Donnerstag, 20. Juni 2019

Der Traum vom Rosengarten

Wie oft hab' ich ihn schon seit meiner Kindheit geträumt,
den Traum von einem Dornröschen-Garten.
Großmutters Garten war dagegen kein Rosengarten. Zur damaligen Zeit,
also in der Nachkriegszeit, waren Obst und Gemüse viel wichtiger, als
ein Zier- oder gar ein Rosengarten.
In Großmutters Garten war nur ein winzig kleines Beet für Sommerstauden
reserviert. Die übrige Fläche bestand aus einer Wiese, auf der früchtetragende
Bäume, also Obstbäume wuchsen. Süß- und Sauerkirschen, Äpfel, Birnen,
Pflaumen, Pfirsiche und Aprikosen und am Wiesenrand sorgten Himbeer-
Stachelbeer und Johannisbeersträucher jeden Sommer für eine reiche Ernte
In einem anderen Teil des Garten wurden Gemüse, wie z.B. Bohnen, Tomaten,
Salat, Gurken, Möhren, Erbsen, Kartoffel, Rhabarber und sogar Erdbeeren
angebaut. Nur an beiden Seiten des Gartentores durften kleine, zart rosa-
farbene Röschen emporranken.
 
"Mein" geliebter Rosengarten
 
 
Dass mein Traum von einem Dornröschen Rosengarten einmal wahr werden
sollte, war für mich eigentlich so gut wie ausgeschlossen. In Berlin absolut
unmöglich und später auf der Insel hatte ich zwar auch einen Garten, aber
der war eher tropisch angelegt - mit Kokospalmen, Hibiskus, echtem Jasmin,
Oleander und Bougainvillea.

 
Und so verschwand mein Traum auch irgendwie im Nirwana. Also völlig aus
meinem Gedächtnis. Er kam spätestens seit meiner Berliner-Zeit einfach nicht
mehr vor, dieser Traum. Und als ich auf der Insel lebte und annahm den Rest
meines Lebens dort in trauter Zweisamkeit zu verbringen, schon gar nicht mehr.
Der Traum von einem "eigenen" Rosengarten war für mich ausgeträumt.

 
Erst vor etwa fünfzehn Jahren, also im "hohen" Alter von achtundfünfzig Jahren,
sollte sich mein Traum erfüllen. Wer hätte das gedacht ?!
Seither lebe ich wieder einen Traum, "meinen" Traum von einem Rosengarten.
Ja, man kann tatsächlich sein Leben träumen oder seinen Traum leben.

 
Allerdings hat es sich in meinem Leben einfach so ergeben, ohne mein direktes
Zutun, in Form von Pläne schmieden oder darauf hinarbeiten.

 
Ich kann mich noch an die vielen Sommer während meine Berufstätigkeit
erinnern, als mein Freund und ich mit den Fahrrädern an einer Schrebergarten-Anlage vorbeifuhren und ich jedes Mal dachte, wie schön es sein müsste,
so einen kleinen Garten bepflanzen und pflegen zu können.

 
Niemals, wirklich nie hatte ich auch nur einen Moment angenommen, dass ich
schon ein paar Jahre später, einen noch viel größeren Garten bepflanzen und
pflegen würde. Das große Glück inmitten eines Gartens, umgeben von einem
Wald in einer wundervollen Naturlandschaft, leben zu dürfen, war damals
einfach nicht vorstellbar.
 
Träume können wahr werden, wenn man das Leben einfach nimmt,
wie es kommt - ohne Pläne und ohne Ziel.
 
Pläne können durchkreuzt und Ziele nicht erreicht werden.
Was in beiden Fällen folgt  - ist Enttäuschung oder Ärger über sich selbst.
Lebt man aber jeden Tag, Tag für Tag und nimmt das Leben so an,
wie es sich ergibt,
dann sind freudige Überraschungen zu jeder Zeit möglich.
Nur wer zu viel erwartet, kann bitter enttäuscht werden
und wer alles will, ohne etwas aufzugeben, kann alles verlieren,
denn alles im Leben hat seinen Preis.
 
