dass der »Peacemaker« keine Strategie, keinen Plan hatte, wie es nach dem Angriff
weitergehen soll. Jetzt steht er wieder da, wie ein begossener Pudel. Was hat der
denn gedacht, wie der Iran reagiert? Sich duckt und die Angriffe ohne Gegenwehr
hinnimmt? Einige Golfstaaten haben den »Peacemaker« eindringlich vor einem
Angriff auf den Iran gewarnt. Aber der »King« wäre nicht der »King«, wenn er
nicht machen würde, was er will.
Ich frage mich wirklich, ob der »Peacemaker« die Folgen seines Handelns bis zum
Ende durchdacht hat. Hat er tatsächlich angenommen, es wäre so einfach wie in
Venezuela? Wir schalten die Spitze des Regimes aus und alles wird gut? Ich hatte
zwar zu wagen gehofft, es würde ein Ende mit Schrecken geben. Aber das Gegen-
teil ist der Fall. Jetzt gibt es ein Schrecken ohne Ende – oder zumindest für eine
ziemlich lange Zeit. Er hat die gesamte Situation komplett unterschätzt und es ist
fraglich, ob er einen Plan gegen einen Flächenbrand im Nahen Osten sowie für die
Zeit nach einem Kriegsende hat. Hat er eine Vorstellung davon, wie es im Iran
weitergehen soll. Ja, der Schah-Sohn steht in den Startlöchern, aber ist das eine
Lösung? Wird der Rest des Mullah-Regimes damit einverstanden sein? Der »Peace-
maker« setzt wohl eher auf Verhandlungen mit der restlichen Führungsspitze. Der
Iran will jedoch keine weiteren Verhandlungen mit den USA führen. Die Vereinigten
Staaten waren für das Mullah-Regime die größten Feinde und werden es auch nach
der Tötung des Ober-Mullahs bleiben.
Da der »Peacemaker« nicht so richtig zu wissen scheint, wie es jetzt weitergehen
soll, will er es wohl dem iranischen Volk überlassen, eine neue Regierung zu stellen.
Das sieht für mich nach einem Rückzieher aus diesem Dilemma aus, in welches er
sich hineinmanövriert hat. Lässt er die iranische Bevölkerung jetzt mit seinem ange-
richteten Chaos alleine?
Vor ein paar Tagen prahlte er noch mit einem großen Erfolg seines Angriffs und der
Tatsache, dass ein großer Teil der Führungsriege getötet wurde. Bald darauf ver-
kündete er, dass die „schweren Bombardements die ganze Woche oder so lange wie
nötig ununterbrochen fortgesetzt werden“. So soll im gesamten Nahen Osten „und
in der ganzen Welt“ Frieden einkehren. Ohlala, Weltfrieden sozusagen?
Ja, es soll ja Menschen geben, die auch an den Weihnachtsmann und den Oster-
hasen glauben.
Ich erinnere mich, dass er im März des vergangenen Jahres während eines Treffens
mit dem »Held der Ukraine« im Weißen Haus, diesem vorwarf, den 3. Weltkrieg zu
riskieren. Jetzt scheint der »Peacemaker« selbst derjenige zu sein, der den 3. Weltkrieg
riskiert, denn einige Golfstaaten sind ja bereits in diesen Angriffskrieg involviert.
Jetzt haben der alte »Peacemaker« und sein kleiner, alter Buddy beide einen Krieg am
Hals und sind für den Tod nicht nur von Soldaten, sondern auch von Zivilisten ver-
anwortlich. Und beide scheinen nicht zu wissen, wie sie da wieder rauskommen.
Der »Peacemaker« hat sich jedenfalls ein dickes Problem auf die Schulter geladen.
Sechs US-Soldaten haben bereits ihr Leben verloren und der Krieg wird noch eine
ganze Weile andauern. Der »Peacemaker« hat zudem angekündigt, noch härter zuzu-
schlagen. Na dann!
Derweil verkündete Israels Opposition: „Das ist ein gerechter und notwendiger
Krieg gegen den Iran“ und der Oppositionsführer hofft dadurch auf langfristigen
Frieden für die Region.
Dieser Hoffnung schließe ich mich an, habe aber weiterhin so meine Befürchtungen.
Der US-Kriegsminister Pete Hegseth äußerte sich so:
„Wir kämpfen, um zu siegen.“
Klar doch! Nur in den vergangenen Jahrzehnten haben fast alle Kriege, die von den
USA geführt wurden in einem Chaos geendet.
Na, dann kann ja nichts schiefgehen, sage ich mit einem etwas unguten Gefühl,
denn Terroranschläge sind auch in unserem Land jetzt nicht ausgeschlossen.
Schließlich braucht es nur einen einzigen Fehler und die Katastrophe würde ihren
Lauf nehmen. Was dann passieren könnte, würde wahrscheinlich unser aller Leben
innerhalb einer Woche komplett auf den Kopf stellen, denn es wäre der Beginn eines
neuen weltweiten Konflikts. Cyberangriffe und das Ausfallen von GPS-Signalen
könnten gigantische Computerausfälle verursachen, die Lieferketten, Finanzsys-
teme und die weltweiten Infrastrukturen funktionsunfähig machen. Ein Chaos,
welches in einem Albtraum enden würde.
Das wäre eine Möglichkeit für den Beginn eines dritten Weltkrieges.
Frankreich hat eine gemeinsame Atomübung mit unserem Land angekündigt und
will außerdem die Anzahl an Atomsprengköpfen erhöhen.
Leute, Leute, man könnte meinen, ihr legt es wirklich auf einen Dritten Weltkrieg an.
Wir dürfen uns dank des »Peacemakers« Krieg und der vom Iran geschlossenen
Straße von Hormus schon mal auf steigende Preise freuen, z. B. werden Gas, Öl,
Benzin und bald auch Lebensmittel teurer werden. Zudem sind die Gasspeicher
im Land fast leer. Wir haben schon eine tolle Regierung. (Ihre Diäten um knapp 500
Euro haben sie dagegen nicht vergessen. Bei Bezügen von 12.330 Euro/Monat ist
das auch dringend erforderlich. Bei den leeren Kassen und Schulden im Land
jedoch einfach unfassbar!)
Well done, »Peacemaker« ! Er merkt einmal mehr nicht, dass er die gesamte Lage
vor seinem Angriff komplett unterschätzt hat.
Nun ja, was soll man dazu noch sagen!
~*~
Der Krieg ist in wachsendem Umfang kein Kampf mehr,
sondern ein Ausrotten durch Technik.
Karl Jaspers Karl Jaspers (* 1883 ; † 1969)
war ein deutscher Psychiater und Philosoph.
~*~
Ein Haiku
Sonne scheint im Garten
Frisches Grün an den Bäumen
Der Frühling zieht ein




Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen
Danke für Deinen Kommentar. Ich freue mich sehr, dass Du Dir die Zeit für ein paar nette Worte nimmst.
Aufgrund der neuen Datenschutzrichtlinien (DSGVO) bitte ich folgendes zu beachten:
Mit der Nutzung der Kommentarfunktion dieser Webseite, die von Google zur Verfügung gestellt wird, erklärst Du Dich mit der Speicherung und Verarbeitung Deiner Daten auf dem Google- Server einverstanden.