Mittwoch, 8. Juli 2026

Das Schweigen der Glocken

Als das Kloster Sankt Gabriel vor fast vierhundert Jahren auf einem felsigen Höhenzug erbaut wurde, hieß es, die Mönche hätten den Ort nicht wegen seiner Schönheit gewählt. Vielmehr glaubten sie, dass sich dort oben Himmel und Erde näher seien als anderswo. Seit Jahrhunderten lebten dort nur wenige Brüder. Ihr Alltag verlief nach festen Regeln: Beten, Arbeiten, Schweigen. Die Mauern waren dick, die Gänge lang und kühl. Selbst an Sommertagen schien die Zeit zwischen den alten Steinen langsamer zu vergehen.


Eines regnerischen Herbstabends traf Bruder Lukas ein. Er war erst seit wenigen Monaten im Kloster und kümmerte sich um die umfangreiche Bibliothek. Sein freundliches Wesen machte ihn schnell beliebt. Vor allem Abt Benedikt erkannte seine außergewöhnliche Begabung für alte Handschriften. In der Bibliothek befand sich der größte Schatz des Klosters. Ein mittelalterliches Manuskript, dessen Herkunft niemand genau kannte. Es war mit kunstvollen Illustrationen versehen und seit Generationen unter Verschluss. Nur der Abt besaß den eisernen Schlüssel zur Truhe.

Eines Tages erschien Professor Konrad Weiss, ein Historiker aus der Stadt. Er wollte das Manuskript wissenschaftlich untersuchen. Nach langem Zögern stimmte der Abt zu. Drei Tage lang arbeitete der Professor schweigend zwischen den hohen Bücherregalen.
Am Abend vor seiner Abreise läuteten die Glocken ungewöhnlich lange. Die Brüder versammelten sich zum Nachtgebet. Nur Professor Weiss fehlte. Man fand ihn wenig später in der alten Skriptoriumskammer. Er saß auf einem hölzernen Stuhl, den Kopf auf den Schreibtisch gesunken. Vor ihm lag das geöffnete Manuskript. Der Professor war tot. Es gab keine Wunde. Keinen Kampf. Nur ein halb gefülltes Glas Rotwein und ein einzelnes Blatt Pergament, auf das jemand mit dunkler Tinte geschrieben hatte:

»Nicht jede Wahrheit gehört den Lebenden.«

Die Polizei aus der Kreisstadt traf erst am nächsten Morgen ein. Kommissarin Helena Falken war für ihre ruhige Art bekannt. Während ihre Kollegen nach Fingerabdrücken suchten, beobachtete sie die Menschen. Niemand weinte. Niemand sprach. Fast schien es, als hätten alle mit dem Tod gerechnet. Sie begann ihre Befragungen.
Bruder Lukas erzählte, der Professor habe kurz vor dem Abendessen aufgeregt gewirkt. Er habe mehrfach gesagt, er habe „etwas gefunden, das alles verändern werde“.
Der Gärtner des Klosters erinnerte sich daran, wie Professor Weiss am Nachmittag mit Bruder Anselum gestritten hatte. Bruder Anselum war der älteste Mönch. Fast neunzig Jahre alt. Blind. Doch geistig hellwach.

Als Helena ihn fragte, worüber sie gestritten hätten, lächelte er nur.
„Der Professor glaubte, Geschichte bestehe aus Tatsachen.“
„Und Sie?“
„Geschichte besteht aus Entscheidungen.“
Diese Antwort brachte die Kommissarin zunächst nicht weiter. Am zweiten Tag fiel ihr etwas Merkwürdiges auf. Jeden Abend wurden sämtliche Türen des Klosters von innen verriegelt. Niemand hätte das Gebäude verlassen können. Der Täter musste also einer der Anwesenden gewesen sein. Doch gegen wen sprach etwas? Der Professor war nicht vergiftet worden. Sein Herz hatte einfach aufgehört zu schlagen.

Der Gerichtsmediziner vermutete zunächst einen natürlichen Tod. Aber Helena glaubte nicht an Zufälle. Sie untersuchte erneut das Manuskript. Dabei bemerkte sie, dass mehrere Seiten deutlich heller waren als die übrigen. Als hätte man sie vor langer Zeit ersetzt. Unter schrägem Licht erschienen winzige Einstichlöcher entlang der Bindung.
Jemand hatte Seiten herausgetrennt. Und äußerst geschickt durch Abschriften ersetzt.
Der Professor hatte dies entdeckt. Nun ergab der Streit mit Bruder Anselum plötzlich Sinn. Der alte Mönch wusste davon. Doch war er deshalb ein Mörder? Helena ließ das Pergament mit der rätselhaften Botschaft untersuchen. Die Tinte war frisch. Das Pergament dagegen über dreihundert Jahre alt. Es stammte aus derselben Werkstatt wie das Manuskript. Wer immer den Zettel geschrieben hatte, verfügte über Zugang zu den kostbaren Beständen.

