Montag, 31. Oktober 2016

Landleben

 am linken Niederrhein im goldenen Oktober.
Dort, wo wir seit nun mehr genau zwölf Jahren ein neues Zuhause gefunden habe.
Auf dem flachen Land, in einer wunderschönen Umgebung mit Wäldern, Seen, schmalen Flüssen,
weiten Gemüse- und Kornfeldern, mit Bauernhöfen, einer großen Moor- und Heidelandschaft
sowie vielen Ausflugszielen in der näheren Umgebung -
und nur wenige Kilometer entfernt von den Niederlanden.
Der goldene Oktober - er endet - wie er begonnen hat -
mit strahlendblauem Himmel und viel Sonnenschein.

Die Weißkohlfelder sind schon fast abgeerntet - oder ist es Wirsing ?


Felder und Wälder .....


so weit das Auge reicht.
Das ist Entspannung pur und Balsam für die Seele.


Hier und da ein kleiner, überschaubarer Ort ...


 mit idyllisch, versteckt gelegenen Häusern ....

kaum befahrenen Landstraßen unter der endlosen Weite des Himmels.


Indian Summer am Niederrhein !
Herbstfarben wie aus dem Bilderbuch.
Dieser Oktober macht einfach Freude !
Große Freude !
So viel Sonne, so viel blauer Himmel und
viele Herbstgoldfarben wohin man schaut !
Herbstzauberträume vom Feinsten !
Einfach zum Genießen schön,
dieser letzte Sonntag im Oktober.
Die Welt ist so schön !
 
*
Ich werde nie verstehen, warum Menschen
sie aus Hab- und Profitgier zerstören
und damit letztendlich sich selbst.
Das ist Dummheit pur !

~*~

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Freitag, 28. Oktober 2016

Herbstliebe

 Wie schön der Herbst sich zum Oktober-Ende präsentiert !
In kräftigen, königlich rot-goldenen Farben !
Welche Schönheit und welcher Zauber in der Natur im Herbst zum Vorschein kommen !
 Welch' ein Herbstfarbenleuchten !
 
 
Auch der Lebensherbst bietet so viel Schönes. Selbst wenn das Äußere zu welken beginnt,
Abbau und Verfall nicht mehr aufzuhalten sind, so strahlt jetzt die innere Schönheit
mit ihrem leuchtend weichen Licht nach Außen.
Auch die innere Schönheit ist wie ein Zauber, weil sie dem Leben im Herbst diese Freude,
diese Gelassenheit und diese Ruhe verleiht.

 
 So, als wollte jetzt auch die innere Schönheit die äußere Schönheit überbieten und
sich noch einmal mal ganzer Kraft und eisernem Willen entfalten.
So, wie die Natur sich noch einmal vor dem kalten Winter aufzubäumen scheint,
so will sich im Lebensherbst auch die innere Schönheit, die Schönheit des Geistes und
der Seele noch einmal in ihrer ganzen Fülle präsentieren.
Jetzt ist ihre Zeit gekommen, die Zeit der Selbstbesinnung,
die Zeit des sich auf das Wesentliche zu besinnen.
Die Zeit der (Alters-)Weisheit, die Zeit, den Gewinn und den Reichtum
an Erkenntnissen in vollen Zügen zu genießen.
 
 
Es ist die Zeit der Ruhe und Gelassenheit.
Jetzt, im golden leuchtenden Herbst weiß man jeden Tag zu schätzen,
den man gesund und munter erleben darf.
Es ist die Zeit, in der man mit Dankbarkeit auf die bisherige Wegstrecke zurückblickt
und sich auf die Strecke freut, die - ob kurz oder lang - noch vor einem liegt.
Es ist die Zeit der Freude über das, was das Leben im Herbst noch alles bietet.
 Und es ist die Zeit, sich bei allem was man tut, Zeit lassen zu können
und möglichst nur das zu tun, was gut tut.
Jetzt im Herbst des Lebens kann man sich selbst Zeit schenken.
Innehalten, sich in sein Innerstes zurückziehen, einkehren und in sich hineinhören -
in sein inneres Selbst - zuhören, was es zu sagen hat.
 

