Mittwoch, 12. November 2025

Zeit der Veränderung

oder das Ende der fetten Jahre. Man könnte auch mal wieder ein berühmtes
Zitat zum Besten geben:
»Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben«.


Es ist wie so oft im Leben, man ändert seine Ansicht erst, wenn man selbst betroffen ist.
Wenn es z.B. an die eigene Geldbörse geht oder wenn es plötzlich heißt, länger arbeiten zu
müssen oder gar die Arbeit zu verlieren. Der Beispiele gibt es viele. Und da es immer mehr
Bürger im Land betrifft, werden natürlich auch immer mehr Bürger hellwach. Viele, die
heute erkennen, dass es mit dem Land immer weiter bergab geht, sind allerdings auch völlig
überrascht. Das konnte doch keiner ahnen! Das konnte doch niemand vorhersehen! Ja, es
hat sich gut schlummern lassen unter Muttis Fittichen. Es ließ sich so sorglos in den Tag
hinein leben, so schön bequem, weil die Mutti sich um alles kümmerte. Sie wollte uns
nicht mit irgendwelchen Kleinigkeiten belasten oder Unannehmlichkeiten zumuten. Also
legten wir uns wieder hin. „Ihr kennt mich“, pflegte sie zu sagen. Das schaffte Vertrauen.
Also ließen wir Mutti machen. Hach, diese sechzehn Jahre waren so herrlich problemlos!
Niemand musste sich Sorgen machen. Wir durften das Leben in diesem Land, in dem man
gut und gerne leben konnte, in vollen Zügen genießen, ohne uns einen Kopf um irgendetwas
zu machen.

Selbst als Mutti die Grenzen öffnete, und viele Fachkräfte ins Land holte, die später einmal
unsere Renten bezahlen sollten, wäre kaum jemand auf die Idee gekommen, dass das zu
einem ziemlichen Problem werden könnte. Mutti ließ ja verlauten. »Wir schaffen das«. Also
legten wir uns wieder zurück und ließen uns weiter einlullen. Jedenfalls die meisten von uns.
Mutti zu kritisieren, wäre eh zwecklos gewesen, denn alles, was sie tat, war ja alternativlos.
Also ließen wir Mutti weitermachen. Sie tat das alles selbstverständlich zu unserem Wohl
und um Schaden vom Land und uns Bürgern abzuwenden. Schließlich hat sie darauf einen
Eid abgelegt. So gingen sechzehn Jahre ins Land, in dem Friede, Freude, Eierkuchen
herrschte.


Zu bemerken wäre allerdings, dass sich in dieser Zeit so einiges im Land verändert hat. Das
Stadtbild zum Beispiel, wo es jetzt Überwachungskameras und Messer- sowie Waffenverbots-
zonen gibt. Das alles haben wir Mutti zu verdanken. Sie ist halt besorgt um uns Bürger. Auch
Besuche in einem Schwimmbad oder auf einem Weihnachtsmarkt sind nicht mehr das, was
sie einmal waren. In Freibädern kann man den Tag jetzt unter dem Schutz von Sicherheitsbe-
amten genießen und rund um Weihnachtsmärkte, von denen einige in »Wintermarkt« umbe-
nannt wurden, werden jetzt diese schützenden Poller aufgestellt, die von den Bürgern liebe-
voll nach Mutti benannt wurden. Eine große Ehre für sie. Sie hat überhaupt sehr viele Orden
bekommen und Ehrendoktortitel. Ja, Mutti ist eine Koryphäe. Wo sie auftritt, wird sie immer
noch umschwärmt und man applaudiert ihr, wenn sie ihre Lesungen hält oder in Talkshows
auftritt. Dann zeigt sie immer ihr freundliches Gesicht.

Doch mittlerweile fühlen sich viele Bürger und vor allem Bürgerinnen nicht mehr so sicher in
diesem Land, aber was soll’s? Eine hundertprozentige Sicherheit gibt es nun mal nicht, das
wird uns immer wieder eingeredet. Damit müssen wir halt jetzt leben.

Bürger, die es wagten, selbstständig zu denken und das Handeln der Mutti öffentlich zu hinter-
fragen und Bedenken zu äußern, waren plötzlich die Unanständigen, die Bösen. Sie hatten
Mutti mit solchen Äußerungen ziemlich verärgert. Und da man nicht sicher war, ob dafür sogar
eine Strafe drohte oder man »gecancelt« wurde, verhielten sich die meisten Bürger lieber ruhig.
Andere, die trotzdem ihre Meinung kundtaten, wurden auf einmal gnadenlos den »Rechten« zu-
geordnet. Und so nahm das Geraune im Land allmählich zu. Zuerst leise, dann immer lauter.
Schon deshalb, weil es mit Muttis Nachfolger, dem Genossen Olaf, auch nicht besser, sondern
sogar noch schlimmer wurde. Auf einmal sahen immer mehr Bürger den Scherbenhaufen, den
Mutti dem Land hinterlassen hatte und begannen ihren Unmut zu äußern. Doch Mutti hatte den Spitznamen »Teflon«, also wie die Pfanne, an der nichts anhaftet. Viele begannen sich zu fragen,
ob Mutti uns die ganze Zeit über an der Nase herumgeführt hatte. Nein, natürlich nicht, sie hat
es nur gut mit uns Bürgern gemeint, eben wie eine Mutti. Allerdings haben sich dann doch einige
Probleme im Laufe der sechzehn Jahre angehäuft. Das interessierte Mutti jedoch nicht. Sie hat
sie einfach ausgesessen. Sie wusste ja nicht einmal, was sie hätte anders machen sollen. Einen
Vorwurf für die jetzigen Zustände im Land kann man ihr also gar nicht machen. Sie ist der
festen Überzeugung, immer alles richtig und keine Fehler gemacht zu haben.