Schließlich bat Helena alle Brüder in den Kapitelsaal. „Der Täter sitzt unter uns“, sagte sie ruhig. „Nicht weil er das Geheimnis des Manuskripts schützen wollte.“ Sie machte eine Pause. „Sondern weil er ein anderes Geheimnis fürchtete.“ Sie blickte zum Abt.
„Professor Weiss hat gestern Nachmittag nicht nur entdeckt, dass Seiten ersetzt wurden.“ „Er fand auch heraus, wer sie ersetzt hatte.“

Der Abt schloss die Augen. Langsam. Sehr langsam. „Vor dreißig Jahren“, begann er leise, „war das Kloster hoch verschuldet. Ein skrupelloser Sammler bot eine ungeheure Summe für einige Originalseiten des Manuskripts.“
Die Brüder blickten erschrocken auf.
„Ich glaubte, das Kloster retten zu müssen. Also verkaufte ich heimlich zwölf Seiten und ließ sie durch meisterhafte Kopien ersetzen.“
Stille.
„Professor Weiss erkannte den Betrug. Er wollte ihn veröffentlichen.“
„Aber deshalb haben Sie ihn nicht getötet“, sagte Helena.
„Nein.“
„Das glaube ich Ihnen.“
Sie wandte sich Bruder Lukas zu. Der junge Mönch war kreidebleich. 
„Sie haben gestern den Wein eingeschenkt.“
Er nickte kaum sichtbar.
„Sie wussten, dass Professor Weiss an einer schweren Erdnussallergie litt.“
Niemand verstand.
Helena hob die kleine Karaffe vom Tisch. „Im Wein befanden sich Spuren eines seltenen Nusslikörs.“
Bruder Lukas begann zu zittern.
„Schon wenige Tropfen reichten.“ „Sie wollten den Tod wie ein natürliches Herzversagen aussehen lassen.“
Tränen liefen über sein Gesicht. „Ich wollte das Kloster schützen“, flüsterte er. „Nicht den Abt.“ „Uns alle.“ „Wenn der Skandal bekannt geworden wäre, hätte man das Kloster geschlossen.“
„Aber dafür hatten Sie kein Recht, einen Menschen zu töten.“
Lange sagte niemand etwas.
Schließlich erhob sich Bruder Anselum.
Der blinde Greis ging langsam auf den jungen Mönch zu und legte ihm die Hand auf die Schulter. „Wer glaubt, eine Lüge retten zu müssen“, sagte er leise, „verliert zuerst die Wahrheit und am Ende sich selbst.“


Als Bruder Lukas von der Polizei abgeführt wurde, läuteten draußen die Glocken. Zum ersten Mal seit vielen Jahren klangen sie nicht wie ein Ruf zum Gebet. Sondern wie ein Abschied.
Und als Kommissarin Helena Falk das Kloster verließ, drehte sie sich noch einmal um.
Die Mauern standen unverändert im Morgenlicht. Doch sie wusste, dass alte Gebäude keine Geheimnisse bewahren. Das tun nur Menschen.

~*~*~*~

Zum Glück brauchst du Freiheit,
zur Freiheit brauchst du Mut.

Thukydides (um 454–398 v. Chr.)
war ein aus aristokratischen Verhältnissen
stammender antiker Athener General und Historiker

~*~
Stand with Ukraine
🙏 God bless the people of the world, except the warmonger 🙏
~🦉🌳🕊️🌳~🙏~🌳🕊️🌳🦉~
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
📖 Bilder mit KI erstellt by Lauras Home and Garden 📖

Sonntag, 5. Juli 2026

Aus der Zeit gefallen

Angesichts des schönen Sommerwetters lege ich eine Sommerpause ein –
(auch wenn es endlich mal wieder geregnet hat) –, in der ich gelegentlich
eine Kurzgeschichte einstelle, sozusagen als leichte Urlaubslektüre.

~*~
Der Regen trommelte gegen die beschlagenen Scheiben des kleinen Antiquariats, in dem die Zeit keine Rolle zu spielen schien. Überall stapelten sich vergilbte Seiten, und der Geruch von altem Leder und Staub lag schwer in der Luft.


An einem massiven Eichentisch saß Gregor, ein Mann, dessen Gesichtszüge von gelebten Jahrzehnten erzählten. Ihm gegenüber saß Maira, eine junge Frau, die hektisch auf ihr Smartphone starrte, während ihr Fuß einen nervösen Takt auf den Holzdielen schlug.
Gregor beobachtete sie ruhig, nippte an seinem Tee und sagte leise: „Es läuft dir nicht davon, Maira.“
Maira sah auf, die Stirn in Falten gelegt. „Was läuft mir nicht davon? Die Bahn? Mein Projekt? Das Leben? Gregor, ich habe das Gefühl, ich renne permanent und komme trotzdem zu spät. Als würde die Welt sich drehen und ich versuche nur, mich an der Oberfläche festzukrallen.“
Gregor lächelte milde. „Du bist nicht zu spät. Du bist nur aus der Zeit gefallen.“

