Montag, 25. Juli 2022

Langeweile ?

 Wie kommt Langeweile zustande?

 

Langeweile scheint für viele Menschen ein Zustand zu sein, in dem sich nichts
ereignet, in dem einfach nichts geschieht. Ein Zustand, in dem Stillstand herrscht.
In diesem Zustand scheint man nur darauf zu warten, dass die Zeit vergeht oder
dieser Zustand ein Ende hat, wodurch auch immer.
Langeweile kommt zustande, wenn man nichts mit sich selbst anzufangen weiß;
wenn man es nicht mit sich selbst aushält; wenn man selbst leer ist. Aus diesem
selbst-leer-sein, entsteht genau diese Leere, die als Langeweile empfunden wird
und vor der man fliehen möchte.
Der Stillstand, dieses nichts mit sich anzufangen wissen, scheint für viele Menschen
ein unerträglicher Zustand zu sein, aus dem heraus sie sich in eine Betriebsamkeit
oder Ablenkung flüchten, nur um sich nicht mit sich selbst beschäftigen zu müssen.
So, als hätten sie Angst, sich selbst zu begegnen oder sich gar selbst kennenzu-
lernen. Anstatt diese Stille, diesen Stillstand zu genießen, suchen sie nach einer
Tätigkeit, einer Beschäftigung, um sich von sich selbst abzulenken.
Erst wenn man sich selbst genügt, es mit sich selbst aushält und nicht mehr vor
sich selbst wegläuft, sondern in sich ruht und diese innere Ruhe zu schätzen weiß,
gibt es den Zustand der Langweile nicht mehr. Man würde ihn jedenfalls nicht als
solchen bezeichnen, sondern als Meditation empfinden, weil er uns gerade in
Zeiten der Schnelllebigkeit zur Entschleunigung und inneren Ruhe - zurück in
unsere Mitte führt.

 Nichtstun scheint für viele Menschen heute reine Zeitverschwendung zu sein.
Dabei ist gerade das Nichtstun, Langeweile zu haben, einfach mal still zu sitzen,
in-sich-zu-kehren, innezuhalten, zu entspannen, abzuschalten, damit Körper,
Geist und Seele zur Ruhe kommen, so wichtig und wohltuend.
Wer immer nur herum hastet und jede Minuten seines Lebens verplant, dem wird
irgendwann die Puste ausgehen. Es tut gut, ab und zu eine Leere auszuhalten,
den Kopf wieder freizubekommen, innezuhalten, nichts zu tun und einfach mal in
sich selbst hineinzuhören, statt sich von außen mit allen möglichen Informationen
von sich selbst ablenken zu lassen.

Es ist unmöglich, all diese Informationen, mit denen wir täglich konfrontiert
werden, zu verarbeiten, ohne auch mal abzuschalten, innezuhalten und die Stille
auf sich wirken zu lassen, um wieder zu sich selbst zu finden.
 
Vielleicht sollten wir uns öfter einmal fragen, lebe ich eigentlich noch, nehme
ich das Wesentliche eigentlich noch wahr, oder existiere und funktioniere ich
nur noch.

Ein Tag ist ein Tag,
eine Stunde, eine Stunde.
Wie schnell eine Stunde vergeht,
erleben wir jeden Tag.
Und keiner dieser Tage
ist wiederholbar.
Jeder dieser Tage
ist unwiederbringlich vorbei !

~*~
 

 Darum lehrte Buddha:
Lass deinen Geist still werden wie einen Teich im Wald.
Er soll klar werden, wie Wasser, das von den Bergen fließt.
Lass trübes Wasser zur Ruhe kommen, dann wird es klar werden,
und lass deine schweifenden Gedanken und
Wünsche, zur Ruhe kommen.

~*~
 
 Ich kann zwar nicht über Langeweile klagen, dennoch muss ich mir immer wieder
bewusst machen, wie wichtig es ist, zur Ruhe zu kommen, um in diesen Zeiten
nicht völlig zu verzweifeln. Allerdings schreibe ich auch oft, um den Kopf freizube-
kommen, aber auch, um den Wandel in die "neue Zeit", die Transformation, die
Zeitenwende, die jeden von uns betreffen wird, zu verstehen und aus meiner ur-
eigenen Sicht wie in einem Tagebuch festzuhalten - eben nur öffentlich.
 