Doch jetzt kommt es ganz dicke. Denn mittlerweile hat wohl fast jeder Bürger im Land eine
Vorstellung davon, wie groß der Schaden tatsächlich ist. Im Land geht die Angst vor dem
Niedergang um. Die Wirtschaft erholt sich nicht. Von leeren Renten, Pensions- und Sozial-
kassen ist die Rede, von einem enormen Schuldenberg, von höheren Beiträgen und Steuern,
von längerer Arbeitszeit, von Jobverlusten, von Firmenpleiten und Insolvenzen, von kaputter Infrastruktur, fehlender Bildung, akutem Wohnungsmangel, überteuerten Mieten, zunehmender
Armut und verrotteter Bundeswehr, die nicht mehr in der Lage wäre, unser Land eventuell ver-
teidigen zu müssen. Na ja, und noch einige andere Probleme, die inzwischen allseits bekannt
sind und zum drastisch veränderten Stadtbild beitragen. Muttis Grünlinge, sorry Lieblinge
sind darüber besonders erfreut. Für sie kann es gar nicht bunt und vielfältig genug sein. Daher
sieht man jetzt auch immer öfter diese bunten Fahnen. Ja, es ist allerhand los auf unseren
Straßen.
Das alles haben wir Mutti und ihren treuen Anhängern zu verdanken, die unsere Steuergelder vorzugsweise in der ganzen Welt verteilen, statt sie für den Wohlstand der eigenen Bürger zu
verwenden und das Geld im eigenen Land zu investieren. Aber wir sind ja ein reiches Land
und haben viel Platz. Wir Bürger schränken uns daher gerne ein. Wir müssen halt lernen, mit
weniger von allem auszukommen und uns in Verzicht zu üben. Das soll ja bekanntlich glück-
lich machen. Wenn wir keine Arbeit mehr haben, haben wir dafür doch viel mehr Freizeit.
Man muss das einfach von der positiven Seite sehen. Versorgt werden wir ja trotzdem.
Allerdings wird die Armut massiv zunehmen. Waren wir einst eine Wirtschaftsmacht in der
Welt, worauf wir wirklich stolz sein konnten, so sind wir heute auf dem absteigenden Ast.
»Made in Germany« war einst ein Garant für deutsche Wertarbeit. Aber diese Zeiten sind
wohl für immer vorbei. So nach dem Motto, die Ersten werden die Letzten sein. Ja, es sieht
düster aus im Land und wenn ich an die kommenden Generationen denke, sehe ich nicht ein-
mal einen Funken Licht am Ende des Tunnels.
Wie auch immer, das dicke Ende wird unweigerlich auf dieses Land zukommen. Langsam
aber sicher. Ein Zurück gibt es nicht mehr! Wohin auch? Und vor allem, mit wem? Das
Tragische ist, es war alles mehr oder weniger absehbar und das seit ziemlich langer Zeit.
Es war die Zeit, in der Mutti uns in den Schlafmodus versetzt hat, in der die meisten Bürger
des Landes sich in einem Wohlfühlmodus der Geborgenheit und Behaglichkeit befanden, aus
dem wir jetzt unsanft geweckt wurden. Denn jetzt geht die Angst vor dem Niedergang um.

Mutti ist und bleibt die Beste!
Hoppla, was hat mich denn da geritten? Das hier ist doch keine Märchenstunde!
Sie war natürlich die reinste Katastrophe für dieses Land und Europa!


Oma Luise ist froh, dass sie einen Kamin hat. Falls der Strom ausfällt und es kein Gas
mehr gibt, dann ist wenigstens genug Holz vorhanden. Auch die Vorratskammer ist relativ
gut gefüllt. Zumal niemand genau weiß, wie der Winter wird. Vorsorge ist immer besser,
als nachher dumm aus der Wäsche gucken, meint Oma Luise.

~*~

Das Wetter:
Ist das Wetter gar nicht schön, musst du halt nicht rausgehen.

~*~
Ein Haiku
Herbstlaub fällt herab
auf des Waldes weichem Moos.
Zeit des Vergehens.

~*~
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Haiku: Ursula Evelyn

Montag, 10. November 2025

Advent, Advent .......

nein, das erste Kerzchen brennt noch nicht auf dem Adventskranz. Ich habe nämlich
noch gar keinen und kann mir auch noch gar nicht vorstellen, dass es in drei Wochen
schon so weit sein soll. Dennoch verleiht das flackernde Licht einer allabendlich vor
sich hin leuchtende Kerze eine kuschelige Atmosphäre. Ja, und ich freue mich irgend-
wie auf diese heimelige Adventszeit. Die friedlichste Zeit im Jahr.
Wenn es doch nur so wäre!


Bis dahin und sofern das November-Wetter es erlaubt, genieße ich allerdings noch das
Farbspektakel, welches Bäume, Sträucher und einige Pflanzen bieten. Ganz besonders die
Birken überraschen in diesem Jahr mit ihren goldenen Blättern, wenn sie direkt von der
Sonne angestrahlt werden. Aber auch der Kirschnelkenbaum verwöhnt mit seinen kupfer-
goldenen Farben. Die untergehende Sonne verleiht dem frühen Abend einen ganz be-
sonderen Glanz.


Und der Garten macht in allen Variationen mit - jeden Tag ein bisschen farbenprächtiger.


Der Kletterhortensie an der Südwand des Hauses kann, was die Goldtöne betrifft, durchaus
mithalten.


Noch gab es keinen starken Sturm, der versucht hat, die Blätter von den Bäumen zu schütteln,
sodass wir die Farben weiter genießen dürfen. Wenigstens bietet die Natur - jedenfalls der-
zeit - viele Gründe zu Freude. An diesen schönen Herbsttagen, an denen wir regelrecht ver-
wöhnt werden - auch wenn es morgens noch neblig ist - lädt der Garten zum Wühlen ein. Ich
habe die Einladung gerne angenommen und tatsächlich das Laub, dort, wo es notwendig war,
gefegt und mit dem Laub einige Pflanzen geschützt und an anderer Stelle, den Igeln und
Fröschen einen Unterschlupf für den Winter hergerichtet. Die Temperatur ist immer noch ange-
nehm, zumal mir beim Gärtnern immer warm wird. Auch die Wildgänse scheinen bei diesem
Wetter noch keine Lust zu haben, sich auf die Reise gen Süden zu begeben. Nachdem die
ersten sich schon vor ein paar Wochen auf den Weg gemacht haben, habe ich keine mehr ge-
sehen. Hoffentlich sind sie der Vogelgrippe nicht zum Opfer gefallen!
Schaun wir mal, wie die kommenden Tage werden.


