Dienstag, 17. November 2015

Manchmal sehne ich mich

in diesen unsicheren Zeiten in die Geborgenheit meiner Kindheit zurück.
 
 
Manchmal wandern meine Gedanken zurück in die Zeit, in der ich als Kind völlig
unbeschwert in den Tag hinein leben konnte. In die Zeit, in der ich mich um nichts
kümmern musste und nichts meinen Tag trüben konnte.
In die Zeit, in der ich mich einfach nur geborgen und behütet fühlte.
In die Zeit, in der ich nach Herzenslust spielen konnte, ob mit den Puppen,
der Puppenstube, dem Kaufladen, oder den Stofftieren. Als Kind lebt man wirklich
im Hier und Jetzt. Als Kind macht man sich keine Gedanken um die Vergangenheit
oder die Zukunft. Man ist einfach nur da und lebt. Nie ist man lebendiger,
als in der Kindheit.
Man entdeckt die Welt und staunt über all die Wunder in dieser Welt.
 
 
Gerne denke ich manchmal an die Zeit zurück, in der Kind-Sein wirklich noch Kind-Sein
bedeutete. An die Zeit, in der ich mit meinem Bruder den ganzen Tag zu jeder Jahreszeit
im Freien verbringen konnte. Rollschuh oder Schlittschuh laufen.
Mit anderen Kindern Verstecken oder Räuber und Gendarm spielen oder mit den Puppen
und dem Puppenwagen auf der Wiese hinter dem Haus.
Was war das für ein Vergnügen, im Winter Schneemänner zu bauen, im Schlosspark zu rodeln
und eine Schneeballschlacht zu veranstalten. Danach mit roten Wangen nach Hause zu laufen,
wo ein warmes Abendessen wartete und wir den Eltern beim Essen von dem fröhlichen
Treiben berichteten.
Und bin ich mal hingefallen und habe mich verletzt, wie gut hat es dann getan,
wenn Mutter mich in den Arm nahm und die Wunde mit viel Liebe versorgte.
Nie habe ich mich als Kind geborgener gefühlt, als in den Armen meiner Mutter.

 
Aber auch der kleine Ort in dem ich aufgewachsen bin, hat mir ein Gefühl
von Geborgenheit vermittelt. Die Menschen die dort lebten kannten sich.
Sie waren alle dort geboren, aufgewachsen, hatten geheiratet und Kinder bekommen.
Es waren Nachbarn, von denen viele Freunde fürs Leben geworden sind.
Sie halfen sich gegenseitig und waren immer für einander da.
Sie waren froh und freuten sich, dass der Krieg vorbei war und es im Land
wieder aufwärts ging. Alle blickten zuversichtlich in die Zukunft.
Alle fühlten sich wieder wohl und geborgen in unserem Land, unserer Heimat.
 
Heutzutage hat sich das alles wieder ins Gegenteil verkehrt.
Niemand fühlt sich angesichts der Terrorgefahr noch sicher in diesem Land.
Einige sprechen von Krieg. Andere sogar von einem dritten Weltkrieg.
Kaum jemand scheint noch zuversichtlich in die Zukunft zu blicken.
Viele haben Angst und sind verunsichert.
Nicht zuletzt auch der vielen Flüchtlinge wegen, die zu hunderttausenden in unser Land
strömen und von denen niemand wirklich weiß, wer sie sind und wer genau da zu uns kommt.
Schließlich genügt ein einziger Terrorist, der zusammen mit den anderen Flüchtlingen
in unser Land kommt und hier einen Anschlag verüben könnte.
 
In Zeiten der Globalisierung und des World-Wide-Web, der unbegrenzten
Möglichkeiten in der digitalen Welt, hat inzwischen kaum noch jemand den Eindruck,
dass es in unserem Land, in Europa und der Welt aufwärts geht.
Eher drängt sich mir der Eindruck auf, dass es mit dem unaufhaltsamen digitalen
und technischen Fortschritt, dem Turbokapitalismus, den geopolitischen Problemen,
und dem undurchschaubaren Dschungel der Banken- und Börsenwelt,
auf diesem Globus immer weiter bergab geht.
Alles in allem sieht es derzeit tatsächlich nicht gut aus auf unserem Globus,
aber -
es bleibt immer auch die Hoffnung, dass wieder bessere und
friedlichere Zeiten kommen - auch wenn das noch sehr lange dauern kann.
Diese Hoffnung jedoch sollten wir auf keinen Fall aufgeben.
 
Stärker sein als der Terrorismus, als diese Barbaren -
lautet die neue Devise.
Auch wenn diese Barbaren, diese Unmenschen ein Gefühl der Wut in mir auslösen,
meine Lebensfreude lasse ich mir von diesen Irren nicht nehmen.
Leider hat man diese Irren schon viel zu lange gewähren lassen.
Nicht unsere Welt ist krank,
es sind all die Irren die in dieser Welt ihr Unwesen treiben, die krank sind !
 
*
 
Manchmal träume ich mich in die friedliche, behütete Zeit meiner Kindheit
und in die Arme meiner Mutter zurück.
Allein dieser Gedanke gibt mir ein Gefühl von Sicherheit
und Geborgenheit.
 
~*~
 
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