Samstag, 16. November 2019

Das ist eine gute Nachricht

die uns da vor ein paar Tagen durch die Medien übermittelt wurde und
eine überraschende dazu.
In einer Studie sowie durch eine Umfrage wurde jetzt herausgefunden,
dass die Deutschen so zufrieden und glücklich sind, wie noch nie zuvor.
Der eine oder die andere mag das ebenso vernommen haben.
Also wenn das kein Anlass für Freudensprünge ist !
 
 
 
Es handelt sich sogar um eine repräsentative Umfrage, leider weiß ich nicht
mehr von welchem Institut. An der Umfrage nahmen 5 Tausend und an der
Studie 25 Tausend Personen über ein Jahr ab einem Alter von 16 Jahren teil.
In unserem Land leben ungefähr 65 Millionen Menschen, die älter als
16 Jahre sind.

Mich hat das Ergebnis insofern überrascht, als die Stimmung im Land
eigentlich das Gegenteil widerspiegelt. Es ist außerdem erstaunlich, dass
die Befragten trotz zunehmender Armut, trotz Kinderarmut, trotz
bröckelnder Infrastruktur, maroder Schulen, fehlender Lehrer und Pflege-
kräfte, trotz Wohnungsmangel und steigender Mieten, so zufrieden und
glücklich sind wie nie zuvor. Sie scheinen sich weder Sorgen über die
zunehmende Kriminalität und Gewalt, über die mangelnde Sicherheit im
Land, die Verrohung der Gesellschaft und Sprache, sowie Hass und Hetze,
noch über die möglichen Auswirkungen des Klimawandels oder gar um
die Zukunft im Allgemeinen zu machen.
Selbst der drohende Verlust von Meinungsfreiheit, von Bildung, von
Demokratie und Freiheit sowie der wachsende Links- und Rechtsextremismus
und die Spaltung der Gesellschaft, scheint die Zufriedenheit der Befragten zu
beeinträchtigen. Wahrscheinlich ist vielen Arbeitnehmern heute noch gar
nicht bewusst, dass in ein paar Jahren jeder zweite Arbeitsplatz durch die
fortschreitende Digitalisierung resp. künstliche Intelligenz bedroht ist. Das
alles scheint keinerlei Einfluss auf das Leben dieser glücklichen und zufriedenen
Menschen zu haben. Unsere Regierung scheint demnach alles richtig zu machen.
 
Das ist doch wirklich mal eine richtig gute Nachricht zwischen all den Negativ-
Schlagezeilen. Ich finde es ist großartig, wenn Menschen trotz der aktuellen
Zustände im Land zufrieden und glücklich sind und sich über das Morgen
scheinbar keine Sorgen machen. Vielleicht haben sie sich aber auch mit der
Realität im Land abgefunden, oder aber sie nehmen sie gar nicht wahr.
Da kann man tatsächlich nur sagen: Weiter so !

Interessant wäre allerdings gewesen,  WER  befragt wurde.
Waren unter den Befragten z.B. auch verarmte Rentner, alleinerziehende
Mütter, Arbeits- und Obdachlose, Menschen in Pflegeheimen, Krankenhäusern
und sogenannten Brennpunktgegenden, Menschen in prekären Beschäftigungs-
verhältnissen. HartzIV-Empfänger oder hat man die Teilnehmer dieser Studie
gleich im Anschluss an ein Schlager-Klatsch-Konzert mit Florian Silbereisen
befragt, den ich übrigens recht sympathisch finde ;o).

Und was genau will man den restlichen knapp 65 Millionen Nichtbefragten
mit dieser Studie eigentlich sagen ? Dass es in diesem Land keinen Grund
für Unzufriedenheit gibt, dass in diesem Land alles bestens ist, keiner einen
Grund zur Klage hat? Dass wir tatsächlich gut und gerne in diesem Land
leben - alles Friede, Freude Eierkuchen ist ?
Warum spiegelt sich das dann nicht in den Gesichtern und Meinungen der
restlichen 65 Millionen Menschen wider ? Vielleicht weil viele Frauen sich
abends in der Dunkelheit nicht mehr alleine auf die Straße trauen ?

Der Studie nach zu urteilen, die ja repräsentativ sein soll, kann es demnach
tatsächlich so weitergehen wie bisher - trotz zunehmender Probleme und
drohender Altersarmut.

Ich denke viel mehr, dass man uns mal wieder einlullen will und
die Lage im Land schönredet, damit ja keiner auf die Idee kommt,
etwa nicht glücklich und zufrieden zu sein.
Man will uns nur nicht verunsichern.

Zur Erinnerung - die Studie und die Umfrage haben ergeben,
dass die Deutschen so zufrieden und glücklich sind,
wie noch nie zuvor !

Von wegen Sorgen wegen des Klimawandels, Plastikmülls und
Umweltverschmutzung, Verlust von Arbeitsplätzen, Migranten usw.
Das war gestern !



Ich sag's ja - jetzt ist die Zeit für Luftsprünge !

Wie kam ich nur darauf, dass wir in diesem Land Probleme haben könnten ?
Wie konnte ich nur annehmen, dass unsere Demokratie bedroht sei ?
Wie komme ich bloß darauf, dass unsere Freiheit und Meinungsfreiheit so nach
und nach eingeschränkt wird ?
Muss ich wohl alles nur geträumt oder meiner regen Fantasie
zu verdanken haben.

Es ist also alles bestens im Land !
Und Humor ist, wenn man trotzdem lacht !


Aber was bleibt einem schon anderes übrig ?!
Und ich habe mir solche Sorgen um unsere Heimat gemacht. Auch kürzlich
erst wieder, als ich in den Nachrichten vernommen haben, dass einige
Weihnachtsmärkte von Polizeibeamten mit Maschinenpistolen bewaffnet,
beschützt werden sollen.
Na, wenn das nicht für eine stimmungsvolle, weihnachtliche Atmosphäre sorgt.

Es ist alles in bester Ordnung in diesem Land.
Zumal ja auch noch einige IS-Rückkehrer gut und wohl behalten wieder in
unserem Land eingetroffen sind - alles kein Grund zur Sorge.
Auch dass gerade mal wieder ein Terroranschlag vereitelt wurde - alles halb
so wild.
Wir sind alle glücklich und zufrieden - wie nie zuvor - auch wenn wir gerade
zusätzlich Gefahr laufen, unseren Wohlstand aufs Spiel zu setzen !
Was soll's !