Wer Langeweile empfindet und nichts mit sich anzufangen weiß,
sollte diese Zeit vielleicht einfach nutzen, in sich selbst einzukehren.
 
~*~
 
Lerne dich selber verstehen
 
Dalai Lama
 
~*~

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Donnerstag, 21. Juli 2022

Was für ein himmlischer Segen

 im wahrsten Sinne des Wortes.
Es regnet !  Wahrlich ein großer Segen !

Was für eine Freude ! Schon in der Nacht fielen die ersten Tropfen.
Eigentlich hatte ich auf das ungekündigte Gewitter gewartet und 
vorsichtshalber alle Fenster geschlossen.
Und dann, mitten in der Nacht, wurde ich geweckt, aber nicht etwa vom
Gewitter, sondern vom Regen, dieses Geräusch, das ich so sehr liebe.
Sofort war ich hellwach und öffnete die Fenster. Was für ein wunderbarer
Regen, der da vom Himmel fiel. Die Natur lechzte geradezu nach diesem
köstlichen Nass. Wie ich mich mit ihr freute !

 
Ließen doch gerade die Rhododendren bereits ihre Blätter hängen und
sahen völlig verdurstet aus. Viele - allen voran der Rasen, schienen in den
heißen Sonnenstrahlen bereits zu verbrennen oder zu vertrocknen.
Die Rosen litten ganz besonders unter dieser Hitze und wiesen Brand-
flecken auf. Auch die vielen Farne, die den Sonnenstrahlen ausgesetzt
waren, drohten zu vertrocknen, obwohl ich sie zwischendurch immer wieder
mit Wasser versorgte. Nur den Tomaten ist die Sonne gut bekommen.

 
Nun aber regnet es, und zwar schon den ganzen Tag. Es ist dieser wunderbare
Landregen, der so gleichmäßig vor sich hin plätschert. Es ist ganz still draußen,
die Natur, die Vögelchen und alle anderen Garten- und Waldwesen scheinen
diesen Regen schweigend zu genießen. Nur das Plätschern ist zu hören. Ich freue
mich so über diesen Regen, zumal in den letzten Tagen durch die andauernde
Trockenheit und Hitze, die Waldbrandgefahr extrem hoch war. Die Bäume verloren
bereits Blätter, die ausgetrocknet auf die Wege segelten. Dazu wehte ein heißer,
relativ starker Wind, wie ich ihn hier noch nicht erlebt hatte.
 
Die angekündigten 40 Grad wurden hier zwar nicht erreicht, aber immerhin
doch 33,2 Grad. Und so hatte ich kein schlechtes Gewissen, einfach nur zu
faulenzen und das habe ich ausgiebig getan. Will heißen, ich habe mich
ausschließlich im Schatten aufgehalten und viel gelesen. Auch das war eine
wahre Freude und hat unglaublich gut getan. Heute dagegen bei nur 20 Grad ist
es fast wieder richtig kühl - aber sehr angenehm.
 
 
So gibt es also auch in diesen unwirklichen Zeiten immer wieder einen Grund
zur Freude. Ja, diese Zeit kommt mir manchmal wirklich so surreal vor, so, als
fände das alles ringsherum gar nicht statt. Noch sind die Auswirkungen, bis auf
die steigenden Lebenshaltungskosten und die Inflation handelbar, aber der
Winter und der Gasverbrauch stehen uns ja noch bevor. Noch immer scheinen
viele Bürger das Ausmaß dessen, was da auf uns zukommt, nicht zu realisieren.
 
Wenn man ein wenig weiter in die Zukunft schaut, dann wird uns China noch
ziemliche Sorgen bereiten, denn dort scheint man keinen Halt zu kennen und
die Absicht zu hegen, den Westen überrollen zu wollen. Sowohl wirtschaftlich
als auch in Teilen geopolitisch. Dieser Diktator scheint es auf die Weltherrschaft
abgesehen zu haben, um eine neue Weltordnung zu etablieren. Autokratie statt
Demokratie. Der Westen und die liberalen Demokratien tun daher gut daran,
gerade jetzt unseren Frieden, unsere Freiheit und unsere Menschenrechte zu
verteidigen. Das alles könnten wir unter der Tyrannei von Autokraten schneller
verlieren, als uns lieb sein kann.
Und da ist er dann wieder, dieser dunkle Schatten, der über der Zukunft
hängt und einen positiven und optimistischen Blick in eine helle, freudvolle
Zeit trübt.