 
So schnell, wie die Jahreszeiten vergehen, so schnell vergeht das Leben.
Was für die Natur die Jahreszeiten sind, Frühling, Sommer, Herbst und Winter -
ist für den Mensch das Leben - und diese Lebenszeit geht so schnell dahin.
Das Leben, es ist ein kurzer Moment nur, wie ein Augenaufschlag, ein Wimpernzucken
im ewigen, unendlichen Zeitenraum, im ewig wachsenden - ewig dauernden,
unendlichen Universum.
Kaum sind wir da und haben uns einmal umgedreht- oder geblinzelt,
ist es auch schon wieder vorbei - unser Leben.
Jeder Mensch, der einmal schwer krank war, lebensbedrohlich krank,
würde sich - sobald er wieder gesund ist - nicht mehr über Kleinigkeiten aufregen.
Er würde nie wieder jammern oder sich beklagen, sondern sich freuen wieder
am Leben teilhaben zu können. Er wäre dankbar, glücklich und zufrieden.
Er würde sein Leben genießen und keine Zeit mit negativen Gedanken oder
Dingen verschwenden - dafür wäre ihm seine neu gewonnene Lebenszeit viel zu schade.
Dieser Mensch hat das Leben verstanden - allerdings erst nachdem er leiden musste.
Erst dadurch hat er gelernt, dass das Leben ein Geschenk ist,
welches man dankbar annehmen sollte.
Man sollte dieses Geschenk wertschätzen und nicht leichtfertig damit umgehen.
  
Wer das erkannt hat, stellt fest, wie dumm es eigentlich ist,
sich selbst und anderen das Leben schwerzumachen.

Im Herbst erwacht eine neue, eine andere Liebe zum Leben !
Lächle das Leben an und du wirst sehen,
es lächelt zurück !

 

CARPE DIEM !
 
~*~
 
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Mittwoch, 26. Oktober 2016

Herbstromantik

 
Der Sommer ist zu Ende,
der Garten allmählich stumm.
In der Jahreszeitenwende zeigt
der Herbst sich erquickend bunt.
 
 
 
 
Die welken Blätter fallen
von Baum und Strauch herab;
sie fallen schwebend nieder,
auf das taufrisch grüne Gras.
 
 
 
 
Die Natur bettet sich zur Ruhe,
das Leben wird still im Wald.
Stürme kommen nun zum Zuge,
der Atem Luft wird spürbar kalt.

 
 
 
Bald schon ist das Jahr zu Ende,
es war wie ein schöner Traum.
Vergangen mit der Jahreswende,
entschwindet es im Zeitenraum.
 
 
 
 
Die Zeit, sie bleibt nicht stehen.
Geschwind schreitet sie voran.
So wie die Herbststürme ziehen,
leben wir in ihrem Bann.
 
© Ursula Evelyn
 
~*~
 
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Montag, 24. Oktober 2016

Herbstsonnenschein

Dieses Herbstfarbenleuchten !
Ich musste diese Farben einfach noch mal im Foto festhalten, bevor die wunderschönen,
bunten Blätter von Wind und Regen verweht und welk zu Boden segeln werden.
 
 
Zu schnell ist diese schönen Herbstfarbenzeit vorbei und die Bäume werden
wieder kahl sein.
Geregnet hat es Gott sei Dank inzwischen auch reichlich. Damit dürfte die Natur erst
einmal gut versorgt sein. Die Sonne hat sich danach nicht zu lange versteckt und kam auch
prompt wieder zum Vorschein. Bisher ein schöner Oktober - der in einer Woche auch schon
wieder vorüber ist. Dabei kommt es mir - mit Blick auf den Kalender - so vor,
als hätte ich vor nicht allzu langer Zeit, gerade erst das Januar-Kalenderblatt umgeblättert.
Die Zeit vergeht sooo schnell.
Grund genug, diese schönen Herbsttage doppelt und dreifach zu genießen.

