Die meisten haben sicher schon von Ikarus und Dädalus gehört. In dieser bekannten
griechischen Mythologie der Antike ignorierte Ikarus die Warnungen seines Vaters
Dädalus. Der gab ihm den Rat, nicht zu hoch zu fliegen. Doch Ikarus wurde nach-
dem der Flug eine Weile gut verlaufen war, übermütig und flog trotz des wohlmein-
enden Rat seines Vaters, mit seinen Flügeln aus Wachs und Federn, zu hoch und zu
nah an die Sonne. Das Wachs schmolz und er stürzte ins Meer. Diese Geschichte ist
eigentlich eine klassische Warnung vor menschlicher Selbstüberschätzung und dem
Ignorieren wohlmeinender Ratschläge.
Es ist die Selbstüberschätzung des »Peacemakers«, die mich an die Wachsflügel des
Ikarus erinnerte, der sich zu hoch hinauswagte und abstürzte. Der Peacemaker schlug
ebenfalls alle gut gemeinten Ratschläge in den Wind und meinte, er könnte die geopoli-
tischen Gesetze des Nahen Ostens alleine durch die militärische Stärke und seinen
eisernen Willen außer Kraft setzen. Er muss in seiner Selbstüberschätzung aus einem
Gefühl der Unverwundbarkeit heraus gehandelt haben. Zudem hat er die Komplexität
der Gesamtlage völlig unterschätzt und steckt jetzt in einer Sackgasse. Er kann weder
vor noch zurück. Durch sein unbedachtes Handeln hat er eine Kettenreaktion ausgelöst,
die jetzt nur noch schwer in den Griff zu bekommen ist. Die Stabilität in der gesamten
Region ist gefährdet und die Weltwirtschaft steht auf der Kippe. Er hat ein unfassbares
Chaos ausgelöst. Auch wenn es gelungen ist, die Atomanlagen zu zerstören und die
Spitze des Mullah-Regimes auszulöschen, der Krieg geht weiter. Die Öl- und Gas-
preise sowie Lebensmittelpreise steigen ebenfalls weiter.
Es ist also nur logisch, dass der gottgleiche Peacemaker nach einem Ausweg aus seiner
Sackgasse sucht und schon mal davon schwafelt, sich militärisch zurückzuziehen.
Beflügelt durch seinen erfolgreichen Angriff in Venezuela überkam ihn der Übermut,
und er startete seinen Höhenflug. Nun droht der Absturz, bei dem er hart aufschlagen
könnte. Er weiß sehr wohl, dass er sich aus dem angerichteten Chaos jetzt nicht einfach
verdrücken kann. Obwohl er nichts lieber täte als das. Und so setzt er den Mullahs ein
Ultimatum von 48 Stunden. Die reagieren und drohen nun ihrerseits ebenfalls mit An-
griffen auf Energie- und Entsalzungsanlagen in den Golfstaaten. Dann geht es in der
Tat für die Menschen dort ums nackte Überleben. Ohne Wasser – kein Leben!
Dramatisch könnte es auch werden, wenn es tatsächlich zu den gekündigten weltweiten
Anschlägen auf Zivilisten in Touristen- und Erholungsgebieten sowie in Parks oder sonst-
wo kommt. Das wäre dann wohl sein totaler Absturz und das Ende seiner von Gott be-
stimmten »Rolle«. Auch ein langwieriger, teurer Krieg ohne ein Endziel könnte das Ende
seiner göttlichen Karriere bedeuten. Ich könnte mir vorstellen, dass sich das schon bei den
Midterms auswirkt.
Der Peace- und Dealmaker ist nun mal ein Macher,
auch wenn er alles falsch macht.
Tja, wer sich auf einen Höhenflug begibt und sämtliche Warnungen in den Wind
schlägt, läuft halt Gefahr, sich in der Hitze des Gefechts am entfachten Feuer zu
verbrennen und abzustürzen.
Während der Peacemaker bereits von Rückzug aus seiner Sackgasse fabuliert, will
Israel die Angriffe noch verstärken, obwohl das Land genauso tief in diesem Krieg steckt
und ebenfalls ein böses Erwachen erleben könnte. Ich frage mich, ob das alles, was der-
zeit dort geschieht, gerechtfertigt ist. Jetzt warnt Israel, dass iranische Raketen auch
Berlin erreichen können.
Die Mentalität vieler Menschen in den Golfstaaten um Israel herum wird sich niemals
ändern. Auch wenn dieser Krieg endet, die Menschen dort werden die bleiben, die sie
immer waren. Das Problem wird also fortbestehen. Sie können die Menschen dort ja
nicht alle töten. Die Kinder und Jugendlichen werden bereits im frühen Alter auf Hass
gegen den Westen gedrillt und radikalisiert. Auch in Europa schreitet die Radikalisie-
rung unter vielen eingewanderten Kindern und Jugendlichen voran. Die Auswirkungen
zeigen sich ja bereits in den Schulen.
Der kleine, alte Zar, bleibt übrigens - sehr zum Ärger des Peacemakers - ein verläss-
licher Partner des Irans, zumal jetzt wieder reichlich Cash in seine Kriegskasse fließt.
Und der »Peacemaker« dachte doch, der kleine, alte Zar sei sein bester Buddy. Wie
groß muss jetzt die Enttäuschung sein. Andererseits würde der kleine, alte Zar den Iran
verraten und Geheimdienstinfos zurückhalten, wenn der Peacemaker im Gegenzug die
Weitergabe von Infos an die Ukraine einstellt. Falsch, hinterlistig, ein Verräter und
Lügner ist der kleine, alte Zar, und das, obwohl er doch selbst so viel Wert auf Loyali-
tät legt. Was für ein mieser Charakter!
Es ist und wird ein Schrecken ohne Ende bleiben. Woran Israel, also Bibi, nicht ganz
unschuldig ist. Der Historiker Timothy Snyder meint: Der Peacemaker hat »Angst«
vor einem großen Krieg im Nahen Osten. Zumal nun auch nicht nur Zivilisten, sondern
auch US-Soldaten sogar privat weltweit gefährdet sind. Tja, der Peacemaker hat wirk-
lich ganze Arbeit geleistet.
Zufällig las ich, dass Peter Sloterdijk den Peacemaker in seinem neuen Buch:
»Der Fürst und seine Erben« als einen »Beinahe-Analphabeten« und »Mad Man
ohne Plan für den nächsten Tag«, beschreibt. Ich habe das Buch bereits vorbestellt.
Ich würde Peter Sloterdijk nicht widersprechen.
~*~
Wenn der Löwe weit weg ist,
spielt sich der Wolf gern als Löwe auf.
Aesop (um 550 v. Chr.)
war griechischer Sklave auf Samos


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