Man kann sich eigentlich nur noch selbst motivieren, indem man versucht,
die Hoffnung, nicht zu verlieren und sich entsprechend auf diese Zeiten
einzustellen. Ja, und auch darauf, im Winter auf die gewohnte Wohlfühl-
Temperatur in Innenräumen zu verzichten.
Das schaffen wir !

~*
Die Welt gehört nicht den Führern.
Die Welt gehört der gesamten Menschheit.
Dalai Lama

~*~

Und das müssen wir den autokratischen Führern dieser Welt verdeutlichen.
Es kann nicht sein, dass ein paar Egomanen, Despoten, Tyrannen und Diktatoren
eine Bevölkerung von 8 Milliarden Menschen auf diesem Planeten
beherrschen, deren Rechte ignorieren und mit Füßen treten sowie andere Länder
überfallen, mal eben so zerstören und unschuldige Menschen töten.
Was bildet sich dieser kleine Macho im Kreml eigentlich ein !?

~*~

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Montag, 18. Juli 2022

Stundenzeiger des Lebens

 Das Leben besteht aus seltenen einzelnen Momenten
von höchster Bedeutsamkeit und unzähligen vielen Intervallen,
in denen uns bestenfalls die Schattenbilder
jener Momente umschweben.

Die Liebe, der Frühling, das Meer,

das Gebirge, der Mond, jede schöne Melodie -
alles redet nur einmal ganz zum Herzen:
Wenn es überhaupt je ganz zu Worte kommt.
Denn viele Menschen haben jene Momente gar nicht
und sind selber Intervalle und Pausen
in der Symphonie des wirklichen Lebens.
 
Friedrich Nietzsche
 
~*~
 
Gerade in schwierigen Zeiten, wie wir sie derzeit erleben, in Zeiten eines
Krieges in Europa und den schrecklichen Folgen, die dieser Krieg mit sich
bringt, sollte man einen ruhigen Geist bewahren und gelassen bleiben.
 
Von allen Seiten prasseln Bedrohung auf die Menschheit nieder. Sei es die
nicht enden wollenden Pandemie, mit immer neuen Mutationen, die Energie-
krise, die Gasknappheit, der Klimawandel mit einer extremen Hitzewelle über
Europa und unzähligen Waldbränden, die Gefahr eines 3. Welt- oder Nuklear-
krieges, die Möglichkeit einer Wirtschaftskrise mit der Folge von Arbeits-
losigkeit und weltweiten Hungersnöten, weiter steigende Lebenshaltungs-
kosten, einer massiven Inflationsrate, dem Euro unter starkem Druck und
jeden Tag neue Horrormeldungen.
Europa, ja die gesamte Welt scheint aus den Fugen zu geraten und wenn
jetzt der russische Despot den Gashahn nicht wieder aufdreht, dann steht uns
in Europa eine Krise bevor, die es in sich hat und deren Folgen derzeit niemand
vorhersagen kann. Nur, dass es katastrophal sein wird, das ist absehbar.
 
So wie die Pandemie über die Menschheit gekommen ist, um zu bleiben, so
werden uns auch die Wetterextreme und die Umweltverschmutzung erhalten
bleiben, der Meeresspiegel wird weiter ansteigen, die Gletscher weiter dahin-
schmelzen so wie Dürre und Trockenheit zunehmen.

Es sieht nicht gut aus für die Menschheit, aber so lange wir keine anderen
Probleme haben und so wichtige Dinge wie das Gendern auf der Tagesord-
nung stehen und über Gender-Toiletten diskutiert wird, kann es uns so
schlecht gar nicht gehen.

Hier ist die Hitzewelle angekommen. Das Außenthermometer zeigt 31 Grad
im Schatten und die innerhäusige Wetterstation 28,6 Grad. Noch ist es gut
auszuhalten. Schaun wir mal wie es morgen bei den angekündigten 40 Grad
wird. Auf jeden Fall ziehe ich hohe (allerdings nicht zu heiß) Temperaturen
innen, wie außen einer kalten Wohnung, in der man frieren muss, vor. Sollte
die Gasheizung tatsächlich ausfallen, dann bleibt zwar noch der Kamin - und
ein kleines elektrisches Heizöfchen für das Badezimmer, den Heizungsrohren
würde das bei Frost allerdings gar nicht gut bekommen.
 