Übrigens:
Wie vor einiger Zeit zu lesen war, ist dieser kleine, alte, brutale »Möchtegernzar« vor nicht
allzu langer Zeit Großvater geworden. Ich kann mir diesen kaltblütigen Mensch, der über
Leichen geht, absolut nicht als liebenden Opa vorstellen. Beim besten Willen nicht. Was
wird wohl sein Enkel von ihm denken, wenn er eines Tages erfährt, dass sein Großvater ein
Kriegsverbrecher ist, der hunderttausende Menschenleben auf dem Gewissen hat, das Nach-
barland zerstört und das »Zarenreich« wirtschaftlich ruiniert hat? Stolz wird der auf seinen
Großvater wohl kaum sein können.

Auch das noch:
Nach dem Scherbenhaufen, den die ehemalige große Herrscherin diesem Land hinterlassen
hat, wünschen sich tatsächlich fünfundzwanzig Prozent der Bürger Merkel zurück. Und ich
nahm an, dass es sich nach deren katastrophaler Politik endlich ausgemerkelt hat. Bei diesen
 Bürgern kann es sich nur um Linksgrüne handeln, die ihre Mutti vermissen. Dabei war sie
es, die maßgeblich zum Niedergang des Landes beigetragen hat. Nicht nur durch ihre desas-
tröse Flüchtlingspolitik, die Vernachlässigung der Infrastruktur, die Abschaltung der Kernkraft-
werke, sondern durch ihre gesamten »alternativlosen« politischen Fehlentscheidungen.
Alleine im vergangenen Jahr sind 70.000 Industriearbeitsplätze verloren gegangen. Aber was
nützt es, das jetzt alles zum wiederholten Male aufzuzählen. Der Schaden ist nicht wieder
gutzumachen und der Niedergang nicht mehr aufzuhalten. Es kommen harte Zeiten auf
dieses Land zu und niemand von den Politikern traut sich, den Bürgern das klipp und klar
zu vermitteln.

Das Wetter.
Hält das kalte Wetter an, läufst du dich am besten warm.

~*~

„Der Hund bleibt dir im Sturme treu,
der Mensch nicht mal im Winde“.

Loriot
bürgerlich Bernhard-Viktor-Christoph-Carl von Bülow
(* 1923 ; † 2011)
war einer der bekanntesten deutschen Humoristen

~*~
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Samstag, 8. November 2025

Im Herbstlicht

Ein alter Ahornbaum stand am Rande einer Lichtung, seine Blätter in Flammen aus Gold, Kupfer und Zimt getaucht. Auf einem seiner knorrigen Äste saßen einige Vögel, unter anderem: eine Amsel mit glänzendem Gefieder, ein kleiner Zaunkönig mit wachen Augen und eine alte, etwas zerzauste Eule, deren Federn nach Moos und Geschichten rochen.


Unter ihnen, im raschelnden Laub, saß ein weißes Kaninchen, das genüsslich an einer Möhre knabberte. Ein Stück weiter balancierte ein rotes Eichhörnchen auf einem Baumstumpf und drehte eine Haselnuss zwischen den Pfoten, als wäre sie ein Rätsel, das es zu knacken galt.

„Was, glaubt ihr,“ begann die Amsel, „ist der Sinn des Lebens?“

Der Zaunkönig hüpfte ein wenig aufgeregt. „Fliegen! Singen! Den Wind spüren und morgens als Erster die Sonne begrüßen!“

Die Eule blinzelte langsam. „Hm. Vielleicht. Aber was ist mit den Nächten? Mit dem Lauschen, dem Warten, dem Verstehen? Ich glaube, der Sinn liegt im Beobachten. Im Erkennen der Muster, die sich wiederholen — und der kleinen, die es nur einmal gibt.“

Das Eichhörnchen knackte gerade die Nuss und warf die Schale achtlos ins Laub. Der Zaunkönig kicherte. „Oder vielleicht ist der Sinn einfach: Nüsse finden und sie genießen, bevor der Winter kommt.“


„Oder Möhren,“ murmelte das Kaninchen, ohne aufzusehen.

Die Amsel neigte den Kopf. „Aber ist das nicht zu wenig? Nur essen, schlafen, überleben?“

Die Eule schüttelte langsam den Kopf. „Vielleicht ist es nicht zu wenig. Vielleicht ist es genau genug. Wenn du mit Achtsamkeit kaust, mit Dankbarkeit ruhst und mit Staunen fliegst — dann ist selbst das Einfachste tief.“

Ein Blatt löste sich über ihnen und segelte in weiten Spiralen zu Boden. Alle schauten ihm nach, bis es sanft auf dem Rücken des Kaninchens landete.


„Vielleicht,“ sagte der Zaunkönig leise, „ist der Sinn des Lebens, gemeinsam zu staunen.“

Die Eule nickte. „Und sich Geschichten zu erzählen, solange die Blätter fallen.“

~*~
 Ein Haiku:
Zeit des Entstehens,
Zeit des Wachsens und Reifens,
Natur im Dasein.

© Ursula Evelyn

~*~
Das Wetter:
Wenn die Vögel gen Süden ziehen, bald die Eisblumen am Fenster blühen.


~*~
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Donnerstag, 6. November 2025

Der Wald

ein Ort der Stille und des friedlichen Lebens mit und in der Natur.


