Sonntag, 6. November 2016

Das Schloss

in Benrath.
Auf der Fahrt zum Friedhof kommen wir an diesem schönen Schloss vorbei,
dessen Baustil in die Zeit des Übergangs vom Rokoko zum Klassizismus fällt.
Fast zwanzig Jahre, von 1755 bis 1773, hat der Bau dieses "Lustschlosses" gedauert,
dessen Besitzer Kurfürst Karl Theodor von der Pfalz, niemals dort gewohnt hat.
 
 
Aber nicht nur das Schloss mit seinem Weiher, seinen beiden Schlossflügeln und
dem wunderschön angelegten, weitläufigen Park - bis hin zum Rhein, begeistern mich
immer wieder, es sind auch viele Kindheitserinnerungen damit verbunden.
 
 
 
Wie viele Sommer und Winter haben wir als Kinder in diesem Park verbracht und uns an
den großen Schlossfenstern die Nase platt gedrückt, um einen Blick ins Innere zu erhaschen.
Wie hier in den Kuppelsaal.
(Das Foto stammt von Kabaeh49/Wikipedia)


 In den warmen Jahreszeiten haben wir im Park "Verstecken" gespielt und im Winter
sind auf diesem Schlossweiher und dem hinteren Spiegelweiher Schlittschuh gelaufen.
Zur damaligen Zeit gab es auch im Rheinland noch frostig kalte Winter mit viel Schnee.
Für uns Kinder war es das reinste Vergnügen. Schlittenfahrten, Schneemänner bauen,
eine Schneeballschlacht mit den Nachbarskindern.
Das alles ist lange her, sehr lange. Doch die Erinnerung an diese Zeit wird bleiben.
 
 

 Die Fotos sind an einem der letzten sonnigen Tage Anfang November entstanden.
Da war es noch relativ warm und Sonne schien den ganzen Tag.
Sonntags sind im Park und um das Schloss herum immer viele Besucher unterwegs.
Daher ist es dort am schönsten während der Woche.

 
 
In der Orangerie befand sich früher einmal eine Bibliothek.
Ob es sie heute noch gibt, weiß ich nicht.
 
 
 
Als ich die Insel damals verließ und heimkehrte, wohnte ich ganz in der Nähe des Schlosses
und war ich oft im diesem Park unterwegs und trieb mich in der Bücherei herum.
Man kann herrliche Spaziergänge durch den Park unternehmen, sich mit einem Buch
auf einer der Bänke niederlassen oder außen um den Park herum eine Runde
mit dem Fahrrad drehen. Einen Abstecher an den Rhein oder in die
Urdenbacher Kämpen - einem Naturschutzgebiet - machen.
 
Ich habe meine gesamte Kindheit sowie meine Jugendzeit bis zum Alter
von zwanzig Jahren dort verbracht und bin dann nach Berlin gezogen.
Es ist so schön, so viele Erinnerungen an diese Zeit und natürlich auch
an die Berliner Zeit zu haben.
Leider gehen die Jahre und damit das Leben so schnell vorbei.
Das wird einem erst viel später bewusst.
Ist man jung, hat man viele Träume und das Leben, welches noch vor einem liegt,
scheint endlos zu sein.
Erst im Alter wird einem bewusst, wie kurz so ein Leben eigentlich ist
und dass einem irgendwann nur die Erinnerungen bleiben.
 
Jeremy Irons würde das so umschreiben:

We all have our time machines.
Some take us back,
they're called memories.
Some take us forward,
they're called dreams.
  
Ja, man kann sich seine Träume erfüllen, das erfordert manchmal viel Mut und Stärke
- oder man kann sein Leben dem Schicksal überlassen.
 
Das Leben ist eine Gelegenheit und es liegt an jedem einzelnen Mensch selbst,
ob er diese Gelegenheit nutzt und was er aus seinem Leben macht.
 
Und doch  -  ist letztendlich alles vorbestimmt.
 
~*~
 
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
 
 


1 Kommentar:

  1. ja, das kenn ich doch :-)

    schon oft bin ich im Schlosspark spazieren gegangen - drinnen war ich allerdings noch nie

    lg und einen guten Start in die Woche
    wünscht gabi

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Danke für Deinen Kommentar. Ich freue mich sehr, dass Du Dir die Zeit für ein paar nette Worte nimmst.

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