Montag, 4. Mai 2026

Wie angekündigt

 gab es ein Donnerwetter und zu meiner großen Freude ausgiebigen Regen,
der dem Garten so gutgetan hat. Als ich am nächsten Morgen durch die
Tür in den Garten trat, kam sie mir schon entgegen, die feuchte Luft in der
sich Wald und Garten besonders wohlfühlen. Auch der Geruch von feuchter
Erde lag in der Luft. Ich konnte regelrecht sehen, wie gut dieses kühle Nass
dem Garten getan hat – alles sah frisch und gesund aus.



Den ganzen Tag über war abzusehen, dass ein Gewitter aufziehen würde. Es war
eher drückend warm, am Himmel türmten sich die ersten Wolken auf. Später am
Nachmittag nahm der Himmel diese gelbgraue Farbe an, die darauf hindeutete,
dass das Gewitter im Anzug ist. Also Markise eingefahren, und nichts, wie rein
ins Haus.

 
Der angekündigte Sturm blieb dem Himmel sei Dank aus. Und bald darauf
rummste es auch schon, allerdings hielt sich das Gewitter im Rahmen, sodass
sich auch meine Angst im Rahmen hielt. Trotzdem habe ich den Himmel im
Auge und das Donnergrollen in den Ohren behalten. Und dann klatschten
die ersten dicken Tropfen auf die Terrasse. Es war wie ein Sommergewitter,
harmlos, aber mit viel Regen. Schön, wenn man dann im Trockenen sitzt und
das Ganze vom Sessel aus beobachten kann. Ich tue das zu gerne. Nur, wenn
die richtig starken Unwetter mit starkem Sturm und Hagel angekündigt sind,
verkrieche ich mich am liebsten in einer Ecke und wage nicht einmal einen
Blick aus dem Fenster.


Diese Art von Gewitter, so wie das letzte, dürfte daher ruhig öfter mal über uns
hinwegziehen, solange sie ausgiebigen Regen im Gepäck haben, den Garten nach
einer Trockenperiode gut durchwässern und nicht in ein Unwetter ausarten.

~*~*~

Ein Donnerwetter der ganz anderen Art gab es mal wieder aus dem US-Chaoten-Haus.
Mr. Peacemaker hat nun auch unseren Bundeskanzler bestraft. Dieser hatte sich doch
 tatsächlich erlaubt, den großartigen Deal- und Peacemaker zu kritisieren. Na so was,
aber auch! Was erlauben? How dare you! Und schon bekam er die Quittung dafür. Es
werden US-Soldaten aus unserem Land abgezogen und wahrscheinlich anderswo statio-
niert. Merz steht nun neben Starmer, Meloni, Macron und Spaniens Sánchez auf der
schwarzen Liste des großartigen Weltbeherrschers. Mir sind Regierungschefs, die auch
mal Kontra geben, jedenfalls wesentlich sympathischer, als solche, die vor diesem
mimosenhaften Narzissten buckeln und ihm die Füße küssen. Wer sich wie dieser Ego-
mane, in seiner Selbstherrlichkeit suhlende, unfähigster US-Präsident aller Zeiten, der
Welt gegenüber beleidigend und respektlos gebärdet, kann von anderen keinen Respekt
erwarten.
Als sogenannter mächtigster Mann der Welt, verhält er sich wie ein Patriarch, der sich
allen anderen gegenüber erhaben fühlt und sich somit das Recht herausnimmt, andere,
wenn sie nicht tun, was er sagt, zurechtzuweisen, zu beleidigen und abzustrafen. Was
bildet der sich eigentlich ein, auf der Welt und auf Menschen herumzutrampeln, alle
und alles niederzumachen, wenn es ihm nicht in den Kram passt. Es wird Zeit, dass
ihm mal jemand zeigt, wo es langgeht, der Rest der Welt zusammenhält und ihm end-
lich mal Grenzen aufzeigt.

Schmunzeln musste ich dagegen über die Rede, die der echte King, während seines Be-
suches in den Staaten vor dem Kongress hielt. Ich hatte mich schon gewundert, warum
der echte King nebst Frau Gemahlin, überhaupt zu einem Staatsbesuch in die USA ge-
reist ist. Nachdem ich die Rede gesehen und vor allem gehört hatte, wusste ich, warum.
Einfach herrlich, wie er den großartigen Peacemaker vor aller Öffentlichkeit demontiert
hat. Der hat das – wie nicht anders zu erwarten – natürlich nicht gemerkt. Er war sogar
»eifersüchtig«, auf den echten King, weil der von beiden Seiten, den Demokraten und
Republikanern, Standing Ovations bekam. Das sei ihm noch nie gelungen. 
Tja, vielleicht sollte er darüber mal nachdenken. Wobei wohl bezweifelt werden darf,
ob es dazu bei ihm reicht.
Jedenfalls sei der echte King sein Freund, behauptet der Peacemaker. Ob das umgekehrt
auch der Fall ist, darf wohl ebenfalls bezweifelt werden.

