Donnerstag, 9. Juli 2015

Teatime Geschichten - Und ich lächelte

Lächle und sei froh, es hätte schlimmer kommen können.
Und ich lächelte und war froh - und es kam schlimmer !
An diesen Spruch musste ich denken, als mir die Frau ihren Einkaufswagen
etwas unsanft in die Beine rammte.
 
 
Sie war mir zuvor schon unangenehm aufgefallen, weil sie relativ laut in ihr Handy sprach.
Unbeirrt führte sie dieses Telefonat fort, während nach und nach das eine oder andere
Lebensmittel ziemlich unsanft in ihrem Einkaufswagen landete, den sie kreuz und quer
durch den Supermarkt schob.
Als sie mit diesem Wagen genau so unsanft meine Beine traf, erntete ich statt einer
Entschuldigung einen eher vorwurfsvollen Blick, der wohl zum Ausdruck bringen sollte,
was sie dachte:
~ Warum müssen sie auch ausgerechnet da rumstehen, wo ich vorbei will.~
 
 
Ich lächelte nur, denn es hätte ja schlimmer kommen können.
Sie telefonierte immer noch lautstark, als sie vor mir an der Kasse ihre Einkäufe
auf das Fließband beförderte. Es bestand absolut kein Zweifel, dass sie sich über die
Person am anderen Ende der Leitung ärgerte.
  
 
Sie telefonierte auch noch, als ich meinen Einkaufswagen über den Parkplatz
zum Auto schob und meine Einkäufe im Kofferraum verstaute.
  
 
Inzwischen musste sie wohl in ihrem Auto Platz genommen haben, denn ich konnte
sie weder sehen noch hören, als ich in mein Auto stieg.
Doch plötzlich, als ich im Schritttempo auf die Ausfahrt zufuhr, schoss ein anderes Auto
rückwärts aus einer Parklücke heraus - und direkt in meine vordere Stoßstange rein.
So unverhofft und so schnell, dass ich gerade noch rechtzeitig bremsen konnte,
sonst wäre das Heck dieses Wagens wahrscheinlich in der Beifahrertüre gelandet.
Das Handy immer noch am Ohr, stieg sie aus und kam mit einem Blick auf mich zu,
der nichts Gutes ahnen ließ.
"Ich dachte sie sind längst weg", fuhr sie mich ziemlich barsch an.
"Nein, wie sie sehen, bin ich noch da", erwiderte ich lächelnd und dachte,
es kam tatsächlich noch schlimmer.
"Und jetzt" ? fragte sie sichtlich genervt während sie das Handy in ihrer Tasche verschwinden ließ.
"Wenn sie möchten, können wir gerne die Polizei bemühen", bot ich ihr an.
"Nein, ich habe keine Zeit - hier ist meine Telefonnummer und die Anschrift
meiner Versicherung, aber ich dachte, sie sind längst weg".
 
Merke:
Denken allein reicht beim Autofahren nicht aus !
 
Und:
Es kann im Leben tatsächlich immer noch schlimmer kommen !
Wie gut, wenn man dann trotzdem lächeln kann !
 
J
 
~*~
 
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~
 
 

1 Kommentar:

  1. Wenn ich auf der Autobahn vor mir ein Fahrzeug habe,das immer wieder zur Seite driftet,kann ich meist davon ausgehen,dass die Person ein Handy am Ohr hat oder gerade drauf schaut...Warte immer drauf dass es knallt...

    Liebe Grüsse
    Sabine

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Danke für Deinen Kommentar. Ich freue mich sehr, dass Du Dir die Zeit für ein paar nette Worte nimmst.

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