Wir werden sehen, was der Macho im Kreml mit den Europäern im Schilde
führt. Meiner Verachtung kann er sich so oder so sicher sein. Im Grunde tun
mir solche Menschen eigentlich leid. Sie leiden in den meisten Fällen unter
einem massiven Minderwertigkeitskomplex. Daher auch das Machogehabe.
Nun ja, sei's drum - diesem Mensch wird eh schon viel zu viel Beachtung
geschenkt, aber das war ja seine Absicht. Endlich kennt ihn und seinen
Namen die ganze Welt -, wenn auch im negativen Sinn:
Wladimir Wladimirowitsch Putin, der Tyrann !
 
Inzwischen ist zu lesen, dass sich in Russland, erheblicher Widerstand gegen
Putins Krieg in der Ukraine formiert. Untergrundaktivisten mit großer Gefolg-
schaft sollen dem Kreml-Chef das Leben schon jetzt schwer machen.
Wehrdienstverweigerer sowie Feuer in Fabriken und Brandanschläge auf das
Bahnnetz sind keine Seltenheit mehr.
Gut so - zeigt es ihm!

~*~
 
Beliebtheit sollte kein Maßstab für die Wahl von Politikern sein.
Wenn es auf die Popularität ankäme, säßen Donald Duck und
die Muppets längst im Senat.
Orson Welles
~*~

Und wir hätten endlich was zu lachen.
Nun ja, ein bisschen Spaß muss sein !
 
Wohl an denn - genießen wir das Leben - es ist zu kurz,
um Trübsal zu blasen - auch in diesen turbulenten Zeiten. 

~*~

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Fotos: Pixabay

Sonntag, 3. Juli 2022

Der Rosenmonat

war auch in diesem Jahr ein Monat der Freude. Mit dem Juli beginnt die
 "heiße Sommerzeit" in der ich wohl mehr faulenzen werde. Das heißt nur
das Nötigste in Haus und Garten erledigen und ansonsten die Sommertage
in vollen Zügen genießen. Unter einem Sonnenschirm lesen, denken,
dichten, träumen, mir ein Eis gönnen, mit den Knuddels viel chillen und
hoffen von schweren Unwettern verschont zu bleiben.
 
Die folgenden Fotos sind so nach und nach im Juni entstanden. Es ist wie
immer eine Freude, die Rosen in ihrer vollen Blütenpracht bewundern zu
können. Inzwischen blühen sogar ein paar Hortensien. Das ist eine ganz
besondere Überraschung, denn damit hatte ich aufgrund des späten Frostes
nicht mehr gerechnet.
 

 Wie schnell doch die erste Jahreshälfte vergangen ist! Viel zu schnell!
Die Zeit rennt nur so dahin und sie hält nicht viel Gutes für die Menschheit
bereit. Irgendwie rechnet man jeden Tag mit dem Schlimmsten. Hoffentlich
steht uns nicht wirklich ein kalter Winter ohne Gasheizung bevor. Das wäre
ganz besonders schlimm für die Menschen, die ihre Strom- und Gasrechnung
nicht mehr bezahlen können. Ein schreckliches Szenario. Die Folgen sind
nicht auszudenken. All das gehört zum Scherbenhaufen, den Merkel diesem
Land und Europa hinterlassen hat. Sie ist diejenige, die unserem Land den
größten Schaden nach dem 2.Weltkrieg zugefügt hat. Wie ich diese Frau verachte!

Es ist kaum zu glauben, was sich derzeit an den Flughäfen abspielt. Die Menschen
können einfach nicht aufs Reisen verzichten. Sie drängeln sich zu Tausenden in Warte-
schlangen auf Flughäfen und Bahnhöfen herum. Die meisten scheinen den Ernst der
wirtschaftlichen Lage im Land noch nicht erkannt zu haben. Da bleibt ein böses Erwachen
nicht aus. Auch die Lage in der Welt und in Europa verschlechtert sich zunehmend.
 
Dennoch werde ich mir die Freude am Garten und der Natur nicht nehmen lassen.
Es tut einfach gut, den Blick in das Blau des Himmels schweifen zu lassen und die
weißen Sommerwolken vorüberziehen zu sehen. Die Stille hier und das friedliche
Landleben tragen in hohem Maße dazu bei, das chaotische Weltgeschehen und
den Schatten des Krieges aus den Gedanken zu verbannen.

