Montag, 17. November 2014

Wenn der Computer pfeift,

 dann könnte ich ja zuerst vielleicht einmal davon ausgehen,
dass er mich animieren möchte, ein fröhliches Liedchen mit ihm anzustimmen,
zumal er über ein umfangreiches Repertoire schöner, melodischer Musik
auf seiner Festplatte verfügt.


Anders sieht das aus, wenn es sich dabei um einen krächzenden Pfeifton handelt,
der sich anhört, als würde er auf dem letzten Loch pfeifen und das mögliche Ende
seines Daseins ankündigen.
Eigentlich müsste ich jetzt die Ruhe bewahren, erst einmal Tee trinken
und Nervennahrung zu mir nehmen. Stattdessen ist das für mich eine Schocksituation
und Stress pur, vor allem deshalb, weil ich sofort an all meine Schätze
auf der Festplatte denke, die mit dem Ableben des PCs verlorengehen könnten.
Ich werde nicht nur nervös und unruhig, sondern meine Gedanken sind schon
viel weiter - nämlich bei der möglichen Bestellung eines neuen PCs und
dessen Einrichtung mit all den Softwareprogrammen, die auf einem neuen PC
wieder installiert werden müssen.
Das nimmt Stunden, wenn nicht Tage in Anspruch.

Als mein Freund abends aus der Firma kam, konnte er tatsächlich nur noch
ein wirres Verhalten und eine eindeutige Funktionsuntüchtigkeit des PCs feststellen.
Er hatte nach etlichen Wiederbelebungsversuchen seinen Geist endgültig aufgegeben.
Der PC - nicht mein Freund ;o).



Ich weiß nicht, der wievielte meiner PCs es inzwischen ist, der das Zeitliche
gesegnete hat - ich weiß nur, dass es zu viele waren.
Alles fing in den 80iger Jahren mit einem kleinen Toshiba Laptop an,
dessen Größe, Geschwindigkeit, Arbeitsmöglichkeiten und Speicher, sich mit
dem nächstgrößeren Model in anderer Farbe, schon steigerte.
Bald folgte ein großer Rechner mit Tischmonitor und Windows 95.
Der bot bereits wesentlich mehr Funktionen, war aber extrem langsam.
Bei diesem Rechner, wie bei den Vorgängern, gab es noch die
Möglichkeit der Speicherung auf externen Disketten, die sich dann
in kleinen speziell dafür vorgesehenen Boxen aufbewahren ließen.

Mit fast jedem neuen Computer kam ein neues Betriebssystem und
ich konnte die meisten alten Disketten, Programme, Spiele und CDs entsorgen,
weil sie nicht mehr kompatibel waren.
Inzwischen gibt es glücklicherweise externe Festplatten, auf denen man
ein Backup seiner "Schätze" speichern kann, damit sie im Falle eines Breakdowns
wie jetzt bei meinem PC, nicht verloren sind.
Immerhin hatte ich jetzt das große Glück, dass mein Freund die völlig intakte
Festplatte retten konnte, so dass ich noch im Besitz all meiner Schätze bin :o)).

Und so landet einmal mehr der Rest eines ausgedienten PCs auf dem Müll.
Auf dem Elektronik-Müll, der mit dem gesamten anderen Elektronik-Müll
aus der ganzen Welt entweder nach China oder nach Afrika gekarrt wird.
Dort wird er dann unter extrem schlechten, menschenunwürdigen und
gesundheitsschädlichen Bedingungen von Menschenhand in Einzelteile zerlegt.



J E D E N  T A G  produziert diese unsere Welt 4.000 Tonnen Abfall,
die irgendwo bleiben müssen.
Elektronikmüll, Elektromüll, Plastikmüll, Hausmüll, Sperrmüll, Atommüll.
Zum Teil wird dieser Müll recycelt, aber auch verbrannt und gebunkert.
Die Luft wird dadurch verschmutzt und die Meere mit Plastik zugemüllt.