Maira legte das Telefon beiseite, sichtlich irritiert, aber auch neugierig. „Aus der Zeit gefallen? Das klingt wie eine romantische Umschreibung dafür, dass ich mein Leben nicht auf die Reihe kriege.“
„Nein“, entgegnete Gregor und deutete auf eine alte, tickende Standuhr in der Ecke. „Wir haben eine fundamentale Wahrheit vergessen. Die Griechen hatten zwei Wörter für die Zeit: Chronos und Kairos. Weißt du, was sie bedeuten?“
Maira schüttelte den Kopf.
„Chronos ist die messbare Zeit“, erklärte Gregor. „Das Ticken der Uhr, die Sekunden, die unbarmherzig verstreichen. Es ist die Zeit, die wir managen, optimieren und jagen. Sie ist linear und frisst ihre eigenen Kinder, wie der Mythos besagt. Aber Kairos... Kairos ist der Bruchteil einer Sekunde, der rechte Augenblick. Es ist die qualitative Zeit. Die Zeit, in der man vergisst, dass die Zeit existiert. Wenn du ein Buch liest und die Welt um dich herum verschwindet. Oder wenn du jemandem in die Augen schaust.“
„Und ich lebe nur noch in Chronos“, murmelte Maira und sah auf ihre Hände.
„Wir alle tun das“, sagte Gregor. „Die moderne Welt hat uns beigebracht, uns der Uhr zu unterwerfen. Wer aus diesem Takt ausschert, wer einen Moment lang innehält, um einfach nur zu sein, der gilt als verloren. Er fällt aus der Zeit. Aber vielleicht ist dieses 'Herausfallen' der einzige Weg, sich selbst zu finden.“

Maira stand auf und strich über den Buchrücken eines alten philosophischen Werks von Immanuel Kant. „Aber ich kann mich der Realität nicht entziehen, Gregor. Wenn ich langsamer mache, überholen mich die anderen. Die Welt verlangt Gleichzeitigkeit. Ich muss erreichbar sein, informiert sein, präsent sein. Immer.“

Gregor stand ebenfalls auf und trat an das Fenster, um auf die belebte, regennasse Straße zu blicken, auf der Menschen unter Regenschirmen vorbeihasteten.
„Weißt du, was das Paradoxon unserer Epoche ist?“, fragte er, ohne sich umzudrehen. „Wir haben die Distanzen verkürzt, wir kommunizieren in Lichtgeschwindigkeit, aber wir haben weniger Zeit als je zuvor. Der Philosoph Walter Benjamin sprach einmal davon, dass der Fortschritt ein Sturm ist, der uns unaufhaltsam in die Zukunft treibt, während sich vor uns die Trümmer der Vergangenheit anhäufen. Wir rennen vorwärts, ohne zu wissen, wohin, nur weil wir Angst haben, stehenzubleiben.“
„Und was passiert, wenn wir stehenbleiben?“, fragte Maira leise.
Gregor drehte sich um und sah sie fest an.
„Dann triffst du auf die Gegenwart. Und die Gegenwart ist ein unheimlicher Ort für den modernen Menschen, weil sie keine Ablenkung bietet. In der reinen Gegenwart bist du ganz auf dich selbst zurückgeworfen.“

Maira schwieg eine Weile. Das Ticken der Standuhr schien plötzlich lauter zu werden, aber seltsamerweise verlor es seine Bedrohlichkeit. Es war kein Countdown mehr, sondern ein Herzschlag.
„Manchmal fühle ich mich hier, bei dir im Laden, wie in einer Blase“, gab sie zu. „Es ist, als würde ich eine andere Dimension betreten. Ist das nicht auch eine Form von Flucht?“
„Vielleicht“, gab Gregor zu. „Aber es ist eine notwendige Flucht. Nenn es meinetwegen Anachronismus. Ein Anachronist zu sein, bedeutet nicht, die Gegenwart zu hassen. Es bedeutet, sich das Recht herauszunehmen, nicht mit jeder Mode und jedem Tempo der eigenen Epoche Schritt halten zu müssen. Es ist der philosophische Widerstand gegen die totale Beschleunigung.“
Er ging zurück zum Tisch und schob Maira eine frische Tasse Tee hin.
„Wenn du das nächste Mal das Gefühl hast, aus der Zeit zu fallen, dann wehre dich nicht dagegen“, sagte er sanft. „Begrüße es. Es ist die Seele, die dir signalisiert, dass dein innerer Rhythmus nicht mit dem künstlichen Takt der Maschinen übereinstimmt. Es ist kein Defekt. Es ist deine Menschlichkeit.“

Maira sah auf die dampfende Tasse vor sich. Sie spürte, wie der Druck in ihrer Brust, der sie seit Wochen begleitet hatte, langsam nachließ. Sie griff nach ihrem Smartphone, schaltete es ganz aus und steckte es in ihre Tasche.
„Was machst du?“, fragte Gregor schmunzelnd.
Maira lächelte, und zum ersten Mal seit Langem erreichte das Lächeln ihre Augen. „Ich feiere meinen Ausstieg. Zumindest für die nächste Stunde. Erzähl mir mehr über diesen Kairos, Gregor. Ich glaube, ich möchte ihn kennenlernen.“


Der Regen draußen ging weiter, die Uhren tickten unentwegt fort, doch an diesem Nachmittag, in diesem kleinen Laden, hatte die Zeit aufgehört, ein Feind zu sein. Sie war einfach nur da.
~*~*~*~

Die beste Zeit, zu tun, was einem guttut, ist jetzt.

~*~
Stand with Ukraine
🙏 God bless the people of the world, except the warmonger 🙏
~🦉🌳🕊️🌳~🙏~🌳🕊️🌳🦉~
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
🐭 Bilder mit KI erstellt und Fotot by Lauras Home and Garden 🐭

Mittwoch, 1. Juli 2026

Der Duft von Lavendel

Ich mag die Farbkombination lila/weiß in Blumenkübeln und in den Blumenkästen
auf den Fensterbänken am Haus. In diesem Jahr sind die Blumenkästen mit gefüllten
weißen Begonien und Lavendel bepflanzt. Lavendel pflanze ich besonders gerne in
die Blumenkästen an den Schlafzimmern, weil der Lavendelduft  die Mücken fernhält.