~*~
 
 Bewegt man sich zuversichtlich in die Richtung seiner Träume
und strebt danach, das Leben zu führen, das man sich vorstellt,
erlebt man Erfolge, die man nicht erwartet hat.
Henry David Thoreau
 
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Sonntag, 19. Juni 2022

Sommer, Sonne, Hitzewelle

 An diesen unerwartet heißen Junitagen bin ich für jedes schattige Plätzchen
im Garten dankbar. Aber auch für die wunderschönen Rosen, denen dieses
Wetter bisher bestens bekommt und natürlich allen anderen Blumen und
Pflanzen, Sträuchern und Bäumen, die mir so viel Freude bereiten.
Der Garten, von Freunden auch gerne als Paradies bezeichnet, ist wahrlich
ein Geschenk, für das ich wirklich von ganzem Herzen dankbar bin. Manchmal
kann ich dieses Glück kaum fassen, denn in einer Großstadt leben zu müssen,
ist für mich unvorstellbar geworden.
Heute also eine weitere Fotoauswahl einiger Garten-Impressionen im
Rosenmonat Juni.
 

 Manchmal wünschte ich mir, die Zeit anhalten oder zurückdrehen zu können,
wenn auch nur für eine kurze und in eine bestimmte Zeit.

Nein, jung sein möchte ich heutzutage nicht mehr, auch wenn ich wunderschöne
Erinnerungen mit früheren Zeiten verbinde. Auch das Heimatgefühl ist in dieser
kalten, oft brutalen und von Gewalt, Kriminalität, Ungerechtigkeit und Krisen
geprägten Zeit, verloren gegangen. Die Gedanken an die Heimat meiner Kindheit
und Jugend war geprägt von liebevoller Geborgenheit und Harmonie. Alles war so
friedlich, so unbeschwert, so vertraut. Heute dagegen ist mir mein Heimatland
fremd geworden - fremde Kulturen, mit denen unsere Werte und Traditionen immer
mehr verloren gehen.
 Es ist so traurig, so unfassbar, was aus diesem Land und der Welt geworden ist.
Alles ringsherum scheint irgendwie zusammenzubrechen. Eigentlich überrascht
mich das nicht weiter, denn man konnte es kommen sehen. Es war nur eine Frage
der Zeit, wann uns die Globalisierung und Abhängigkeit von Lieferanten aus aller
Welt um die Ohren fliegen würde. Eine Krise jagt die nächste und das scheint erst
der Anfang zu sein. Immer mehr, immer weiter, immer höher, immer schneller
muss einfach irgendwann kollabieren. Darüber habe ich schon vor etlichen Jahren
hier im Blog geschrieben. Jetzt scheint es so weit zu sein - ausgelöst von diesem
sich für einen Zar haltenden Kleingeist. Nun ja, irgendeinen Auslöser braucht es
wohl immer, egal welcher Grund dafür herhalten muss. Dummheit und Größen-
wahn haben auf dieser Welt in allen Jahrhunderten sehr viel Leid und Zerstörung
angerichtet. Daran wird sich auch in einer zivilisierten Welt wohl nichts ändern.
Macht führt eben auch zu Machtmissbrauch. Andererseits liegt in allen Krisen
auch ein Neuanfang. Die Menschen könnten sich wieder der Werte besinnen und
endlich begreifen, dass nichts, aber auch rein gar nichts selbstverständlich ist.
Auch keine warme Wohnung im Winter oder günstige Lebensmittel. Wir haben den
Wohlstand als Selbstverständlichkeit hingenommen und sehen nun, dass es keine-
wegs selbstverständlich ist, alles immer und zu jeder Zeit zur Verfügung zu haben.
Auch Frieden ist nicht selbstverständlich. Vielleicht sollten wir diese Krisenzeiten
einfach mal nutzen und über Wertschätzung, Dankbarkeit, Demut und
Genügsamkeit ausgiebig nachzudenken. Wir könnten lernen, wertzuschätzen,
statt wegzuwerfen und zu verschwenden.
Schaden kann es jedenfalls nicht.

~*~

Such nicht immer, was dir fehle,
Demut fülle deine Seele,
Dank erfülle dein Gemüt.
Alle Blumen, alle Blümchen,
und darunter selbst ein Rühmchen,
haben auch für dich geblüht!