~*~
 
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
 


Kommentare:

  1. Hallo liebe Laura, ich versuch mein Glück und hoffe es klappt und meine Grüße erreichen dich.
    Ist ein schwieriges Unterfangen hier mit der Verbindung.

    Dein Traum ist Wahrheit geworden und du lebst mittendrin. Wunderbar erblüht sich deine Rosen, die Gute Pflege mit viel Hingabe sieht man ihnen an. Deine Fotos sind wie immer sehr gelungen.
    Da bei dir auch viel Schatten ist, kannst du auch heiße Tage gut ertragen.
    Genieße deine Pracht und sei herzlich gegrüßt
    Angelika

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  2. Danke, liebe Angelika, für deine Mühe und deine Versuche mir diese Zeilen zukommen zu lassen. Ich freue mich wirklich sehr darüber.

    Es ist so ärgerlich, dass dein Zugang zum Internet nicht richtig funktioniert. Wir hatten hier anfangs auch Schwierigkeiten, bis ein Freund mir den Tipp gab, den Router kurz aus- und wieder einzuschalten. Das hat dann tatsächlich funktioniert.

    Im schattigen Teil des Gartens ist es bei diesen heißen Temperaturen gerade noch auszuhalten, aber auch hier in der angenehmen Kühle des Waldes, ist es gerade um die Mittagszeit echt sehr drückend. Nun ja, da muss ich halt für entsprechende Abkühlung sorgen. Viel trinken und öfter mal kaltes Wasser über die Arme laufen lassen.
    So lange uns Unterwetter erspart bleiben, will ich mich nicht beklagen. 😉

    Ich wünsche dir von Herzen eine angenehme Woche, lass es dir gut gehen und sei ganz herzlich gegrüßt von
    Laura, die sich nochmals für deinen Besuch und deine netten Worte bedankt.
    Mach's gut, liebe Angelika !

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  3. Dein Rosengarten ist wirklich ein Traum. Bei dem Anblick kann man die Seele baumeln lassen.
    Hier haben die Rosen auch üppig geblüht - nur habe ich immer Pech mit Rosenrost und so schön die Blüten auch sein mögen: es sieht nicht gut aus, wenn die Blätter verfärbt sind (trotz spritzen!) Wie rettest du deine Rosen durch diese Hitze? Trotz gießen welken bei uns die noch blühenden Schönheiten unter der Sonne nur so dahin :-(
    LG Christiane

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    1. Hallo, Christiane, freu' mich wirklich sehr über deine Zeilen :o)))
      Die Rosen haben in diesem Jahr einfach wunderschön geblüht - so viele Blüten und so gesunde Blätter hatten sie noch nie. Kein Mehltau, keine Rostflecken. Ich nehme an, das lag am Wetter. Es war eher angenehm kühl, teilweise sonnig und eher trocken. Sie mögen das feuchtwarme überhaupt nicht - aber eben auch die Hitze nicht. Ich habe die Gartenrosen bisher überhaupt nicht gießen müssen, nur die in den Kübeln hat es gedürstet.
      Jetzt an den heißen Tagen trocknen auch hier die Blüten aus und welken dahin. Nun muss man gießen, am besten von unten, und etwas länger, weil sie tief wurzeln. Staunässe sollte man allerdings wieder vermeiden. Die erste Blüte hat sehr lange gehalten und hält eigentlich immer. Freuen wir uns also auf eine zweite üppige Blütenpracht :o).

      Ja, sie bereiten viel Freude, unsere wahren Schönheiten, aber sie sind eben anspruchsvoll. Doch was tut man nicht alles ;o).

      Hoffentlich lässt diese schreckliche Hitze bald nach. Auch wir, einschließlich der Hunde leiden. Wir haben alle kaum geschlafen und das im Wald, wo es immer etwas kühler ist. Gestern Abend zeigte das Barometer um 22:30 noch knapp 30° an. Wie mag das erst in der Stadt sein und wie soll das erst im Hochsommer werden ?

      Hab trotz dem einen angenehmen Tag und lasst es euch gut gehen !
      Ganz liebe Grüße und nachträglich alles Liebe und Gute zum Geburtstag !
      Laura, die sich heute wohl eher innerhäusig aufhalten wird :o(

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