War es in jüngeren Jahren das Meer, das eine magische Anziehungskraft auf mich
ausübte, so ist es heute der Wald. Während das Meer zwar faszinierend ist, so ist es
auch rastlos und voller Unruhe. Das Meer ist immer in Bewegung, Tag und Nacht;
mal wild und rau, dann wieder ruhig. Mal ist es furchteinflößend und voller zer-
störerischer Gewalt und dann wieder zahm.


Der Wald ist genau das Gegenteil und der beste Ort, den man sich für seine späteren
Lebensjahre wünschen kann. Der Wald ist genauso faszinierend wie das Meer, aller-
dings auf eine ganz andere Art und Weise. Im Wald herrscht Ruhe. Hier ist es still.
Auch hier im Wald ist immer Bewegung. Der Wald ist voller Leben, Tag und Nacht.
Aber es ist ruhig. Es herrscht keine Unruhe. Hier herrscht Frieden. Der Wald erscheint
mir oft wie ein Behüter und Beschützer. Im Wald fühle ich mich geborgen, weit weg
vom Lärm der Menschen und der Oberflächlichkeit. Der Wald ist nicht zerstörerisch,
es sei denn, ein Sturm rauscht durch ihn hindurch.


Der Wald ist ein Ort der Entspannung, der Lebensfreude, der Erholung. Er bietet
alles, damit Mensch und Tier sich dort wohlfühlen. Und er bietet Abwechslung
mit seinen unzähligen Wundern. Im Wald gibt es so viel zu entdecken, wie in den
Tiefen des Meeres auch, aber dort kann nicht jeder Mensch einfach mal eben so
 hin. Der Wald ist für alle Menschen da, zu jeder Jahreszeit. Und er ist zu jeder
Jahreszeit ein besonderes Erlebnis. Man glaubt es kaum, aber der Wald kann auch
sehr romantisch sein. Zum Beispiel in der Abenddämmung, wenn die Sonne lang-
sam hinter den Bäumen untergeht und der Himmel sich in seine malerischen rot-
goldenen Töne verwandelt. Oder in Vollmondnächten, wenn er Mond hinter der
schwarzen Silhouette des Waldes aufsteigt. Wenn dann noch irgendwo ein Käuz-
chen ruft, verleiht das dem Wald seinen ganz eigenen Zauber. Ein wenig mystisch
wird es, wenn ein dichter Nebelschleier den Wald einhüllt; fast ein wenig unheim-
lich, ohne sich wirklich fürchten zu müssen. Einfach nur zum Träumen schön.
Wie ein Kind stehe ich manchmal da und summe leise, die Melodie, der Mond ist
aufgegangen, wenn dieser so wie gestern als Vollmond hell hinter dem Wald aufgeht.


Das Foto entstand gestern Abend als der Mond hinter dem Wald am klaren Himmel
aufstieg. Die Wolken, von denen er später teilweise verdeckt wurde, verschwanden
wieder. Danach war der Himmel klar, sodass es eine traumhafte Vollmondnacht wurde.
In diesem Jahr ist der Mond näher an der Erde, nämlich nur etwa 356.000 Kilometer
entfernt.  Einfach nur wunderschön anzusehen!


Und ich liebe den Wald im Winter, mit seinen verschneiten Bäumen, Tannen und
Sträuchern, dem schmalen Bach, der friedlich vor sich hinfließt, dem See, der im
Winter manchmal zugefroren ist. Es ist fast ein wenig unheimlich, welche Stille im
Winter in einem Wald herrscht, wenn es noch dazu schneit. Leider wird das immer
seltener, aber es gibt sie noch, die verschneiten, romantischen Wald-Winter-Tage.
Es ist die Zeit, wenn man sich nach einem längeren Waldspaziergang durch den
Schnee, auf eine heiße Tasse Tee und ein knisterndes Feuerchen im Kamin freut.
Ich kann gar nicht beschreiben, wie sehr ich das genieße und wie dankbar ich da-
für bin.


 Und so hoffe ich auch auf Schnee in diesem Winter, der ja angeblich so superkalt
werden soll und natürlich wie in jedem Jahr auf weiße Weihnachten. Allein mir
fehlt der Glaube. Aber ich lasse mich überraschen. Mit unseren Wetterexperten
ist es fast so, wie mit den Politikern. Sie kündigen ständig etwas an, was dann oft
nicht eintrifft. Aber gut, den Wetterexperten sei das verziehen, den Politikern
allerdings nicht.

Was ist denn mit dem November los? Man glaubt es ja kaum und staunt. Statt tristes
und trübes Blues-Wetter scheint die Sonne von einem fast wolkenlosen Himmel und
es ist mild. Sollte der Oktober, bekannt als goldener Monat, sich einfach nur in der
Zeit geirrt haben und im November nachholen wollen, was er zu seiner Zeit,
versäumt hat?

~*~

Übrigens:
Unser Außenminister, nein nicht meiner, ist mal wieder eine komplette Fehlbesetzung.
Will er doch den hierher geflüchteten Syrern eine Rückkehr in ihre Heimat nicht zumuten,
da das Land nach dem Krieg zu zerstört sei. Er verglich es gar mit dem Deutschland nach
1945. Geht's eigentlich noch? Wer sonst soll denn das Land wieder aufbauen, wenn nicht
die Syrer selbst? Hier waren es die Trümmerfrauen, die nach dem Krieg angepackt und
das Land wieder mit aufgebaut haben, weil viele Männer noch nicht heimgekehrt waren,
vermisst wurden oder gefallen sind. Und den vielen jungen, syrischen Männern kann man
nicht zumuten, ihr Heimatland wieder aufzubauen? Unglaublich, was unsere Politiker sich
leisten. Wirklich!