Aber nicht nur dort tut der Duft von Lavendel seinen Dienst. Ich habe z. B. mehrere kleine
Duftkissen und diverse Potpourrischalen, die ich im Sommer mit ein paar Tropfen reinem
Lavendelöl aus der Provence beträufel. Zudem trägt der Duft – auch aus den Duftschalen
auf den Nachttischen, zu einem guten Schlaf bei, da der Lavendelduft entspannend und
beruhigend wirkt.


 Auch im Garten habe ich Lavendel zwischen die Rosen gepflanzt. Dort hält der Duft die
Zecken vom Rasen fern und die Blattläuse von den Rosen. Jetzt blüht der Lavendel gerade.
Wenn er verblüht ist und zurückgeschnitten werden muss, ernte ich die Blüten und fülle
sie zusätzlich in kleine Kissen. Wenn man das Kissen ein wenig knetet, kommt der Duft
besonders gut zur Geltung. Andere binde ich an den Stilen zusammen und hänge sie kopf-
über in meinem kleinen Gartenhaus zum Trocknen auf.


Da bleiben sie dann den ganzen Winter über. Wenn ich dann, sobald es wärmer wird,
die Türe zum Gartenhäuschen öffne, strömt mir der Duft schon sehr intensiv entgegen.
Das ist nicht nur sehr angenehm, sondern hält auch alles Ungeziefer fern.

Anfangs empfand ich den Duft als gewöhnungsbedürftig. Inzwischen mag ich ihn
sehr gerne. Er passt zum Sommer und hat was von Urlaub, weil man ins Träumen
gerät, wenn man an Lavendel denkt.

Ich höre oder lese oft, dass alte oder ältere Menschen Probleme beim Einschlafen oder
Durchschlafen haben. Hier ist der Duft von Lavendel wirklich empfehlenswert.
Immerhin besser, als Schlafmittel jeglicher Art einzunehmen.

Die angekündigte Gluthitze hatte uns fest im Griff und beschert uns hohe Temperaturen.
An einigen Tagen zeigte das Barometer bereits gegen 10 Uhr: 27 Grad an. Gegen Mittag
klettert die Temperaturie zeitweise bis auf 34 Grad. Dann herrscht im Wald und Garten
tiefes Schweigen. Absolute Stille. Keine Vögelchen waren zu hören oder zu sehen. Alle
haben sich in den Schatten verzogen. Nur morgens und abends kommen sie wieder hervor,
um etwas zu futtern und zu trinken.
Die Pflanzen ließen die Köpfe hängen. Sie sahen ziemlich erschöpft aus, sodass ich mich
spätabends noch erbarmte, sie mit Wasser zu versorgen. Hinzukommt, dass kein Lüftchen
wehte. Die Luft stand still. Im Haus war es dagegen bei 26 Grad recht angenehm.
Leider hat es hier bisher weder ein Gewitter gegeben noch einen Regenschauer, obwohl
doch beinahe von allen Seiten vor schweren Unwettern gewarnt wurde. Der Regen wäre
sehr willkommen gewesen.
Hoffentlich haben wir ja Glück und der Regen stellt sich – wie angekündigt – morgen ein.
Derzeit ist die Temperatur im »normalen« sommerlichen Bereich, so um 25 Grad und
nachts waren es »nur« 18 Grad - ideal zum Schlafen. So, wie es im Sommer eigentlich
mal üblich war. Dennoch empfinde ich diese enormen Temperaturschwankungen von weit
über 30 Grad, und jetzt um 10 Grad wieder runter, als ziemlich belastend für den Körper. 
Nun ja, man ist eben nicht mehr die Jüngste ;o)).


Wie ich es so lange auf einer Tropeninsel ausgehalten habe? Nun, erstens war ich um
Jahrzehnte jünger. Zudem kletterte die Temperatur selten über 30 Grad und es wehte
immer ein angenehmer Passatwind vom Meer her. Heute würde ich dort allerdings
nicht mehr leben wollen. Nicht wegen des Klimas, oder und des Wetters – nein, wegen
der hohen Anzahl von Touristen, die der Insel ihren Charme und ihren natürlichen
Zauber genommen haben. Auch dort geht der Konsum inzwischen über alles. Leider
wird genau dieser Konsum der Welt überhaupt nicht guttun.


~*~*~*~

Dumpfe bange Wetterschwüle
Webt in dieser toten Luft
Und wie zitternde Gefühle
Wallt und wogt der Blumen Duft.

Ungesungne Lieder beben
Durch das Herz mir wild und schwer,
Schwalben gleich, die angstvoll schweben
Über dem erzürnten Meer.

Sophie von Khuenberg *1863 ; † 1937)
war österreichische Schriftstellerin

~*~
Stand with Ukraine
🙏 God bless the people of the world, except the warmonger 🙏
~🦉🌳🕊️🌳~🙏~🌳🕊️🌳🦉~
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
🐭 Bilder mit KI erstellt und Fotot by Lauras Home and Garden 🐭

Montag, 29. Juni 2026

Das verlorene Land

Was ist aus dem Land geworden, 
das einst so vertraut mir war.
Das Land scheint jetzt verloren,
und stellt sich so ganz anders dar.


Vorbei die Leichtigkeit der Jugend,
das Gefühl  der Geborgenheit.
Verlorene Werte und die Tugend,
friedlich unbekümmerte Heiterkeit.

