Freitag, 19. Juni 2026

Die Verschnaufpause

 Was soll man da noch schreiben und worüber? Der Peacemaker will das Problem Iran
loswerden. Er verliert die Geduld und will sich um andere »wichtige« Dinge kümmern,
wie den angekündigten »Goldenen Zeiten« für Amerika. Nichts als heiße Luft.
Der Iran-Konflikt offenbart die ganze Schwäche einer Supermacht, die mit der größten
 Armee auf diesem Planeten, eine grandiose Niederlage hingelegt hat. Ein eindeutiger
Fall von Selbstüberschätzung, unüberlegtem Handeln und Größenwahn.


Obwohl es wünschenswert gewesen wäre, wenn der Iran keine Atombombe bauen und
besitzen würde. Diesbezüglich hat der großartige Deal- und Peacemaker rein gar nichts
erreicht. Im Gegenteil! Er selbst bezeichnet die dritte Reihe des Regimes als smarter als
die beiden vorherigen beiden Reihen, von denen wohl niemand mehr lebt.
Mein persönlicher Eindruck ist eher, dass diese dritte Reihe zu smart für den großartigen,
 alten Peacemaker sein könnte und ihn – wie schon der kleine, alte Zar – am Nasenring
durch die Manege führt. Mr. Dealmaker ist jedoch stolz darauf, die Öffnung der Straße
von Hormus genehmigen zu können. Die ja bereits vor seinem sinnlosen Angriff geöffnet
war. Jetzt, wie es scheint, kann das Regime für die Durchfahrt eine Gebühr verlangen.

Waren Donnyboy und Bibi vor ihrem gemeinsamen Krieg noch gute Kumpels, so scheint
sich auch das geändert zu haben. Zudem haben sie andere Länder im Nahen und Mittleren
Osten mit in diesen Krieg hineingezogen. Es wurden Menschen getötet, US-Basen zerstört
 und eine große Menge an Dollar in den Sand gesetzt. Zudem geht der Iran gestärkt aus
diesem Konflikt hervor, während der Dealmaker diesen Krieg verloren hat. Der Konflikt
zwischen dem Libanon und Israel besteht immer noch und könnte jederzeit weiter eskalie-
ren. Noch ist nichts in trockenen Tüchern. Es handelt sich bisher ja lediglich um eine vor-
läufige Vereinbarung (eine Verschnaufpause), einem Ausgangspunkt für weitere Verhand-
lungen, die zu einem Friedensabkommen führen sollen. Davon jedoch ist man noch weit
entfernt. Als die Anwesenden ihm nach der Unterzeichnung der Vereinbarung im Schloss
Versailles applaudierten, konnte man an seinem Gesichtsausdruck ablesen, wie sehr er das
genoss. Wahrscheinlich fühlte er sich in diesem Moment wie der Sonnenkönig höchstper-
sönlich. Ich dagegen wüsste gerne, welchen Grund es für diesen Applaus gab. Die USA und Partnerländer müssen dem Regime 300 Milliarden Dollar für den Wiederaufbau zahlen.
Sämtliche Sanktionen gegen den Iran sollen aufgehoben werden. Die Frage des hochan-
gereicherten Urans soll in einer endgültigen Vereinbarung »angemessen« beantwortet
werden. Zudem soll das neue Regime noch brutaler und radikaler gegen Kritiker im Land
 vorgehen. Und wer kann schon garantieren, dass sie eines Tages nicht doch eine A-bombe
bauen und ihr Ziel, die Auslöschung Israels, weiter verfolgen. Die vorläufige Vereinbarung
schließt auch einen Waffenstillstand mit dem Libanon ein, womit Israel so gar nicht einver-
standen ist. Mittlerweile wird auch massive Kritik am MOU in den USA laut, selbst aus
den eigenen Reihen der Republikaner.


Noch weiß niemand, ob es nicht doch zu weiteren Kämpfen kommt. Das Regime hat die
USA schon insofern in der Hand, als sie die Sperrung der Straße von Hormus jederzeit
als Druckmittel verwenden können. Das ist zudem effektiver, als einen Krieg zu führen,
da sie der Weltwirtschaft auf diese Weise massiven Schaden zufügen können. Der groß-
artige Dealmaker wollte die absolute Niederlage und Kapitulation des Irans und hat dem
Regime durch sein unüberlegtes und überstürztes Handeln einen grandiosen Sieg beschert
und außerdem deren Ansehen in der Welt gestärkt. Nicht der Iran hat kapituliert, sondern
der großartige Dealmaker. Eine Online-Zeitung bezeichnet den Iran-Deal des großartigen
Mr. Dealmaker als eine »historische Demütigung für Amerika«. Dem kann man tatsächlich
nur zustimmen. Er sieht das natürlich anders, was denn sonst!
Was ist denn aus den angekündigten »Goldenen Zeiten« für den Nahen Osten geworden?
Bisher sehe ich nur Versagen und eine Verschlechterung zu dem von Obama ausgehandelten
Abkommen aus 2015.
Es ist nur logisch, dass Mr. Peacemaker das Gegenteil behauptet und Fakten ins Gegenteil
verkehrt. Das hat er mit seinem Buddy gemeinsam. Diese beiden alten Männer ähneln ein-
ander wirklich sehr. Nur mit einem Unterschied. Der eine war schon reich, als er das Licht
der Welt erblickte, und der andere wuchs in Armut zwischen Müll und Ratten auf der Straße
auf. Niederlagen können beide nicht verkraften, weil beide unter Minderwertigkeitskom-
plexen leiden. Für sie ist die Macht eine Art Kompensation ihrer eigentlichen Schwäche.
Beide stellen sich in der Öffentlichkeit als Sieger dar und sind doch nur arme, kleine, erbar-
mungswürdige, alte Männer. Sie haben sich beide in eine Lage gebracht, aus der sie als das
hervorgehen, was sie sind: Verlierer und Versager, die ohne Macht, die sie den Bürgern
ihrer Länder zu verdanken haben, vollkommen unbedeutend und ein Niemand wären. Und
das fürchten sie am meisten.