Und es wird fleißig weiter für den Müll produziert.
Die Wirtschaft muss wachsen, der Konsum gesteigert werden.
Ohne PC kommt ja heute kaum noch jemand zurecht.
Die Menschheit hat sich abhängig gemacht von diesem
weltweiten Computernetzwerk.
Sollte das jemals zusammenbrechen, dann bricht alles zusammen.




Was bleibt dann ?
Vielleicht ein einziger riesengroßer Müllberg ?

Schwarzmalerei?
Nein,
ich ziehe eben immer auch das scheinbar Unmögliche in Betracht.

Wie gut, dass ich mein kleines Tablet noch habe und somit
nicht ohne PC und immer noch mit dem Netzwerk verbunden bin.
Der "Neue" ist auch schon unterwegs.
So habe ich mal wieder konsumiert und zum Wachstum beigetragen.
Ohne Konsum kein Wachstum und
ohne Wachstum kein Konsum.
Ein Teufelskreis eben !

~*~

~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

 

Kommentare:

  1. Liebe Laura,

    meine erste Idee war eben, dass deine wunderschönen und stimmungsvollen Bilder nicht so recht zu deinen auch kritischen Gedanken passen wollen....

    Natürlich hast du Recht, was den Konsum (wahn?) angeht, aber kann man den Teufelskreis durchbrechen?

    Ich weiß genau, was du meinst und auch ich sehe mich oft in diesem Kreislauf "gefangen" und habe immer größere Probleme damit, dass man so viele Dinge wegwerfen soll/muss anstatt sie zu reparieren.
    Der ganze Konsum scheint darauf ausgelegt: kaufen, weg werfen, neu kaufen, weg werfen.......

    Für mich passt dieses Verhalten nicht so richtig in meine Wertvorstellungen, aber was soll man machen?
    Seitdem ich weiß, dass viele, gerade technische Geräte, schon ein vorprogrammiertes "Verfallsdatum" eingebaut haben, bin ich schon manchmal ziemlich genervt und vermisse einfach die Wertschätzung den Dingen gegenüber.
    Wir sind eine Wegwerfgesellschaft, dem kann man sich nur sehr bedingt entziehen, sehr schade, oder?

    Übrigens: Seit ich auf PC´s, Notebooks, MP3 Player etc. von der Firma mit dem Apfel ;-) umgestiegen bin, habe ich sehr viel länger etwas davon und auch die Bedienung ist m.E. einfacher, weil intuitiver. Mein Sohn hat mich nach längerer Zeit überzeugt.

    Nun wünsche ich dir, dass dein neuer PC dir viel und lange Freude macht! Und wie schön, dass deine wertvollen Schätze dir erhalten geblieben sind- das wäre doch sicher ein schmerzlicher Verlust gewesen!

    Einen gemütlichen Abend , liebe Laura und einen lieben Gruß
    von Milka

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  2. Ach, eine Frage habe ich noch: Magst du verraten, von welcher Firma dein wunderschönes Weihnachtsgeschirr ist?
    Es gefällt mir so gut!

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    1. Ach, das hätte ich jetzt beinahe vergessen. Darf hier zwar glaube ich keine Werbung machen - aber um deine Frage zu beantworten, mach ich das jetzt einfach. Es ist von V & B, gemischt aus Toys Delight und Winter Bakery.
      Ich liebe es auch - es ist wirklich zauberhaft - wie alle Xmas-Editions von V&B.
      Solltest Du es Dir gönnen - wünsche ich Dir viel Freude damit.
      Nochmals liebe Grüße