Möge man mir diesen etwas ironisch-sarkastischen Beitrag nicht übel nehmen.
Ich kann in dem Fall einfach nicht anders und halte es wie Sloterdijk der meint:
"Wer die Welt um sich herum zu ernst nimmt, wird verrückt".

Also mache ich mich nicht mehr verrückt - oder sagen wir -
nicht mehr so oft und nehme das ganze Geschehen im Land und die Probleme
einfach nicht mehr so ernst.
Schließlich tut unsere Regierung das ja auch nicht !
 
 ~*~

Es gibt nur einen Weg, um Kritik zu vermeiden.
Nichts tun, nichts sagen, nichts sein.
Aristoteles
 
~*~  

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Fotos: Pixabay
 


Donnerstag, 14. November 2019

Aus dem Rhythmus

 Die Zeitumstellung und die Umstellung auf die tristen, trüben, dunkelgrauen
Novembertage, an denen es an manchen Tagen nicht einmal richtig hell wird,
empfinde ich in diesem Jahr als ziemlich heftig.
Mein gesamter Tagesrhythmus hat sich durch diese Umstellung verändert,
ist irgendwie ins Durcheinander geraten. Hinzu kommt, dass ich, weil es
morgens nicht richtig hell wird, viel später als noch vor ein-zwei Wochen
aufstehe. Sehr zum Unmut der Knuddels, die sich etwas mürrisch darüber
beschweren, dass ihnen ihr Frühstück nicht wie gewohnt, in aller Frühe serviert
wird. Recht haben sie ! Also erhebe ich mein müdes Haupt aus den warmen,
kuscheligen Federn und schwinge mich mit Elan aus dem Bett stehe gefühlt -
mitten in der Nacht auf.
 
 
 Es dauert eine Weile bis ich so richtig in die Gänge komme. Alles findet derzeit
mit einiger Verspätung statt. Bin ich im Sommer, wenn helles Licht durch die
Fenster scheint, gleich morgens heiter und guter Dinge, so muss ich mich an
diesen gewöhnungsbedürftigen trüben Tagen regelrecht aufraffen.
 
 
Nach dem Frühstück mit frischem, heißen Kaffee werden meine müden
Lebensgeister so ganz allmählich geweckt und teilen mir unvermittelt mit,
was so alles ansteht, an jedem Morgen. Also mache ich mich etwas neben
der Spur und wenig motiviert an die übliche Hausarbeit. Man könnte auch
sagen, .... und täglich grüßt das Murmeltier.
Na ja, ich übertreibe mal wieder. Ein wenig Abwechslung bringt selbst an
diesen trüben Tagen, eigentlich jeder Tag.
Ist die notwendigste Hausarbeit erledigt, geht's so lange es trocken ist - mit
den Knuddels raus an den Waldesrand oder in den Garten.
Und wenn's regnet, wie das in der letzten Zeit häufiger der Fall war, mit
einer Kanne Tee an den Sekretär zum Schreiben.
 

Gestern habe ich wieder ein wenig im Garten gewühlt. Mir kam es vor, als sei
von einem auf den anderen Tag, plötzlich alles Laub auf einmal von den
Bäumen gesegelt. Viele sind schon ganz kahl, andere tragen immer noch ihr
schönes goldenes Blätterkleid.
 
Gefegt habe ich die Wege und Terrassen und den hinteren Rasen vom vielen
Laub befreit. In diesem Jahr schießen besonders viele Pilze aus dem feuchten
Boden. Manche sind untertassengroß. Ich mag sie nicht so gerne - weil ich
nie weiß, welche giftig sind und welche nicht. Außerdem habe ich immer ein
wenig Bammel, dass die Knuddels neugierig sind und vielleicht mal probieren
wollen, wie so ein Geselle schmeckt - aber sie scheinen die Pilze gar nicht zu
bemerken - jedenfalls scheinen sie keinerlei Interesse an ihnen zu haben.
Dennoch passe ich immer auf wie ein Fuchs.
 
Heute werde ich die restlichen, blühenden Rosen zurückschneiden und sie auf
den Winter vorbereiten. Wieder Laub fegen und schon mal anfangen, mir über
die adventliche Dekoration innen und außen Gedanken zu machen.
In etwas über 2 Wochen ist ja bereits der 1. Advent. Kinder, wie die Zeit vergeht !
Ich freue mich auf die Adventszeit !
 
 
~*~
 
Auf blattlosem Ast
Sitzt allein die Krähe;
Herbstlicher Abend.
 
(Haiku von dem japanischen Dichter Basho 1643-1698)
 
~*~
 
Und gerade kommt die Sonne hinter den Wolken hervor -
also nichts wie raus in den Garten !!!
☺
~*~
 
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Montag, 11. November 2019

Die leeren Seiten

 Manchmal bleiben sie tagelang, ja wochenlang leer. Unberührt, weiß,
warten sie darauf, mit Worten gefüllt zu werden. Eins dieser kleinen
Büchlein habe ich, wenn ich unterwegs bin, immer in meiner Handtasche
bei mir. Zu oft gingen mir entweder eine Idee, ein Geistesblitz oder
Gedanken durch den Kopf, an die ich mich später zu Hause beim besten
Willen nicht mehr erinnern konnte. Sie waren weg, nicht mehr abrufbar -
mir aber wichtig. Und so habe ich mir im Laufe der Jahre angewöhnt, ein
solches Büchlein bei mir zu haben, um diese Gedanken gleich notieren zu
können. Sie dienen mir seither als Gedankenstütze.
 
 
Zu Hause liegen die größeren Kladden überall herum. Mal in dem einen, mal in
dem anderen Zimmer. Sogar in der Küche liegt eine solche Kladde bereit, weil
es schon vorkam, dass mir beim Kartoffelschälen etwas im Kopf herum
geisterte, seien es die ersten Zeilen eines Gedichtes, ein spontaner Gedanke
oder eine plötzliche Erkenntnis, die sofort notiert werden musste. Eine Kladde
hat ihren festen Platz auf meinem Nachtisch. Es gelingt mir nämlich immer
öfter, mich am frühen Morgen noch an meine Träume zu erinnern und die
schreibe ich dann gleich auf. Manchmal  mache ich mir sogar die Mühe und
schaue später nach, was diese Träume bedeuten könnten. Gleichzeitig wundere
ich mich allerdings darüber, dass ich es überhaupt in Betracht ziehe, eine
einigermaßen plausible Erklärung bzw. Deutung für das merkwürdige Geschehen
im Traum zu finden. Ich denke selbst Siegmund Freud hätte mir nicht weiter-
helfen können oder sich vielleicht köstlich amüsiert.