Die Gefahr für die Welt ist durch diese alten Männer noch größer geworden, als sie es durch
den Krieg des kleinen, alten Zaren in der Ukraine ohnehin schon war. Es scheint wieder voll-
kommen normal zu sein, mit Atomwaffen aufzurüsten. Eigentlich sollte das durch die Verein-
ten Nationen und deren Charta verhindert werden, um die Menschheit vor Massenvernicht-
ungswaffen zu schützen. Nagasaki und Hiroshima scheinen in Vergessenheit geraten zu sein.

Und das alles wegen zwei alten Männern, die sich langweilten und die Welt mal eben auf den
auf den Kopf stellen. Beide sind komplett gescheitert, sowohl der große Peacemaker als auch
der kleine, alte Zar. Der zieht es immer noch vor, weiterhin Menschen zu töten und das eigene
Land zu ruinieren, statt seinen sinnlosen und überflüssigen Krieg zu beenden. Jeden Tag ver-
liert er 1000 verletzte oder tote Soldaten. Das scheint für ihn kein Problem zu sein, weil beide
alte Männer nicht in der Lage sind, Empathie zu empfinden. Dafür fürchten beide mittlerweile
einem Attentat zum Opfer zu fallen. Daher hält der kleine, alte, paranoide Möchtegernzar sich
größtenteils in Bunkern auf und meidet Großveranstaltungen. Paranoia kann der Beginn einer
Psychose sein, weil paranoide Gedanken durch Misstrauen oder Verfolgungswahn ausgelöst
werden, und oft erste Anzeichen dafür sind, dass der Betroffene den Bezug zur Realität ver-
loren hat. Zudem ist Paranoia das häufigste Symptom bei psychotischen Erkrankungen wie
der paranoiden Schizophrenie. Im Zarenland darf, anders als in den USA, nur nicht offen da-
rüber diskutiert werden.
So richtig gesund scheinen beide alten Männer jedenfalls nicht mehr zu sein. Was bei dem
einen die Paranoia ist, scheint bei dem anderen eine beginnende Demenz zu sein. Wobei es
eigentlich immer krank ist, einen Krieg vom Zaun zu brechen!
Das zeigt sich auch dieses Mal wieder am völligen Scheitern der Kriegstreiber.
Was ist aus den angekündigten »Goldenen Zeiten« für das »Land of the Free« geworden?


Derweil stellt sich der große Führer des Reichs der Mitte als eine Alternative zum Westen
dar. Mit seinem  Plan wirbt er für eine neue Weltordnung und eine Reform der internationalen
Ordnung. Zudem fordert er mehr Einfluss für Entwicklungsländer.

Wie wird eine neue Welt aussehen, wenn nach dem Chaos endlich die Ordnung folgt?
Besser oder noch schlechter?


Nun habe ich doch eine Menge geschrieben, aber das lässt jetzt nach, zumal es jetzt
 nur noch so vor sich hinplätschert – jedenfalls in den nächsten Monaten. Ob es dann
tatsächlich zum Frieden mit dem Iran kommt, oder inzwischen etwas Unerwartetes
geschieht, wird sich zeigen. So richtig an Frieden glauben kann ich nicht.
Schaun wir mal - auch wie es mit dem kleinen, alten Zaren weitergeht. Moskau wurde
in den vergangenen Tagen ziemlich hart getroffen. Das Benzin wird knapp und keine
Aussicht auf ein Ende des Krieges, obwohl der kleine, alte Zar diesen kaum noch ge-
winnen kann.

~*~*~*~

Die Lüge wird zur Weltordnung gemacht

Franz Kafka (* 1883 ; † 1924)
war ein österreichisch-tschechoslowakischer Schriftsteller

~*~

In Zeiten der universellen Täuschung
wird das Aussprechen der Wahrheit
zur revolutionären Tat

George Orwell (* 1903 ; † 1950)
war ein englischer Schriftsteller, Essayist und Journalist
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Mittwoch, 17. Juni 2026

Farmer John And His New Rain Barrel

A few days ago, while out walking the dogs, I passed by old farmer John's house. He was standing in front of his barn, looking at a large rain barrel. When he saw me on the path, he greeted me warmly:


“Heading to the woods again today?”

“Just like every day,” I replied.

“How do you like my rain barrel?” he asked. 

I walked over to him and looked at the rain barrel: “Is that new?”

He nodded, beaming with joy: “With all this rain, you need a big rain barrel.”

“You’re probably right,” I agreed.

