Donnerstag, 5. September 2013

Einsam - oder Zuhause-SEIN ?


Über diese Frage habe ich mir mal so meine Gedanken gemacht und um
sie beantworten zu können, sollte ich den Begriff  “Zuhause“ erst einmal
definieren.
Zuhause bedeutet z.B.: Wohnung/Haus, Heim, Wohnsitz, Daheim, Heimat,
Elternhaus, Vaterland.
Was aber macht ein Zuhause aus?
Ein Wohnzimmer? Ein Schlafzimmer? Eine Küche, eine Diele und ein Bad?
Die Möbel darin? Die schicken Lampen und Accessoires? Der Fernseher, die
Stereoanlage und die vielen Bücher? Die Grünpflanzen oder der teure
Teppich? Mit den Möbeln und Dingen, mit denen wir unser „Zuhause“
schmücken und einrichten, können wir unser Zuhause zwar ganz und gar
nach unserem Geschmack gestalten, aber vermitteln sie uns wirklich ein
Gefühl „des Zuhause-Seins?
 
Ich kannte Menschen, die in traumhaft schönen Villen mit einer noch
traumhafteren Inneneinrichtung lebten, die über einen Garten groß wie ein
Park und einen Swimmingpool verfügten und dennoch waren sie
die einsamsten der Welt. Diese Menschen hätten sich nirgendwo zuhause
gefühlt, denn sie waren einsam - innerlich leer. Sie konnten zwar in den
eigenen vier Wänden so sein, wie sie sind und das tun was sie wollten, denn
es war ja niemand da, der sie daran hätte hindern können. Selbst wenn
jemand da gewesen wäre, hätte das an ihrer Einsamkeit nichts geändert.
Sie wären auch in der Gesellschaft von anderen Menschen einsam gewesen.

Auch in einer Ehe/Beziehung kann man sich einsam fühlen. Vielleicht
trennen sich deshalb so viele Paare - weil sie sich nicht zuhause fühlen.
Wenn man sich einsam fühlt, dann ist man im schönsten Schloss genauso
einsam, wie in der kleinsten Hütte. Da hilft weder eine Luxuseinrichtung
noch der warme Herd in der kleinsten Küche. Auch ein Orts- oder
Tapetenwechsel schützt nicht vor Einsamkeit, denn egal
wohin man geht, man trifft auch dort immer wieder auf sich selbst.
 
Mit dem Begriff „sich zuhause fühlen“, bringe ich z.B. Liebe,
Freundschaft, Wärme, Verständnis und Geborgenheit in Verbindung.
Kein Schloss, kein Möbelstück und kein noch so geschmackvolles
Einrichtungsaccessoire können Liebe ersetzen.

Im Gegenteil, oft sind es gerade diese unnötigen Dekorationsgegen-
stände, die teuren Anschaffungen, die uns als Ersatz für fehlende Liebe,
Wärme, Freundschaft und Geborgenheit dienen sollen.
 
Einzig die Liebe und Wärme der Menschen, die in einer Wohnung oder
einem Haus leben,  tragen dazu bei, dass aus einer Wohnung oder einem
Haus ein Zuhause wird.
 
Home is where your heart is ! 

Egal, wo sich Haus oder Wohnung befinden, oder wie sie eingerichtet sind,
zuhause ist man dort, wo man verstanden wird, wo man Liebe erfährt, wo
man sich behütet und beschützt fühlt.
Ein Ort, von dem man das Gefühl hat, genau zu diesem Zeitpunkt dort
hinzugehören, egal, wo auf dieser Welt sich dieser Ort befindet.
Eine Wohlfühl-Oase, in die man sich gerne zurückzieht, ob alleine, zu zweit
oder mit der Familie.

Traurig ist, dass immer mehr alleinstehende Menschen inzwischen so eine
Art Ersatz-Zuhause in den diversen sozialen Netzwerken suchen und auch
zu finden scheinen. Einige mögen sich dadurch nicht mehr ganz so alleine
und einsam fühlen, für andere kann es aber auch zur Abhängigkeit führen
und ist dadurch wieder nur so eine Art Flucht, ein Weglaufen vor dem
Alleinsein oder vor der Einsamkeit und sich selbst.

Alleinsein zu können ist das Schönste, alleine sein zu müssen das Schlimmste.
Ich möchte nicht mehr ganz alleine in einem Haus leben. Tagsüber bin ich
zwar sehr gerne alleine, aber nur, weil ich weiß, dass abends jemand nach
Hause kommt. Niemand ist gerne alleine. Zumindest kenne ich niemanden,
der gerne alleine wäre. Die meisten Menschen sehnen sich danach, ihr
Leben, ihre Freude, ihr Glück, aber auch ihr Leid und ihre Sorgen mit einem
anderen Menschen oder mit guten Freunden teilen zu können.
Ob nun digital im Internet – oder live im realen Leben.

Dem Wert der realen Freundschaft, (nicht der digitalen Pseudo-Freundschaft
im Internet), wird in der heutigen Zeit leider viel zu wenig Bedeutung
beigemessen. Das werden viele Menschen eines Tages ganz sicher bereuen,
vor allem, wenn sie älter werden, denn mit guten (realen) Freunden ist man
nie alleine oder einsam. Eine über die Jahre- und Jahrzehnte gepflegte
Freundschaft hält in der Regel ein Leben lang.
(Oft länger als eine Ehe oder eine Beziehung).
Bei Pseudo-Freundschaften mit Menschen im Internet, von denen man oft
nicht einmal den (richtigen) Namen kennt, ist das eher fraglich.