Das Land hat sich verändert,
fremd geworden ist es mir
Kulturen aus fremden Ländern,
die Sprache verstehe ich nicht mehr.


Wie vermisse ich die alte Heimat,
das Gefühl, hier gehöre ich hin.
Ein Leben lang war sie eine Wohltat,
hier konnte ich sein, wie ich bin.

Die gute, alte Zeit ist vorüber,
die Zeit der Vertrautheit ist vorbei.
Es wird nie wieder sein, wie früher,
ein neues Zeitalter bricht nun ein.


Das Land, es ist für immer verloren,
auch ohne Krieg und Gewalt.
Ein neues Land wird geboren,
fremd, dunkel, einsam und kalt.

Der Verlust der Heimat, er wiegt schwer,
begleitet von Wehmut und Trauer,
das Land meiner Erinnerung
und Väter, das gibt es nicht mehr.


~*~*~*~

~*~
Stand with Ukraine
🙏 God bless the people of the world, except the warmonger 🙏
~🦉🌳🕊️🌳~🙏~🌳🕊️🌳🦉~
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
🐭 Bilder mit KI erstellt by Lauras Home and Garden 🐭
Gedicht © Ursula Evelyn 2026 

Freitag, 26. Juni 2026

Die Prophezeiung

und die stammt nicht von mir, sondern von einem Blogger aus dem Zarenland.
Dieser Zarenland-Blogger sagt voraus: »Wir werden vernichtet. Das Land stecke
in einer verdammten Katastrophe.« Womit er absolut recht hat, wenn das alles
stimmt, was man so über die Lage im Zarenland und von der Front liest.


Nur, hoffentlich hat der kleine, alte, brutale Zar nicht gelesen, was dieser Blogger schreibt.
Denn falls er diese Prophezeiung gelesen oder gehört hat, sollte sich dieser Blogger nicht
in der Nähe eines Fensters oder in einem Auto aufhalten und keine Pilze essen. Es könnte
allerdings für den Rest seines Lebens auch ein ständiger Wohnsitz irgendwo in Jamal auf
ihn warten. Immerhin hat er ausgesprochen, was inzwischen viele Bürger des Zarenlandes
ebenfalls denken, aber nicht laut äußern dürfen. Insbesondere die Oligarchen werden ziem-
lich nervös. Aber nicht nur die, auch der Lügenbaron und der kleine, alte Zar selbst scheinen
so allmählich Muffensausen zu bekommen. Daher lässt das Regime vorsichtig durchblicken,
dass es zu Gesprächen bereit sei. Allerdings werfen sie dem großartigen Mr. Peacemaker vor,
sich nicht an die Vereinbarungen zu halten, die in Alaska besprochen wurden. Welche das
gewesen sein könnten, bleibt ein  Rätsel. Man kann jedoch vermuten, dass es sich dabei aus-
schließlich um Vorteile für den kleinen, alten Zaren handelt.

Das wiederum könnte bedeuten, dass der großartige Peacemaker die Ukraine bisher nicht
ausreichend unter Druck gesetzt hat. Das hat nun zur Folge, dass das Zarenland-Regime
die Geduld verliert und dem Peacemaker vorwirft, sich den Anti-Zarenland-Politikern ange-
nähert zu haben. Also den Politikern der EU u.a. Das wiederum kann als ein Zeichen dafür
gedeutet werden, dass der kleine, alte Zar, den großartigen Peacemaker, ausschließlich für
seine eigenen Zwecke umschmeichelt hat. Was offensichtlich war. Hegte der kleine, alte Zar
doch die Hoffnung, der alte Peacemaker würde den Helden der Ukraine dazu bewegen, den
unverschämten Forderungen des Zaren-Regimes zuzustimmen.
Gut, dass der Held der Ukraine sich darauf nicht eingelassen hat. Denn jetzt bekommt das
Zaren-Regime, was es verdient. Heftig eins auf die Mütze in Form von heftiger Gegenwehr
und Angriffe auch auf Ziele im tiefen Zarenhinterland. An Tankstellen wird sogar die
Abgabe von Benzin mittlerweile begrenzt, weil die ukrainischen Angriffe auf Öldepots,
Raffinerien sowie auf Pipelines und die Energieversorgung dazu geführt haben, dass der
Treibstoff knapp geworden ist. Das Regime hat inzwischen den Export von Rohöl gestoppt
und muss Treibstoff aus Kasachstan importieren, während die Preise immer weiter steigen.
Das kommt davon. Meine Großmutter (Gott hab sie selig!) würde jetzt sagen:
»Wer anderen eine Grube gräbt, fällt selbst hinein.«


Kein Wunder also, dass der kleine, alte Zar dringend einen Ausweg aus seiner misslichen
Lage sucht und wieder alle Hoffnung auf Vermittlungsgespräche setzt. Mit wem auch
immer. Wie es aussieht, hat der Peacemaker jetzt allerdings das Interesse verloren, seinem
Ex-Buddy weiterhin hilfreich zur Seite zu stehen. Man führt die plötzliche Wende des Peace-
makers auf den G-7-Gipfel zurück und darauf, dass er jetzt hinter der Ukraine steht, weil sich
das Land erkennbar im Vorteil gegenüber dem Zarenland befindet. Das hat dazu geführt, dass 
sich der Ton aus dem Zarenland gegenüber dem Ex-Buddy Donny verschärft hat. Das Ver-
trauen sei verschwunden. Und so fordert der Lügenbaron Klarheit darüber, was auf dem
G-7-Gipfel passiert ist. Diese neuerliche Panik des Regimes erweckt den Anschein, als
werfe man dem ehemaligen »Buddy« des kleinen, alten Zaren vor, die Seiten gewechselt
zu haben. Doch dieser umgibt sich vorzugsweise lieber mit Siegern als mit Verlierern.
Zudem wird er sich, sollte es zu einem langfristigen Frieden kommen, den Lorbeerkranz
für den Erfolg selbst  aufsetzen wollen.

