige alte Menschen aufgebracht werden müssen. Die
sollen im nächsten Jahr auf bis über 7 Milliarden Euro steigen. Daher wird auch darüber
diskutiert, ob pflegenden Angehörigen die Rente gekürzt werden soll, indem weniger Bei-
träge für sie in die Rentenkasse eingezahlt werden. Diese Beiträge werden bisher von der
Pflegekasse übernommen. Immer wieder haben sie es auf Menschen abgesehen, die eh
nicht viel haben. Auf die Idee, nicht endlos Steuergelder in aller Welt zu verteilen und
Menschen aus aller Herren ins Land zu lassen, kommen sie erst gar nicht. Sie sparen zu-
erst bei denen, die Leistungen für dieses Land erbringen. Wer will denn noch Angehörige
pflegen, wenn er dafür mit einer Rentenkürzung bestraft wird? Ach, man könnte wieder.....
Übrigens: Die Ausgaben für Renten stiegen 2025 auf 301 Milliarden Euro!
Aber ich lasse mir weder meine heitere Stimmung verderben noch beabsichtige ich,
meinen Sinn für Humor aufzugeben, den man sich bis ins hohe Alter unbedingt bewahren
sollte. So wie Katharine Hepburn:
Je älter man wird,
desto mehr ähnelt die Geburtstagstorte einem Fackelzug.
😄
Katharine Hepburn (*1907 ; † 2003)
war eine US-amerikanische Schauspielerin
Sie wurde immerhin 96 Jahre alt.
Mit Humor und Heiterkeit lässt sich alles wesentlich besser ertragen.
Also: Immer heiter weiter auf der Lebensleiter!



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