Dienstag, 17. September 2019

Waldesgrün

 
 
Es wohnt Genuss im dunklen Waldesgrüne,
Entzücken weilt auf unbetretener Düne,
Gesellschaft ist, wo alles menschenleer,
Musik im Wellenschlag am ewigen Meer,
Die Menschen lieb ich, die Natur noch mehr.
 
Lord Byron
 
~*~
 
Die Gedanken, was die Natur angeht, kann ich ohne Wenn und Aber
nachempfinden. Bei den Menschen sieht das allerdings inzwischen ganz
anders aus. Auch ich habe die Menschen einst geliebt, aber das ist schon
ziemlich lange her.
Die Menschen sind mir zu laut geworden, zu schrill, zu egoistisch,
zu rücksichtlos, zu maßlos, zu habgierig, zu dekadent, zu oberflächlich
und teilweise zu aggressiv.
Mit der Veränderung im Lauf der Zeit und dem Zeitgeschehen, haben
sich auch die Menschen verändert. Ich könnte allerdings nicht einmal
genau sagen, wann diese Veränderung eingetreten ist.
Das mag auch an der Erziehung seit den Achtundsechziger-Jahren liegen,
als die meisten Eltern beschlossen, ihre Kinder antiautoritär zu erziehen.
Ich habe den Eindruck, dass viele Eltern eine antiautoritäre Erziehung
auch heute noch - mit gar keine Erziehung verwechseln.
Es mag aber auch daran liegen, dass die Zeit stressiger und schnell-
lebiger, und die Menschen dadurch oberflächlicher und rücksichtsloser
geworden sind.
Es kann allerdings auch an mir liegen, an meinem Alter, dass sich meine
Einstellung den Menschen gegenüber geändert hat, dass mir leise, stille
Menschen, die nicht auffallen (wollen) wesentlich sympathischer sind, als
solche, die ständig im Mittelpunkt stehen müssen.
Oder sehe ich die Menschen aufgrund meiner Erfahrungen jetzt im Alter
einfach nur mit anderen Augen ?
In meinem ganzen bisherigen Leben hatte ich keine Kontaktschwierig-
keiten zu anderen Menschen. Die habe ich auch heute nicht. Ich war gerne
unter Menschen, kannte viele interessante Menschen aus der ganzen Welt.
Heutzutage fehlt mir lediglich das Interesse an ihnen, weil ich meine
kostbare Lebenszeit viel lieber in der Natur, als mit anderen Menschen
verbringe. Mir fehlt also absolut nichts, auch wenn es immer wieder heißt,
der Mensch brauche den sozialen Kontakt zu anderen Menschen.
(Da kommt mir gleich wieder der Gedanke an die Herde in den Sinn -
 der Mensch sei ein Herdentier. Das ist tatsächlich auch jetzt im
21. Jahrhundert trotz stetiger Weiterentwicklung noch der Fall.
Ein erschreckendes Beispiel lieferte gerade Grönemeyer, der mit einem
Aufruf zu Beginn seines Konzertes bewies, wie leicht es immer noch ist,
Menschen zu manipulieren -siehe Link ganz unten!)

Mir bedeuten meine verbliebenen Lieblingsmenschen, - viele sind leider
schon verstorben -, wesentlich mehr, als jeglicher soziale Kontakt zu
Menschen, an denen ich kein wirkliches Interesse hege - und sie
höchstwahrscheinlich auch nicht an mir.
   


Und so lausche ich auf meinen Spaziergängen mit den Knuddels
durch den Wald, lieber den Vögelchen, dem Wind und dem
raschelnden Laub unter meinen Füßen.
Das Gerede so manches Menschen würde mich nur stören
und von den wunderbaren Geräuschen der Natur ablenken.
 
Herbst, wie ich ihn so gerne mag - im Nebel
 
und im Sonnenschein
 
Mein Freund und ich spazieren meist schweigend durch das
Waldesgrün und Waldeslaub. Er gehört zu meinen leisen, stillen,
ganz besonders wertvollen Lieblingsmenschen.
 
~*~
  
„Lebe jede Jahreszeit, wie sie kommt!
Atme die Luft, trinke, schmecke die Früchte
und überlasse dich ihrem Einfluss.“

Henry David Thoreau

~*~


An wen erinnert dieses Gebrülle ?
Video etwas tiefer im Tweed von Heiko Maas abspielen.
Lautstärke evtl. etwas aufdrehen.
Beängstigend, wenn nur einer laut rum grölt,
egal, was er grölt, wie schnell alle mit grölen !

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1 Kommentar:

  1. Liebe Laura
    ich nicke stark dazu .. wie recht du hast!
    Danke für dieses interessantes Posting und wunderschöne Fotos von euren Spaziergang! Ich liebe es auch Morgens früh am Strand zu gehen ohne welche Menschen da bin ich bei mir und diese wunderbare Musik der Natur ob Möwen oder das Wasser.
    Ich wünsche dir einen schönen spannenden Herbst( ich mag ihn auch)
    Lieben Gruss Elke

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