Samstag, 12. Juli 2014

Anmutig älter werden

ist ein Buchtitel, der mich zum Nachdenken angeregt hat.
Zunächst ist es vielleicht notwendig sich mit der Definition des Wortes „anmutig“
auseinanderzusetzen und seine Bedeutung zu ergründen. Mir fallen zu diesem Begriff
außerdem die Wörter Grazie und Würde ein.
Im Duden findet man dagegen folgenden Synonyme zu anmutig: anziehend, apart,
attraktiv, berauschend, bestrickend, bezaubernd, charmant, entzückend, hinreißend,
lieb, liebenswert, lieblich, nett, reizend, voller Anmut, von zarter Schönheit.
 
 
In der Philosophie ist Anmut oder Grazie ein Begriff der Ästhetik und bezeichnet eine
Form des Schönen. Goethe definierte Anmut als den Gleichschritt von Geist und Körper,
während Schiller Anmut als Ausdruck einer Harmonie zwischen Sinnlichem und Geistigem bezeichnet.
Wieder andere Philosophen haben Anmut als die ideale Einheit von Bewegung und Ruhe
empfunden. Immer aber muss der Begriff Anmut im Zusammenhang mit dem Begriff
Würde gewahrt werden.
Während Würde auf Beherrschung beruht, ist Anmut oder Grazie nicht erlernbar.
 
 
Da wir Menschen von Geburt an alle älter werden, wäre es natürlich wünschenswert,
dass wir auch alle anmutig älter werden. Das wird den meisten von uns allerdings
nicht gelingen, eben weil es nicht allen Menschen von Natur aus mitgegeben wurde,
anmutig sein zu können. Außerdem wird sich nicht jeder Mensch ständig Gedanken
um das „Älterwerden“ machen.
Dieses Thema wird eigentlich erst interessant, wenn man die 70 oder 80 überschritten
hat und sich im eigentlichen Prozess des Altwerdens befindet. In diesem Alter geht es
meines Erachtens nicht so sehr um Anmut, sondern um das Thema:
„Mit Würde alt werden“.
 
 
Ob ein Mensch mit Würde alt werden kann, ist also eher eine Frage der Beherrschung
und nicht der Anmut. Sich zu beherrschen, ist erlernbar. Jeder Mensch kann lernen
sich zu beherrschen, ob das im Alter allerdings immer gelingt, bleibt dahingestellt
und hängt ganz sicher auch von vielen weiteren Faktoren ab, als nur von dem Wunsch,
mit Würde zu altern.
 
Dem Himmel so nah
 
Ich denke, man sollte sich gar nicht so sehr mit diesem Thema auseinandersetzen,
sondern das Leben so nehmen, wie es kommt. Das Älterwerden oder das Altwerden
ist für mich eine Frage der Einstellung zum Leben. Es kommt darauf an, was man
aus seinem Leben macht. Mut gehört in allen Phasen des Lebens dazu und so wird
man auch im Alter eine Portion Mut benötigen.
Ich habe dieses Buch zwar nicht gelesen, aber in einem stimme ich
Ruth Maria Kubitschek, der Autorin des Buches "Anmutig älter werden",
unbedingt zu:
 
Es sind unsere Gedanken, die unser Leben bestimmen.
 
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