Geschrieben habe ich allerdings immer schon gerne. Bereits als Kind kannte
meine Fantasy kaum Grenzen. Das habe ich wohl meinem Vater zu verdanken.
Er war ein wunderbarer Geschichtenerzähler. Er besaß die Fähigkeit, sich die
spannendsten, lustigsten und traurigsten Geschichten auszudenken - einfach
so aus dem Stegreif - heraus. Damals gab es noch keinen Fernseher, nur Bücher
und ein Radio. Oft durften wir Kinder abends in der warmen Stube davor sitzen
und Hörspielen lauschen, während vor dem Fenster dicke Flocken vom Himmel
rieselten und im Ofen ein Feuer knisterte. Das werde ich nie vergessen. Es war
so heimelig, so warm, so behaglich. Wahrscheinlich genieße ich deshalb im
Winter auch heute noch diese wunderbare Kaminofenwärme und das behagliche
Wohlgefühl, welches mich durchströmt, wenn ich das lodernde Feuer beobachte.
 


Dieser Spruch stammt nicht von mir, der Autor ist leider unbekannt, aber
er ist so zutreffend, dass er in einem meiner Büchlein verewigt wurde.

Wie oft lassen wir uns tatsächlich vom Äußeren eines Menschen täuschen
und sind dann positiv überrascht, wenn wir ihn näher kennen lernen.
Und wie oft sind wir auf Menschen reingefallen, deren äußerer Schein uns
blendete und wir erst sehr viel später einen Blick hinter die Fassade dieses
Menschen werfen konnten, wo sich sein wahres Ich verbarg.
Menschen geben sich ganz selten so, wie sie wirklich sind. Das ist so eine
Art Selbstschutz, um niemanden zu nah an sich heranzulassen.
Andere meinen einen Mensch an seinen Worten oder Taten erkennen zu
können und be- oder verurteilen ihn danach. Selten machen sich Menschen
die Mühe zu fühlen, wie ein anderer Mensch wirklich ist.
  
„Jeder sieht, was du scheinst. Nur wenige fühlen, wie du bist.“
Niccolo Machiavelli

 Heute findet Kommunikation immer häufiger in den Sozialen Netzwerken
statt. Es wird viel geschrieben und alle - jedenfalls die meisten - sind nett
zu einander. Sie zeigen sich alle von ihrer Schokoladenseite, keiner käme
auf die Idee, auch seine dunkle Seite preiszugeben, die schließlich auch in
jedem Mensch steckt. Es macht sich aber auch kaum jemand die Mühe,
wirklich herauszufinden, welcher Mensch hinter den geschriebenen Worten
steckt. Es interessiert die Menschen nicht wirklich, sie sind nur daran
interessiert, Gleichgesinnte zu finden. Menschen, die ihre Ansicht und ihre
Meinung bestätigten. Deshalb sind auch alle so nett und schreiben, was der
andere hören, bzw. lesen möchte. Kontroverse Meinungen sind sehr selten.
Die meisten scheuen sich davor, ehrlich zu schreiben was sie wirklich denken,
schließlich möchte man niemanden vor den Kopf stoßen. Also stimmen alle in
das gegenseitige Loblied ein.

Dabei sind es gerade die Andersdenkenden, die oftmals einen Denkanstoß
auslösen, der dem Gegenüber die Gelegenheit bietet, seine Ansicht einfach
mal zu überdenken und die Dinge vielleicht aus einer anderen Perspektive
zu betrachten. Aber auch das scheuen die Menschen, weil das darüber
Nachdenken mit etwas mehr Anstrengung und Zeitaufwand verbunden ist.
Es siegt die Bequemlichkeit. Dafür mangelt es an Toleranz, Einfühlungs-
vermögen, Respekt und Verständnis.


Das ist vielleicht sogar der Grund, warum dieses Land so gespalten ist.
Die meisten Menschen sind so von ihrer eigenen Meinung überzeugt,
dass sie keine andere Meinung mehr zulassen.
Die einen beharren und folgen der Meinung des Mainstreams und die
anderen verharren auf der konträren Seite.
Dadurch sind Dialoge und Diskussionen unmöglich geworden !

Ich habe mir inzwischen angewöhnt mich nur noch mit Freunden und
Menschen die mir nahestehen, auseinanderzusetzen.
Alles andere ist vergebene Liebesmühe und Verschwendung
kostbarer Lebenszeit.

~*~

Nicht Sieg sollte der Zweck einer Diskussion sein,
sondern Gewinn.
Joseph Joubert
französischer Schriftsteller

~*~

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Dienstag, 5. November 2019

Herbstkuscheltagezeit

Inzwischen hat Regen eingesetzt. Der Herbst hat viel von seiner leuchtenden
Farbenpracht eingebüßt. Der Himmel ist grau und es ist kalt geworden. Nachts
gab es sogar einmal leichten Frost, der dem Garten und uns einen ersten
Vorgeschmack auf den Winter gab.
 Der gelassenen Heiterkeit des Sommers wurde ein Dämpfer verpasst.
Die grauen, trüben Tage sind in jedem Jahr gewöhnungsbedürftig und je älter
ich werde, desto mehr muss ich mich anstrengen, ihnen etwas Positives
abgewinnen zu können. Nein, nein, ganz so schlimm, wie es sich jetzt anhört,
ist es eigentlich gar nicht. Und dennoch ist es eine Umstellung. Nicht nur auf
die trübe Jahreszeit, sondern auch, die vielen Stunden im Garten, wieder ins
Haus zu verlegen.
 
Das geht mir jedes Jahr so, auch wenn ich mich jedes Jahr auf die kuschelige
Couch-Tee- und innerhäusige Lese- oder Schreibstunden - insbesondere an
kühlen, nassen, regnerischen Tage freue.
 