 
Jetzt sieht man auch überall Astern und Chrysanthemen in schönen, warmen Herbstfarben.
 
 
 Wenn erst der November in sein tristes Grau versinkt, werden die schönen, warmen Farben
auch in der Natur verschwinden.
Dafür wird es dann im Haus umso gemütlicher - und warme Farben gibt es dort auch.

 
Je älter ich werde, desto mehr liebe ich den Herbst und
den Herbst des Lebens. Schenkt er mir doch die Ruhe und Gelassenheit sowie
viele Erkenntnisse, die man erst ab einem gewissen Alter so richtig genießen kann.
 
 

 
Jetzt ist es wieder an der Zeit, Blätter vom Rasen, den Wegen und Terrassen fegen.
Wenn es nicht regnet, ist das eine willkommene und zusätzliche Bewegung an der frischen Luft.
Ich mache das gerne, weil die Zeit noch früh genug kommt, in der ich viel zu wenig Bewegung
habe, weil ich mir dann öfter mal einen meiner geliebten Couchkuschellese-Nachmittage gönne,
Und ungelesene Bücher sind noch reichlich vorhanden.
 
 

 
Während ich also den Herbst mit seinem magischen Farbenspektakel genieße,
werden in den meisten Geschäften und Supermärkten bereits Weihnachtsartikel angeboten.
(Für diejenigen, die sich nicht erinnern, Weihnachten ist erst in zwei Monaten !)
Das erste weihnachtliche Gebäck, wie Spekulatius und Baumkuchen, habe ich schon
im September entdeckt, da waren es immerhin noch drei Monate bis Weihnachten !)
Da haben wir uns noch über sommerliche Temperaturen, herrlichen Sonnenschein und
T-Shirt-Wetter freuen dürfen und uns lecker Eis schmecken lassen.
Tja, der Rubel muss rollen, der Konsum angeheizt werden, denn je früher all das Zeug
angeboten wird, desto mehr wird bis Weihnachten verkauft.
Da mache ich jedenfalls nicht mit !
 
 
Dass, was ich mir zu Weihnachten wünsche, kann man mit Geld eh nicht bezahlen.
Im Gegenteil - gerade der Konsum trägt dazu bei, dass mein Wunsch vielleicht bald gar nicht
mehr in Erfüllung gehen wird -  und der wäre - Schnee und Frost zur Adventszeit und zum Fest.
Die Meteorologen künden zwar einen zu milden Schmuddelwinter an, ich jedoch habe so ein merkwürdiges Gefühl, als stünde uns in dieser Saison tatsächlich ein eher strenger
und frostiger Winter mit viel Schnee bevor.
Aber wer kann das heute schon vorhersagen ?
Mein Bauchgefühl schon gar nicht ;o) !
Ich lasse mich überraschen.
Wie auch immer der Winter ausfallen mag, ich freue mich auf ihn und hoffe,
dass er wirklich mal wieder Schnee und Frost mitbringt.
 
 
 
Schaun wir mal !
Reichlich Kaminholz ist jedenfalls wieder vorrätig.
Hach, das wird - so Gott will - wieder so richtig kuschelig.
Man sollte seine Erwartungen ja nicht zu hochstecken,
sonst ist die Enttäuschung zu groß.
Aber hoffen darf man ;o)) !
 
~*~
 
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Mittwoch, 19. Oktober 2016

Mondlicht über dem Wald

Mondlicht
Wie liegt im Mondenlichte
Begraben nun die Welt;
Wie selig ist der Friede,
Der sie umfangen hält!
 
 
 
Die Winde müssen schweigen,
So sanft ist dieser Schein;
Sie säuseln nur und weben
Und schlafen endlich ein.

Und was in Tagesgluten
Zur Blüte nicht erwacht,
Es öffnet seine Kelche
Und duftet in die Nacht.

Wie bin ich solchen Friedens
Seit lange nicht gewohnt!
Sei du in meinem Leben
Der liebevolle Mond!
 