He grinned: It’s the biggest rain barrel in the entire neighborhood. You have never seen a bigger rain barrel than this. Just look at the size. It's tremendous. It really is. You see the color? It’s a special green. This is the only green color you have ever seen on a rain barrel. It’s an incredible green color. It really is. No one else has a rain barrel in this special green color. It's amazing. This rain barrel holds 1,000 liters. Have you ever heard of a rain barrel that can hold 1,000 liters? I bet you haven't. It's incredible, but this rain barrel can really hold 1,000 liters. It's tremendous; it really is. You can try to get a rain barrel this size. You will not find one. Because a rain barrel this size is the only rain barrel in the entire country. It is the absolute biggest rain barrel. It's tremendous. It really is. Can you imagine what that means? I can water the entire vegetable patch with it. And it’s the largest vegetable garden in this area. You have never seen a larger vegetable garden in this area. It‘s unbelievable. You want so see my new tractor? It’s great. You have never seen a tractor that great. It’s incredible. It‘s the greatest tractor you have ever seen. And it is huge. It really is. And you should see…....

I interrupted Farmer John friendly and pointed to the clouds behind the forest. “I believe you, John, but now I have to hurry  so I can make it home in time. The first rain clouds are already gathering over there.”

“And it looks like it’s going to be a tremendous lot of rain. Probably the heaviest rainfall in the summer month you have ever seen before. It's probably going to be an absolutely incredible rainfall.”

“I hope not. Anyway, have a nice evening, John.” I said goodbye and waved to him one last time from the path. He waved back at me and then went back to his rain barrel. The biggest rain barrel in the entire neighborhood.

~*~*~*~

If this writing style / speaking style sounds familiar to you, then that was precisely my intention ;o))
I couldn't help it—it just had to be!
 
~*~
Ein Mann macht sich durch allzu großes Rühmen
seines eigenen Handelns, nur verdächtig oder
lächerlich.

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Montag, 15. Juni 2026

Der kleiner Rüpel

ist ein Kuscheltier im wahrsten Sinne des Wortes, das selbst immerzu kuscheln will.
Er ist so anhänglich, verschmust und verspielt, was ich sonst von männlichen Wesen
nicht gerade behaupten kann.

Gleichzeitig ist er aber auch ein Rüpel, der seinen Unmut deutlich hörbar zu artikulieren
versteht, wenn ich nicht sofort springe und tue, was er will. Verwöhnt, könnte man auch
sagen. Aber, wer in diese Augen schaut, der kann einfach nicht widerstehen. Und das hat
dieser kleine Puppy schnell gelernt.


Das kannte ich bisher eigentlich nur von Lilly, die sehr eigenwillig ist. Aber Rüpel
Micky hat mittlerweile das Sagen im Haus und ist von vorbildlichem Benehmen noch
weit entfernt. Da habe ich noch zu tun. Und trotzdem ist er zum Knuddeln und will
selbst immerzu schmusen.


Wie schnell man etwas falsch machen kann, musste ich lernen. Immer wenn er etwas
gemopst hat, sei es ein Schuh, ein T-Shirt, ein Wischtuch oder sonst etwas, wenn ich es
zurückhaben möchte, muss ich ihn bestechen, und zwar mit einem kleinen Leckerli.
Man glaubt gar nicht, was dieser kleine Puppy so alles findet und sich als Beute für ein
kleines Leckerli schnappt.


Er sitzt  dann mit der Beute im Maul vor mir und sobald ich danach greifen will, haut
er ab. Dann beginnt eine Jagd um den Tisch herum oder durch die Zimmer. Er mit der
Beute vornweg und ich hinterher. Erst wenn ich ihn mit einem Leckerli besteche,
bekomme ich die Beute zurück. Das hat er rasch gelernt und ich werde nun immer
wieder erpresst.

Helfen will er dagegen immer. Dazu muss er nicht aufgefordert werden. Egal, was ich
gerade tue, ob ich die Betten mache, staubsauge oder staubwische, die Spülmaschine
einräume, egal was, er ist immer zur Stelle und bietet seine Hilfe an. Eher selten bei
männlichen Wesen – oder? Na ja, oder man muss schon nett darum bitten. Bei Micky ist
das nicht der Fall, er ist sofort zur Stelle.


Wenn es nichts zu helfen gibt, ist er trotzdem aktiv. Spielt, vorzugsweise nicht mit
seinen Spielsachen, sondern eher mit allem, was er meint, genauestens untersuchen
zu müssen. Das kann alles Mögliche sein, und wenn es nur ein Schwamm aus dem
Badezimmer ist. Lilly schaut dem nur gelassen zu. Sie ist natürlich längst aus diesem
wilden Alter raus und inzwischen viel ruhiger. Dennoch lässt sie sich manchmal
animieren mitzuspielen. Es kann ihr jedenfalls nicht schaden, sich ausreichend zu
bewegen, denn sie muss wieder abnehmen. Obwohl ich ihre Tagesration an Futter
schon reduziert habe, sie nimmt einfach nicht ab. Es ist wie beim Menschen: Ist das
Gewicht erst einmal drauf ........ Na ja, muss ich nicht weiter erläutern.

Jedenfalls ist hier immer etwas los. Dafür sorgt der kleine Rüpel schon. Schön ist,
wenn er nach seinem Herumtoben, urplötzlich von Müdigkeit übermannt wird und
sich einfach da fallen lässt, wo er zuletzt aktiv war. In Nullkommanix entschwindet
er dann sofort ins Land der Träume. Und er träumt ziemlich lautstark, sodass ich zu
gerne wüsste, was da gerade im Land der Träume passiert.

