Donnerstag, 15. Juni 2017

O wie wohl ist mir am Abend

wenn zur Ruh ein Glas Wein auf mich wartet und ich
den Tagesausklang mit einem guten, roten Tropfen genießen kann.
Gern würde ich auch einem Glockenläuten lauschen, aber bis hierher
sind sie leider nicht zu hören. Wer sich noch an dieses alte Volkslied
erinnert, der gehört wahrscheinlich nicht mehr zu den Jüngsten.
Aber mir ist auch ohne Glockengeläut wohl am Abend,
wenn sich ein schöner Tag so ganz allmählich seinem Ende zuneigt
und ich sagen kann, es war ein guter Tag.

Jeden Abend, wenn um mich herum alles friedlich und still geworden ist,
dann freue ich mich darauf die Beine hochzulegen, und dieses eine gute
Glas Wein in aller Ruhe zu genießen. Ein allabendliches und lieb gewonnenes
Ritual, ohne das ich mir den Tagesausklang gar nicht mehr vorstellen kann.
Oft sitze ich nach dem Abendessen - wenn das Professorchen in seinem
Office verschwunden ist, nur still da. Wenn es das Wetter erlaubt, auf der
Terrasse oder ich mache es mir in meinem Lieblingssessel bequem und
lasse den Tag noch einmal Revue passieren.
So denke ich z.B. noch mal über ein geführtes Telefonat mit einer Freundin
oder einem Freund nach oder ich schwelge in Erinnerungen. Manchmal schaue
ich auch nur in den Himmel und lasse meine Gedanken wandern.
Es ist immer wieder erstaunlich, was einem so alles in den Sinn kommt,
wenn man sich auf nicht Spezielles konzentriert. Denken, ganz intensiv, über
alles mögliche. Besonders spannend ist es, wenn ich ein Thema gefunden
habe, das mich fasziniert und ich versuchen muss, die Zusammenhänge zu
ergründen und zu erkennen.

Oft denke ich auch über Menschen nach, Menschen, denen ich tagsüber beim
Einkaufen oder sonst wo begegnet bin. Auch über die Menschen im
Bloggerland, die ich zwar alle nicht persönlich kenne und dennoch durch sie
viel über Menschen im Allgemeinen dazu gelernt habe. Interessant ist wirklich,
wie sehr dieses Bloggerland und deren Schreiberlinge Einfluss auf das eigene
Leben nehmen können. Natürlich gehe ich davon aus, dass sich jeder einzelne
Mensch nur von seiner positiven Seite darstellt - wer würde anderen gegen-
über schon zu geben, dass er/sie auch eine Schattenseite hat ?!
Die meisten Menschen verstecken sich hinter einer Maske. Aus Schutz oder
aber um etwas zu verbergen. Kein Mensch zeigt sich wie er/sie wirklich ist.
Mehr Schein als sein - ist die Devise. Wer kennt diesen Spruch nicht ?
Menschen sind seltsame Wesen. Ehrliche Meinungen oder die Wahrheit
kommen eher selten vor. Meistens geht es darum den Schein zu wahren.
Ich selbst habe eine Bloggerin, die von sich behauptet der Wahrheit sehr
zugetan zu sein, (beruflich war sie wohl Lehrerin !)der Lüge überführt und
sie dies auch wissen lassen. Um ihre Lüge zu vertuschen, hat sie sich gleich
einer weiteren Lüge bedient und gleichzeitig ihren Blog so umgestellt,
dass ihr letzter Beitrag einschließlich meines Kommentars, nicht mehr
auf der Startseite zu finden war. Damit hat sie sich quasi verraten und
somit ihre Lügerei bestätigt.  Wenn ich dann hin und wieder ihre vielen
Kommentare in anderen Blogs lese, denke ich jedes Mal, wenn die wüssten
wie falsch und hinterlistig diese Person ist, sie würden sich bestimmt wundern.
Auf der einen Seite ist sie superfreundlich und auf der anderen Seite, hat sie
keine Skrupel andere mal eben zu belügen und zu täuschen.
Tja, Menschen sind wirklich seltsame Wesen.
Immer schön den Schein wahren !
(Dieser Vorfall liegt schon eine Weile zurück - heute kam er mir wieder in den Sinn).

Egal - erstaunlich ist und bleibt für mich aber die Tatsache, wie viel Zeit
Menschen täglich in ihrer Freizeit so vor ihren Computern oder mit ihren
Smart-Phones verbringen. So, als gäbe es sonst nichts anderes mehr,
für das es sich zu leben lohnt.
 Wie traurig eigentlich !

Ich bin davon überzeugt, dass sich das Internet mit allem was dazu gehört,
in ferner Zukunft als ein genauso großer Fehler erweisen wird,
wie die Produktion von Plastik mit dem inzwischen die Meere zugemüllt
werden oder die Atommeiler mit deren radioaktivem Müll. Diese Fehlerliste
ließe sich beliebig fortsetzen.
Man stelle sich nur mal die Folgen vor, sollte das weltweite Netz
irgendwann einmal zusammenbrechen - aus welchem Grund auch immer.
Unmöglich ?
Heißt es nicht immer: Nichts ist unmöglich ? !

Seltsame Gedanken bei einem Glas Wein !
Bin eben ein seltsames Wesen !

Rosen aus dem Garten

Menschen sind nun mal seltsame Wesen ;o) !