Theodor Storm
~*~
  
 
 
Vollmondnächte können so romantisch sein !
Wer würde beim Anblick des Mondes, dessen matter Schein die Nacht
in ein silbriges Licht taucht, nicht in Träume versinken !?
 
Wie viele Dichter sind bei seinem Anblick ins Schwärmen geraten und haben dem
Mond wunderbare Verse und Gedichte gewidmet !
Es sind diese Silbermondnächte, die mich immer wieder faszinieren und
mich oftmals gedanklich in die unendlichen Weiten des Universum reisen lassen.
 
Am vergangenen Wochenende war er wieder zu sehen, der Vollmond, und
er war der Erde ganz besonders nahe.
Dadurch erschien er größer und heller.
Derzeit ist er "nur" 367.000 km von der Erde entfernt.
Seine weiteste Entfernung zur Erde beträgt immerhin 406.000 km.
Auch Mitte November und Mitte Dezember wird er der Erde noch einmal
ganz nahe sein und wieder um etwa dreißig Prozent heller und
ca. vierzehn größer Prozent erscheinen.
Dann heißt es wieder den Mond anhimmeln und
auf einen wolkenfreien Nachthimmel hoffen.
 
~*~
 
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Montag, 17. Oktober 2016

Sonntagsspaziergang

bei allerfeinstem Herbstwetter durch unseren kleinen Ort, verbunden mit einem Bummel
über den Flohmarkt. Dort habe ich ein paar Bücherschätzchen entdeckt,
die nun in meinen Besitz übergegangen sind ;o).
Über eins dieser Bücher habe ich mich gang besonders gefreut.
Es handelt sich bei diesem Buch um einen meiner Lieblingsdichter und Schriftsteller,
der wie ich in Düsseldorf geboren wurde und zwar ebenfalls im Dezember -
allerdings in einem anderen Jahrhundert ;o).
 
 
Dieses idyllisch gelegene Herrenhaus ist über 800 Jahre alt
 
 
und befindet sich heute in Privatbesitz.

 
Könnte mir auch gefallen. Ich liebe solche alten Gemäuer schon deshalb, weil ich
mir in meiner Fantasie Geschichten ausdenken würde, die sich dort abgespielt haben könnten.
Außerdem fände ich es geradezu "unheimlich" spannend, alle Ecken und Winkel dieses
schlossartigen Hauses zu durchstöbern und natürlich würde ich davon ausgehen,
dass es dort  nachts auch spukt.
 
 
Wie in fast jedem kleinen Ort steht auch hier die Kirche im Mittelpunkt.

 
Umgeben sind das Herrenhaus und die Kirche von verschiedenen, alten Laubbäumen.
U.a. Eichenbäume, Kastanienbäume sowie Eiben, Kiefern und anderen Nadelbäumen.

 
 
Wie man auf diesem Foto sieht, ist der Rasen fast vertrocknet. Auch einige Rhododendren
lassen die Blätter hängen. Es ist schon sehr lange her, seit es das letzte Mal länger
anhaltend geregnet hat.

 
Rund um die Kirche stehen diese Denkmäler.
Leider sind einige der Figuren sehr beschädigt. Manchen fehlt sogar der Kopf.
 
 
Ein wirklich goldener Oktobertag - dem noch viele folgen könnten.
Aber schon morgen soll es regnen. Einerseits ist der Regen sehr willkommen,
andererseits hätte ich gegen eine Fortsetzung dieses schönen Herbstwetters
absolut nichts einzuwenden.
 
 
 
Der Flohmarkt war recht gut besucht - allerdings haben wir außer den Büchern
nicht wirklich etwas entdecken können, was uns auf Anhieb gefallen hätte.
Das Stöbern in den alten Bücherkisten hat allerdings großen Spaß gemacht.
Wäre es nach mir gegangen, hätten wir das Auto ruhig damit vollladen können.
 