Diese beiden alten Männer, haben wahrlich ein großartiges Unterhaltungspotential. Wäre
die Lage nicht so ernst, könnte man sich über deren Show, die sie vor der gesamten Welt
veranstalten, wirklich köstlich amüsieren. Nachdem sich beide großspurig aufgespielt und
der  Welt als mächtige Herrscher präsentiert haben, stehen sie nun als Verlierer und
Versager da. Das hat schon etwas Amüsantes.

Aaaaber, jetzt, nachdem die Aussicht für den kleinen, alten Zaren, aus diesem sinnlosen
Krieg als Gewinner hervorzugehen, immer geringer wird, droht er mal wieder mit Atom-
waffen. Ob der große Führer des Reichs der Mitte damit einverstanden wäre, steht schon
wieder auf einem ganz anderen Blatt. Denn da wäre ja auch noch der kleine, dicke Diktator,
der von beiden umgarnt wird. Also vom kleinen, alten Zaren und vom großen Führer. Also
so für den Fall aller Fälle.


Bemerkenswert ist noch die Tatsache, dass der Diktator in Belarus, den Drohungen des
Helden der Ukraine, nachgegeben und die Technik für die Drohnen gegen das Zarenland,
abgeschaltet hat. Well done! Er scheint sich ebenfalls eher auf die Seite der Sieger zu 
bewegen, als einen Verlierer weiterhin zu unterstützen. Ein weiteres Problem für den
kleinen, alten, brutalen  Zaren. Wenn er jetzt noch vom großen Führer und vom kleinen,
dicken Diktator im Stich gelassen wird - im Falle des Falles, steht er ganz allein da auf
weiter Flur.
Wenn man bedenkt, dass dieser sinnlose, irrsinnige Krieg jetzt schon länger, als der
Erste Weltkrieg dauert, zudem über 1.3 Millionen Soldaten getötet oder verletzt wurden
und ein außerordentlicher wirtschaftlicher Schaden für das Zarenland entstanden ist, kann
man wohl davon ausgehen, dass der kleine, alte Zar jetzt selbst in größten Schwierigkeiten
steckt. Zumal er sich das alles selbst eingebrockt hat. Das könnte man auch zynisch als die
Ironie des Schicksals bezeichnen. Warum zieht er seine Soldaten nicht einfach ab?
Er sollte sich ernsthaft überlegen, zumindest auf das Angebot eines Waffenstillstandes
einzugehen, bevor die Lage für ihn vollkommen aussichtslos ist. Die Frage ist, welche
Möglichkeit es für ihn gibt, aus seiner Misere gesichtswahrend hervorzugehen. Nicht
einfach, denn ein Verlierer und Versager bleibt er in jedem Fall und das weiß die gesamte
Welt. Die Welt kann derzeit live verfolgen, wie sich ein vormals stolzes Land selbst zerstört,
genauer gesagt vom großen Möchtegernzar zerstört wird. Für den ist so ziemlich alles
dumm gelaufen. Ein alter Mann, der als großartiger Rückeroberer der ehemaligen Sowjet-
union in die Geschichte eingehen wollte und letztlich doch kläglich versagte.
Sollte er sich allerdings dermaßen in die Enge getrieben fühlen und keinen anderen
Ausweg sehen, also weiterhin auf seine Maximalforderungen bestehen und nicht die
Größe besitzen, auch Kompromisse einzugehen, dann könnte er sich tatsächlich ge-
zwungen sehen, bis zum Äußersten zu gehen. Das wäre allerdings eine noch größere
Dummheit, als die, die er gemacht hat, als er seinen sinnlosen Krieg begann.
Aber wer weiß schon, wozu dieser kleine, brutale, alte Mann fähig ist, wenn er nichts
mehr zu verlieren hat. Man darf nicht vergessen – er ist ein Macho und sehr aggressiv.
Jetzt spielt der kleine, brutale, alte Zar seine (vorerst) letzte Karte aus und zwingt seine
Bürger zum Kriegsdienst. Es folgen Razzien und Zwangsrekrutierungen, weil ihm die
Soldaten an der Front ausgehen. Das sorgt für Aufruhr. Geht er so weit, alle Männer des
Landes für seinen Egotrip zu opfern? Die meisten überleben nicht einmal die ersten Tage.
Außerdem müssen sie hungern und werden teilweise misshandelt.
So war es jedenfalls zu lesen.

Nicht zu vergessen, welche Mengen an Dreck durch die
brennenden Ölraffinerien in die Umwelt gelangen –
auch das geht auf die Kappe
 des kleinen, brutalen, alten Zaren.

~*~*~*~

Der Charakter des Menschen ist sein Schicksal.