Auch das noch:
Nachdem der 34-jährige muslimische, linke Demokrat, Zohran Mamdani, als neuer
Bürgermeister von New York gewählt wurde, ist der schlimmste Albtraum des »Kings«
wahr geworden. Wer holt ihn jetzt von der Palme wieder runter ?!
Wie heißt es so schön?
If you can make it in New York, you can make it anywhere. Eventuell auch in
Washington? Auweia, wenn das der Fall wäre, bekäme der »King« wohl Schnapp-
atmung.
  😁

Nun zieht der kleine, alte, brutale »Möchtegernzar« ebenfalls eine Prüfung von notwen-
digen Atomwaffentests in Erwägung. Das erinnert irgendwie an: Auge um Auge, Zahn
um Zahn oder wie du mir so ich dir oder wie Gleiches mit Gleichem vergelten.
Von Altersweisheit kann bei manchen alten Männern wahrlich keine Rede sein.

Na, dann macht mal schön weiter so! Dummheit kennt ja bekanntlich keine Grenzen.

~*~

Das Wetter:
Hat Tante Hedwig bei schlechtem Wetter keine Lust rauszugehen,
kann man sie durch's Fenster am Computer sehen.

~*~

Ein Haiku:
Abend wird es im Wald.
Der Bach fließt leise dahin.
Stille Winterwelt.

© Ursula Evelyn

~*~
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Mittwoch, 5. November 2025

Brief eines Schriftstellers

 Wer hat seinen Namen nicht schon einmal gehört oder gar eins seiner großartigen Werke
gelesen: »Schuld und Sühne«, »Die Gebrüder Karamasow«, »Der Idiot« u.a..
Fjodor Dostojewski, war wohl einer der bedeutendsten russischen Schriftsteller. Er wurde
im November 1821 in Moskau geboren und starb im Februar 1881 in Petersburg. Von
1838 bis 1843 besuchte er die Ingenieurschule der Petersburger Militärakademie und war
anschließend als Ingenieur im Departement für Festungsbau beschäftigt. Ab 1845 widmete
er sich ausschließlich seiner schriftstellerischen Tätigkeit. 1849 wurde er wegen seiner Teil-
nahme an einem revolutionären Zirkel verhaftet und zum Tode verurteilt. Kurz vor seiner
Erschießung wurde er jedoch zur Zwangsarbeit und anschließendem Militärdienst in
Sibirien verurteilt. 1859 kehrte er nach Petersburg zurück, wo er im Alter von 60 Jahre
verstarb.



Am 10. Mai 1838, als er in Petersburger auf der Militärakademie war, schrieb Dostojewski
seinem Vater folgenden Brief:

Mein lieber guter Vater! 
Können Sie denn wirklich denken, dass Ihr Sohn zu viel verlangt, wenn er Sie um eine Unterstützung angeht? Gott sei mein Zeuge, dass ich Sie weder aus Eigennutz, noch aus wirklicher äußersten Not irgendwie schädigen will. Wie bitter ist es mir, wenn ich meine Blutsverwandten um eine Gefälligkeit bitten muss, die sie so schwer bedrückt! Ich habe meinen eigenen Kopf und eigene Hände. Wäre ich frei und selbständig, so hätte ich von Ihnen auch nicht eine Kopeke verlangt; ich hätte mich selbst an die bitterste Not gewohnt. Ich würde mich schämen, auch nur ein Sterbenswörtchen von einer Unterstützung zu schreiben. Jetzt kann ich Sie nur mit Versprechungen für die Zukunft vertrösten; doch diese Zukunft ist nicht mehr fern, und Sie werden sich mit der Zeit selbst davon überzeugen.

Jetzt bitte ich Sie, lieber Papa, zu berücksichtigen, dass ich im wahren Sinne des Wortes diene. Ich muss mich, ob ich will oder nicht, nach den Gepflogenheiten meiner jetzigen Umgebung richten. Warum sollte ich auch eine Ausnahme bilden? Solche Ausnahmestellungen sind oft mit den größten Unannehmlichkeiten verbunden. Das werden Sie auch selbst verstehen, lieber Papa. Sie haben ja genug unter Menschen gelebt. Beachten Sie also bitte folgendes: das Lagerleben eines jeden Zöglings der Militärlehranstalten erfordert mindestens vierzig Rubel. (Ich schreibe dies, weil ich zu meinem Vater spreche.) In dieser Summe sind solche Bedürfnisse, wie Tee, Zucker usw., nicht inbegriffen. Denn dies alles muss ich auch ohnehin haben, und zwar nicht nur des Anstandes wegen, sondern aus wirklicher Not. Wenn man bei feuchter Witterung und Regen in einem leinenen Zelte liegen muss, oder bei solchem Wetter müde und durchfroren von einer Übung heimkommt, so kann man ohne Tee leicht krank werden, wie ich es schon im vorigen Jahre beim Manöver erlebt habe. Ich will aber Ihre Notlage berücksichtigen und gänzlich auf Tee verzichten; ich will Sie daher nur um das Allernotwendigste bitten: um sechzehn Rubel für zwei Paar einfacher Stiefel. Ferner: ich muss ja meine Sachen, wie Bücher, Schuhwerk, Schreibzeug und Papier usw., irgendwo verwahren. Ich brauche für diesen Zweck einen Koffer, denn im Lager gibt es keine anderen Bauten als Zelte. Unsere Betten sind mit Leintüchern bedeckte Strohbündel. Nun frage ich Sie, wie ich ohne Koffer alle meine Sachen verwahren soll? Sie müssen wissen, dass der Fiskus sich gar nicht darum kümmert, ob ich einen Koffer habe oder nicht. Denn die Examina sind bald zu Ende, und dann brauche ich ja keine Bücher; der Fiskus sorgt für meine Equipierung, folglich brauche ich auch keine Stiefel usw. Wie soll ich mir aber ohne Bücher die Zeit vertreiben? Die Stiefel, mit denen uns der Fiskus versorgt, sind so schlecht, dass drei Paar davon in der Stadt für kaum ein halbes Jahr reichen.

Von Ihrer letzten Sendung habe ich mir fünfzehn Rubel zurückgelegt. Sie sehen also selbst, lieber Papa, dass ich unbedingt noch fünfundzwanzig Rubel brauche. Anfang Juni verlassen wir das Lager. Wenn Sie also Ihrem Sohne in seiner bitteren Not beistehen wollen, so schicken Sie ihm dieses Geld zum 1. Juni. Ich wage nicht, auf meiner Bitte zu bestehen; ich verlange nicht zu viel, doch mein Dank wird grenzenlos sein.