Ob das obige Schmuckstück ebenfalls zum Verkauf angeboten wurde,
wage ich jedoch zu bezweifeln.
An diesem wunderschönen, goldenen Oktobersonnensonntag war das Wetter
geradezu ideal für eine Cabriofahrt !
 
Was für ein schöner, goldener Herbsttag !
 
~*~
 
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Samstag, 15. Oktober 2016

Herbstfarbenrausch

Keine andere Jahreszeit vermag es, den Garten in einen solch kräftigen
Rausch der Farben zu versetzen, wie der Herbst.
Und nie liegt über dem Garten ein solcher Zauber, wie an einem trüben,
verregneten oder in Nebel eingehüllten Herbsttag.
An manchen Tagen fühle ich mich in dieser Stille und der mystisch angehauchten Atmosphäre,
die der Garten um diese Jahreszeit ausstrahlt, wie in einem verzauberten Märchenwald.
Dann scheint wohl wieder einmal das Kind in mir zum Vorschein zu kommen ;o).
So, wie schon in meiner Kindheit, so kann ich mich auch heute noch an Märchen,
Sagen, spannenden Geschichten und Kinderliedern erfreuen, die heutzutage wohl kaum
noch ein Kind kennt.


  








Ich mag den Garten zu jeder Jahreszeit, aber im Herbst liegt immer ein gewisser Zauber
über dem Garten - ganz besonders im hinteren, etwas verwilderten Teil des Grundstücks.

Seit meiner Kindheit habe ich von einem solchen Garten geträumt, in dem ich meiner
Fantasie beim Gestalten völlig freien Lauf lassen kann - ohne auch nur einen Gedanken
daran zu verschwenden, wie ich was wohin pflanze. Auch habe ich keinen bestimmten
Plan im Kopf gehabt, wie der Garten einmal aussehen sollte.
Das ist ja das Schöne an einem Garten, man kann ihn so gestalten, wie man gerne möchte.
Und genau das habe ich getan.
Ich habe um die bereits vorhandenen Bäume und Rhododendren einfach das gepflanzt,
was mir gefiel und es so gepflanzt, wie es mir gerade in den Sinn kam.
Heute freue ich mich immer wieder über das Ergebnis und kann mich gerade jetzt
im Herbst - selbst wenn ich aus den Fenstern schaue, an diesem Farbenrausch nicht
sattsehen.


Und in der Dämmerung folgt dann der Farbenrausch des Sonnenuntergangs
am herbstlichen Abendhimmel.
Was wäre die Welt ohne ihre Farbenpracht ?!
So ein kräftiger Herbstfarbenrausch kann so glücklich machen !

Ganz besonders glücklich bin ich heute auch, weil es in der vergangenen Nacht
endlich mal ausgiebig geregnet hat - das hat der Natur und meinem geliebten Garten
ganz besonders gut getan.

*

Der wahre, tiefe Friede des Herzens und die vollkommene Gemütsruhe
sind allein in der Einsamkeit zu finden.

Diesen Worten und dieser Erkenntnis Arthur Schopenhauers
schließe ich mich uneingeschränkt an, wobei ich noch die Worte
"und in der Natur"
hinzufügen würde.

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Dienstag, 11. Oktober 2016

Der kleine Kürbis

 
Es war einmal ein kleiner Kürbis. Er wuchs zusammen mit vielen anderen Kürbissen, die alle eine wunderschöne Farbe hatten und kräftig waren,  auf einem großen, weiten Feld in der Nähe eines kleinen Dorfes heran. Der kleine Kürbis aber war sehr klein  und blass. Doch er war glücklich, weil sie alle gute Freunde waren. Nur die schönen Kürbisse blieben gerne unter sich und hielten sich von den anderen Kürbissen fern. Die aber freuten sich am Tag über den Sonnenschein und in der Nacht kuschelten sie sich eng aneinander, um nicht zu frieren.
 