*

Die Praxis sollte das Ergebnis des Nachdenkens sein,
nicht umgekehrt.
Hermann Hesse

~*~

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Kommentare:

  1. Liebe Laura,
    Gedanken am Abend. Heute waren sie nicht leicht und beschwingt bei dir.
    Ich habe in meiner Zeit, die ich schon im Bloggerland verbringe,
    auch schon manche Enttäuschung erlebt. Nun bin ich über 80 Jahre
    und sehe viele Dinge gelassener. Hinzu kommt meine Krankheit, die
    lässt mich dankbar für jeden Tag sein. Ich freue mich jeden Tag
    über die Sonne, das Gezwitscher der Vögel und auch darüber, dass
    ich aufstehen kann. Also liebe Laura, nimm es auch gelassen. Wer lügen
    muss, der hat es nötig. Auch wer sich immer in den Mittelpunkt stellt,
    da ist meist nicht viel dahinter.
    Liebe Grüße zu dir
    Irmi

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    1. danke für deine Zeilen, liebe Irmi.
      Gedanken müssen nicht immer leicht und beschwingt sein. Ich setze mich gerne auch mit weniger erfreulichen Dingen auseinander. Schließlich gehören auch sie zum Leben dazu. Dennoch habe ich dann keinen schlechten Tag und ich erfreue mich trotz dieser Gedanken auch an der Sonne, dem Zwitschern der Vögel und bin ebenso froh und dankbar für jeden Tag, den ich gesund erleben darf.
      Ich finde es großartig, dass du mit 80 immer noch so rege im Bloggerland unterwegs bist und dich für so viele unterschiedliche Themen interessierst.
      Das ist allemal besser, als ständig über Krankheiten zu sinnieren.
      Es ist auch bewundernswert, wie du mit deiner Krankheit umgehst. Das intensive Recherchieren und viele Lesen lenkt dich somit sicherlich auch ein wenig davon ab.
      Ich wünsche dir jedenfalls viele angenehme, sonnige und gute Tage in großer Gelassenheit und sage nochmals danke für deine Besuche und netten Worte.
      Liebe Grüße sendet dir
      Laura, die das Bloggerland nicht allzu ernst nimmt, aber viel über Menschen gelernt hat.
      Zum Glück gibt es ja auch sehr authentische Schreiberlinge, wie dich und Oskar - woanders lese ich inzwischen kaum noch !

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  2. Hallo Laura,
    diese abendliche Dämmerungsstunde (Besinnungszeit) halte ich gewöhnlich auch ab.
    Nur, ein Glas Rotwein ist bei mir nicht im Programm. Mein Getränk ist Grüntee. Trinke noch nicht einmal ein Bier, sehr selten mal bei einer besonderen Gelegenheit. Bin es so gewöhnt, brauch da keine Anregung und habe lieber einen klaren Kopf. Genauso brauche ich für lustig sein oder entspannt sein, kein Alkohol.

    Schönes Rosenbild hast du da eingestellt.

    Nun ja! Mit dem Lügen und der rosaroten Brille muß man sich abfinden (?) weil eigentlich allgegenwärtig. Die Kehrseite ist ja auch, allzu freimütig im Internet ist auch nicht unbedingt ratsam, weil es oft ausgenutzt wird.
    Die Lüge ist ja in der Politik die Regel. Außerdem leben wir in narzißtischen Zeiten, da ist die Selbsterhöhung die Norm. Fehler - oder Schattenseiten - wie eine Monstranz vor sich her zu tragen, ist auch nicht unbedingt zielführend.
    Davon abgesehen, mir persönlich bricht kein Zacken aus der Unkenkrone, wenn ich eingestehen muß, daß ich die Weißheit auch nicht mit Löffeln verabreicht bekomme oder keinen Nürnberger Trichter im Bunker habe.
    Viele Blogs sind eh gegenseitige Beweihräucherung und sollen bei vielen Menschen, das eigene, triste oder banale Leben ein wenig aufhübschen.
    In diesem Sinne "Hoch die Tassen" äh ~~~ für dich natürlich "Prost Wein"
    Die Winzer sind mir im allgemeinen zu große Giftspritzer ;-)
    VG
    Oskar

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    Antworten
    1. Da geht es mir wie dir, lieber Oskar, ich brauche auch all diese Aufputschmittelchen nicht - in welcher Form auch immer. Bei vielen Menschen sieht das anders aus. Sie brauchen Drogen jeglicher Art, um ihr tristes Leben überhaupt noch ertragen zu können. Statt zu denken, greifen sie zu den diversen Mittelchen - oder sie trinken ihre Tristesse für ein paar Stunden weg.

      Das Bloggerland kann man nur nehmen wie es ist. Anfangs hat es mir noch Spaß gemacht, hier und da zu lesen und auch zu kommentieren. Inzwischen ist mir meine Zeit dafür zu schade. Ab und zu, bei schlechtem Wetter schaue ich mich mal um und stelle immer wieder fest - dass sich nichts geändert hat.
      Eigentlich lese ich inzwischen wirklich nur noch bei dir und Irmi. Alles andere ist mir einfach zu nichtssagend - immer dasselbe.
      Selbst schreibe ich allerdings sehr gerne, wenn auch eigentlich nur für mich und erwarte daher auch gar keine Kommentare. Freue mich aber dennoch, wenn sich jemand die Zeit nimmt, seine Meinung zu äußern.

      Ganz besonders freue ich mich auch immer wieder über deine Besuche und Zeilen, für die ich mich auch heute wieder herzlich bedanke.
      In diesem Sinn sendet dir liebe Grüße
      Laura, die den Wein eigentlich für das Wohl ihres Herzens trinkt, sich aber schon ab und zu Gedanken über die Giftspritzen macht ;o(.
      Tja, so hat alles mal wieder zwei Seiten ;o) !
      Mach's gut und hab einen sonnigen Tag, lieber Oskar !

      Löschen

Danke für Deinen Kommentar. Ich freue mich sehr, dass Du Dir die Zeit für ein paar nette Worte nimmst.

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