in vielerlei Hinsicht ist der Wonnemonat Mai bisher. Nicht nur das Wetter bietet von
allem etwas. Insbesondere während der Woche der Eisheiligen, in der es an jedem
einzelnen Tag einen Wettermix aus Sonne, dunkelgrauen und bis weißen Wolken, ent-
weder an einem stellenweise blauen oder trüben Himmel gab. Auch der wunderbare
Landregen gehörte zum Repertoire, genauso wie Graupelschauer, die gerne mal von
einem mäßigen bis stürmischen Wind begleiten wurden. Und es war frisch, will
heißen, es war kalt und ungemütlich da draußen.
Der Kernbeißer ist einer der regelmäßigen gefiederten Gartengäste. Azaleen und
Die Schneewalzerrose ist die erste Rose, die ihre Knospen geöffnet hat und sich
dem Regen und Sturm tapfer entgegenstellt. Alle anderen ziehen es vor, sonniges
Wetter abzuwarten.
Auch wenn die Sonne sich in diesem Frühjahr bisher ziemlich rar macht, sehe ich das
positiv, denn dem Garten tut dieses kühle, regnerische Wetter gut. Musste ich in den
vergangenen Jahren den Rasen und die Rhododendren des Öfteren wässern, blieb mir
das in diesem Jahr erspart. Dafür war bereits im April Rasenmähen angesagt und das
bisher jede Woche einmal. Der grünt und wächst bei diesem Wetter nur so vor sich hin.
Alles in allem nicht wirklich ein Wonnemonat. Das Wetter macht halt, was es will.
Abwechslungsreich war auch das politische Geschehen im Land und in der Welt. Über
das Land zu schreiben, habe ich mehr oder weniger aufgegeben. Ich habe wenig bis
gar keine Hoffnung, dass sich da noch etwas zum Positiven wendet. Nicht nur, dass die
Regierung mit den dringend notwendigen Reformen nicht in die Puschen kommt, mein
Eindruck ist, sie scheinen nicht einmal zu wissen, wo sie anfangen sollen. Viel zu lange
haben sie die Zustände im Land schleifen lassen. Während andere Länder sich auf eine
veränderte Welt und die damit einhergehenden technischen und digitalen Veränderungen
eingestellt haben, drucksen unsere Regierenden seit Jahren herum und kommen nicht in
die Pötte. Sie haben die Anpassung und Modernisierung auf fast allen Gebieten glatt
verschlafen und reiben sich nun die Augen. Die Folgen erleben wir jeden Tag.
Abwechslungsreich war auch das geopolitische Geschehen. Insbesondere der Besuch
des großen Peacemakers im Reich der Mitte. Da, wo der großartige Peacemaker sonst
austeilt, Politiker einiger Länder nach seiner Manier beleidigt, runtermacht und bestraft,
war beim großen Führer Respekt und Einschmeicheln angesagt. Und so lobte er ihn über-
schwänglich gar als großartige Führungspersönlichkeit und dass es eine große Ehre sei,
der Freund des großen Führers zu sein«. Ob der große Führer das auch so sieht, darf
wieder bezweifelt werden. Ja, vor diesem großen Mann, hat der Peacemaker Respekt,
weil er als Bittsteller zur Abwechslung selbst mal buckeln muss. Da knallt er die
Hacken zusammen und steht stramm. Da, wo der großartige Peacemaker sonst droht,
wurde ihm zur Abwechslung selbst mal gedroht, sich aus der Taiwan-Frage herauszu-
halten, da ansonsten die Beziehungen zwischen China und den USA in eine gefährliche
Lage geraten könnten.
Tja, da steht er nun, der Mr. Peacemaker, was wird er jetzt tun? Taiwan in den Rücken
fallen und sich der Warnung des großen Führers beugen – oder steht er hinter Taiwan?
Man darf gespannt sein. Also mit dem großen Führer würde ich mich an seiner Stelle
nicht anlegen. Dann könnte es ganz gewaltig krachen. Und während er noch von der
Übernahme Grönlands, Venezuelas, Kubas und Kanadas träumt, boykottieren die Kana-
dier konsequent US-amerikanische Produkte. Recht so – zeigt es ihm! Er lernt halt nur
auf die harte Tour. Genauso, wie der kleine Zar, der übrigens den gesamten Donbass bis
zum Herbst einnehmen will. Er weigert sich eben, die Realität wahrzunehmen.
Oder er weiß nicht, wie es um seine Armee und den Kriegsverlauf steht. Mittlerweile
wurden Gefangene aus Gefängnissen entlassen, weil ihm die Soldaten ausgehen. Allein
während des 48-stündigen Waffenstillstands hat er einen Verlust von 1.800 Soldaten
zu verzeichnen. Aber das ist ihm ziemlich wurscht. Menschenleben zählen für diesen
Tyrannen nicht.
Apropos, hatte ich schon geschrieben, wie egal auch dem Mr. Peacemaker die eigenen
Bürger sind? Vor seiner Abreise ins Reich der Mitte wurde er von einer Reporterin ge-
fragt, ob ihn die finanziellen Sorgen der Bürger, die unter den hohen Preisen leiden,
nicht interessieren. Seine Antwort: „Not even a little bit.“ Also nicht mal ein kleines
bisschen! So viel zur Fürsorge und zum Wohl seiner Wähler.
Abwechslungsreich war noch einiges mehr, aber das alles aufzuschreiben, würde
den Rahmen sprengen. Also belassen wir es für heute dabei.
~*~
„Harte Zeiten formen starke Männer,
starke Männer schaffen gute Zeiten,
gute Zeiten formen schwache Männer
und schwache Männer schaffen harte Zeiten“
Dieses Zitat stammt aus einem postapokalyptischen Roman
des US-amerikanischen Autors G. Michael Hopf
~*~








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