Freitag, 26. Juni 2026
Die Prophezeiung
Dienstag, 23. Juni 2026
Dasein oder Etwassein
Tobias drehte den Kopf zu ihr. „Was meinst du damit? Wenn ich nichts bin – kein Status, kein Titel, kein Erfolg –, was bleibt dann noch? Dann bin ich ein Niemand.“
„Siehst du, genau das ist der Irrtum“, erwiderte Sofia sanft. „Wir werden in eine Welt hineingeboren, die uns einredet, wir müssten erst eine Form annehmen, um einen Wert zu haben“, fuhr Sofia fort. „Ein Visitenkärtchen, ein Kontostand, ein definierter Charakterzug. Das ist das Etwassein. Es ist starr. Es ist eine Maske, die man sich aufsetzt, um der Welt zu sagen: 'Seht her, ich funktioniere.' Aber das Dasein… das Dasein ist viel älter. Und viel tiefer.“
„Aber ich kann doch nicht einfach nur 'da sein'“, entgegnete Tobias fast schon verzweifelt. „Das ist doch Stillstand. Faulheit. Wir müssen uns doch entwickeln! Wir müssen wachsen!“
„Oh, absolut“, sagte Sofia und lächelte. „Aber schau dir diesen Baum an. Glaubst du, die Eiche versucht im Frühling krampfhaft, eine Eiche zu sein? Strengt sie sich an, um den Titel 'Größter Baum des Parks' zu ergattern?“
Tobias schmunzelte matt. „Wohl kaum.“
„Eben“, sagte Sofia. „Sie ist einfach da. Und weil sie da ist, wächst sie. Das ist der entscheidende Unterschied. Echtes Wachstum passiert nicht durch das Anhäufen von Titeln, sondern durch das Reifen im Dasein.“
Tobias steckte das Telefon endlich in die Tasche und verschränkte die Arme. „Wo ist da der Unterschied? Wachsen, Reifen… für mich klingt das nach demselben Prozess.“
„Wachsen ist oft quantitativ“, Sofia zeichnete mit dem Finger einen Kreis in die Luft. „Höher, schneller, weiter. Mehr Wissen, mehr Besitz, mehr Anerkennung. Das ist das, was du tust. Du bläst dein Etwassein auf, bis es zu platzen droht. Aber Reifen… Reifen ist qualitativ. Es ist der Übergang vom Tun zum Werden.“ Sie zeigte auf eine abgefallene, braune Eichel, die zwischen ihren Füßen im Moos lag. „Die Eichel muss ihre feste Schale aufgeben, um zu keimen. Das fühlt sich für die Schale wie Sterben an. Aber es ist nur das Werden von etwas Neuem. Beim Reifen geht es nicht darum, perfekt zu werden, sondern ganz zu werden. Es bedeutet, die eigenen Wunden zu integrieren, die Stürme des Lebens anzunehmen und die Illusion zu verlieren, dass wir alles kontrollieren können.“
„Das klingt schmerzhaft“, gab Tobias zu. Seine Stimme war jetzt brüchiger. „Das Aufgeben der Schale.“
„Es ist schmerzhaft, weil wir Angst haben, dass wir nichts mehr sind, wenn die Schale bricht“, sagte Sofia leise. „Aber erst wenn die Schale des Etwasseins bricht, bekommt das Dasein Raum zum Atmen. Werden ist kein Ziel, das man erreicht. Es ist ein Fluss. Du bist nie fertig, Tobias. Du bist ein fortlaufender Prozess.“
Es wurde still zwischen ihnen. Die Dunkelheit hatte den Park nun fast vollständig verschlungen, nur die Parklaternen warfen ein warmes, diffuses Licht auf den Boden.
Tobias schloss für einen Moment die Augen. Zum ersten Mal seit Monaten lauschte er nicht auf das Rasen seiner eigenen Gedanken, sondern auf das Rauschen des Windes, den kühlen Atem der Nacht auf seiner Haut und das gleichmäßige Heben und Senken seiner eigenen Brust.
„Ich bin“, flüsterte er nach einer Weile.
„Ja“, sagte Sofia, und in ihrer Stimme lag eine tiefe Zufriedenheit. „Genau jetzt, in diesem Moment, bist du weder der Seniorpartner noch der Loft-Besitzer, noch der Getriebene. Du bist einfach ein Mensch auf einer Bank unter einem Baum. Du bist da.“
Tobias spürte, wie sich ein Kloß in seinem Hals löste. Es war keine Leere, die er fühlte – es war eine plötzliche, ungeahnte Weite.
„Das Etwassein“, sagte er langsam, während er die Augen wieder öffnete, „ist also nur das Kleid, das wir tragen. Aber das Dasein ist der Körper darunter.“
„Und das Reifen“, fügte Sofia hinzu, „ist die Kunst, zu lernen, dass dieses Kleid ruhig auch mal schmutzig werden oder reißen darf. Weil das, was darunter liegt, unberührbar und ewig im Werden begriffen ist.“
Sonntag, 21. Juni 2026
Der Junigarten
Freitag, 19. Juni 2026
Die Verschnaufpause
Mittwoch, 17. Juni 2026
Farmer John And His New Rain Barrel
A few days ago, while out walking the dogs, I passed by old farmer John's house. He was standing in front of his barn, looking at a large rain barrel. When he saw me on the path, he greeted me warmly:
“Just like every day,” I replied.
“How do you like my rain barrel?” he asked.
I walked over to him and looked at the rain barrel: “Is that new?”
He nodded, beaming with joy: “With all this rain, you need a big rain barrel.”
“You’re probably right,” I agreed.
He grinned: It’s the biggest rain barrel in the entire neighborhood. You have never seen a bigger rain barrel than this. Just look at the size. It's tremendous. It really is. You see the color? It’s a special green. This is the only green color you have ever seen on a rain barrel. It’s an incredible green color. It really is. No one else has a rain barrel in this special green color. It's amazing. This rain barrel holds 1,000 liters. Have you ever heard of a rain barrel that can hold 1,000 liters? I bet you haven't. It's incredible, but this rain barrel can really hold 1,000 liters. It's tremendous; it really is. You can try to get a rain barrel this size. You will not find one. Because a rain barrel this size is the only rain barrel in the entire country. It is the absolute biggest rain barrel. It's tremendous. It really is. Can you imagine what that means? I can water the entire vegetable patch with it. And it’s the largest vegetable garden in this area. You have never seen a larger vegetable garden in this area. It‘s unbelievable. You want so see my new tractor? It’s great. You have never seen a tractor that great. It’s incredible. It‘s the greatest tractor you have ever seen. And it is huge. It really is. And you should see…....
I interrupted Farmer John friendly and pointed to the clouds behind the forest. “I believe you, John, but now I have to hurry so I can make it home in time. The first rain clouds are already gathering over there.”
“And it looks like it’s going to be a tremendous lot of rain. Probably the heaviest rainfall in the summer month you have ever seen before. It's probably going to be an absolutely incredible rainfall.”
“I hope not. Anyway, have a nice evening, John.” I said goodbye and waved to him one last time from the path. He waved back at me and then went back to his rain barrel. The biggest rain barrel in the entire neighborhood.
~*~*~*~
Montag, 15. Juni 2026
Der kleiner Rüpel
Man glaubt gar nicht, was dieser kleine Puppy so alles findet und sich als Beute für ein




