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  3. Hallo, liebe Milka, den Gedanken hatte ich auch. Trotzdem passt es für mich wieder und zwar deshalb, weil ich mir den Tee und die Kekse trotz des Computerproblems habe schmecken lassen. Die Stimmung im Raum hat sich dadurch auch nicht wirklich verändert.
    Im Bloggerland herrscht überwiegend eine heile Welt vor, in der Probleme gerne mal ausgeblendet und verdrängt werden. Die reale Welt existiert aber nun mal mit all ihren Problemen, die ich gerne für mich hier im Blog festhalten möchte.
    Die meisten Leser interessiert das sowieso nicht. Anders als in vielen anderen Blogs schreibe ich nicht für die LeserIinnen, sondern über das was mich bewegt und beschäftigt. Es soll ja eigentlich auch ein Tagebuch sein.
    Meine Lebensfreude wird ja nicht dadurch eingeschränkt, weil ich Anteil nehme am Weltgeschehen. Es gibt Dinge, die regen mich auf, die machen mich traurig oder wütend - aber ich freue mich auch. Nur eins liegt mir überhaupt gar nicht - und das ist Gleichgültigkeit.

    Nein, den Teufelskreis zu durchbrechen, dafür ist es zu spät, zumal die Weltbevölkerung stetig zunimmt. Aber so weitermachen geht irgendwie auch nicht. Alle müssten weniger konsumieren - wenigstens das wird sich irgendwann von alleine regeln, weil der Normalbürger immer weniger Geld zur Verfügung haben wird.

    Danke, liebe Milka, für Deinen Kommentar, der wirklich den "Nagel auf den Kopf trifft". Du solltest unbedingt einen eigenen Blog führen - unbedingt !! Fang doch einfach mal an und schreibe einfach, wann immer Du Zeit dafür findest - muss ja nicht jeden Tag sein ;o) !

    So, nun wünsche ich auch Dir noch einen schönen Abend und schicke einen lieben Gruß zu Dir
    Laura

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  4. Liebe Laura, gerade WEIL du eben auch kritische Gedanken hier mit uns teilst, mag ich deinen Blog so gerne!!!

    Dass du hier so eine Art Tagebuch führst, gefällt mir - und ja, die Welt ist eben nicht immer nur schön.
    Viele wirken doch etwas unglaubwürdig, wenn in ihren Blogs alles wie eine Art heile Welt dargestellt wird.

    Es gibt nun mal auch weniger schöne Details unseres Alltags und auch die können doch ruhig benannt werden, oder?!

    Vielen Dank, dass du verraten hast, dass dein wunderschönes Geschirr von V & B ist, ich hab´s mir fast gedacht;-)
    Ich werde mal danach Ausschau halten und mir sicher das ein oder andere Teil dann gönnen :-))

    Einen schönen Tag wünsche ich dir und mach es dir bei diesem grauen und nasskalten Wetter gemütlich!
    Einen lieben Gruß schickt dir

    Milka

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    Antworten
    1. Der Meinung bin ich auch, liebe Milka, schließlich sind all die Blogs ja auch Zeitgeschichte und die wird, was den einzelnen Menschen betrifft, dadurch sehr einseitig dargestellt. Persönliche Schicksale, Nöte, Leid und Probleme - so wird es in hundert Jahren mal aussehen, hat es für den einzelnen Menschen nicht gegeben.
      Wir alle haben in unserem Schlaraffenland gelebt, egal, was in der Welt um uns herum geschah !
      Ich weiß auch nicht, warum die meisten Menschen, die einen Blog führen, ihren Alltag nicht authentisch beschreiben können. Hört man den Menschen im "realen Leben" zu, gibt es kaum jemanden, der keine Probleme hat, über die er gerne reden würde. Alle tragen ein "Päckchen" mit sich herum.
      Nur in der Bloggerwelt ist alles in allerbester Ordnung ! Alles nur eine große Lüge ???
      Mir jedenfalls kommt es so vor.

      So, jetzt müssen die Knuddels raus - und ich brauche einen Kaffee.
      Hab einen guten Tag, liebe Milka, lass es dir gut gehen und sei herzlich gegrüßt von
      Laura
      sich so dagegen

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Danke für Deinen Kommentar. Ich freue mich sehr, dass Du Dir die Zeit für ein paar nette Worte nimmst.

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