Die Zweifel, es in meinem hohen Alter noch mal mit einem kleinen Welpen aufzu-
nehmen, haben sich bisher als unbegründet erwiesen. Er trägt nicht nur zu täglichen
Freuden bei, er hält Lilly und mich zudem auf Trab. Und das kann uns beiden nicht,
schaden, zumal ich aus wettertechnischen Gründen im Garten momentan nicht viel
tun kann. Zudem trägt der zerstreute Professor sich mit dem Gedanken, demnächst
den Ruhestand einzuläuten, sodass er sich um die Hunde kümmern könnte, sollte
ich aus welchen Gründen auch immer, nicht mehr dazu in der Lage sein.


Es ist übrigens immer noch trübe und regnet auch noch viel. Mal sehr stark, mal
weniger stark. Dazwischen gibt sich die Sonne sogar mal die Ehre. Sie wagt sich
noch ein wenig schüchtern hinter einer Wolke hervor und blinzelt uns verstohlen zu.
Die Rosen wird es freuen und mich auch.
Regen ist gut und notwendig. Sonne allerdings auch. Auch sie würde dem Garten
jetzt guttun. Noch halten sich die Temperaturen, im angenehmen Bereich. Die
nächste Hitzewelle steht jedoch schon in den Startlöchern.
Schaun wir mal!

~*~*~*~

Ein Haiku
Sonne im Garten
Blühende Blumen im Beet.
Wind in den Bäumen.

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Haiku: Ursula Evelyn

Samstag, 13. Juni 2026

Die Sonne hat sich rar gemcht

Die Sonne hat sich rar gemacht,
was hat sie sich nur dabei gedacht?


Da braucht es wieder dicke Socken.
Nichts kann uns jetzt ins Grüne locken.
Die Wolken ziehen dunkel und kalt,
jeden Tag lustlos über den Wald.
Die Blumen sehnen die Sonne herbei,
und nicht das trübe, kalte Einerlei.
Statt T-Shirts sind Pullover angesagt.
Seit einer Woche regnet es Tag für Tag.

Wind weht durch der Bäume Blätter.
Was ist das bloß für ein trübes Wetter?
Dunkle Wolken ziehen tagein und tagaus
ohne Unterlass über das Haus.
Als hätten sie nichts anderes zu tun,
Sie könnten doch einfach auch mal ruhn.
Platz machen für den Sonnenschein,
sich nicht nur freu’n, die kleinen Blümlein.


Der Regenschauer sind es nun genug.
Zuviel tut dem Garten auch nicht gut.
Ein wenig Sonne wäre jetzt schön,
wir könnten mal wieder spaziergehn.
Wärme wäre auch nicht zu verachten.
Wir könnten mal wieder in den Garten,
gärtnern und ein wenig entspannen,
endlich die Sonnenschirme  aufspannen.

Dem lieblichen Konzert der Vögel lauschen
Zuhören dem Bächlein leises Rauschen.
Zuhören, wie die Bienchen summen,
die Hummeln durch die Lüfte brummen.
Wie Schmetterlinge schweigend fliegen.
Die Rosen sich im lauen Winde wiegen.
Sommer, so wie wir ihn gerne wollen,
ohne Regen, Sturm und Donnergrollen.


Ein bisschen Regen darf schon sein,
wenn ich schlafe in meinem Kämmerlein.
Der trüben Tage sind es nun genug.
Ich weiß, Petrus meint es doch  nur gut
Aber jetzt ist wieder Zeit für Sonne,
für Heiterkeit und des Sommers Wonne.
Wir wollen jetzt nicht länger warten,
endlich wieder raus in den Garten.

Den Sommer mit Freude endlich genießen.
Sehen, wie all die Blumen sprießen.
Wie Mond und Sterne den Himmel zieren.
Wir wollen nicht mehr länger frieren.
Lass Daseinsfreude uns durchströmen,
die Sonne uns endlich wieder verwöhnen..
Drum, lieber Sommer, ziere dich nicht,
und zeig uns dein schönstes Sonnenlicht!

~*~*~*~


Wer sonst keine Probleme hat, schreibt übers Wetter ;o). Ich stimme den obigen Zeilen
zwar zu, aber eher zurückhaltend. Sommer und Sonne wären natürlich wünschenswert,
wenn die Sommermonate auch mal entsprechend ausfielen. Das ist seit einigen Jahren
eben nicht mehr der Fall. Es ist entweder für ein paar Tage viel zu heiß und zu schwül,
sodass sie in der Regel von schweren Unwettern beendet werden. Und die braucht nun
wirklich niemand.
Wie vor jedem Sommer, wird auch in diesem Jahr ab Freitag kommender Woche mal
wieder vor »Wüstentagen« mit bis zu 37 Grad Hitze gewarnt. Manche Wetterprognosen
kündigen sogar 40 Grad an. Glaubt man der Berliner Zeitung, dann drohen uns sogar
43 Grad. Da scheint ein Wettermodell das andere überbieten zu wollen. Hinzukommt,
dass die Wetterumstellungen immer extremer ausfallen. Ist die Schafskälte gerade mit
kühlen und nassen Tagen an uns vorübergezogen, droht jetzt wieder eine Hitzewelle.
Und genau das, war früher, also in der »guten, alten Zeit« ;o ))  z. B. meiner Kindheit
und Jugendzeit anders. Zu der Zeit waren die Sommermonate, wie sie sein sollten.
Schönes, sonniges Wetter, bei angenehmen Temperaturen mit vereinzelten Regentagen
und Sommergewittern. Immer in Erinnerung bleiben werden mir die Kornfelder mit
Mohnblumen, Margeriten und Kornblumen, auf denen wir Kinder uns nach der Ernte
mit Strohhalmen für das Seifenblasenpusten versorgt haben. Nach der Schule haben
wir Kinder oft einen Strauß dieser Feldblumen gepflückt und der Mutter mitgebracht.


