sie könne
gegen ihre Natur, ihre Einstellung und Überzeugung handeln,
dann wird sie rasch eines Besseren belehrt und das ist auch gut so.
Abenddämmerung am Rhein bei Niedrigwasser in der Nähe von Düsseldorf
Denn wenn es
etwas gibt, das ich absolut nicht hinnehmen kann, dann ist es
Ungerechtigkeit. Ich war immer gegen Ungerechtigkeit und werde immer gegen
Ungerechtigkeit sein.
Einige
Journalisten scheinen der Meinung zu sein, dass es einen neuen deutschen
Hass gegen Fremde
gibt. Dieser
Meinung bin ich absolut nicht !!!
Es ist kein
Hass gegen die Fremden, den die Mehrheit der Deutschen hegt, sondern
ein
wachsender Unmut, der sich gegen die Regierenden richtet. Dieser Unmut
rührt daher, dass die Bürger den Regierenden nicht abnehmen, die
Flüchtlingskrise
im Griff zu haben.
Viele
Menschen in diesem Land sind – genau wie ich – immer noch der Meinung,
dass den wirklich Schutzbedürftigen
geholfen werden muss. Wohl bemerkt – den
Schutzbedürftigen und nicht jedem,
der in diesem Land auf ein besseres Leben
hofft. Das ist jedoch seit Öffnung der Grenze
nicht mehr der Fall. Die Öffnung der
Grenze hätte eine Ausnahmesituation sein und
bleiben müssen. Da dies nicht
geschehen ist, sondern jeder der ins gelobte Land will, größtenteils sogar unkon-
trolliert, auch
reingelassen wird und ein Ende nicht absehbar ist, sind viele Bürger
zu Recht verunsichert.
Nicht zuletzt auch deshalb, weil der Flüchtlingsstrom
inzwischen Ausmaße angenommen
hat, der vielen Menschen Angst macht – zumal
Mutti Merkel eine Obergrenze strikt abgelehnt.
Viele
Menschen empfinden es außerdem als ungerecht, dass für die Flüchtlinge
finanzielle
Mittel in astronomischer Höhe zur Verfügung gestellt werden,
während die Infrastruktur im Land vernachlässigt wird, Schulen, Brücken und
Straßen nicht saniert, repariert
bzw. renoviert
werden, Bildung und Gesundheits-
versorgung auf der Strecke bleiben, für Renten- und Lohnerhöhungen sowie für
bezahlbaren Wohnraum kein Geld vorhanden ist.
In dem
Zusammenhang machte eine junge, alleinerziehende Mutter ihrem
Unmut Luft, als sie mir
erzählte, was sie über die Flüchtlingsunterkunft in ihrer
Nähe erfahren hatte. Sie
erzählte, dass auf dem großen Gelände einer ehe-
maligen Kaserne, in der britische Soldaten
stationiert waren, nun Flüchtlings-
familien eingezogen seien. Dort, inmitten eines weiten Kiefernwaldes gelegen,
befindet sich aber nicht nur die Kaserne (40 Mannschaftsunterkünfte), sondern
dort stehen auch
400 Einfamilienhäuser mit Garten, in denen die Soldaten mit
ihren Familien bis zu ihrem Auszug lebten.
Diese
Einfamilienhäuser, so erzählte die junge Mutter weiter, seien vor dem
Einzug
der Flüchtlinge, alle frisch renoviert und saniert worden. Die Häuser
seien komplett
mit neuen Badezimmern, Küchen und neuen
Möbeln ausge-
stattet worden. Dafür zahlten die Flüchtlinge natürlich keine Miete und alles
andere, wie Mahlzeiten, Strom, Gas, Wasser usw. sei natürlich auch kostenlos.
Außerdem bekämen sie noch Bargeld und müssten nichts dafür tun. Sie
dagegen
müsse jeden Tag arbeiten, könne sich nur eine kleine Wohnung leisten und wisse
oft
nicht, wie sie mit ihrem kleinen Gehalt über die Runden kommen soll. Das
empfindet sie als sehr ungerecht und sie ist
daher auch nicht besonders gut auf
ie Flüchtlinge zu sprechen. Von Hass gegen
die Flüchtlinge kann allerdings
keine Rede sein. Ihr Unmut
richtet sich viel mehr gegen die Regierenden.
Ich kann den
Unmut der jungen Mutter gut nachvollziehen. Aber was kümmert
es diejenigen, die in ihren
realitätsfernen Elfenbeintürmen residieren, einander
feiern, mit Preisen überhäufen und gar nicht wissen oder wissen wollen, wie es
denen »da unten« geht, welche Sorgen und Probleme diese Menschen haben.
Es ist ein
Trauerspiel ersten Grades, dass es in unserem »ach so reichen Land«
so viele arme
Bürger gibt, die Kinderarmut zunimmt und Rentner oft nicht
wissen, wie sie jeden Monat über die Runden kommen sollen.