Die neueste Attacke des großartigen Peacemakers richtet sich gegen eine Arbeitsgruppe
der Demokraten, die verhindern will, dass Briefwahlen per Gesetz vor den Midterms
abgeschafft werden sollen. Er beleidigte diese Demokraten daraufhin als:
»Menschlichen Abschaum«.
Es ist wirklich unfassbar, was dieser ungehobelte Psychopath sich anderen Menschen
gegenüber erlaubt. Bei so viel geballter Dummheit können die wenigen intelligenten
und klugen Menschen nicht viel ausrichten. Das Problem ist, dass die Menschheit
diesen ungehobelten Egomanen noch eine ganze Weile ertragen muss. Es sei denn, den
Demokraten gelingt – zusammen mit einigen Republikanern –, was sich ein Großteil
der Menschheit wohl sehnlichst wünscht. 

~*~*~*~

Wer sich mit einem halben Sieg begnügt,
handelt allzeit klug; denn immer verliert,
wer einen Sieg bis zur Vernichtung des Gegners anstrebt. 

Es gibt drei Arten der Intelligenz:
die eine versteht alles von selbst,
die zweite vermag zu begreifen, was andere erkennen,
und die dritte begreift weder von selbst noch mithilfe anderer.

Niccolò Machiavelli (* 1469 ; † 1527)
war ein italienischer Philosoph, Diplomat,
Chronist, Schriftsteller und Dichter

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Samstag, 2. Mai 2026

Sei mir gegrüßt, du lieber Mai


Sei mir gegrüßt, du lieber Mai,
mit Laub und Blüten mancherlei!
Seid mir gegrüßt, ihr lieben Bienen,
vom Morgensonnenstrahl beschienen!
Wie fliegt ihr munter ein und aus
in Imker Dralles Bienenhaus
und seid zu dieser Morgenzeit
so früh schon voller Tätigkeit.

Für Diebe ist hier nichts zu machen,
denn vor dem Tore stehn die Wachen.
Und all´ die wacker´n Handwerksleute
die hauen, messen stillvergnügt,
bis dass die Seite sich zur Seite
schön sechsgeeckt zusammenfügt.

Schau! Bienenlieschen in der Frühe
bringt Staub und Kehricht vor die Tür;
Ja! Reinlichkeit macht viele Mühe,
doch später macht sie auch Pläsier.

 Wilhelm Busch (* 1832 ; † 1908)
war deutscher Dichter und Zeichner

~*~


Auch ich grüße dich, du lieber Mai, und staune mal wieder, wie schnell die Zeit
vergangen ist. Je älter ich werde, desto eiliger scheint sie es zu haben, die Zeit.
Ich hätte nichts dagegen, wenn sie ein wenig bummeln würde. Wenn sie hier und
da mal ein Päuschen einlegen – und gelegentlich einfach mal vergessen würde,
voranzuschreiten. Insbesondere in Momenten, oder Augenblicken, in denen man
- wie in Herrn von Goethes Faust - rufen möchte: Ach, verweile doch, du bist
so schön! Nun hoffe ich, dass der Teufel das nicht gehört hat. Aber es gibt tat-
sächlich Momente des Glücks und der Freude, die viel zu schnell vergehen. Es
gab und gibt sie immer wieder, diese wundervollen Momente. Das heißt aber
nicht zwangsläufig, dass ich danach strebe. Solche Momente, Glücksmomente
und Momente der Freude geschehen einfach, ohne dass man etwas dafür tun muss.
Sie ergeben sich einfach, und dann sollte man sie auch genießen und dankbar sein.

Und ein solcher Tag mit vielen Momenten der Freude und des kleinen Glücks, war
der 1. Mai. Ach, was war das für ein wunderschöner Start in den Mai. Wetter wie
aus dem Bilderbuch. Wie es sich für den Wonnemonat gehört. Einfach zum Jubeln
schön, dazu der fröhliche Gesang der Vögel und das Flüstern des Windes in den
Bäumen. Und alles ist so grün und blüht. Jetzt öffnen die rosa- und pinkfarbenen
Rhododendren ihre Knospen. Die ersten Blüten am Blauregen regen sich in der
Sonne, die Azaleen blühen, der Flieder, wenn auch nicht so üppig, aber er blüht.
Und natürlich die Maiglöckchen – ein ganzes Beet voller kleiner weißer Göck-
chen unter dem Apfelbaum. Eine wahre Freude ist das!


Doch, oh Schreck, es drohen schon wieder Unwetter aus Frankreich auf uns zu-
zurollen. Das war ja abzusehen. Sobald die Temperaturen klettern, machen sie sich
auf den Weg zu uns. Aaaaber, ich bin sogar froh darüber, denn sie sollen auch
ordentlich Regen im Gepäck haben und der ist dringend nötig. Es ist bereits
alles sehr trocken.
In den Niederlanden, Eindhoven, ist auf dem militärischen Übungsplatz sogar ein
großes Waldbrand ausgebrochen. Feuerwehren aus Bonn, Düsseldorf, Leverkusen,
Königswinter und Ratingen haben sich auf den Weg gemacht, um bei der
Bekämpfung zu helfen. Das ist ziemlich früh im Jahr – aber die Trockenheit ist
bereits sehr extrem.
Tja, so hat alles Positive auch seine negativen Seiten.
Das kennen wir derzeit ja zu Genüge.

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Aber alles Negative hat auch oft eine positive Seite:
Man  muss sie nur entdecken oder abwarten,
bis sie sich zeigt.

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