Heraklit (* um 520 v. Chr.; † um 460 v. Chr.)
war ein vorsokratischer Philosoph

~*~
Stand with Ukraine
🙏 God bless the people of the world, except the warmonger 🙏
~🦉🌳🕊️🌳~🙏~🌳🕊️🌳🦉~
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
🪴Bilder mit KI erstellt by Lauras Home and Garden 🪴

Dienstag, 23. Juni 2026

Dasein oder Etwassein

Die Dämmerung legte sich wie ein schwerer, blauer Samtmantel über den alten Botanischen Garten. Auf einer verwitterten Holzbank unter einer riesigen, jahrhundertealten Eiche saßen zwei Menschen: Tobias, dessen Gesicht die Züge ständiger Unruhe trug, und seine Freundin Sofia mit wachen Augen, und einer Ausstrahlung von innerer Ruhe.


Tobias starrte auf sein Smartphone, tippte nervös darauf herum und seufzte tief.
„Es reicht einfach nie“, sagte er leise, mehr zu sich selbst als zu ihr. „Ich arbeite sechzig Stunden die Woche. Ich habe den Posten als Seniorpartner. Ich habe das Loft. Und trotzdem… wenn ich abends die Tür hinter mir schließe, fühle ich mich, als wäre ich eine leere Hülle. Als müsste ich morgen noch mehr sein, um überhaupt zu existieren.“
Sofia, die diese abendliche Stille genoss, blickte hoch in die Äste der Eiche, deren Blätter im Abendwind leise raschelten. „Du leidest an der modernen Krankheit, Tobias. Du verwechselst das Dasein mit dem Etwassein.“
Tobias drehte den Kopf zu ihr. „Was meinst du damit? Wenn ich nichts bin – kein Status, kein Titel, kein Erfolg –, was bleibt dann noch? Dann bin ich ein Niemand.“
„Siehst du, genau das ist der Irrtum“, erwiderte Sofia sanft. „Wir werden in eine Welt hineingeboren, die uns einredet, wir müssten erst eine Form annehmen, um einen Wert zu haben“, fuhr Sofia fort. „Ein Visitenkärtchen, ein Kontostand, ein definierter Charakterzug. Das ist das Etwassein. Es ist starr. Es ist eine Maske, die man sich aufsetzt, um der Welt zu sagen: 'Seht her, ich funktioniere.' Aber das Dasein… das Dasein ist viel älter. Und viel tiefer.“
„Aber ich kann doch nicht einfach nur 'da sein'“, entgegnete Tobias fast schon verzweifelt. „Das ist doch Stillstand. Faulheit. Wir müssen uns doch entwickeln! Wir müssen wachsen!“
„Oh, absolut“, sagte Sofia und lächelte. „Aber schau dir diesen Baum an. Glaubst du, die Eiche versucht im Frühling krampfhaft, eine Eiche zu sein? Strengt sie sich an, um den Titel 'Größter Baum des Parks' zu ergattern?“
Tobias schmunzelte matt. „Wohl kaum.“
 „Eben“, sagte Sofia. „Sie ist einfach da. Und weil sie da ist, wächst sie. Das ist der entscheidende Unterschied. Echtes Wachstum passiert nicht durch das Anhäufen von Titeln, sondern durch das Reifen im Dasein.“

Tobias steckte das Telefon endlich in die Tasche und verschränkte die Arme. „Wo ist da der Unterschied? Wachsen, Reifen… für mich klingt das nach demselben Prozess.“
„Wachsen ist oft quantitativ“, Sofia zeichnete mit dem Finger einen Kreis in die Luft. „Höher, schneller, weiter. Mehr Wissen, mehr Besitz, mehr Anerkennung. Das ist das, was du tust. Du bläst dein Etwassein auf, bis es zu platzen droht. Aber Reifen… Reifen ist qualitativ. Es ist der Übergang vom Tun zum Werden.“ Sie zeigte auf eine abgefallene, braune Eichel, die zwischen ihren Füßen im Moos lag. „Die Eichel muss ihre feste Schale aufgeben, um zu keimen. Das fühlt sich für die Schale wie Sterben an. Aber es ist nur das Werden von etwas Neuem. Beim Reifen geht es nicht darum, perfekt zu werden, sondern ganz zu werden. Es bedeutet, die eigenen Wunden zu integrieren, die Stürme des Lebens anzunehmen und die Illusion zu verlieren, dass wir alles kontrollieren können.“
„Das klingt schmerzhaft“, gab Tobias zu. Seine Stimme war jetzt brüchiger. „Das Aufgeben der Schale.“
„Es ist schmerzhaft, weil wir Angst haben, dass wir nichts mehr sind, wenn die Schale bricht“, sagte Sofia leise. „Aber erst wenn die Schale des Etwasseins bricht, bekommt das Dasein Raum zum Atmen. Werden ist kein Ziel, das man erreicht. Es ist ein Fluss. Du bist nie fertig, Tobias. Du bist ein fortlaufender Prozess.“

