Freitag, 26. Dezember 2025

Geschichten zwischen den Jahren: "Robin und Balu"

Draußen tanzten die Schneeflocken lautlos gegen die Fensterscheibe, während drinnen das Feuer im Kamin knackte. Der Duft von Tannennadeln und frisch gebackenen Plätzchen erfüllte den Raum, doch der siebenjährige Robin spürte nichts von der festlichen Leichtigkeit. Er saß mit angezogenen Knien auf dem dicken Wollteppich.


Ihm gegenüber saß Balu, sein treuer Gefährte und Spielkamerad, mit weisen, bernsteinfarbenen Augen. Balu's Ohren zuckten, als Robin zu sprechen begann.
„Ich habe es heute im Fernsehen gesehen, Balu“, flüsterte der Junge. „Die Häuser hatten keine Dächer mehr.  Feuer war zu sehen und aus den Fenstern stieg Rauch auf. Da war nur noch grauer Staub, Schutt und Asche, wo eigentlich Gärten sein sollten. Und die Kinder... sie hatten keine Spielzeuge in der Hand, sondern nur Decken. Da war viel Schnee und sie froren. 
Balu hob den Kopf und neigte ihn ein wenig zur Seite. Er spitzte die Ohren und fixierte Robin mit einem Blick, der so intensiv war, als verstünde er jedes einzelne Wort.
„Warum machen die Soldaten das?“, fragte Robin leise. „Warum hören sie nicht einfach auf? Es ist doch Weihnachten. Denken sie nicht daran, dass die Kinder dort Angst haben? Warum ist Zerstören einfacher als Bauen?“

In der Stille des Zimmers schien das Ticken der Wanduhr lauter zu werden. Robin suchte in den Augen seines Hundes nach einer Antwort, die die Welt der Erwachsenen ihm nicht geben konnte. Balu erhob sich langsam. Er stieß ein tiefes, sanftes Seufzen aus, trat einen Schritt vor und legte seinen Kopf direkt auf Robin’s Knie.
Robin kraulte dem Hund gedankenverloren hinter den Ohren. „Du würdest das nicht tun, oder? Du verstehst nicht, was eine Grenze ist oder wer recht hat. Du siehst nur, ob jemand ein Freund ist.“
In diesem Moment begriff Robin etwas, das so simpel wie tiefgründig war. Er sah die Spiegelung der Lichterkette in Balu’s Augen. Er erkannte, dass die Antwort der Soldaten nicht in Logik zu finden war, sondern in dem, was ihnen fehlte. Es war die Fähigkeit, die Welt so zu sehen wie Balu. Ohne Vorurteile, ohne den Hunger nach Macht, nur mit dem Bedürfnis nach Wärme und Gemeinschaft.

Robin stand auf und ging zum Weihnachtsbaum. Dort lag ein kleiner, hölzerner Stern, den er in der Schule gebastelt hatte. Er nahm ihn in die Hand, kehrte zum Kamin zurück und legte ihn vor Balu auf den Teppich. „Wir können die Häuser dort drüben nicht aufbauen, Balu“, sagte er fest, während eine Träne über seine Wange rollte. „Aber wir dürfen nicht vergessen, dass sie da sind, dass die Menschen dort leiden und viele alles verloren haben. Wir müssen so viel Licht hier drin behalten, dass es irgendwann bis dorthin reicht und wieder Frieden einkehrt.“
Balu stupste den hölzernen Stern mit der Nase an und wedelte dann ein einziges Mal kräftig mit der Rute. Es war kein fröhliches Wedeln, sondern ein feierliches Versprechen. In diesem kleinen Wohnzimmer, weit weg vom Lärm der Raketen und Drohnen, bewahrten ein Junge und sein Hund den Frieden. Robin drückte Balu an sich. Er hoffte so sehr, dass die kaltblütigen Herrscher der Welt, die so viel Leid und Zerstörung über die Menschen brachten, eines Tages lernen würden, die Welt durch die Augen eines Kindes und das Herz eines treuen Hundes zu sehen.

~*~

Es gibt Zeiten, in denen man die Stille eines Tieres braucht,
um sich von den Menschen zu erholen.
(unbekannt, aber ich stimme dem uneingeschränkt zu.)

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Besinnliche und friedliche Weihnachten 
Merry Christmas 

~*~
🙏God bless Ukraine and Israel 🙏
~🌟🎄🌟🎄~🙏~🎄🌟🎄🌟~
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🌟Bild mit KI erstellt by Lauras Home and Garden🌟

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