Nein, Hass
ist das nicht, (außer vielleicht bei einigen Dumpfbacken), was viele
Menschen in diesem Land empfinden. Es ist Unverständnis, wachsender
Unmut, bis hin zu blanker Wut gegenüber den Regierenden.
Ich kann daher
Menschen nicht verstehen, denen das alles am Allerwertesten
vorbeigeht, denen die Sorgen und Ängste der eigenen Mitbürger gänzlich egal
zu sein scheinen – nach dem Motto: Hauptsache, mir geht es gut, ich bin nicht
betroffen, profitiere vielleicht sogar noch davon - und überhaupt - nach mir
die Sintflut.
Mir tut
diese junge Mutter leid, so wie mir alle Menschen leidtun, die sich als
Bürger und Bürgerinnen dieses Landes gegenüber den Flüchtlingen benach-
teiligt und ungerecht behandelt fühlen. Diese Menschen hegen keinen Hass.
Diese Menschen fühlen sich neben der empfundenen Benachteiligung, außer-
dem verunsichert.
Sie sind besorgt, sie haben Angst vor der fremden Kultur, vor dem Verlust
unserer Werte und Kultur sowie der zunehmenden Kriminalität. Das ist nur
allzu menschlich und zutiefst verständlich.
Ich habe eher große Bedenken, als dass ich Angst hätte. Insbesondere, wenn ich
Ich habe eher große Bedenken, als dass ich Angst hätte. Insbesondere, wenn ich
an die Zukunft in diesem Land denke. Es werden noch gewaltige Probleme
auf dieses Land zukommen, die enorme Auswirkungen in jeder Hinsicht haben
Und mir soll
bitte keiner sagen, dass es Ungerechtigkeit schon immer gab.
Mord und
Totschlag gab es auch immer schon. Und nur, weil es Mord und
Totschlag schon immer
gab, rechtfertigt das die Tat als solche noch lange nicht,
sondern muss
bestraft werden. Das Gleiche
gilt auch für Ungerechtigkeit.
Ungerechtigkeit
zu tolerieren, nur weil es sie schon immer gab, kann ja
nicht
bedeuten, nichts mehr gegen Ungerechtigkeit machen zu müssen.
Wenn nichts gegen Ungerechtigkeit unternommen wird, wird es auch keine
Gerechtigkeit geben. Und mangelnde Gerechtigkeit führt nun mal zu Unmut
Gerechtigkeit geben. Und mangelnde Gerechtigkeit führt nun mal zu Unmut
und kann den sozialen Frieden erheblich gefährden.
2.500
Flüchtlinge sollen auf dem eingezäunten Gelände der ehemaligen Kaserne,
am Rande des kleinen Ortes mit nur 5000 Einwohnern, untergebracht werden.
In einer Gegend auf dem Land, die keineswegs genug Arbeitsstellen für so
viele Menschen bietet.
Wie also soll es auf Dauer mit diesen Flüchtlingen weitergehen,
wenn sie nicht in der Lage sein werden, sich selbst zu versorgen ?
am Rande des kleinen Ortes mit nur 5000 Einwohnern, untergebracht werden.
In einer Gegend auf dem Land, die keineswegs genug Arbeitsstellen für so
viele Menschen bietet.
Wie also soll es auf Dauer mit diesen Flüchtlingen weitergehen,
wenn sie nicht in der Lage sein werden, sich selbst zu versorgen ?
~*~
Jeder muss den Mut zu seiner Meinung haben,
meinte auch schon Alexander von Humboldt.
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Jeder muss den Mut zu seiner Meinung haben,
meinte auch schon Alexander von Humboldt.
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Nachtrag: 12. Februar 2016
Soeben lese ich:
BMin Barbara Hendricks fordert zusätzlich 1,3 Milliarden Euro pro Jahr.
Die Bundesbauministerin will den sozialen Wohnungsbau
fördern.
So solle Konkurrenz zwischen Flüchtlingen und Einheimischen
vermieden werden.
Quelle:
ZEIT ONLINE
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Hallo Laura,
AntwortenLöschenund schwupps war mein Text weg.
Wollte u.a. auch sagen: Das Thema, die Problematik läßt dich halt doch nicht los !?!
Geht mir aber genauso, weil man ja tagtäglich damit konfrontiert wird.
VG
Oskar
Wie schade, lieber Oskar, dass dein Text im Nirwana verschwunden ist :-(.
AntwortenLöschenDoch ich danke dir sehr für deinen Besuch und deine Kommentare.
Nein, man kann das weltweite Geschehen ja nicht einfach ignorieren. Es beschäftigt mich schon sehr, zumal wir (so Gott will) ja noch ein Weilchen auf dieser Erde verweilen werden. Da stellt man sich ja zwangsläufig schon die Frage, wohin das alles führen wird.
Aber man muss eben auch mal abschalten und sich Zeit für die angenehmen Seiten des Lebens nehmen, sonst wird es schwer, dass alles zu verdauen.
Also, machen wir wie immer das Beste aus der Situation.
Liebe Grüße für dich und viel Freude beim Wandern in deiner schönen Umgebung.
Laura