Es wurde still zwischen ihnen. Die Dunkelheit hatte den Park nun fast vollständig verschlungen, nur die Parklaternen warfen ein warmes, diffuses Licht auf den Boden.
Tobias schloss für einen Moment die Augen. Zum ersten Mal seit Monaten lauschte er nicht auf das Rasen seiner eigenen Gedanken, sondern auf das Rauschen des Windes, den kühlen Atem der Nacht auf seiner Haut und das gleichmäßige Heben und Senken seiner eigenen Brust.
„Ich bin“, flüsterte er nach einer Weile.
„Ja“, sagte Sofia, und in ihrer Stimme lag eine tiefe Zufriedenheit. „Genau jetzt, in diesem Moment, bist du weder der Seniorpartner noch der Loft-Besitzer, noch der Getriebene. Du bist einfach ein Mensch auf einer Bank unter einem Baum. Du bist da.“
Tobias spürte, wie sich ein Kloß in seinem Hals löste. Es war keine Leere, die er fühlte – es war eine plötzliche, ungeahnte Weite.
„Das Etwassein“, sagte er langsam, während er die Augen wieder öffnete, „ist also nur das Kleid, das wir tragen. Aber das Dasein ist der Körper darunter.“
„Und das Reifen“, fügte Sofia hinzu, „ist die Kunst, zu lernen, dass dieses Kleid ruhig auch mal schmutzig werden oder reißen darf. Weil das, was darunter liegt, unberührbar und ewig im Werden begriffen ist.“
~*~*~*~

Mensch: ein Lebewesen, so angetan von Illusionen über sich,
dass es völlig vergisst, was es eigentlich sein sollte.

Ambrose Bierce (* 1842 ; † 1914)
war ein amerikanischer Schriftsteller und Journalist

~*~
Stand with Ukraine
🙏 God bless the people of the world, except the warmonger 🙏
~🦉🌳🕊️🌳~🙏~🌳🕊️🌳🦉~
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
🪴Bild mit KI erstellt by Lauras Home and Garden 🪴

Sonntag, 21. Juni 2026

Der Junigarten

 Von allem etwas: Fingerhüte, Hortensien, Rosen, Deutzie, Bauernjasmin, Hostas,
Wolken, Sonne, Regen, trübes Wetter, Abendrot, Bambus, Bäume und was sonst noch
so wächst und gedeiht. Und die Vögelchen singen dazu bis in den späten Abend hinein.
Es ist eine wahre Freude, ihnen zu lauschen.
Noch ist alles grün, sogar der Rasen. Doch das wird nicht mehr lange so bleiben, denn
die Hitzewelle hat uns erreicht. Dem Himmel sei Dank, allerdings auch mit viel Regen.
In den vergangenen beiden Nächten, gab es – wie könnte es anders sein – gleich nach
dem ersten heißen Tag ein ordentliches Gewitter. Es hielt sich in Maßen, genauso wie
das Gewitter in der vergangenen Nacht.

Sommer, Sonne, Hitzewelle – es gibt sie noch, die Sommersonnenfaulenztage.

~*~*~*~

Immer wieder kann ich mit Worten nicht beschreiben, wie wohl ich mich in meinem
 kleinen Paradies fühle, und wie froh ich bin, jeden Tag hier mitten in dieser schönen
Natur aufwachen und leben zu dürfen. Es ist wirklich ein unbeschreibliches Glück,
hier in dieser Stille, fernab vom Lärm und Chaos der Welt, leben zu dürfen. Dennoch
bleibt das Weltgeschehen immer auch ein Thema.

Und schon steuert der Monat Juni seinem Ende entgegen. Jetzt nach der Sommer-
sonnenwende werden die Tage schon wieder kürzer und das letzte Halbjahr dieses
Jahres wird eingeläutet. Wie die Zeit vergeht! Jetzt stehen uns allerdings erst einmal
ein paar heiße »Gluthitzetage« bevor und die bringen natürlich ihre Unwetter mit.
Bisher wurden wir verschont, denn über den Regen habe ich mich gefreut, schon für
den Garten. Nur die richtigen Unwetter mögen bitte bleiben, wo sie sind, denn
starker Regen sowie Hagel und Sturm setzen der Natur und den Vögeln sowie den
Waldtieren ordentlich zu. Die Vögel, Eichhörnchen und Insekten freuen sich dagegen
ganz besonders über das abkühlende Nass. Und die Vögel genießen zusätzlich ein
kurzes Bad in den Vogeltränken.
Bin gespannt, wie sich der Rest des Sommers gestaltet. Am ersten Tag der Hitzewelle,
kletterte die Temperatur auch hier im Wald auf 30 Grad. A bit too much, so suddenly!
Vor allem nach der Schafskälte, die ihrem Namen alle Ehre machte.
Sonnenbrille und Sonnencreme liegen bereit und Faulenzen fällt mir bei diesem
Sommersonnenhitzewellenwetter eh nicht schwer, zumal im Garten jetzt gar nichts
getan wird - außer Relaxen. Ja, was denn sonst?! Das, was im Haus täglich zu tun
ist, wird gleich frühmorgens hurtig und zügig erledigt.
🌞🌻🍦 HAPPY SUMMER! 🍦🌻🌞
😎

~*~*~*~

Nun die Sonne soll vollenden
Ihre längste, schönste Bahn,
Wie sie zögert, sich zu wenden
Nach dem stillen Ozean!
Ihrer Göttin Jugendneige
Fühlt die ahnende Natur,
Und mir dünkt, bedeutsam schweige
Rings die abendliche Flur.

Ludwig Uhland (* 1787 ; † 1862)
war ein deutscher Dichter, Literaturwissenschaftler, Jurist

~*~
 
 Stand with Ukraine
🙏 God bless the people of the world, except the warmonger 🙏
~🦉🌳🕊️🌳~🙏~🌳🕊️🌳🦉~
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
Fotos by Lauras Home and Garden