 Hach, das waren wirklich so richtige schöne Sommermonate,
Jahr für Jahr, an die ich mich gerne erinnere – immer wieder!

~*~*~*~

Ein Haiku
Sommersonnenlicht
Kornfeld mit reifen Ähren
Laue Winde wehen.

~*~
 
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Verse und Haiku: Ursula Evelyn

Freitag, 12. Juni 2026

Es nimmt kein Ende

Das heißt, die alten Kriegsherren finden kein Ende und sorgen jeden Tag für neue
Schlagzeilen mit ihrem chaotischen Handeln. Jedenfalls sieht es so aus, als würden
sie ihre begonnenen Kriege nicht so schnell wieder loswerden. Sie finden keinen
Ausweg, ohne Gesichtsverlust wieder da rauszukommen. Vorher zu denken, soll
im Leben sehr hilfreich sein. Das setzt allerdings voraus, auch denken zu können.
Einfach aus dem Bauch heraus mal eben ein anderes Land anzugreifen, noch dazu
völkerrechtswidrig, kann böse enden und zudem anders, als vorher angenommen.

Nach dem Chaos entstehen Frieden und eine neue Weltordnung

~**~

Der kleine, alte Zar hat dem Westen während einer Rede auf dem Wirtschaftsforum in
St. Petersburg, eine kurzsichtige und aggressive Politik vorgeworfen. Ach ja? Und als was
könnte man das bezeichnen, was er in der Ukraine treibt? Ist das nicht sogar eine Steigerung
kurzsichtiger und aggressiver Politik? Wenn der kleine, alte Mann noch über ein Minimum
an Größe verfügt, dann würde er seinen sinnlosen Krieg beenden und aufhören, Menschen zu
töten sowie das eigene Land vor dem endgültigen wirtschaftlichen Ruin bewahren.

Da steht der großartige Deal- und Peacemaker, ihm in nichts nach. Während die Bürger im
»Land of the Free« unter den hohen Lebensmittel- und Benzinpreisen stöhnen, freut sich der
großartige Dealmaker über die Inflation: „Die Zahlen sind großartig. Ich liebe Inflation“, teilte
er der Presse im ovalen Büro mit. Dagegen reagierte er in einem anderen Interview auf die
gestellten Fragen mit hochrotem Kopf so wütend, dass er aufstand und den Raum einfach
verließ. Manchmal kommt er mir vor, wie ein kleines Kind, das mit dem Fuß aufstampft,
wenn es nicht bekommt, was es will. Jetzt eskaliert er mal wieder im Iran, nachdem er doch
jeden zweiten Tag ankündigte, kurz vor einem Deal zu stehen. Was sind diese beiden alten
Männer doch für sonderbare Chaoten, Verlierer und Versager auf ganzer Linie. Aber viel-
leicht bin ich ja auch nur zu dumm, deren Handeln zu verstehen. Ganz sicher haben beide
alten Männer eine Strategie und verfolgen einen ausgeklügelten Plan, der sie zu ihrem ange-
strebten Ziel führt. Ich bin halt nur nicht in der Lage das zu verstehen. Das gebe ich gerne zu.

Zuletzt war zu lesen, der großartige Mr. Deal- und Peacemaker habe erneute Angriffe auf
den Iran wieder abgesagt, mit der Begründung, das iranische Staatsoberhaupt habe einem
Deal zugestimmt. Als er gefragt wurde, warum er dieses Mal so zuversichtlich sei, antwortete
er: „Weil wir sie schwer getroffen haben.“ Sollte er jedoch wie angekündigt, die Wasser-
versorgung im Iran zerstören, begeht er ein Kriegsverbrechen. Ob ihm das bewusst ist?
Na ja, nach dem Wochenende und der Unterzeichnung des Deals kehrt ja endlich Ruhe ein
und wir können wieder hoffnungsfroh in die Zukunft schauen. Dumm nur, dass der Iran
davon gar nichts weiß und den Aussagen des Peacemakers widerspricht. 
Der Mr. Peacemaker verfügt tatsächlich über einen enormen Unterhaltungswert.


Und der große Führer des Reichs der Mitte machte sich auf den Weg zum zweitbesten
Kumpel, des kleinen, alten Zaren. Das ließ aufhorchen. Was will der große Führer wohl
vom kleinen, dicken Diktator? Braucht er dessen Unterstützung, falls es zum Konflikt
um Taiwan kommt? Immerhin sind Japan und Südkorea nicht gerade deren Freunde.
Außerdem steht der kleine, dicke Diktator dem Kriegstreiber im Zarenland sehr nahe.
Das könnte dem großen Führer ein Dorn im Auge sein. Der kleine dicke Diktator hat
geopolitisch ziemlich an Bedeutung gewonnen, zumal er auf Teufel komm raus, atomar
aufrüstet.
Man darf gespannt sein, wozu dieser Besuch gut war, denn eigentlich machen sich ja
gerade so ziemlich alle auf den Weg zum großen Führer in das Reich der Mitte. Dass der
nun den kleinen, dicken Diktator aufsucht, muss einen bestimmten Grund haben. Es
scheint, als buhlen jetzt sowohl der große Führer als auch der kleine, alte Zar um die
Gunst des kleinen, dicken Diktator.
China hat sich längst zur Weltmacht entwickelt und die USA abgehängt. Dem großen
Führer gegenüber kann der großartige Mr. Dealmaker sich nicht erlauben, was er sich
den Europäern oder Ländern in Südamerika erlaubt, nämlich rumzupoltern und seinen
Willen durchsetzen zu wollen. Kein Wunder, dass er den großen Führer und den kleinen,
alten, brutalen Zaren bewundert. So, wie diese beiden Autokraten, würde er auch zu
gerne im »Land of the Free« herrschen. Denn mittlerweile weiß doch jeder, dass er
etwas gegen Demokratien hat.
Ach, er ist und bleibt ein armseliger, kleiner, alter Mann. Bedauernswert sind beide
alten Kriegsherrn.