Viele Menschen mögen den November nicht so gerne. Sie werden vom
Novemberblues erfasst und verfallen in eine melancholische Stimmung.
Auch mir geht das so, aber ich weiß mir zu helfen. Wenn ich angesichts
des Geschehens im Land Gefahr laufe, in trübe Gedanken zu versinken,
dann lenke ich mich inzwischen immer öfter selbst davon ab. Ich backe
z.B. einen Kuchen, ja, sogar manchmal während der Woche, koche
eine Kanne mit gutem Tee und lese ein Buch. Manchmal sind es auch
zwei oder drei in denen ich abwechselnd lese.
 
 
Vom Kuchen, in diesem Fall war es ein lecker, lockerer Hefe-Streuselkuchen,
bekommt unser lieber Professor, der »zerstreute« natürlich auch etwas ab.
Er genießt ihn dann mit einer Tasse Kaffee in der Firma.
Dieser Hefekuchen, mit Butterstreuseln und Mandeln, schmeckt nämlich
ganz frisch am allerbesten.
 

Sieht lecker aus- oder ? Quasi zum Reinbeißen - nicht wahr ?
Das Schöne ist, er schmeckt auch so :o).
Aber genug vom Kuchen.
 
Im grauen und trüben November kommen oft trübe Gedanken auf. Ganz
besonders an den Feiertagen an denen wir der Toten gedenken. Damit
werden natürlich auch wieder Erinnerungen geweckt.
Erinnerungen an die Zeit, als unsere Lieblingsmenschen noch unter uns
weilten. Diese Gedanken lasse ich jedoch ganz bewusst zu, weil ich mich
gerne an die gemeine Zeit und all das Erlebte mit meinen Lieben erinnere.
Sie gehörten zu meinem Leben und werden so lange ich lebe, unvergessen
und in meinem Herzen bleiben.

 
Wenn man einen Menschen wirklich geliebt hat, so hört diese Liebe mit dem
Tod ja nicht plötzlich auf. Wahre Liebe überdauert den Tod, denn wahre
Liebe währt ewig.
 

 
In der heutigen Zeit habe ich jedoch immer öfter den Eindruck, dass die Liebe
auf der Strecke bleibt und immer mehr Kälte um sich greift. Die Menschen
haben keine Zeit mehr, sie nehmen sich keine Zeit mehr, der Liebe über-
haupt eine Chance zu geben. Heute muss alles schnell gehen und wenn es
nicht mehr »passt« oder bestimmte Erwartungen nicht erfüllt werden, dann
trennt man sich eben wieder.
Menschen, die sich verlieben, verloben, heiraten, ein Haus bauen und Kinder
bekommen, gehen immer davon aus, dass ihre Liebe ein Leben lang anhält.
Und dennoch kommt es immer öfter vor, dass sie sich schon nach wenigen
Jahren wieder trennen und scheiden lassen.
Waren sie in ihrer Verliebtheit einfach nur blind ?

Oder war es Liebe ? War es wirklich jemals wahre Liebe ?
Ich behaupte - nein, denn wahre Liebe kann gar nicht enden und wenn sie
es doch tut, dann war es keine wahre Liebe, sondern nur ein gegenseitiges
Ausfüllen von innerer Leere. Eine Leere, die jemand anderer füllen sollte.
Der andere sollte uns die Liebe schenken, die uns selbst fehlt. Auf diese
Weise machen wir uns abhängig von anderen Menschen. Deshalb ist eine
Trennung auch immer mit Seelenschmerz verbunden. Wir leiden bei einer
Trennung unter Entzugserscheinungen, weil wir die innere Leere plötzlich
wieder spüren und das tut weh. Wenn wir diese innere Leere nicht durch
uns selbst ausfüllen können, dann brauchen wir einen anderen Menschen,
der das für uns übernimmt.
Erst wenn wir selbst unsere innere Leere mit Liebe füllen können, sind wir
auch fähig, Liebe zu verschenken und einen anderen Menschen zu lieben.
Man muss der Liebe Zeit geben, damit sie wachsen kann.
Das gilt auch für Freundschaften.
Aber wer hat in unserer schnelllebigen Zeit überhaupt noch Zeit, zumal
die Möglichkeit besteht, sich per Mausklick jederzeit eine(n) neue(n)
Partner via Partnervermittlung im Internet aussuchen zu können.

Die jüngeren Menschen lernen kaum noch etwas anderes kennen. Für mich
wäre das jedoch eine absolut unromantische Art und Weise, der wahren Liebe
im Leben zu begegnen - obwohl das - mit etwas Glück - natürlich nicht
unbedingt ausgeschlossen ist. Viele Menschen lernen sich auch an ihrem
Arbeitsplatz kennen, aber das scheint - mangels anderer Gelegenheiten -
eher so eine Art Notlösung zu sein. Allein die Vorstellung, der wahren Liebe
per Computer im Internet zu begegnen, ist für mich schon deshalb
unvorstellbar, weil man wahre Liebe nicht suchen kann.
Suchen kann man dort einen Partner oder eine Partnerin zur Probe, zum
Testen - sozusagen - ob's funktioniert. Umtausch inbegriffen. Oder man
geht aus Einsamkeit oder nur so zum Zeitvertreib auf Suche, aber ganz
selten wohl in der Hoffnung, via Internet die große, »wahre« Liebe zu finden.
Menschen, die auf der Suche nach Liebe sind, werden sie dort kaum finden.
Finden kann man Liebe nur in seinem eigenen Inneren.

Aber heutzutage wird ja nichts mehr dem Zufall überlassen. Wir sind es
gewohnt, uns am Computer aussuchen zu können, was wir gerne hätten,
um es dann per Mausklick sofort zu bestellen und schon am nächsten
Tag geliefert zu bekommen. Sozusagen - just in time - und das ist wohl
mit der Partnersuche inzwischen nicht anders.

In dieser kalten Welt ist Liebe selten geworden - wahre Liebe kaum noch
vorhanden, weil viele Menschen zu egoistisch geworden sind und oft nur
zum eigenen Vorteil handeln. Bei älteren Menschen mag das etwas anders
sein, weil sie über eine gewisse Reife und Erfahrung verfügen. Obwohl auch
das sich mittlerweile geändert hat, denn auch viele ältere Menschen - oft
geschieden - suchen ihre möglichen neuen Partner ebenfalls über eine
Partnervermittlung im Netz. Wenn's passt, warum nicht ? Ob daraus noch
wahre Liebe entstehen kann ? Frauen, ob jung oder älter, sollten besonders
vorsichtig sein, denn viele sind bei ihrer Suche nach Liebe schon auf
Betrüger reingefallen. Im Netz sind - wie inzwischen jeder weiß - nicht nur
nette Menschen unterwegs.