~*~

Mich berühren solche persönlichen Briefe aus einer völlig anderen Zeit, in der Söhne oder
Töchter ihre Eltern noch respektiert und geachtet haben. Es hat ihnen jedenfalls nicht ge-
schadet. Sicher war es eine andere, eine strengere Erziehung, als in den letzten Jahrzehnten
in diesem Land, welches nicht mehr mein Land, und trotzdem noch meine Heimat ist. Diese
antiautoritäre Erziehung haben viele Eltern mit gar keine Erziehung verwechselt. Eine
Mutter war nicht mehr Mutter, sondern Freundin. Diese Erziehung hat sich aus meiner Sicht
eher negativ auf diese Generationen ausgewirkt. Es ist heutzutage fast überall im Alltag fest-
zustellen, und drückt sich in mangelndem Pflichtbewusstsein, Verantwortungsbewusstsein,
Fleiß, Ordnungssinn, Respekt, mangelnder Rücksichtnahme, Höflichkeit, Disziplin, Ge-
wissenhaftigkeit, Ehrlichkeit, Zuverlässigkeit, Dankbarkeit und Demut aus. Es scheinen
Begriffe zu sein, mit denen viele Menschen nichts mehr anfangen können. Dabei sind es
gerade solche Werte, die für ein gutes, gesellschaftliches Zusammenleben notwendig sind.
Das war »früher« anders, ganz anders.

Anna Karenina auf dem Bahnhof, wie die KI sie sieht.

~*~
 
»Der Mensch ist unglücklich, weil er nicht weiß, dass er glücklich ist.«
Fjodor Dostojewski

~*~

Biografien berühmter Persönlichkeiten haben mich schon immer sehr fasziniert. Es ist hoch-
interessant sich in das Leben dieser Menschen und in die jeweilige Zeit hineinzuversetzen.
Das Leben russischer Schriftsteller und deren Werke haben mich schon sehr früh begeistert.
Besonders Tolstois »Anna Karenina«, »Der Spieler«, »Krieg und Frieden« oder Tschechows
»Kirschgarten« u.a. Es sind wunderbare Romane für kuschelige Winterabende. Schon des-
halb, weil man in die zum Teil winterliche Landschaft dieses großen Landes eintauchen kann.

»Der Kirschgarten« - wie die KI ihn sieht.

~*~

Pasternack's Roman »Doktor Schiwago« war ebenfalls lesenswert. Den Film habe
ich, wenn ich mich recht erinnere, mindestens dreimal gesehen. Manche Filme
und Bücher bleiben einem ein Leben lang in Erinnerung.

~*~
 
Die Zeit vergeht, das gesprochene Wort aber bleibt.
Leo Tolstoi (* 1828 ; † 1910)
war ebenfalls ein bedeutender russischer Schriftsteller

~*~

Übrigens:
Apropos, »das war früher ganz anders«. Heute hält zum Beispiel die Generation »Z«
nicht sehr viel vom Arbeiten. Das scheint in besonderer Weise fürs Home-Office zu
gelten. Laut einer 20-Jährigen sei das typisch für ihre Generation. Sie z.B. schläft auch
mal während der Arbeitszeit, geht joggen oder einkaufen. Niemand merkt das, denn
sie loggt sich ein und die anderen nehmen an, sie arbeitet. Sie gibt zu, dass einige ihrer
Freunde genauso arbeiten bzw. nicht arbeiten. Ihre Arbeitszeit pro Woche beläuft sich
oft gerade mal fünf Stunden. Sie würde in Zukunft aber gerne viel Geld verdienen.
Na dann, viel Glück!
Wenn allerdings die KI deren Arbeit eines Tages übernimmt, bleibt dieser Generation
 wohl nichts anderes übrig, als der Gang in die Sozialkasse. Bleibt die Frage, wer soll
diese Kasse dann noch füllen?

Auch das noch:
Traurig aber wahr. Die ersten Weihnachtsmärkte werden abgesagt. Als Begründung
werden zu hohe Kosten für die Sicherheit genannt. Und so gehen unsere Traditionen
nach und nach verloren. Es waren gerade unsere Traditionen und unsere Kultur, die
das Leben in diesem Land so lebenswert machten. In ein paar Jahren wird davon
nicht mehr viel übrigbleiben. Is nix mit »Wir schaffen das«, wie unsere, (meine schon
gar nicht), selbstgefällige, ehemalige Herrscherin verkündete. Dafür haben wir jetzt
die Merkel-Poller rund um so manchen Weihnachtsmarkt und Messerverbote. So wie
sich das Stadtbild verändert, verändern sich eben auch die Weihnachtsmärkte, von
denen jetzt einige kleiner ausfallen und »Genussmarkt« genannt werden. Andere
werden in »Wintermarkt« umbenannt. Dafür darf in so manchen Straßen einiger Städte
die Ramadan-Beleuchtung bewundert werden. Für eine Weihnachtsbeleuchtung haben
einige Städte jetzt leider kein Geld mehr.
Ja, das Land hat sich drastisch verändert und ist auch religiöser geworden.
Nun denn!

~*~

Das Wetter:
Ist der Morgenhimmel knallig rot, meistens schlechtes Wetter droht.

~*~

Ein Haiku:
Abendhimmel rot,
Schatten ziehen langsam auf.
Stille kehrt nun ein.

© Ursula Evelyn

~*~
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Montag, 3. November 2025

Der letzte sonnige Tag im Oktober

 ist allerdings schon ein paar Tage her, denn der November hat längst Einzug gehalten.
Auch wenn dieser Oktobertag es noch einmal wissen wollte, so war der Monat Oktober
alles andere als golden und sonnig. Im Gegenteil, eigentlich hätte man annehmen
können, der November hat den Oktober verdrängt und sich einfach an dessen Stelle
eingeschlichen.

