Der großartige Mr. Peacemaker hat einige Länder, darunter Frankreich, Japan und
Großbritannien aufgefordert, sich an einer Seeschlacht in der Straße von Hormus zu
beteiligen. Wenn sie Öl haben wollen, sollen sie Kriegsschiffe in die Region senden.
Sogar China soll ihm jetzt helfen. Länder der Welt, die Öl durch die Hormusstraße er-
halten, sollen sich jetzt um diese Passage kümmern müssen.
Unglaublich – oder? Ich frage mich immer wieder, wie die kleinen, grauen Gehirn-
zellen in dessen Kopf funktionieren. Er bricht einen Krieg vom Zaun, steckt jetzt in der
Bredouille, weil es nicht so läuft, wie er sich das in seinem schlauen Köpfchen ausge-
malt hat. Jetzt sollen Länder, wenn sie Öl wollen, quasi selbst zusehen, wie sie an das
Öl kommen. Er will ihnen jedoch helfen. Ein geradezu netter Mensch und so hilfsbereit.
Er schreit um Hilfe, damit andere ihm aus dem Schlamassel heraushelfen.
Unfassbar und gleichzeitig so was von irre, dass man geneigt ist, laut zu lachen, wäre
die Lage nicht so ernst. Er droht sogar: Es sähe schlecht aus für die NATO, sollte
Europa ihm jetzt nicht zur Seite steht. Dass die NATO ein Verteidigungsbündnis ist,
aus dem er selbst eigentlich aussteigen wollte und kein Angriffsbündnis, hat er wohl
in seinem Kriegseifer vergessen. Auch damit zu drohen, der Ukraine nicht mehr zu
helfen, ist unterstes Niveau. Er will Europa unbedingt in diesen Krieg reinziehen. In
dem Moment würde höchstwahrscheinlich auch China eingreifen und das Chaos wäre
perfekt. Die Europäer tun gut daran, sich nicht auf diese Drohung einzulassen und
sich da rauszuhalten. Soll dieser kriegslüsterne Peacemaker doch zusehen, wie er aus
seinem selbst eingebrockten Schlamassel wieder rauskommt.
Wen wundert es, dass er dafür reichlich Spott aus dem Iran erntet. Irgendwie sitzt
»Mr. Peacemaker« in der Falle und sein kleiner, alter Buddy wird ihm kaum helfen.
Wie auch? Der wird eher dem Iran helfen, und das tut er nicht nur mit Plänen und
Informationen. Er hat auch den Nachfolger des Ober-Mullahs, also dessen Sohn,
der bei einem Angriff schwer verletzt wurde, ins Zarenreich geholt, wo er in einem
der zahlreichen Zarenpaläste, erfolgreich operiert wurde.
Ob dem Peacemaker das gefällt?
Es wird immer komischer. Ich könnte mir vorstellen, dass eines Tages tatsächlich ein
Film über diesen aus der Reihe tanzenden Präsidenten (im wahrsten Sinne des Wortes)
gedreht wird. Denn, das, was der fabriziert, ist wirklich einmalig. Inzwischen scheint
er weder ein noch aus zu wissen. Hat Mr. Peacemaker vor ein paar Tagen noch ver-
kündet, dass der Krieg nahezu beendet sei, so ist er inzwischen der Meinung, dass
es vorerst keinen Frieden gibt. Außerdem äußerte er gegenüber einem NBC-Journa-
listen, die USA hätten die militärischen Fähigkeiten des Irans »vollständig zerstört«,
man werde den Iran jedoch noch ein paar Mal extra treffen können, einfach nur zum
»Spaß«. Hört sich an, als hätte er tatsächlich Spaß an diesem Krieg gefunden. Was
ist das nur für ein Mensch! Offensichtlich hat er immer noch zu viel Langeweile. In
den USA droht die Regierung jetzt einigen Medien sogar mit Lizenzentzug, falls sie
nicht zum Vorteil und im Sinne des Peacemakers über dessen Iran-Krieg berichten.
Mittlerweile übt Mr. Peacemaker weiterhin Druck auf Kuba aus, indem er eine
Ölblockade verhängt hat. Das trifft die Insel, die eh schon in wirtschaftlichen
Schwierigkeiten steckt, sehr hart. Vor einiger Zeit hatte er ja bereits angekündigt,
dass er seinen Außenminister Rubio, dessen Eltern aus Kuba stammen, nach einer
»freundlichen Machtübernahme«, für eine gewisse Zeit auf die Insel schicken
will.
Israel hat den Krieg jetzt mit einer Bodenoffensive auf den Libanon ausgeweitet
und liefert sich heftige Gefechte mit den Hisbollahs. Wie viele Länder werden im
Laufe der kommenden Wochen wohl noch involviert?
Auch die Gefahr aus dem Zarenland ist weder für die Ukraine noch für Europa und
sogar für die USA gebannt, denn die Gefahr eines nuklearen Angriffs durch den
kleinen, alten »Zar« wachse, warnt der Politikwissenschaftler Joachim Krause. So
war es in der Welt-Online zu lesen. Insbesondere seit Mr. Peacemaker, sich mehr
oder weniger von Europa distanziert hat. Angeblich hat das Zarenland 1500 einzelne
Atomwaffen auf Europa und die USA gerichtet. Das sieht für mich allerdings eher
danach aus, als wolle man sich seitens des Zarenregimes auf Verteidigung und nicht
auf Angriff vorbereiten. Die Waffen sollen wohl mehr der Abschreckung und Angst-
macherei dienen. Was hätte der kleine, alte Zar davon, wenn er Europa verseucht??
Der Ukraine scheint indessen bei ihrem Vormarsch eine Rückeroberung von Terri-
torium gelungen zu sein. Das ist doch mal eine gute Nachricht.
Hoffentlich geht das so weiter – es ist der Ukraine von Herzen zu wünschen.
Die meisten Menschen lesen oder hören das alles vor ihrem Computer, von der Couch oder
dem Sessel aus. Kaum jemand kann sich wahrscheinlich vorstellen oder nachempfinden,
wie es den Menschen in Kriegsgebieten geht. Was sie tagtäglich durchmachen, nicht nur
die Zivilisten dieser Länder, sondern auch der vielen Soldaten, die täglich um ihr Leben
bangen müssen, die vielen trauernden Menschen, die einen Angehörigen verloren haben.
Und sie machen weiter, diese alten, brutalen, skrupellosen Kriegstreiber
und Kriegsverbrecher.
Ach, was sind das für düstere Zeiten !
Wie froh und dankbar bin ich, in meiner eigenen kleinen Welt, inmitten
der Natur (noch?) in Frieden und Freiheit leben zu dürfen.
Ich weiß das sehr zu schätzen. Was eigentlich so selbstverständlich erscheint,
kann sich so schnell ändern. Das wird einem wieder bewusst, wenn Chaos,
Unheil, Desaster, Kriege und Krisen ausbrechen und das Glück der eigenen
kleinen, heilen Welt zu zerstören drohen.
Dieses Glück sollte allen Menschen auf dieser Welt zustehen. Es sind alte,
gelangweilte Herrscher, das Übel der Welt, die Unglück und Unheil über
die Menschheit bringen.
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Nichts schädigt mehr den Staat als Alleinherrschaft.
Euripides (480 - 407 v. Chr.)
war griechischer Tragödiendichter
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