Oft hörte der kleine Kürbis den anderen zu, wenn sie von dem Bauer aus dem Dorf erzählten, der bald mit einem großen Wagen kommen- und sie alle abholen würde. Sie erzählten, dass es im Dorf Kinder gab, mit denen sie viel Spaß haben würden.
Genau wie die großen Kürbisse freute sich auch der kleine Kürbis auf den Tag an dem der Bauer kommen würde. Er konnte diesen Tag kaum erwarten. Und dann war es endlich soweit. Von fern hörte er den Wagen immer näher kommen. Ein Kürbis nach dem anderen wurde vom Bauer auf den Wagen gehoben, bis das ganze Feld leer geräumt war.
Der kleine Kürbis wunderte sich, warum niemand zu ihm kam und ihn auf den Wagen trug. Der Bauer war schon ein paar Mal an ihm vorbeigelaufen und hatte ihn jedes Mal übersehen.  Lag es daran, dass er so klein und blass war ?
Am Ende des Tages lagen die großen Kürbisse alle auf dem Wagen und freuten sich auf die Fahrt ins Dorf.
Traurig sah der kleine Kürbis ihnen nach. Er fühlte sich plötzlich ganz einsam und verlassen auf dem großen, weiten Feld. Ganz alleine lag er jetzt dort. Und als es dunkel und kalt wurde, und ein kräftiger Wind aufkam,  begann er zu frieren. Er hatte niemanden mehr, an den er sich kuscheln konnte. Ein paar Tränen kullerten über sein Gesicht. Warum hatte man ihn übersehen und hier alleine zurückgelassen ?
Viele Tage lag er ganz alleine auf dem Feld, bis ein paar Kinder kamen und ihre Drachen steigen ließen. Eins der Kinder kam auf ihn zu gerannt und blieb direkt vor ihm stehen. „He, kommt mal her, hier liegt noch ein kleiner Kürbis,“ rief der Junge und winkte die anderen Kinder herbei. Schnell kamen die anderen Kinder angelaufen und sahen den kleinen Kürbis an.
„ Wir könnten ihn doch mitnehmen", sagte eins der Kinder, "bald ist doch Halloween.“
Der kleine Kürbis wusste nicht was Halloween war, aber er war sehr dankbar, dass man ihn entdeckt hatte und mitnehmen wollte, bevor es noch kälter und seine Einsamkeit noch größer wurde.
Das Kind nahm den Kürbis auf den Arm und drückte ihn an sich. Dem kleinen Kürbis wurde ganz warm vor Freude. Dankbar schmiegte er sich fest an den Jungen, der mit den anderen Kindern zurück ins Dorf eilte. Dort traf der kleine Kürbis ein paar seiner großen Kürbis-Freunde vom Feld wieder. Sie lagen auf der Gartenterrasse vor einem schönen Haus und freuten sich ihn wiederzusehen. Sie hatten ihn alle sehr vermisst und sich große Sorgen um ihn gemacht. Der Junge legte den kleinen Kürbis zu den anderen, die sich sofort eng an ihn kuschelten um ihn zu wärmen, denn es war sehr kalt geworden. Besonders nachts, wenn der Herbstwind um das Haus fegte, war der kleine Kürbis dankbar, dass er in der Dunkelheit und Kälte nicht mehr alleine auf dem Feld ausharren musste.
„Wo sind eigentlich die schönen Kürbisse", wollte der kleine Kürbis wissen, weil er sie nirgends entdeckten konnte. „Oh, die werden auf dem Markt ausgestellt, wo man sie bewundern und kaufen kann,“ antwortete einer der großen Kürbisse. Der kleine Kürbis verstand das nicht. „Warum werden sie bewundert und gekauft?“ „Na, weil sie so schön sind“, gab der große  Kürbis zurück. Das konnte der kleine Kürbis nicht verstehen. Waren er und die großen Kürbisse denn nicht auch schön ?
Am nächsten Tag kamen die Kinder wieder. Einer von ihnen hielt ein Messer in der Hand.
„Was machen die Kinder mit dem Messer?“ wollte der kleine Kürbis wissen. „Du brauchst keine Angst zu haben", beruhigte ihn ein großer Kürbis, „manchmal wird einem wehgetan, aber der Schmerz lässt nach und die Wunde heilt auch wieder.  Schau uns an, uns wurde auch wehgetan, aber dafür haben wir jetzt alle ein Gesicht und können sogar im Dunklen leuchten. Der kleine Kürbis musste lange überlegen, ob es nicht doch sinnvoller war, noch wegzulaufen und sich lieber auf dem Markt bewundern und verkaufen zu lassen.
Und noch ehe der Junge mit dem Messer auf ihn zukam, war der kleine Kürbis zum Markt gelaufen,  wo die schönen Kürbisse alle in der Sonne glänzten. Wie schön sie sind, dachte der kleine Kürbis und welch’ schöne Farbe sie haben. Wie schön ihre Farben in der Sonne zum Vorschein kamen. Der kleine Kürbis nahm allen Mut zusammen und fragte den jungen Mann am Stand, was mit schönen Kürbissen geschieht, wenn sie bewundert und verkauft werden. „Nun, dann werden sie in kleine Stücke geschnitten und kommen in einen großen Topf. Der kleine Kürbis erschrak. „Warum werden sie denn in kleine Stücke geschnitten"? wollte der kleine Kürbis wissen.
"Nun", erwidert der junge Mann, "damit sie in den Topf passen.
"Und warum müssen sie in den Topf?," hakte der kleine Kürbis nach.
Der junge Mann wurde etwas ungeduldig: "Weil man eine Suppe aus ihnen kocht und sie dann verspeist."
 