 

»Man muss noch Chaos in sich haben,
um einen tanzenden Stern gebären zu können«.

Friedrich Nietzsche (* 1844 ; † 1900)
war ein deutscher Philosoph und Philologe

~*~*~*~

Zu den Bildern empfehle ich,
dieser Musik zu lauschen:


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Mittwoch, 10. Juni 2026

Alt und alleine

und zudem vielleicht geistig nicht mehr auf der Höhe, ist wohl das schlimmste Schicksal,
welches einem alten Menschen widerfahren kann. Obwohl dieser Mensch das selbst wohl
nicht mehr wahrnimmt. Umso wichtiger und dringender ist es, dass Angehörige das recht-
zeitig erkennen.


Ich selbst habe einen solchen Fall bei einer ehemaligen Nachbarin erlebt. Sie lebte eine
Etage tiefer. Das muss jetzt über dreißig Jahre her sein und ist mir immer in Erinnerung
geblieben. Da ich zu der Zeit noch berufstätig war, bin ich der alten Dame nur selten be-
gegnet. Sie lebte zurückgezogen, nickte zum Gruß nur freundlich. An einem Gespräch
schien sie nicht interessiert zu sein, also grüßte ich freundlich zurück und beließ es dabei.

Eines Tages, es muss ein Samstag gewesen sein, weil ich morgens einkaufen wollte, kam
sie zwar angezogen aus ihrer Wohnung, aber einen Rock über ihren Unterrock anzuziehen,
hatte sie wohl vergessen. Sie wollte also im Unterrock zum Einkaufen. Als ich sie vorsich-
tig daraufhin ansprach, war ihr das sichtlich peinlich. „Du meine Güte“, sagte sie, „wie
konnte mir das denn passieren!“ Noch dachte ich mir nichts dabei. Als sie nur ein paar
Wochen später mit einem Kopfkissen in den Händen im Hausflur stand und das Kissen vor
der Türe der Nachbarn ablegte, wurde ich stutzig, wagte es allerdings nicht, sie daraufhin
anzusprechen. Stattdessen grüßte ich nur freundlich. Erst als sie eines Tages, als ich an ihrer
Tür vorbeikam, und sie mir eine Strickjacke mit den Worten „Schauen Sie mal, das haben
die mir geklaut“, vor die Augen hielt, blieb ich stehen. Sie deutete auf eine bestimmte
Stelle an der Strickjacke. Ich verstand nicht, was sie meinte. „Was haben die geklaut?“,
fragte ich. „Na, die  Stickerei“, antwortete sie erstaunt. In dem Moment wurde mir klar,
dass die alte Dame nicht mehr alleine für sich sorgen konnte. Nachdem ich den Vermieter,
der ebenfalls in diesem Haus lebte, auf den Vorfall aufmerksam machte, beschloss er,
einen Krankenwagen zu rufen. Kinder hatte die alte Dame nicht. Sie war völlig auf sich
allein gestellt. Und genau das ist das Tragische im Leben eines alten Menschen, wenn er
niemanden hat, der in einer solchen Situation für ihn da ist. Später erfuhr ich vom Ver-
mieter, dass man sie in einer psychiatrischen Klinik untergebracht hat.

Wie viele alte Menschen mögen sich in einer ähnlichen Situation befinden? Früher kann-
ten die Nachbarn sich untereinander. Heutzutage lebt jeder für sich und oft anonym. Das
führt bei vielen alten Menschen häufig zur völligen Einsamkeit. Eigentlich kein Thema für
einen Blog, aber es ist ein gesellschaftliches Problem, dem viel zu wenig Beachtung ge-
schenkt wird. Ich rede und schreibe nicht gerne über Krankheiten, obwohl sie ja zum Leben dazugehören. In diesem Land scheinen die alten Menschen eher zu einem Kostenfaktor zu
werden, insbesondere durch Pflegebedürftigkeit und Krankheiten, die im Alter nun mal
nicht ausbleiben. All das ist lange bekannt – auch der demografische Faktor. Es spricht
nicht für ein Land, wenn es sich nicht genug um die Alten kümmert, die oft jahrzehntelang
ihren Beitrag zum Wohlstand dieses Landes geleistet haben. Andererseits enorme Summen
für Menschen ausgegeben werden, die nie in eine der Sozialkassen eingezahlt haben,
jedoch bis zu ihrem Lebensende daraus profitieren. Das ist ziemlich ungerecht.



