Es geht mir in jedem Jahr so, wenn der weiße Holunder wieder im Garten blüht,
dass mir – ohne mir dessen so richtig bewusst zu sein – dieser uralte Schlager von
Gitta Lind aus dem Jahr 1956 in den Sinn kommt. Damals war ich gerade mal
zehn Jahre alt.
Weißer Holunder, er blühte im Garten
Als übers Jahr glücklich ich war
Er sagt zum Abschied, ich soll auf ihn warten
Denn übers Jahr sind wir ein Paar.
Aber nicht nur der Text dieses Schlagers kommt mir in den Sinn, sondern auch
die Melodie dazu. Und ist die erst einmal in meinem Kopf, dann ist es wie mit
einem Ohrwurm, ich summe sie über Stunden vor mich hin und muss dabei un-
weigerlich an meine Eltern und das alte Radio denken, aus dem diese Musik
ertönte.
Das Radio stand auf dem Sideboard neben einer Lampe und darüber hing ein
Gemälde, auf dem - wie zur damaligen Zeit in fast jedem deutschen Wohnzimmer –
ein röhrender Hirsch vor einem Wald zu sehen war. Manchmal war es auch ein
Gemälde von einer Berglandschaft an einem See.
Zur damaligen Zeit konnte ich fast jeden deutschen Schlager mitsingen. Wenn
ich heutzutage morgens im Badezimmer das Radio einschalte und der eine oder
andere Song erklingt, meist in englischer Sprache, kann ich den auch mitsingen.
Gleichzeitig stelle ich fest, dass die meisten dieser Sänger oder Sängerinnen, die
mich mit ihren bekannten Songs durch mein Leben begleiten haben, nicht mehr
unter uns weilen. Da kommen mir so viele in den Sinn. Oft kann ich nicht fassen,
dass sie nicht mehr da sind. Egal, ob es Tina Turner ist, Chris Rea, Whitney Houston.
Michael Jackson, Barry White, David Bowie, Amy Winehouse, Joe Cocker und viele
andere. Einige sind sehr jung verstorben. Ihre Songs aber werden weiter existieren
und unvergesslich bleiben. Wie so viele Schauspieler und Schauspielerinnen auch.
Die Zeit vergeht so schnell und ganz besonders dann, wenn man ein hohes Alter
erreicht hat.
Wie schade und traurig eigentlich, wenn man sich das Leben selbst und anderen
schwer macht. Es gibt keinen erstrebenswerteren Gemütszustand, als den, mit sich
und der Welt im Reinen zu sein. Vielleicht muss man dazu aber auch älteren Jahr-
gangs sein, um zu dieser Erkenntnis zu gelangen. Andererseits gibt es gerade genug
Beispiele von alten Männern und Frauen, die trotz ihres hohen Alters nicht zu dieser
Erkenntnis gelangt sind.
Anderes Thema:
Und weil er so gut schmeckt, dieser köstliche Hefestuten, habe ich wieder einen ge-
backen. Den Teig herzustellen, geht relativ einfach und schnell. Die Backzeit be-
trägt nur etwa 35 Minuten. Allerdings muss der Teig etwa 45 Minuten »aufgehen«.
Man kann diesen Stuten also noch vor dem Frühstück backen und wenn er abgekühlt
ist, ganz frisch genießen.
Nach Pfingsten stehen für den Professor zwei Wochen Urlaub an, den wir, falls es
bei den angekündigten hochsommerlichen Temperaturen um die 30 Grad bleibt, im
Garten verbringen oder mit den Knuddels durch den Wald und am See entlang
spazieren. So richtig kann ich an diese plötzlichen hohen Temperaturen nicht
glauben. Das erscheint mir eher unwahrlich. Also lassen wir uns überraschen. Mir
ist jedes Wetter – natürlich bis auf die furchterregenden Unwetter – recht.
Auf das, was die so im Gepäck haben, verzichte ich gerne.
Und noch einmal der weiße Holunder und
meine kleinen Campanula, die mit ihren vielen kleinen lilafarbenen Blüten ein
weiterer Blickfang in diversen Hängeblumentöpfen sind. Sie haben bisher jeden
Winter überstanden und werden von Jahr zu Jahr üppiger. Eine wahre Freude!
Dafür heute mal keine Politik, obwohl es genug – eigentlich viel zu viel – zu berichten
gäbe. Nur so viel. Angeblich plant der großartige Peacemaker ein direktes Gespräch mit
dem Präsidenten Taiwans. Das dürfte den großen Führer im Reich der Mitte ziemlich ver-
ärgern. Er werde, so der Peacemaker, an dem »Taiwan-Problem« arbeiten und habe alles
sehr gut im Griff. Na bitte, man darf gespannt sein, welches Chaos dabei entsteht ;o).
Und der kleine, feige, alte Zar scheint so allmählich die Kontrolle über seinen sinnlosen
Krieg zu verlieren. Die Angriffe im Zarenland seitens der Ukraine nehmen zu. Sie haben
zuletzt ein FSB-Hauptquartier im russisch besetzten Teil der Oblast Cherson angegriffen.
Dieser Angriff forderte rund hundert getötete und verwundete Besatzer. Das erhöht die
Gesamtzahl inklusive der Verwundeten auf 1,3 Millionen Soldaten in diesem unnötigen
Krieg, der pro Monat etwa 35.000 Tote und Verwundete fordert.
Man könnte meinen, der kleine, alte Zar würde aufgrund der hohen Verluste, bröckelnden
Wirtschaft und dem wachsenden Unmut in der Bevölkerung, ein Ende seines Krieges
herbeisehnen, zumal die Bevölkerung sich ein Ende des Krieges wünscht.
Stattdessen scheint er von Belarus aus, Lettland, ein NATO-Mitgliedsland, ins Visier zu
nehmen und offen mit einem Angriff zu drohen.
Ihm steht das Wasser bis zum Hals und trotz der hohen Verluste ist der kleine, alte Zar
davon überzeugt:
„Der Sieg war immer und wird immer unser sein.“
Na dann, mach einfach weiter, auch wenn noch mehr Soldaten und Zivilisten sterben
und die eigene Wirtschaft ruiniert wird!
~*~*~*~
„Die Sieger in der Geschichte sind diejenigen, die wussten,
wann sie aufhören mussten und wann sie weiterkämpfen sollten.
Li Bai 19. (701 n. Chr., 762 n. Chr.)
war bekannt als größter lyrischer Dichter Chinas aller Zeiten







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