Theodor Fontane
(1819 - 1898)

~*~

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Sonntag, 5. Juni 2022

Verregnete Pfingsten

haben auch ihre Vorteile. Dieser ausgiebige Landregen ist ein Segen für die Natur,
denn die heißen Sommertage werden sicherlich schon in den Startlöchern stehen.
Schade ist nur, dass die Rosen unter diesem starken Regen leiden werden. Die
Rhododendren sind bereits verblüht, sodass der Regen ihnen nichts mehr anhaben
kann. Und ich bin froh, dass sich dieses "schlechte" Wetter bisher nicht wie ange-
kündigt zu einem Unwetter mit Hagel, Gewitter, Sturmböen und Tornados ent-
wickelt hat. Dennoch sieht es, wenn ich aus dem Fenster schaue, ziemlich ungemüt-
lich aus da draußen, obwohl ich solche Landregentage eigentlich sehr gerne mag.
Also habe ich die Zeit genutzt und mal wieder alle Fotos der letzten Wochen sortiert
und daraus Collagen gezaubert. Das hat bei einer Kanne heißem Tee - es ist merk-
lich abgekühlt - richtig Freude gemacht. Man kann eben allem auch eine positive
Seite abgewinnen.
Es gibt viel anzuschauen - von allem etwas - bei Regen und bei Sonnenschein.

Sie blühen jetzt, Rosen, Lupinen und Deutzie
Leonardo da Vinci, mit der Königin des Waldes, dem Fingerhut
Auch das gibt es im Garten, d.h. im Hochbeet: Salat, Radieschen,
scharfe Pepperoni
Salbei, Minze von Stecklingen gezogen und die Petersilie von Samen
Eden-Rose, Funkie und ein Zweig des Japan-Bäumchens im Regen
Regentropfen mit Fliege
Regentropfen gehören zu meinen Lieblingsmotiven

Fingerhüte und gefüllte Petunien
Abenddämmerung über dem Wald und Wildblumen
No-name-Rose, Walderdbeeren und Farn mit Funkien
Deutzie, Eden-Rose und Holunderblüte
Märchenrose, Leonardo da Vinci-Rose und Bauernjasmin
Blick aus dem Fenster in den Garten, Deutzie und Sebastian Kneipp-Rose
Und weitere Garten-Impressionen

 Johannisbeeren, die ersten Äpfel und der Holunderstrauch

~*~

Es ist mir inzwischen tatsächlich gelungen, meinen Nachrichten-Konsum merklich
zu reduzieren. Und ich stelle fest, es bekommt mir richtig gut. Informiert bin ich
trotzdem, weil ich das, was mich wirklich interessiert lese und alle anderen Schlag-
zeilen nur mal so überfliege. Dafür habe ich sehr viel mehr Zeit im Garten mit den
Knuddels verbracht, was uns allen aufgrund der Bewegung gutgetan hat. Natürlich
haben wir auch gefaulenzt. Ich wäre nicht ich, wenn ich mir nicht in der Mittagszeit
eine längere Pause auf der Liege entweder unter einem Sonnenschirm oder der
Markise gönnen würde.
Es ist jedes Jahr eine Wohltat in den blauen Himmel und all das Grün und Blühende
zu schauen - die Seele baumeln zu lassen. Es blüht alles so früh und wunderschön
in diesem Jahr und es wächst wie verrückt. Meine kleinen, weißen Vampire haben
sich vom Acker gemacht und die Blattläuse gleich mitgenommen.
Die Bienen und Hummeln tummeln sich überall dort, wo gerade etwas blüht. Nur
Schmetterlinge sehe ich kaum - vielleicht ist es auch noch ein bisschen zu früh.
Meist tauchen sie ja erst im Juni oder Juli auf. Schaun wir mal, wer uns so alles
besucht. Die Wärme - nicht Hitze - tut einfach gut - ich genieße es sehr, auch
wenn die Pfingsttage, mit gerade mal 20 Grad, recht kühl sind. Dafür ist die Luft-
feuchtigkeit mit 92% sehr hoch. Nun ja, besser, als wenn alles zu trocken ist.
 
Ich mag es so sehr, dem Regen zu lauschen. Selbst das ist Balsam für die Seele
und wer möchte in diesen Zeiten seiner Seele nicht etwas Gutes tun !? 

~*~
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