Daher ist es wichtig, so lange wie möglich »fit« zu bleiben, sowohl geistig als auch körper-
lich. Um sich geistig fitzuhalten, kann man einiges tun. Viele alte Menschen meinen, Kreuz-
worträtsellösen würde helfen. Das ist sicherlich auch der Fall. Viel wichtiger ist jedoch,
neugierig zu bleiben, sich für das Geschehen im Land und der Welt zu interessieren. Neues
hinzulernen. Sein Wissen zu erweitern. Sich für bestimmte Themen zu interessieren. Ein
neues Hobby zuzulegen. Sprachen lernen. Besonders tiefgründiges Denken hält das Gehirn
fit. Gerade weil tiefgründiges Denken anstrengend ist, hält es die kleinen, grauen Gehirn-
zellen auf Trab. Es gibt so viele Möglichkeiten, mit denen man sich geistig beschäftigen
kann, und das bereitet zusätzlich auch noch Freude. Trotzdem ist wohl niemand vor
gewissen Alterserscheinungen, wie Demenz, Alzheimer oder kognitive Störungen gefeit.

Wichtig sind zudem Bewegung und  richtige Ernährung. Gesund sind Vollkornprodukte,
Haferflocken, Kartoffeln, Hülsenfrüchte, Bananen, Nüsse, Beeren. Diese Lebensmittel ver-
sorgen das Gehirn mit B-Vitaminen, Flavonoiden sowie Eiweiß und können sogar das Alz-
heimer-Risiko reduzieren. Viel trinken ist ebenso wichtig für die Gehirnzellen, damit sie
nicht schrumpfen und die Neuronen richtig funktionieren. Tun sie das nicht, kann das
Gehirn nicht mehr richtig denken. Zudem kann ein Flüssigkeitsmangel zu Kopfschmerzen
führen.


Ich muss gerade schmunzeln, weil ich an die eine oder andere Gesprächsrunde mit einer
ehemaligen Kollegin denken muss. In deren Verwandten- und Bekanntenkreis durften bei
einem Treffen alter oder älterer Menschen, z.B. bei einem Kaffeekränzchen, weder Krank-
heiten noch Enkelkinder thematisiert werden. Einfach aus dem Grund, weil alte Menschen
genau über diese Themen zu gerne plaudern. Die meisten Omas und Opas sind ganz beson-
ders stolz auf die geliebten Enkelkinder. Sie reden zu gerne über sie. Ich kann da nicht mit-
reden – habe keine – dem Himmel sei Dank! Ich würde angesichts der unsicheren Zukunfts-
aussichten, vor Sorge nicht einmal in Ruhe sterben können ;o))

Was für ein Thema heute! Wahrscheinlich ist es des Peacemakers merkwürdiges Verhalten,
seine Ausfälle und Wutausbrüche, seine Tanzeinlagen auf Bühnen bei diversen Veranstalt-
ungen oder seine sonstigen Firlefänzchen und irren Aussagen, die mich veranlasst haben,
das Alter mal wieder zu thematisieren. Es wird sicherlich nicht das letzte Mal gewesen sein.
Außerdem wird gerade ausführlich über eine Reform der Pflegeversicherung und die hohen
Kosten diskutiert, die für pflegebedürftige alte Menschen aufgebracht werden müssen. Die
sollen im nächsten Jahr auf bis über 7 Milliarden Euro steigen. Daher wird auch darüber
diskutiert, ob pflegenden Angehörigen die Rente gekürzt werden soll, indem weniger Bei-
träge für sie in die Rentenkasse eingezahlt werden. Diese Beiträge werden bisher von der
Pflegekasse übernommen. Immer wieder haben sie es auf Menschen abgesehen, die eh
nicht viel haben. Auf die Idee, nicht endlos Steuergelder in aller Welt zu verteilen und
Menschen aus aller Herrenländer ins Land zu lassen, kommen sie erst gar nicht. Sie sparen
zuerst bei denen, die Leistungen für dieses Land erbringen. Wer will denn noch Angehörige
pflegen, wenn er dafür mit einer Rentenkürzung bestraft wird? Ach, man könnte wieder.....
Übrigens: Die Ausgaben für Renten stiegen 2025 auf 301 Milliarden Euro!

Aber ich lasse mir weder meine heitere Stimmung verderben noch beabsichtige ich,
meinen Sinn für Humor aufzugeben, den man sich bis ins hohe Alter unbedingt bewahren
sollte. So wie Katharine Hepburn:

Je älter man wird,
desto mehr ähnelt die Geburtstagstorte einem Fackelzug.
😄
Katharine Hepburn (*1907 ; † 2003)
war eine US-amerikanische Schauspielerin
Sie wurde immerhin 96 Jahre alt.

Mit Humor und Heiterkeit lässt sich alles wesentlich besser ertragen.
Also: Immer heiter weiter auf der Lebensleiter!

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Montag, 8. Juni 2026

Es ist kalt im Wald

 Die Stimmen werden laut, die fragen: Wo ist denn der Sommer geblieben? Ich denke,
die Frage ist berechtigt. Nach der einen kurzen Hitzewelle vor einer Woche, hat die
Sonne sich rar gemacht und den Garten bei dem kühlen Regenwetter in einen dicht
bewachsenen Urwald verwandelt. Es ist unglaublich, wie sehr alles wächst und wie
frisch alles aussieht. Es ist schon lange her, seit ich den Garten im Juni in einem so
frischen Grün erleben durfte. Außerdem hält alles, was jetzt blüht, wesentlich länger.
Das, was in den vergangenen Jahren durch Hitze verbrannt oder vertrocknet war, ist
jetzt eine Augenweide. Auch wenn einige Rosen sich immer noch zieren, ihre Knospen
zu öffnen, weil die Sonne fehlt. Dem Bauernjasmin scheint das wurscht zu sein, denn
der blüht jetzt mit den Deutziensträuchern um die Wette. Beide haben sich zu wahren
Hinguckern gemausert.


