Donnerstag, 7. Februar 2013

Scheinwelt?

Das/der* Blog sollte eigentlich ein Tagebuch sein.
Doch wie ich bei meinen diversen Reisen durch das Bloggerland
festgestellt habe, gibt es nur sehr, sehr wenige Blogger/innen,
die das/den* Blog auch wie ein Tagebuch führen.


Die meisten Blogger/innen (mich eingeschlossen) stellen in
ihrem Blog eigentlich "nur" ihr Hobby vor, sei es das Gärtnern, das Malen,
das Dekorieren von Wohnungen, das Nähen, Basteln von Karten, Stricken,
Fotos mit eindrucksvollen Motiven u.s.w.
Sie nehmen uns auf Foto-Ausflüge mit oder stellen uns ihre vierbeinigen Lieblinge
sowie ihre Ideen zur Wohn-und Gartengestaltung vor.
Es werden verschiedene Projekte angeboten, an denen man sich beteiligen kann
und wir können uns Urlaubsfotos anschauen.
Wir können wunderbare Gedichte und Geschichten lesen -
und von diversen Rezepten und Anleitungen profitieren.

 

Das sagt zwar trotzdem sehr viel über die jeweilgen Autoren/Autorinnen aus,
aber Tagebucheinträge aus dem täglichen Leben
der Blogger/innen, findet man kaum.
Auch wenn vieles davon recht interessant, sehens- und lesenswert ist,
mit einem Tagebuch, dem man eigentlich alles anvertraut,
hat das nicht wirklich viel zu tun.
Es gibt nur sehr wenige Blogger/innen, die authentisch über ihren
Tages- oder Wochenablauf und über ihre Gedanken, ihre Sehnsüchte,
ihre Wünsche, ihre Sorgen sowie ihre Probleme berichten.
Und obwohl vieles anonym geschrieben wird,
so möchten die meisten Blogger/innen wohl doch nicht zu viel
von sich preisgeben oder aus ihrem persönlichen Leben erzählen.
Warum ist das wohl so ?



Eigentlich ist das schade, denn es würde doch das Zeitgeschehen
wunderbar widerspiegeln, wenn man vom Glück und Leid,
von den Freuden und dem Vergnügen, aber auch von
den Sorgen und Nöten, den Missständen** sowie den Gedanken
der Menschen in unserer Zeit mehr erfahren könnte.

Warum berichten so wenige über das wahre Leben;
die Wirklichkeit so wie sie ist, mit all ihren Schattenseiten?
Warum gewährt niemand einen Einblick hinter die Fassade?
Warum zeigen wir "nur" tolle Fotos und dokumentieren "nur" die
angenehmen Seiten des Lebens?
Das einzig Negative, über das im Bloggerland hin und wieder mal berichtet wird,
ist das Wetter.

Sogenannte "Experten" sprechen inzwischen von einer echten und einer unechten Welt,
von einer analogen und einer digitalen Welt.
Von einem digitalen Mensch und von einem analogen Mensch.
Von einer wahren Welt und von einer Scheinwelt.
Leben wir im Bloggerland nur in einer digitalen Scheinwelt?
Ist das so eine Art Flucht aus der realen Welt?
Machen wir uns hier alle nur etwas vor?

~*~
    * Ich kann mich einfach nicht zwischen das Blog und der Blog entscheiden -sorry!
    * * Muss ich 'Missstand' wirklich mit drei "s" schreiben - wie verrückt ist das denn ?

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~


Kommentare:

  1. DER Blog - basta. Ist auch zulässig. Mit der deutschen Rechtschreibung habe ich schon längst abgeschlossen. Ich hatte früher so gut wie nie irgendwelche Probleme, jetzt weiß ich manchmal nichts mehr. Und mittlerweile sind mir die Schreibfehler egal - wie heißt es so schön: "wer welche findet, darf sie behalten." Und das "ß" gehört mir - jawohl, die anderen wollen es ja nicht mehr ;-)

    Es gibt sicher jede Menge Blogs die dem entsprechen, von dem Du redest. Sie finden sich nur nicht so leicht, weil wir uns auf den Schlagworten unserer eigenen Interessen bewegen. Die Wellen spülen uns daher nur an die Strände von Blogs, die mehr oder weniger mit unseren eigenen Interessen konform gehen, vielleicht noch besonders lustig oder informativ sind oder sonstwie konvenieren. Es gibt Blogs, wo man nur als geladener Gast zu den illustren Gedankengängen des Betreibers Eintritt findet. Es gibt Leute, die kämpfen mit ihrem Schicksal und berichten über ihren Kampf mit Krankheiten. Das liest man nicht so eben weg (jedenfalls ich nicht).

    Ein bisschen heile Welt wollen wir uns deshalb wahrscheinlich alle erhalten, wir wissen, dass das Leben nicht nur aus Annehmlichkeiten und Belanglosigkeiten besteht. Viele berichten ja auch über Nöte in der Familie, Krankheit, Verlust - was fehlt ist ein tiefgreifender Gedankenaustausch. Der findet, wenn, dann meist hinter den Kulissen statt -per E-mail, nicht in der Kommentarfunktion. (jedenfalls läuft das bei mir und einigen Fotofreunden aus der fc so) Ich denke nicht, dass wir uns was vormachen .. *Schultern zuck* ...im Endeffekt weiß man nie, wer am anderen Ende sitzt.

    nächtliche Grüße
    Christiane


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  2. Morgen liebe Laura
    Ein Tagebuch schreibt man doch für sich alleine und nicht in aller Öffentlichkeit, oder? Als Tagebuch habe ich meinen Blog nie gesehen.
    Ich finde die Blogs schön in Blogs zu lesen, die über dies und das berichten.

    Einen schönen Tag und liebe Grüße
    Angelika

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Danke für Deinen Kommentar. Ich freue mich sehr, dass Du Dir die Zeit für ein paar nette Worte nimmst.

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