soll ich, riet man mir. Mir, als geborene Optimistin! Ich wünschte, ich könnte tatsächlich
immer noch positiv und optimistisch in die Zukunft blicken - aber dann würde ich mir
selbst etwas vormachen. Ich sehe und finde absolut nichts, was mich optimistisch stimmen
könnte. Rein gar nichts! Weder in der Welt noch in diesem Land. Im Gegenteil, die Zeiten
werden immer schlechter. Seit 2015 habe ich meine Gedanken, was die zukünftigen Zu-
stände im Land und Europa betrifft, hier im Tagebuch aufgeschrieben. Ohne mir auf die
Schulter zu klopfen, denn dazu ist das alles viel zu negativ, kann ich jedoch behaupten,
dass fast alles genauso eingetroffen ist. Anfangs wurde ich dafür scharf kritisiert. Heute
hüllen sich diese Kritikerinnen, angesichts der katastrophalen Zustände im Land in tiefes
Schweigen. Nie höre oder lese ich ein Wort über das, was ein Teil der Neubürger sich in
diesem Land erlaubt und wie viele Menschen ihnen schon zum Opfer gefallen sind. Nein,
ich sehe nichts Positives, sondern wirklich schwarz. Aber bitte, ich lasse mich gerne über-
raschen und eines Besseren belehren.
Gehe ich noch davon aus, dass eine große Armut – wie eine Krake – im Land, in Europa
und der Welt um sich greifen wird, sieht der große Tech-Mogul Elon Musk das ganz anders.
Und zwar positiv. Er weiß selbstverständlich wesentlich mehr über die Zukunft als ich. Er
ist besser informiert, was die KI und den technischen Fortschritt betrifft. Ich habe davon
absolut keine Ahnung. Meine Milchmädchenrechnung war die, dass, wenn immer mehr
Arbeitsplätze aufgrund von KI verloren gehen, es automatisch immer mehr Armut
geben muss. Aber da scheine ich vollkommen daneben zu liegen.
Wenn ich lese und höre, wie viele Arbeitsplätze gerade wieder verloren gehen, dann kann
man schon mal schwarz sehen. Die Firma VARTA hat gerade Insolvenz angemeldet. 3260
Beschäftigte sind davon betroffen. Porsche wird wohl 5000 Stellen und BMW weltweit
8000 Stellen abbauen. Auf diese Weise landen immer mehr Menschen in den Sozial-
kassen, die von immer weniger werdenden Arbeitnehmern aufgefüllt werden müssen.
Die Arbeitslosigkeit wird also, wie die Armut, unweigerlich zunehmen.
Im Juni 2026 waren knapp drei Millionen Menschen arbeitslos. Das sind 22.000 mehr als
im Vorjahr zur gleichen Zeit. Wenn das so weitergeht, darf man – für die kommenden
Jahre tatsächlich schon mal schwarzsehen – oder?
Und da kommt Elon Musk ins Spiel, denn der geht davon aus, dass sich in zehn Jahren
– also 2036 jeder Mensch auf der Welt alles leisten kann, was er will. Na, wenn das mal
keine Ansage ist! Wie kommt er darauf? Ganz einfach, - aber dazu später.
Das setzt allerdings voraus, dass bis dahin keine weiteren Kriege ausbrechen, und die
bestehende Kriege überall auf der Welt beendet werden. Kein Asteroid auf der Erde ein-
schlägt und sonstige mögliche Katastrophen ausbleiben. Und natürlich, dass sich Elon
Musk's Ankündigung auch in die Tat umsetzen lässt. Er behauptet jedenfalls, dass das,
was er vorhersagt, auch eintreten wird. Und was er vorhersagt, erscheint so unwahr-
scheinlich, dass es sehr schwerfällt, daran zu glauben.
Er sieht in zehn Jahren eine Ära der »unglaublichen« Fülle.
Andererseits geht er allerdings auch davon aus, dass die KI in den kommenden fünf
Jahren die gesamte Summe der menschlichen Intelligenz übertreffen könnte. Außerdem
werde die Arbeit optional, weil KI-Systeme und Roboter die meisten digitalen und
körperlichen Jobs übernehmen werden. Spätestens jetzt muss man doch fragen, wovon
sollen die Menschen dann leben? Aber auch hier hat er eine Antwort. Er meint, wenn
es keine Arbeit mehr für die Menschen gäbe, dann werde ein »universelles hohes Ein-
kommen« für die Menschen durch eine großangelegte Umverteilung des Vermögens
erforderlich sein. Ob da alle mitmachen, also die Superreichen und Reichen, kann ich
mir beim besten Willen nicht vorstellen. Aber was, wenn die Finanzblase platzt, denn
das Geld, das in der Welt herumtransferiert wird, ist real gar nicht vorhanden. Ob man
das bedacht hat?
Allerdings habe ich vor einiger Zeit gelesen, dass auch der große Führer vom Reich der
Mitte eine ähnliche Vorstellung hat. Auch er spricht sich dafür aus, dass eine Umver-
teilung von oben nach unten stattfinden muss, um die Armut in der Welt abzuschaffen
Eine fromme und edle Vorstellung, wenn sie sich denn in die Tat umsetzen ließe.
Mir kann es egal sein, denn in zehn Jahren, das heißt schon vorher, schaue ich mir die
ganze Entwicklung von einer der weißen Watteweichenbällchenwölkchen mit der
Nummer 77 an.
Vor einiger Zeit hatte ich hier schon mal geschrieben, dass sämtliche Machthaber unbe-
dingt zum Wohle der Menschheit zusammenarbeiten und kooperieren sollten. Aber
solange alte Männer, irre Flausen von Krieg, Vermögen, Reichtum, Luxus, Deals und
Diktatur im Kopf haben, wird wohl kaum etwas daraus werden. Glücklicherweise leben
solche irren Typen nicht ewig. Ob es danach besser wird? Ich wage das zu bezweifeln.
Aber wie so oft, nach dem Chaos – könnte tatsächlich wieder Ordnung herrschen, wenn
ja, wenn das Wörtchen »wenn« nicht wäre.
Schaun wir mal – es bleibt ohnehin spannend, wie es in und mit der Welt weitergeht.
Übrigens von wegen der Vermögensumverteilung resp. Schulden.
Nahezu alle 190 Länder in der Welt sind verschuldet. Bei den absoluten Schulden
in US-Dollar oder Euro führen die USA mit knapp 40 Billionen US-Dollar.
Gefolgt von Venezuela und dem Sudan. Japan und China gehören ebenfalls zu den
Staaten mit den absolut höchsten Gesamtschuldenbeträgen.
Dagegen ist das weltweite Privatvermögen stark gestiegen und ungleich verteilt.
Es gibt auf der Welt 23 Millionen Millionäre (in US-Dollar), die meisten davon in
den USA, Japan und Deutschland sowie 3000 US-Dollar-Milliardären. Wobei der
wohlhabendste Mensch der Welt immer noch Elon Musk mit
986.000 Milliarden Dollar ist.
Also mir würde schon eine davon reichen ;o))
Allerdings – was sollte ich damit anfangen? Ich wüsste es wirklich nicht. Man kann,
pro Person, nur aus einer Tasse trinken, von einem Teller essen und in einem Bett
schlafen! (Na ja, manchmal auch zu zweit in einem Bett – dann spart man schon
wieder ein Bett ;o))) Wer mehr davon hat, hat schon zu viel!
~*~*~*~
Geld ist besser als Armut –
wenn auch nur aus finanziellen Gründen.
Woody Allen (* 1935)
ist ein US-amerikanischer Filmregisseur, Autor und Schauspieler
~*~





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