Für Romantik scheint in dieser kalten Welt kaum noch Platz zu sein.


 
 
Ich werde meine Lieblingsmenschen nie vergessen,
 denn ich habe ihre Stimmen im Ohr,
ihr Bild im Kopf und sie alle in meinem Herzen.

~*~

Lieben schenken, ohne sein Herz missbrauchen zu lassen,
Geben, ohne sich ausnutzen zu lassen.
Vertrauen zu können, ohne naiv zu sein.
Zuhören zu können,
ohne die eigene Stimme zu verlieren.
Zu wissen, was man nicht mehr will,
ist eine Lebenskunst.
Wer diese Kunst beherrscht,
ist schon einen großen Schritt weiter.

~*~

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Foto unten: Pixabay

Samstag, 2. November 2019

Pünktlich zu Halloween 🎃

gab es wieder einmal eine superleckere Kürbissuppe.
Diese Suppe schmeckt so gut, dass sie im Herbst und Winter öfter mal
auf dem Speiseplan steht.
Sie ist außerdem recht schnell zubereitet. Allerdings fehlt mir die Kraft,
einen solch dicken Kürbis durchzuschneiden. Trotz eines großen, sehr
scharfen Messers, gelingt es mir nicht, ihn zu zerschneiden. Also muss
unser lieber Professor, der "zerstreute", ran und mir den Kürbis wenigstens
in vier Teile schneiden. Tja, manchmal braucht man als Frau eben die
Muskelkraft eines Mannes.
 
 
Er mag diese Suppe übrigens auch sehr, sehr gerne.

 
 
Sind die Kürbiskerne erst einmal entfernt und der Kürbis in mittelgroße
Würfel geschnitten, ist die Zubereitung nur noch ein Kinderspiel.
 
Dazu gebe ich etwas Bio-Sonnenblumenöl in einen größeren Topf, schneide
drei Knoblauchzehen und ca. 2cm Ingwer in kleine Würfelchen und schwitze
diese im Öl leicht an. Zwei Möhren und zwei Kartoffeln ebenfalls gewürfelt
zusammen mit den Kürbisstücken dazugeben. Mit 1 bis 1,5 ltr. Gemüsebrühe
auffüllen und alles zusammen gute 30 Minuten weichkochen.
 
Das Ganze mit einem elektrischen Pürier Stab cremig pürieren, mit Pfeffer
aus der Mühle, einer Prise Meersalz und ein klein wenig geriebener Muskat-
nuss abschmecken und schon ist die Suppe fertig. Wer möchte kann noch
etwas Bio-Butter oder einen Becher Sahne hinzufügen und alles gut
verrühren.
Uns schmeckt die Suppe allerdings ohne Sahne wesentlich besser.
Dazu gibt es 2-3 geröstete Baguette Scheiben.
 
Ein wirklich köstliches Herbst und Winter Abendessen, welches zur
Nachahmung absolut empfehlenswert ist. Die Suppe wärmt so schön von
innen und macht richtig satt, so dass man sich anschließend rundum
wohlfühlt. Außerdem tut man etwas Gutes für seine Gesundheit, denn ein
Hokkaido Kürbis ist eine wahre Vitaminbombe. Er enthält neben viel Beta-
Karotin und einer beachtliche Menge an B1, B2, B6 Vitaminen sowie
Vitamin C und E, außerdem Folsäure, Magnesium, Eisen und Phosphor.
Wenn ein Kürbis bei einer Temperatur von 10-13 Grad gelagert wird, hält
er sich bis zu 8 Monaten. Man kann also für den ganzen Winter gleich
einen kleinen Vorrat anlegen ;o).



 
Irgendwie begegnen mir irgendwo immer wieder Herzen.
Dieses Mal in Form einer Kartoffel.
 
 
Ich liebe den Herbst schon wegen der großen Auswahl an frischem Gemüse,
der verschiedenen Kohlsorten, wie Weißkohl, Rotkohl, Grünkohl, Blumenkohl,
Rosenkohl, Broccoli, Wirsing und der leckeren Suppen, Eintöpfe und Gerichte,
die man daraus zaubern kann.
 
 
 Für mich ist diese Vielfalt an herbstlichen Köstlichkeiten ein großes Geschenk
der Natur an uns Menschen und gleichzeitig ein Wunder, das ich sehr zu
schätzen weiß und für das ich immer wieder dankbar bin.
 
~*~
 
Der Frühling ist zwar schön;
doch wenn der Herbst nicht wär',
wär' zwar das Auge satt,
der Magen aber leer.
 
Friedrich Freiherr von Logau
 
🎃

~*~
 
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Collage Fotos: Pixabay

Mittwoch, 30. Oktober 2019

Es ist wirklich erstaunlich

wie schwer es den ehemaligen, etablierten Volksparteien während ihrer
Analyse zu den Wahlergebnisse vom vergangenen Sonntag in Thüringen
fällt, die wahren Gründe für ihre desaströsen Verluste zu benennen. Alle
Parteien - außer der AfD reden um den heißen Brei herum. Warum wohl
haben knapp 24% der Wähler die AfD gewählt ? Bestimmt nicht wegen
deren herausragenden Vorschläge für eine prosperierende Wirtschafts -
oder gerechte Rentenpolitik.
Dass die AfD einen solchen Zulauf verzeichnen kann, haben die alten, ehe-
maligen Volksparteien sich selbst zuzuschreiben, in allererster Linie unsere
Madam. Sie hat die Stimmung im Land sowie die Bedenken und Sorgen der
Bevölkerung einfach nicht ernst genommen.
 
 
 
Wer so, wie Merkel, immer weiter nach links rückt und eine rotgrüne
Politik betreibt, so dass rechts viel Platz frei wird, darf sich nicht wundern,
wenn dieser Platz schnell von einer anderen Partei eingenommen wird.
Wer, wie Merkel nach allen Seiten offen ist, der kann nicht ganz dicht sein,
würde Kurt Tucholski sagen. Recht hat er !