 
Es gibt auch noch nicht allzu viel welkes Laub zu fegen. Der Wald ist noch relativ
feucht. Die Blätter scheinen dieses nasskalte Wetter zu genießen und denken gar
nicht daran, sich jetzt schon in den Winter zu verabschieden.


Andere, wie der Angelika Baum hat seine Blätter sehr früh verloren. Auch der
Farn gibt eher ein trauriges Bild ab.


Ganz besonders genieße ich die rötliche Herbstfärbung des »Gewöhnlichen
Schneeballs Roseum«, der im Sommer kleine, runde, gefüllte Blüten trägt.
An der Haustüre wird vor unseren Polizeithunden gewarnt. Auch wenn Lilly
nach der Operation mit ihrem rasierten Bäuchlein ein wenig lädiert aussieht
und nicht gerade den Eindruck eines Wachhundes erweckt. Die Hauptsache
ist, dass sie wieder rundum gesund ist und sich wohlfühlt. Auf der Hut ist
sie dennoch und sollte es jemand wagen, sich ihrem Revier zu nähern, schlägt
sie sofort Alarm.


Die Birken sind derzeit ein wahrer Hingucker mit ihren goldgefärbten Blättern.
Auch der Blaubeerstrauch zeigt sich in seinen schönsten Farben.


Hier sind die wunderschönen Blätter des Roseum Schneeballs. Da er direkt
an der Terrasse steht, kann ich mich schon beim Frühstück daran erfreuen und
gleichzeitig die Vögelchen am Futterhäuschen daneben beobachten. So schön,
das Frühstück auf diese Weise genießen zu können.


Die Elster hat das Treiben im Garten aus der Höhe betrachtet. Sie saß eine
ganze Weile auf der Tannenspitze und ließ sich von der Sonne bescheinen.
Meine Lieblingshortensie hat, im Gegensatz zu allen anderen, noch keine
Lust, sich von ihren wunderschönen Herbstfarben zu trennen. Also kann ich
mich daran ebenfalls noch erfreuen.


Der kleine weiße Zierkirschbaum im vorderen Teil des Gartens hat schon fast alle
seine Blätter abgeschüttelt. Das kann aber auch der starke Wind in den vergangenen
Tagen gewesen sein. Die Berberitze ist in jedem Herbst ein Hingucker. Blau war der
Himmel an einem der letzten Oktobertage. Eine Freude, denn das war in diesem
Monat relativ selten der Fall.
 

Die Ahornblätter geben einen besonders traurigen Anblick ab. Ihnen
scheint der Abschied vom Sommer recht schwer zu fallen.


Die Blätter der Birken dagegen leuchten und strahlen besonders schön,
wenn die Sonne scheint. Genau wie die Blätter des japanischen Nelken-
kirschbaumes. Manche Blätter der Hortensien können da durchaus mit-
halten.

Und so geht auch dieser Herbst so allmählich in seine triste, trübe Zeit
über. Eine Zeit, in der sich der morgendliche Nebel wieder über den Wald
und Garten legt und für diese alljährliche Melancholie, den November-
Blues sorgt. Ich mag diese Stimmung, diese Atmosphäre sehr und genieße
es bei einer heißen Tasse Tee über das Leben zu sinnieren, in Erinnerungen
zu schwelgen und dem Treiben der Vögelchen am Futterhäuschen zuzu-
schauen. Ich weiß nicht, woran es liegt, aber in diesem Jahr empfinde ich
die früh einsetzende Dunkelheit doch etwas gewöhnungsbedürftig. Egal,
in diesen Teestunden, mitten in der Natur, vergesse ich die Welt um mich
herum. Sie ist so weit weg, als gäbe es sie gar nicht, diese kaputte Welt.

~*~

Ich ziehe deshalb den Herbst dem Frühjahr vor,
weil das Auge im Herbst den Himmel,
im Frühjahr aber die Erde sucht.

Søren Kierkegaard (1813 - 1855)
war dänischer Philosoph, Theologe und Schriftsteller

Dem schließe ich mich an.

~*~
Das Wetter:
Wenn dunkle Regenwolken drohen, sollst du das Wetter nicht vor dem Abend loben.

~*~

Noch ein Haiku:
Matter Sonnenschein
Fällt durch die kahlen Zweige.
Herbst Melancholie.
 
© Ursula Evelyn
 
~*~
 God bless Ukraine and Israel
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Fotos by Lauras Home and Garden

Samstag, 1. November 2025

Erstens kommt es anders

und zweitens, als man denkt. Diese Erfahrung haben wohl sehr viele Menschen im Leben
gemacht. Man macht Pläne, nimmt sich etwas vor, sieht das Ergebnis resp. Resultat schon
vor Augen und dann ereignet sich etwas Unerwartetes und alles kommt anders, als man
gedacht oder geplant hat.