Es liegt also an uns selbst, ob und wo man sich zuhause fühlt – wichtig ist
eigentlich nur, dass man mit dem eigenen Leben so wie es ist, zufrieden ist,
dass man seinen inneren Frieden gefunden hat und mit sich selbst im
Reinen ist - bei sich selbst ZUHAUSE-SEIN und sich mit sich selbst
wohlfühlen.
Wer das schafft, kann sich eigentlich nie einsam fühlen. Nur wir selbst
können ein Haus oder eine Wohnung mit Liebe und Leben füllen,
Wärme und Geborgenheit ausstrahlen und verbreiten, so dass sich auch
andere in unserer Nähe wohlfühlen.

Sobald wir allerdings andere Menschen „brauchen“, um uns wohl zu fühlen,
um uns zuhause zu fühlen, dann begeben wir uns in eine Abhängigkeit und
machen unsere Zufriedenheit und unser Wohlergehen von diesen Menschen
abhängig.

Wir befinden uns im Leben immer genau in der Situation, in die wir uns
– aus welchen Gründen auch immer - freiwillig hineingebracht haben.
Wir können alles kaufen, um uns ein schönes und gemütliches Zuhause zu
gestalten, wenn wir das nötige Geld haben.
Die Wärme der Liebe und Freundschaft allerdings ist unbezahlbar.
Sie muss aus uns selbst herauskommen.
Die Liebe und Freundschaft anderer Menschen bleibt immer ein Geschenk
welches man schätzen- und für das man sehr dankbar sein sollte. Ich hatte
und habe das große Glück, egal wo immer ich mich gerade aufhalten habe,
egal in welchem Land, in welcher Stadt, wunderbaren Menschen begegnet
zu sein, bei denen ich mich auf Anhieb zuhause fühlte und das beruhte in
den meisten  Fällen auf Gegenseitigkeit. Viele dieser Menschen habe ich
inzwischen aus den Augen verloren - in meinem Herzen jedoch haben sie
ihre Spuren hinterlassen.
Ehrlicherweise sollte ich erwähnen, dass das im Ausland öfter der Fall war,
als in der Heimat, die ja auch eine Art Zuhause ist.
In unserem Land - das ist mein Eindruck, sind die Menschen eher verschlossen.
Eine Mentalitätsfrage - scheint mir.

In der Jugend ist man unterwegs, auf Reisen, auf der Suche nach dem Ort,
an dem man im Alter Zuhause ist, dort, wo man hingehört und sich
wohlfühlt.

ZUHAUSE-SEIN ist ein Gefühl im Herzen!
Wohl dem, der diesen Ort gefunden hat !
 
~*~*~*~

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Kommentare:

  1. ich habe mich immer zuhause gefühlt wo mein verstorbener mann war, bzw. früher wo ich mit mann und kindern war. egal ob im urlaub oder in unserer wohnung. wo mewine Familie war fühlte ich mich zuhause.

    nun ist unserer wohnung meine wohnung, ich habe sie nun nach meinen wünschen gestalltet. aus unser ist meins geworden und vermittelt mir nun
    ein heimatgefühl, dort gehöre ich hin.
    ich habe einen neuen partner und obwohl ich ihn liebe, fühle ich mich bei ihm (noch) nicht zuhause - das gibt mir schon zu denken

    lg gabi

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  2. Das hast du wunderbar beschrieben liebe Laura.
    Zuhause ist da wo das Herz sich wohlfühlt.
    Ein Gefühl der Geborgenheit und Vertrautheit gehört in mein Zuhause.

    Mein Zuhause steht kopf, habe die Handwerker da, neue Fenster und tapezieren.

    Geniesse den herlichen Sommerabend
    ♥ liche Grüße
    Angelika

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  3. Nachdem ich so oft einen auf den Deckel bekommen habe, fällt es mir schwer, das Gefühl von "Zuhause" überhaupt zu zu lassen. Fast mein ganzes Leben lang habe ich von dem Haus geträumt, in dem ich die ersten Jahre meines Lebens in Geborgenheit verbracht habe. Habe geträumt von langen Straßen die ich laufe auf der Suche nach diesem Haus. Siegmund Freud hätte sicher seine helle Freude daran gehabt. Die Träume hörten schlagartig auf, als ich dieses Haus vor ein paar Jahren wiedergesehen und erkannt habe, dass es nicht mehr das ist, was es zu meiner Zeit war und auch nie wieder sein kann. Seitdem ist Ruhe. Trotzdem: Wenn ich im Lotto gewinne kaufe ich es zurück ;-)

    Nichtsdestotrotz fühle ich mich im jetzigen Heim ganz wohl. Allein sein möchte ich auch nicht - schon gar nicht hier draußen. Den Gedanken, dass es mal so kommen könnte, trage ich immer mit mir rum. Auch den Gedanken, dass ggf. mal ein Altenheim mein "Zuhause" werden könnte ... Man weiß nicht was kommt - also lieber an den Tagen freuen, die im Hier und Jetzt liegen.

    LG Christiane

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Danke für Deinen Kommentar. Ich freue mich sehr, dass Du Dir die Zeit für ein paar nette Worte nimmst.

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