Inzwischen stehen die Sonnenschirme alle bereit, wurden allerdings bisher nur während
der Hitzewelle genutzt. Ansonsten fanden sie bisher wenig Verwendung. Wenn man be-
denkt, dass selbst die erste Woche im Juni schon rum ist, und es schnellen Schrittes auf
den Juli zugeht, bleiben eigentlich als Sommermonate nur noch der Juli und der August.
Dieses Jahr fällt nicht nur wettermäßig aus der Reihe. Offen gesagt, ist mir dieses Wetter
jedenfalls lieber, als die extreme Hitze.


Auch der Krieg des großartigen, alten Mr. Peacemaker bestimmt noch immer die Schlagzeilen
diverser Newspaper. Ein Ende ist auch hier nicht in Sicht. Der alte Mann hat sich wahrlich ein
ziemlich großes Problem aufgeladen. Genau wie der brutale, kleine, alte Zar, dessen »dreitägige Spezialoperation« bereits ins fünfte Jahr geht. Wie diese beiden alten Männer da wieder raus-
kommen wollen, ohne als Versager und Verlierer dazustehen, ist mir ein Rätsel. Die gesamte
Welt muss unter so viel Dummheit leiden. 


Mir steht zwar kein Urteil über Unternehmen zu, die zum kleinen, alten Zaren und zu dessen
Wirtschaftsforum ins Zarenland gereist sind. Dennoch zeigt es einmal mehr, dass Geld und
 Geschäfte mit einem Kriegsverbrecher, so manchen Unternehmen eben doch wichtiger sind.
Wozu dann noch Sanktionen? Dieser alte Zar will keinen Frieden und wenn, dann nur zu seinen Bedingungen. Eine Niederlage wäre das Schlimmste, was ihm passieren könnte. Er würde wahr-
scheinlich eher noch weiter eskalieren, sprich seine Angriffe auf baltische Staaten ausweiten,
bevor er kleinbeigibt. Daran wird auch Schröder nichts ändern können, der ihn wohl getroffen
hat. Und während deutsche Unternehmen zu des kleinen, alten Zaren Wirtschaftsforum strömen,
rebellieren die Wirtschaftsführer des Zarenlandes gegen den kleinen, alten Zaren. Angeblich
sind vierzig Oligarchen nach geübter Kritik an ihrem Kriegsherren, irgendwie ums Leben ge-
kommen. Vielleicht hatten sie auch nur vergessen, die Fenster zu schließen, sind gestolpert
 und hinausgefallen.

Und der großartige Peacemaker muss wohl feststellen, dass diejenigen, die er stolz als seine
Freunde bezeichnet oder zumindest er sich selbst als deren Freunde, in Wirklichkeit mehr oder
weniger auf Kriegsfuß mit ihm stehen. Auch wenn er behauptet, das Gegenteil sei der Fall, und
 er sich mit allen gut verstehe. Intellektuell reicht er jedoch weder an seinen alten Buddy, den
kleinen, alten Zaren heran, noch an den großen Führer im Reich der Mitte. Zudem wütet der
alte Peacemaker auf seinem Social-Account über alle Sänger, die zum 250. Jubiläum ihre Auf-
tritte abgesagt haben. Auch als bekannt wurde, dass er das Finale des NBA-Basketballspiels* im Madison Square Garden besuchen will, haben Fans bereits angekündigt, ihn mit »Buh-Rufen«
zu begrüßen.Das muss ziemlich niederschmetternd für ihn sein. Niemand mag diesen alten
Mann und inzwischen auch seine Familie nicht, weil die durch ihn angeblich gewinnbringende
Geschäfte machen.
Richard Gere bezeichnete ihn gar als einen alten, fetten Typen. Robert De Niro findet noch dras-
tischere Bezeichnungen für den großartigen Mr. Peacemaker. Zudem wird er im Netz dermaßen
verspottet, dass er einem schon fast wieder leidtun kann. Aber auch nur fast ;o))).

Um Taiwan herum könnte sich bald ebenfalls ein Brennpunkt entwickeln, bei dem sich zeigen
wird, inwieweit sich das Land auf den großartigen Peacemaker verlassen kann.

Die Welt ist definitiv nicht mehr das, was sie einmal war. Alles verändert sich beinahe täg-
lich auf drastische Weise, sodass es schon eine Überraschung wäre, wenn es nicht kracht.

Wenn man nicht am Ball bleibt, kann man recht schnell den Überblick verlieren.
Es ist wahrlich eine äußerst gefährliche Zeit, in der wir gerade leben.

~*~*~*~

Seit der Mensch den Faustkeil erfunden hat,
balanciert er auf des Messers Schneide,
zwischen einer gloriosen Zukunft
und dem Sturz in die Hölle

Konrad Lorenz (* 1903 ; † 1989)
war ein österreichischer Zoologe, Medizin-Nobelpreisträger

* Ich hatte fälschlicherweise WM-Spiel geschrieben. Es war jedoch das Finale des
NBA-Basketballspiel, das gestern am 10.6. stattfand. Als er auf der Großleinwand im Bild
erschien, wurde er tatsächlich lauthals ausgebuht, während Barack Obama, der ebenfalls
mit seiner Frau Michele dort war, jubelnd begrüße wurde.

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