Gekocht und verspeist zu werden fand der kleine Kürbis gar nicht lustig. Das tat doch auch weh. Und es würde nichts von ihm übrigbleiben. War es da nicht doch besser, man würde ihm zwar wehtun, aber immerhin würde er dafür ein Gesicht bekommen. Der Schmerz würde ja nachlassen und die Wunden würden auch wieder verheilen. Und er könnte dann sogar leuchten, auch wenn ein paar Narben zurückblieben.
 
So schnell er konnte, lief  der kleine Kürbis zurück zu den großen Kürbissen auf die Gartenterrasse. Kaum war er dort angekommen, nahm ihn der kleine Junge auf den Arm und sah ihn eine Weile an. Und ehe der kleine Kürbis wusste was mit ihm geschah, hatte er ritsch, ratsch einen Mund, eine Nase und Augen. „So“, sagte der Junge, "jetzt bekommst du noch ein Licht, damit du von innen leuchtest und dann bist du fertig. Als der kleine Kürbis sich erholt hatte, war er ganz  stolz, dass er am Halloween-Abend zusammen mit den großen Kürbissen leuchten durfte. Der Schmerz war längst verflogen und die Wunden verheilt. Er war glücklich und leuchtete so hell er konnte. Und als er sah, dass nun auch die Augen der Kinder strahlten, wünschte er sich nichts sehnlicher, als noch vielen Kindern am Halloween-Abend so viel Spaß und Freude bereiten zu können.
 
 © Ursula Evelyn
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Montag, 10. Oktober 2016

A-Hörnchen und B-Hörnchen

Wer kennt sie nicht, die beiden Walt Disney-Figuren, A-Hörnchen und B-Hörnchen
und deren Abendteuer ?!
Die ältere Generation wird sich vielleicht noch daran erinnern.
Ich erinnere mich auch heute noch an die Micky Maus Bilderhefte, die ich in meiner
Kindheit so gerne gelesen habe. Jede Woche habe ich mit Spannung auf das neue
Heft gewartet und mich gefreut, wenn ich es endlich in den Händen hielt.