Das Leben ist manchmal wie ein Spiel, in dem viele Menschen eine Rolle spielen und
gewollt oder ungewollt, einen gewissen Einfluss auf das Leben anderer Menschen aus-
üben. Im Grunde ist man seinem Schicksal ausgeliefert, weil man im Leben eben oft
auch auf andere Menschen angewiesen ist. Niemand in der zivilisierten Welt bestimmt
letzten Endes sein Schicksal selbst. Trotzdem liegt es an jedem Mensch selbst, wie er
sich in bestimmten Situationen entscheidet. Das kann gut ausgehen oder aber eben auch
nicht. Wäre es nicht großartig, man könnte in die Zukunft sehen und wüsste, wie es
im Leben weitergeht? Natürlich nicht! Gut, dass man das nicht weiß.
Aber es gab und gibt immer wieder Menschen, die es trotzdem gewagt haben, einen 
Blick in die Zukunft zu werfen.
Einer von ihnen war der französische Astrologe, Nostradamus, der außerdem Arzt und
Apotheker war. Seine Vorhersagen, die aus dem 16. Jahrhundert stammen, wird kaum
jemand ernst nehmen. Sie werden lediglich mit den Ereignissen vergangener Jahrhunderte
in Zusammenhang gebracht. Sie beziehen sich auch nicht auf ein bestimmtes Jahr, sondern
werden Ereignissen in der Vergangenheit und Gegenwart zugeschrieben.
Für das Jahr 2025 wird von »weinenden Wäldern«, steigenden Meeren, verzehrter,
trockener Erde, großen Überschwemmungen und ungewöhnlichen Erdbeben gesprochen.
Das wird z. B. als Hinweis auf einen möglichen Kipppunkt beim Klima oder großen Natur-
katastrophen gedeutet.
  »Feuer am Himmel« wird vorhergesagt, das auf mögliche globale Konflikte oder einen
großen Krieg im Jahr 2025 interpretiert wird. Das Feuer am Himmel soll ein Symbol für
moderne Waffen wie Drohnen oder nukleare Schläge sein.
Andere Verse werden dahingehend gedeutet, dass ein langer Krieg (oft auf den Konflikt
in der Ukraine bezogen) in diesem Zeitraum, also um 2025 herum ein Ende finden könnte
oder aber eine entscheidende Wende einläutet.


Weiter ist vom Sturz einer »großen Stadt« oder einem allgemeinen wirtschaftlichen Zu-
sammenbruch die Rede, bei dem »Händler weinen« würden. Auch wird die Rückkehr
einer »alten Plage« oder eine neue, verheerendere Seuche erwähnt, die besonders Eng-
land treffen könnte. Dies könnte als ein Hinweis auf die Erfahrungen mit der COVID-
19-Pandemie gesehen werden. Zudem ist die Rede von einer Wasserkrise, von »knappen
Flüssen« und einem Kampf um »Tropfen des Lebens«, was auf eine existenzielle Krise
der Wasserknappheit in einigen Regionen hinweisen soll.

Fest steht, es gibt auch im 21. Jahrhundert Kriege und Konflikte, wie es sie in der gesamten Menschheitsgeschichte gab. Der heutige Krieg in Europa ist der Krieg eines gelangweilten, größenwahnsinnigen, kleinen, alternden »Möchtegernzaren«, der sich mit allen Mitteln an
der Macht hält und sich dabei selbst überschätzt. Niemals hat der auch nur eine Minute an-
genommen, dass seine »Spezial-Operation« auf ihn zurückschlagen könnte.  Auf ihn selbst
und das »Zarenland«, welches jetzt unter seiner Kriegslust und diktatorischen Herrschaft,
am Rande des Zerfalls steht.
Noch dazu hat er es mit seiner Kriegslust geschafft, dass die Großmächte jetzt nuklear auf-
rüsten und der »Westen«, um sich notfalls verteidigen zu können, ebenfalls massiv auf-
rüstet. Damit dreht sich der Spieß jetzt um, also gegen ihn und er bekommt, was er sich
selbst eingebrockt hat.


Er und sein Wodka-liebender, bester Kumpel drohen seit gut drei Jahren immer wieder mit
dem Einsatz von Atomwaffen und er selbst hat gerade noch mit seinem nuklearen Marsch-
flugkörper und atomwaffentauglichen Supertorpedo geprahlt. Der »King« droht daraufhin
mit sofortigen Atomwaffentests, worüber der kleine, alte Diktator sehr empört ist und so-
fort eine entsprechende Gegenreaktion ankündigt.
Diese alten, mächtigen Männer kommen mir vor, wie kleine, dumme Jungs, die im Sand-
kasten Krieg spielen. Einer will dem anderen beweisen, wer der Stärkere und Mächtigere
ist. Merken die in ihrer Verbohrtheit eigentlich nicht, welches gefährliche Spiel sie da
inszenieren? Begreifen sie den Ernst der Lage nicht? Wollen Sie tatsächlich die Menschheit
auf's Spiel setzen? Immerhin ist da ja auch noch der Konflikt zwischen China und Taiwan
und einige andere. Diese schrecklichen Massacker im Sudan zum Beispiel.


Wie auch immer, die Menschheit wird trotz des technischen Fortschritts, trotz Bildung,
trotz reichlich gemachter, negativer, geschichtlicher Erfahrung, niemals in Frieden leben
können, weil es immer wieder größenwahnsinnige, gierige, hasserfüllte, rachsüchtige Men-
schen mit einem niedrigen IQ auf Erden geben wird, die sich für götterähnlich halten.
Sie machen solange weiter, bis irgendwann irgendwer einfach mal - aus welchem Grund
auch immer, auf den berüchtigten Knopf drückt - und sei es nur aus einer Ausweglosig-
keit heraus. Zum Beispiel um nicht als Versager und Verlierer in die Geschichtsbücher
einzugehen. Wem würde man das am ehesten zutrauen?
Die Uhr tickt.

Denn sie wissen nicht, was sie tun!
Erstens kommt es anders und zweitens, als man denkt.

~*~

Die Einbildung des Größenwahnsinnigen
wird immer stärker sein als jede Wahrheit,
die er erfahren könnte.
Fjodor Dostojewski (1821 - 1881),
gilt als einer der bedeutendsten russischen Schriftsteller

Übrigens:
Mittlerweile gab es vom US-Pentagon grünes Licht für Lieferung von
Tomahawks an die Ukraine. Jetzt liegt die Entscheidung, ob sie geliefert
werden oder nicht, beim »King«. Wird er oder wird er nicht?

Auch das noch:
Laut einiger Medien hat die Ukraine eine wichtige Pipeline in der Nähe der Hauptstadt
des »Zarenlandes« gesprengt. Die drei Arme der Pipeline, dienten der Versorgung von Militäreinrichtungen mit Benzin, Diesel und Kerosin. Das wird dem kleinen, alten,
brutalen »Möchtgerngroß« aber gar nicht gefallen.

Das Wetter:
Regnet es ohne Unterlass, wird auch der Kürbis auf der Straße nass.
 
~*~
 God bless Ukraine and Israel
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