also der Wilde Westen in Amerika, so um die zweite Hälfte des 19. – bis Anfang des
20. Jahrhunderts, als die großen westlichen Gebiete der USA durch Angloamerikaner
besiedelt und erschlossen wurden. Diese Zeit wurde geprägt durch Cowboys, den Gold-
rausch, durch Indianerkriege und Gesetzlosigkeit, bis das »Grenzland« (die Grenze
zwischen besiedeltem Gebiet und unberührter Wildnis) als erobert galt. Und es ging
brutal zu, in dieser Zeit. Sehr brutal!
Das wurde mir wieder einmal in Erinnerung gerufen, als ich mir in den vergangenen
Wochen zwei Netflix-Serien angeschaut habe. Oh Mann, wirklich nix für schwache
Nerven, aber sehr spannend. Wobei die Kritiken unterschiedlich ausfallen.
Die erste Serie »1923« habe ich mir eigentlich nur wegen Helen Mirren anschauen wollen,
weil sie eine so großartige Schauspielerin ist, und natürlich auch wegen Harrison Ford.
Tja, und dann bin ich hängen geblieben. Es sind zwei Staffeln mit insgesamt 15 Folgen.
Hervorragend gespielt und wirklich spannend. Das waren kuschelige Winterfilmabende,
die ich sehr genossen habe.
In der Serie geht es um die Familie Dutton und deren Yellowstone Ranch, die gegen Dürre,
die aufkommende Weltwirtschaftskrise und feindliche Schafzüchter kämpfen, um ihr Land
zu verteidigen, während der im Ersten Weltkrieg traumatisierte Sohn Spencer Dutton ver-
sucht, in Afrika seine Dämonen zu verarbeiten. Er muss jedoch zurückkehren, um seine
Familie zu unterstützen. Eigentlich ist die Serie »1923«, die Fortsetzung von »1883«, die
ich aber noch nicht gesehen habe.
Dafür habe ich mir »The Abandons« angeschaut. Ebenfalls eine Western-Serie, eigentlich
so gar nicht mein Ding, aber auch diese Staffel, von der es vorläufig nur eine mit 8 Folgen
gibt, habe ich Abend für Abend verschlungen. Diese Serie spielt in den 1850er-Jahren im
Washington-Territorium. Im Mittelpunkt steht ein erbitterter Machtkampf zwischen zwei gegensätzlichen Familien. Auf der einen Seite »Die Abandons«, eine Wahlfamilie aus
Waisen und Außenseitern, angeführt von der strenggläubigen irischen Matriarchin. Sie
kämpfen um ihr Land und ihr Überleben.
Auf der anderen Seite die Van Nesses, eine wohlhabende und skrupellose Bergbau-Dynastie
unter der Führung der ehrgeizigen Constance Van Ness, die das Land der Abandons bean-
sprucht, um ihre Silberminen-Pläne umzusetzen. Hier kämpfen zur Abwechslung mal zwei
Frauen als Anführerinnen gegeneinander. Absolut großartig gespielt, wirklich beeindruckend,
aber eben ziemlich brutal, sodass ich mir bei manchen Szenen die Hand vor die Augen halten
musste - uijuijui, wirklich heftig für mein zartbesaitetes Gemüt!
Und dann spielte da ein Typ mit, uiijuijui, wenn ich jünger wäre, also dann, - ..... was wollte
ich gleich sagen? Ach, ja, so war das nun mal zu diesen Zeiten. Man könnte auch sagen,
daran hat sich bis heute – je nachdem, wo man lebt – nicht sehr viel geändert.
Die Menschen schießen, rauben, morden, bringen gar ihr eigenes Volk um, wenn es nicht
spurt oder es werden Kriege um Öl, Rohstoffe oder Gebietsansprüche geführt. Dem Volk auf
einer großen Insel soll das Heimatland geraubt oder mit Gewalt genommen werden. Das alles
hat auch was von Wildwestmethoden. Gründe wird es immer geben, und wenn nicht, dann
werden halt welche herbeigezaubert. Das Böse steckt tief im Menschen drin, und daran wird
sich wohl auch nichts ändern. Auch nicht in einer gebildeten, hochentwickelten, zivilisierten
Gesellschaft. Das beweist wieder einmal, dass die Dummheit nie und nimmer aussterben wird,
es sei denn, die KI übernimmt eines Tages. Aber wer möchte dann noch auf diesem Globus
leben? Vielleicht als so eine Art Cybermensch?
Ich bin weder bei »1923« noch bei den »Abandons« eingeschlafen. Also liegt es gar nicht
an meinem hohen Alter, sondern daran, ob das, was da so über den Bildschirm flimmert,
spannend genug ist, mich wachzuhalten. Und das scheint relativ selten vorzukommen.
Hinzukommt, dass ich abends eher tiefenentspanne, da ich tagsüber ständig in Bewegung
bin. Man hat zu tun! ;o))) Und das ist auch gut so! ;o))).
~*~
Ein gelassener Geist ist wie ein ruhiges Gewässer,
das trotz Wellen seine Klarheit behält.



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