Jetzt im Alter, wo man ja angeblich wieder zum Kind wird, habe ich zwei Eichhörnchen
hier im Garten, bei deren Anblick ich mich tatsächlich wie ein Kind freuen kann.
Die beiden sind jedoch so schnell unterwegs, dass es mir erst jetzt gelungen ist,
ein paar Fotos zu schießen.
Glücklicherweise hatte ich die Kamera mit Teleobjektiv gerade in der Hand,
als die beiden in den Bäumen von Ast zu Ast sprangen.
Leider bleiben sie zum Fotografieren einfach nicht still sitzen ;o)
Dadurch verliert man sie im Sucher der Kamera schnell aus den Augen.
Doch ich hatte Glück, zwei Fotos sind - trotz der Entfernung - recht gut geworden.


Im Winter, wenn die Vogelfutterhäuschen gefüllt ist, kommen sie sogar ganz nah bis ans Haus ran,
um sich dort zu bedienen. In der letzten Woche habe ich bereits die erste Ladung Winterfutter
für die Gartengäste besorgt und ich werde ganz sicher noch mehr besorgen müssen, denn es
sind viele hungrige Gäste zu füttern :o).



Ach, es ist einfach immer wieder eine Freude, die kleinen Gartengäste zu beobachten.
Das sind solche Glücksmomente ! Momente, die den Tag bereichern und Heiterkeit auslösen.

Ich wäre todunglücklich, müsste ich jemals wieder in einer Stadt leben.
Nein, das wäre nichts mehr für mich.
In jungen Jahren war das ganz okay, zumal man in einer Stadt wie Berlin unendlich viele Möglichkeiten hat, das Leben und die Menschen kennenzulernen. Erfahrungen zu sammeln,
Konzerte und Theater zu besuchen. Sich Opern anzuschauen, ins Kino, in Discos und
Bars zu gehen. Von den vielen und beeindruckenden Sehenswürdigkeiten ganz zu schweigen.
Das Angebot in dieser Millionen-Weltstadt ist geradezu unerschöpflich -
aber heute würde ich nicht einmal mehr zu Besuch dorthin wollen.
Diese Zeit ist vorbei - endgültig !
Seit meinem Insel-Leben bin ich auf den Geschmack gekommen und weiß das
Leben mit und in der Natur zu sehr zu schätzen. Es gibt einfach nicht schöneres,
als Tag für Tag inmitten all der Wunder der Natur zu leben.
Wahrscheinlich hängt es aber auch mit dem Alter zusammen und damit,
dass das Leben -wie jetzt im Herbst - auch im Lebensherbst, ruhiger und stiller wird.
Und das ist auch gut so !
Man sollte im Lebensherbst nicht mehr versuchen, mit der Jugend mithalten
zu wollen. Das kann bei einem älteren Mensch schnell lächerlich wirken.
Ich denke, man sollte ganz einfach zu seinem Alter stehen und sich so akzeptieren
wie man ist, denn das ist die beste Voraussetzung, in Frieden mit sich
selbst zu leben.
Ich z.B. mag meine grauen Haare und würde sie niemals tönen oder färben.
Im Gegenteil, ich hoffe so sehr, dass ich eines Tages genau so schönes, weißes Haar
haben werde, wie meine Mutter.

Bei den Eichhörnchen dagegen ist es umgekehrt.
Eichhörnchen können im Alter von bis zu einem Jahr, ihre Grundfellfarbe
noch verändern. Von heller bis dunkler oder grauer bis brauner.
Angeblich sollen Eichhörnchen bis zu zwölf Jahre alt werden.
Meist werden sie aber nur bis zu drei Jahre alt.
Sie haben ein kurzes Leben, die Eichhörnchen.
Ich hoffe jedoch, dass sie durch das reichhaltige Futterangebot
hier in Wald und Garten ihr höchstmögliches
Lebensalter gesund erreichen.

Andererseits zählen nicht die Jahre im Leben,
sondern das Leben in den Jahren !

Und wenn ich die Eichhörnchen hier so lebensfroh herumspringen sehe,
dann scheinen sie ihr DASEIN genauso zu genießen, wie ich.
Wobei sich das Herumspringen bei mir in Grenzen hält.
Auch diese Zeiten sind vorbei - endgültig !
Muss wohl am fortgeschrittenen Alter liegen.

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