 
Das Land hat sich in den letzten Jahren extrem verändert und zwar in eine
absolut negative Richtung und in vielerlei Hinsicht zum Schlechteren. Nur
Madam wollte bzw. konnte das nicht wahrhaben, weil sie dann ihre Fehler
hätte eingestehen müssen. Inzwischen herrschen in diesem Land Zustände,
die ich mir selbst in meinem schlimmsten Albtraum nicht hätte vorstellen
können. Wenn ich so manche ausländische Presse lese, in der man wesentlich
mehr über die Zustände in unserem Land erfährt, als im eigenen Land selbst,
kann ich oft nicht glauben, dass es sich um meine Heimat handelt.
 
Ganz besonders schlimm sind die vielen brutalen Verbrechen, die es vor 2015
in dieser Form und in diesem Ausmaß einfach nicht gab. Das Schlimme an
diesen Verbrechen und dieser brutalen Gewalt ist, dass sie inzwischen als
völlig normal und als unabänderliche Tatsachen hingenommen werden. Selbst
kriminell gewordene Migranten werden nicht abgeschoben, in vielen Fällen
sogar freigesprochen und weiterhin von uns Steuerzahlern alimentiert. Kein
Wunder also, dass die alten Volksparteien einen drastischen Stimmenverlust
zu verzeichnen hatten, von dem die AfD profitieren konnte.
 
Warum die Linken derart zugelegt haben, kann ich eigentlich nicht nachvoll-
ziehen und habe dafür auch keine Erklärung. Vielleicht fühlen sich viele Bürger
in den Ost-Ländern vernachlässigt und tatsächlich als Bürger zweiter Klasse,
weil man ihnen einredet, dass für ihre Belange kein Geld da sei, z.B. für eine
Rentenanpassung. Für die Migranten jedoch jährlich zehntausende Milliarden
Euro für deren Unterhalt und Unterbringung problemlos zur Verfügung stehen.
 
Wenn die CDU nach ihrem verlustreichen Wahlergebnis jetzt doch mit der
Linken zu Gesprächen bereit ist und evtl. eine Koalition mit ihr eingeht, dann
wird wieder einmal der Wählerwille völlig ignoriert, was wiederum viele Bürger
zurecht verärgern und in die Arme der AfD treiben wird. Die CDU hat einen
hohen Verlust an Wählerstimmen zu verbuchen und das sollte sie endlich
akzeptieren, sie hat fertig ! Und anstatt der Ursache auf den Grund zu gehen,
und ihre Fehler einzugestehen, bekämpft sie die AfD mit allen Mitteln und
begeht damit einen weiteren Fehler. Das könnte ihr allerdings den Rest geben
und sie könnte sich gemeinsam mit der SPD schon bald unter der 10%-Marke
wiederfinden. Eine politische Mitte ist in diesem Land praktisch nicht mehr
vorhanden. Das Land ist in rechts und links gespalten, wie noch nie zuvor.
 
Wer, wie die CDU den Wählerwillen ignoriert,
trägt zum Verlust der Demokratie bei.
 
Die Zustände im Land sind - wie die politische Parteien-Landschaft - nur noch
chaotisch. Nichts ändert oder bessert sich. Im Gegenteil, die Wähler werden
obendrein, wenn sie "falsch" gewählt haben, auch noch als Nazis beschimpft.
 
Und dennoch war kürzlich in einer Tageszeitung zu lesen, dass unser Land ein
Land zum Wohlfühlen sei. Logisch, dass man uns das mal wieder einreden
will. Im Manipulieren sind die Parteien und ein Großteil der Medien wirklich
Spitze und fast nicht zu toppen. Wie kann man sich in einem Land wohlfühlen,
in dem ein Deutscher mit tunesischen Wurzeln erst seine Ehefrau mit dem
Auto anfährt und sie dann auf offener Straße mit einer Axt tötet - so, wie
gerade vor ein paar Tagen in Limburg geschehen ? Wie kann man sich in
einem Land wohlfühlen, wo täglich jederzeit und überall derartige Verbrechen
geschehen können ? So, wie kürzlich in Karlsruhe drei Araber mit einer
Maschinenpistole in einer Straßenbahn gesichtet wurden. Und das sind nur
zwei Beispiele der vergangenen Tage.
Ist das der neue Alltag in unserem Land ?
Ist das die neue Normalität ?
Erwartet man von uns Bürgern, dass wir das alles kommentarlos hinnehmen
und akzeptieren, während die Führung unseres Landes sich lieber im Ausland
aufhält, statt sich um die Probleme im Land zu kümmern und für die Sicherheit
der Bürger hier zu sorgen ? Ich jedenfalls fühle mich angesichts der täglichen
Verbrechen schon lange nicht mehr wohl - geschweige denn sicher.
Und das alles haben wir Merkel zu verdanken. Wir Bürger dürfen ihre Fehler
ausbaden. Besonders tragisch ist, dass ein Großteil der Medien viel Gutes
für die Bürger bewirken könnten, wenn sie die Probleme im Land endlich beim
Namen nennen und sich nicht eisern hinter ihre Madam stellen würden.
 
Endlich, endlich bringt jemand den Mut auf, Klartext zu sprechen. Aber es
sind nicht etwa die Medien, nein es ist Friedrich Merz. Danke, Herr Merz,
dass sie es wagen und den Mut aufbringen, endlich das auszusprechen, was
viele in der Partei und im Land denken, aber nie öffentlich sagen würden.
 
Und was Herr Merz sagt, das sitzt.
So bescheinigt er Merkel ein grottenschlechtes Regierungsbild. Gleichzeitig
beklagt er ihren politischen Führungsstil, der quasi nicht vorhanden ist und
wirft ihr außerdem Untätigkeit vor. Es könne so nicht weitergehen, man könne
das Wahlergebnis von Thüringen nicht einfach weiter aussitzen, so Merz.
BRAVO, Herr Merz, sie sprechen mir aus der Seele.
 
Man kann nur hoffen, dass Merkel die Kurve noch kriegt und sich endlich der
massiven Probleme im Land annimmt. Tut sie es nicht, darf sich die CDU
nicht mehr wundern, wenn die AfD auch bei der nächsten Bundestagswahl
ordentlich zulegt.
 
