Dienstag, 10. November 2015

Die Wahrheit

 Die Wahrheit ist in dieser Zeit so sehr verdunkelt,
und die Lüge so allgemein verbreitet,
dass man die Wahrheit nicht erkennen kann,
wenn man sie nicht liebt.
    
Blaise Pascal - Quelle: Wikimedia Commons
 
Dieses weise Zitat von Blaise Pascal trifft auch heute noch mehr denn je zu.
Wenn ich in der letzten Zeit so die Nachrichten lese oder sie mir im TV anschaue,
dann stelle ich mir immer öfter die Frage, ob überhaupt noch jemand
an der Wahrheit interessiert ist.
Ich denke dabei an die Fifa, den DFB, den VW-Konzern, an die sportlichen Events,
an Dopingfälle bei den Olympischen Spiele, der Tour de France,
an diverse Konzern- und Bank Manager, an die Steuerhinterzieher,
an all die Saubermänner und Frauen,
die in der Öffentlichkeit stehen, in Kameras lächeln und von Moral reden.

Ich frage mich, was das für Vorbilder für unsere Gesellschaft sind.
Die, die so viel Geld verdienen und dennoch den Hals nicht vollkriegen.
Die sich über Regeln und Vorschriften hinwegsetzen, lügen und betrügen,
ohne mit der Wimper zu zucken.
Ich frage mich, ob diese Saubermänner und Frauen überhaupt noch in den Spiegel
schauen können, ohne vor Scham, Schuldgefühlen und Gewissensbissen zu erröten.
Ich frage mich, wie abgebrüht und skrupellos jemand sein muss,
die Öffentlichkeit so zu betrügen und zu belügen.

Wie können diese Menschen von Werten in einer Gesellschaft sprechen,
wenn sie selbst sich gleichzeitig an keine Werte mehr halten.
So etwas wie ein schlechtes Gewissen scheint es für manche Menschen
einfach nicht mehr zu geben.
Sind Lug und Betrug inzwischen gesellschaftsfähig geworden ?
Was kann man da von "den kleinen Bürger|innen" noch erwarten ?!

Die guten Zeiten in diesem Land und in der Welt
scheinen endgültig vorbei zu sein.
Es wird immer schwieriger,
die Welt und die Menschheit zu verstehen,
geschweige denn, die Wahrheit zu erfahren.

*

Blaise Pascal lebte von 1623 bis 1662 und schon in dieser Zeit scheint es
mit der Wahrheit so eine Sache gewesen zu sein.
Bedauerlich ist, dass sich in knapp 400 Jahren daran nichts geändert hat.
Lernt die Menschheit eigentlich nie dazu ?




Nachdem ich das hier geschrieben habe, erfuhr ich,
dass Helmut Schmidt im Alter von 96 Jahren gestorben ist.
Damit ist ein weiteres Leben - und eine Ära zu Ende.
Er war ein herausragender Politiker, eine große Persönlichkeit,
ein kluger und weiser Mann. Er war "mein" Kanzler.
Möge er in Frieden ruhen.
 
 ~*~
 
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
 
 
 


Kommentare:

  1. Liebe Laura,
    ein sehr schönes Zitat. Ich versuche Nachrichten im TV zu vermeiden und schalte weg. Andererseits möchte man informiert sein, aber ich hätte gern mal wieder gute News. Das Foto vom verwelkten Laub ist sooooo soooooo toll. Ich mag es sehr. Helmut Schmidt - ein toller Mensch. Gerade heraus und den Nagel auf den Kopf getroffen. Es sollte mehr Menschen mit solchen Qualitäten geben.
    Liebe Grüße sende ich dir - Stine -

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  2. Liebe Laura,

    das Schlimmste für mich ist, dass mich solche Meldungen schon gar nicht mehr erschüttern oder überraschen. Imgrunde bestätigen sie leider nur das, was ich eh schon immer vermutete.

    Trau, schau, wem ...
    Selten, dass man jemanden trauen oder gar vertrauen kann. Das betrifft ja imgrunde alle Bereiche, in denen Menschen ihre Hände im Spiel haben. Nein, das wird sich wohl niemals ändern.

    Besonders traurig, wenn uns solche Menschen wie Schmidt verlassen. Es gibt eben leider viel zu wenige von "dieser Sorte" ... besser dieser Stärke und Größe ...

    Ein lieber Gruß zu dir
    Andrea

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  3. Da geht es mir genau wie dir, liebe Andrea, erschüttert und überrascht bin ich auch nicht mehr wirklich. Diese Nachrichten sind schon so alltäglich geworden, dass sie zur Normalität geworden sind.
    Überrascht bin ich lediglich darüber, wer so alles dazu gehört. Meist sind es eben Menschen, von denen ich das eigentlich nicht erwartet hatte.
    Es stimmt auch, dass es Menschen mit "Größe" bald gar nicht mehr zu geben scheint. Der Egoismus nimmt stetig zu - überall auf der Welt. Wahrlich ein Trauerspiel.
    Danke für deinen lieben Besuch, deine Zeit und deine Worte - das alles bedeutet mit sehr viel.
    Liebe Grüße zu dir vom milden Niederrhein schickt dir Laura

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  4. Hallo Laura,
    Geld regiert die Welt und es wird immer schlimmer. Dazu kommen Neid und Missgunst, das merkt man gerade in der Flüchtlingsdebatte.
    Ja, der Helmut Schmidt. Ich habe noch nie um einen Politiker geweint, aber hier kamen mir schon ein paar Tränen, obwohl ich am Dienstag mit seinem Tod gerechnet hatte. Es musste wieder einer von den Guten gehen und davon gibt es ja nicht so viele.

    Viele Grüße
    Margrit

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Danke für Deinen Kommentar. Ich freue mich sehr, dass Du Dir die Zeit für ein paar nette Worte nimmst.

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