Hat Merkel ihr Fähnchen bisher immer mit dem Wind gedreht, so könnte dieses
Fähnchen in dem mittelschweren Orkan, der ihr gerade um die Nase fegt, zu
rotieren beginnen und weggefegt werden. Es sei denn, Madam ignoriert auch
dieses ungemütliche Getöse aus den eigenen Reihen und sitzt auch das wieder
aus - ignorant und arrogant wie sie nun mal ist.
Während Merkel also jetzt ein ziemlich heftiger Wind ins Gesicht bläst, kann
sie sich über immer mehr Anhänger aus Afrika freuen, die sie liebevoll als ihre
 "Mama der Afrikaner" bezeichnen, von der sie "nach Deutschland eingeladen
wurden" - wie hier im dreiminütigen Video zu sehen ist:
 
 
~*~
 
Wenn ihr eure Augen nicht gebraucht,
um zu sehen,
werdet ihr sie brauchen,
um zu weinen.
Jean-Paul Sartre
 
~*~
 
 
 Das waren so meine Gedanken während einer meiner letzten Teestunden.
Der lecker-lockere Kuchen hat übrigens trotz dieser Gedanken richtig gut
geschmeckt. Das sind halt die kleinen Freuden, die den Tag trotz der Sorgen
um dieses Land, noch heiter stimmen. Anders wäre auch schlecht - oder ?
 
☺

~*~
 
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Montag, 28. Oktober 2019

Sie sind immer willkommen

und sie sind immer sehr hungrig, "meine" Eichhörnchen.
Manchmal habe ich das Glück, im richtigen Moment aus dem Fenster
zu schauen und die Kamera griffbereit und fast perfekt eingestellt,
in der Nähe zu haben.
 
 
Aber gewöhnlich lassen sie sich Zeit bei ihren Mahlzeiten. Sie lassen sich auch
nicht stören, wenn man sich in gebührendem Abstand aufhält und sich nicht
hektisch bewegt.
 

 
Ich freue mich immer, wenn ich eins meiner Gartengäste entdecke, nur die
Knuddels, insbesondere das Paulinchen hat es gar nicht gerne, wenn sich
fremde Gesellen in ihrem Revier aufhalten. Dann werden auch schon mal
Amseln und vor allem Tauben sehr heftig zurechtgewiesen - sprich angebellt,
so dass diese sofort die Flucht ergreifen und die Luft gehen.
 
 
Gegen die Anwesenheit von Fröschen und Schnecken oder Fliegen, Bienen,
Hummeln und anderes krabbelndes, kleines Getier hat Paulinchen dagegen
nichts einzuwenden. Im Gegenteil, diese werden neugierig beäugt und
beobachtet, aber keineswegs angegriffen oder etwa vertrieben. Ich habe
eher den Eindruck, als wolle sie alles Kleingetier fürsorglich beschützen.
 
 
Doch sobald die Eichhörnchen irgendwo auftauchen und den Vögelchen
auch noch das Futter wegfressen, dann ist Schluss mit lustig, dann wird
Paulinchen aber so richtig sauer.
 Mit lautem Gebell und dem Gebaren einer wilden Löwin werden die armen
Eichhörnchen so laut angebellt, dass diese freiwillig die Flucht ergreifen.
 
 
Nein, es ist nicht stecken geblieben, das machen sie immer so.
Durch die eine Tür rein und um die Ecke durch die andere Tür wieder raus.
Danach folgt ein gewagter Sprung in den wilden Wein, von dort huscht es
über die Terrasse und den Rasen, ab durchs Gebüsch und zügig hinauf auf
den nächsten Baum - nix wie schnell und weit weg von Paulinchen.
 
 
Tiere zu beobachten bereitet immer wieder viel Freude.
Ich liebe diese kleinen Hörnchen, über die man im Netz erfahren kann, dass
sie über das ganze Jahr einen Vorrat von bis zu 10.000 Nüssen sammeln und
gut verstecken, die sie dann im Winter und Frühjahr oft vergeblich suchen,
weil andere Tiere ihnen zuvorgekommen sind.
Oft finden sie die vielen Nüsse auch nicht wieder. Deshalb versorgen wir die
Eichhörnchen auch im Winter mit Walnüssen, Haselnüssen und Erdnüssen.
Aber sie mögen auch Möhren, Äpfel und vor allem auch Fettringe, die eigent-
lich für die Vögelchen bereithängen.
 
Das bedeutet, dass auch wir rechtzeitig einen großen Vorrat an Nüssen und
Vogelfutter für unsere Winter-Gartengäste besorgen müssen.
 
Ich bin schon ganz gespannt, wie der Winter wohl wird.
Ob er vielleicht mal wieder so richtig frostig wird und weiße Flocken den Garten
und Wald in ein Winterwunderland verwandeln ?
Oder wird er - wie von den Meteorologen prognostiziert - warm und nass ?
Wünschen würde ich mir, dass es ein frostiger und schneereicher Winter wird -
endlich mal wieder. Aber die Hoffnung darauf hält sich in Grenzen.
Wie auch immer sich das Wetter gestaltet, ich freue mich sehr auf die Winter-
und Adventszeit.  Lange dauert es ja jetzt nicht mehr. Spekulatius und anderes
weihnachtliches Gebäck werden ja bereits seit einiger Zeit in den Supermärkten
angeboten - und nicht nur dort.
 Und so nähern wir uns wieder mit schnellen Schritten auf ein neues Jahr zu.
Der Oktober geht zu Ende und in etwas über neun Wochen steht das
neue Jahr vor der Tür.
 
~*~
 
Frühling, Sommer und dahinter
gleich der Herbst und dann der Winter –
ach, verehrteste Mamsell,
mit dem Leben geht es schnell !
Wilhelm Busch
 
~*~
 
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Mittwoch, 23. Oktober 2019

Die Welle

 Sind die norwegischen Fjorde nicht einfach eine absolut traumhafte und
beeindruckende Landschaft ? Atemberaubend schön, dieser Naturanblick.
Wer würde vermuten, dass in dieser atemberaubenden Landschaft jederzeit
eine Naturkatastrophe von unfassbarem Ausmaß in Gang gesetzt werden
kann ? Kaum ein Tourist wird angesichts dieser landschaftlichen Schönheit
auf die Idee kommen, dass er sich dort in realer Gefahr befindet. Auch ich
hatte nicht die geringste Ahnung, welche Gefahr dort lauert.

Aber ich fange von vorne an.
 
 
Wie viele andere im Land, habe ich mir das Fernsehen beinahe komplett
abgewöhnt. Außer ein paar interessanten Dokumentationen und Talkshows
der Sender 3sat, Phönix, Arte, ZDF-neo, ZDF-info oder tagesschau24, ist
mein Interesse an Fernsehfilmen oder Unterhaltungssendungen, quasi völlig
erloschen. Zu dumm, zu anspruchslos, zu albern, zu viel Gewalt, Mord und
Totschlag, zu viel Unwichtiges, zu viel Trallala und zu viel Langweiliges. Meine
Zeit ist zu kostbar, um sie mit solchem Nonsens zu verschwenden. Selbst bei
Netflix oder Prime lassen viele Filme zu wünschen übrig, zu viele Teenie-Filme
oder andere "billige" Film-Klamotten.
 
 
Manchmal jedoch hatte ich auch Glück und habe schon einige gute Filme oder
Staffeln (wie zuletzt die Folgen der Serie "The last Tycoon") entdeckt. Sowohl
bei Netflix als auch bei Prime lassen sich also dennoch hin und wieder mal recht
sehenswerte Produktionen finden. So, wie an einem der vergangenen,
verregneten Abende, als ich es mir einfach mal wieder mit einem "guten" Film
und einem Gläschen Rotwein gemütlich machen wollte. Gefunden habe ich den
Film "The Wave" - auf deutsch "Die Welle". Und ja, der Film, wenn auch sehr
auf Katastrophe aus, war recht spannend und unterhaltend. Was mir während
des Films allerdings nicht bewusst war, ist eine reale Möglichkeit dieses im Film
dargestellten Horrorszenarios.
Der Film - übrigens für den Oscar nominiert - spielt in Norwegen in dem Ort
Geiranger.

 
Nur wenige Kilometer von diesem Ort am Geirangerfjord entfernt, befindet sich
der Berg Akneset. An diesem Berg werden schon seit Jahren dramatische Ver-
änderungen beobachtet, so dass Geologen diesen Berg inzwischen rund um die
Uhr bewachen. Der Geirangerfjord ist eins der beliebtesten Touristenziele in
Norwegen. Täglich sind dort mehre Touristenschiffe unterwegs. Wohl kaum
einem Tourist wird angesichts dieser Naturschönheit bewusst sein, in welcher
Gefahr er sich dort befindet. Nur die Bewohner des Ortes Geiranger wissen um
diese Gefahr. Sie sind dieser Gefahr praktisch Tag für Tag ausgesetzt. Sowohl
im Film, als auch im realen Leben.
 

Denn dort kann durch den angrenzenden Berg Akneset jederzeit ein
gewaltiger Erdrutsch ausgelöst werden, bei dem 80 Millionen Kubikmeter
Gestein in den Fjord stürzen und eine 80 Meter hohe Flutwelle auslösen,
die mit enormer Geschwindigkeit auf den Ort zurast.
Die Bewohner hätten maximal 10 Minuten Zeit, sich in Sicherheit zu bringen.
Um die Menschen rechtzeitig warnen zu können wurde inzwischen ein
Alarmsystem installiert.
Das Problem des Berges ist, dass er jährlich um fünfzehn Zentimeter sackt
und sich dadurch der bereits vorhandene Riss, also die Spalte immer weiter
vergrößert. An manchen Stellen ist sie bereits mehrere Meter breit. Ein
Beweis, dass es zu einem Felssturz kommen muss. Darin sind sich die
Geologen einig. Sie wissen nur nicht wann.
 
Es ist schon bemerkenswert, welch tödliche Gefahren überall auf Reisende
lauern, ohne dass man als Tourist auch nur den leisesten Schimmer hat.
 
Aber das betrifft nicht nur diesen Berg in Norwegen, an so manchem Berg in
den Alpen kann aufgrund der Erderwärmung und der daraus resultierenden
Gletscherschmelze und des Permafrostes ein Erdrutsch ausgelöst werden. Die
Berge können instabil werden, weil immer mehr Wasser in die Bergspalten
eindringt und dadurch der Permafrost weiter schmilzt, der den Berg eigentlich
zusammenhält. Auf diese Weise werden Berge anfällig für Erdrutsche.
 
Angesichts der zunehmenden Naturkatastrophen denen der Mensch hilflos
ausgeliefert ist, seien es Vulkanausbrüche, Tsunamiwellen, Waldbrände,
Überflutungen, Erdrutsche, Hurrikans und Taifune oder was immer die Natur
sich sonst noch so ausdenkt, ist es eigentlich absolut unverständlich, dass
Menschen im 21. Jahrhundert immer noch Kriege führen und sich gegenseitig
die Köppe einhauen.
 
~*~
 
 Schlagzeile von heute in der Online-Zeitung mit den vier Buchstaben:
 
DER STAAT KAPITULIERT VOR EXTREMISTEN
Linker Mob blockiert Lesung von Ex-Minister de Maiziere
Altmaier dazu:
"Das ist eine unerhörte Missachtung von Recht und Person,
die wir nicht hinnehmen dürfen."
 
Und was wollen Sie dagegen unternehmen, Herr Altmaier ?
  Sind wir in diesem Land überhaupt noch vor irgendetwas sicher ?
Hat ihre Kanzlerin nicht auch geltendes Recht missachtet ?
 
Nee, ich kann das alles nicht mehr verstehen, aber ich habe ja auch keine
Ahnung, schon gar nicht von Politik und erst recht nicht von Psychologie.
Ich habe nur eine Vorstellung von Recht und Gerechtigkeit und
von Unrecht und Ungerechtigkeit.
 
Wahrscheinlich werden die meisten Menschen erst zur Besinnung kommen,
wenn es zu spät ist. Vielleicht werden sie dann feststellen, wie kostbar das
Leben ist und wie schön das Leben in einem Land war, in dem noch Recht
und Ordnung herrschte.
Vielleicht werden sie dann fragen:
Warum hab ich mein Leben nur mit so viel Schwachsinn vergeudet.
Und vielleicht werden sie irgendwann sagen:
Ach, hätte ich doch nur......
 
Ja, die Einsicht kommt oft zu spät, wenn überhaupt.
 
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Unser Leben ist das Produkt unserer Gedanken.
Marcus Aurelius
 
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Nur meine Meinung - keine bezahlte Werbung - Fotos: Pixabay