Montag, 13. Januar 2014

Vom Dasein

und WERDEN.
Aus diesen sich in der Wintersonne aalenden Limelights, deren Blüten und Blätter
längst verblüht und verwelkt sind und die ihr Dasein in unserer wunderbaren Natur beenden,
werden im Frühling wieder neue Blüten und Blätter erwachen und sich des Daseins freuen.


Auch der wilde Wein, der sein Dasein noch in tiefer Winterruhe fristet,
wird zu neuem Leben erwachen und mit Lust und Freude frisches Grün hervorbringen.

Er fragt nicht danach, wie alt er ist und wie alt er wohl wird.
Er kennt weder Zeit noch Hektik.
Er fragt auch nicht danach, ob er schön ist, ob er zu klein oder zu groß ist,
ob er anderen gefällt und ob andere ihn mögen.
Er stellt auch keine Ansprüche an das Leben.
Er ist einfach DA ! Jahr für Jahr nimmt er jeden Tag so an, wie er kommt.
Für ihn zählt nur das Leben und das DA-SEIN jetzt und hier.
Im Licht der Sonne und ihren warmen Strahlen wächst und gedeiht er.
Er wird allen Stürmen, Hagel- und Regenschauern, Eis und Schnee trotzen und
sich seines Lebens freuen, auch wenn ihm bei manchem Unwetter hart zugesetzt wird.
Er wird lernen durchzuhalten. Es wird ihn abhärten, er wird kräftiger und stärker werden.
Er ist ein Einzelkämpfer, auch wenn er manchmal ein wenig Halt benötigt.
Nur die Schwachen und die Alten werden mit der Zeit
solchen Unwettern nicht standhalten können.
Es wird ihnen die Kraft ausgehen und an Stärke und Halt fehlen,
sich diesen Unwettern zu widersetzen.


Doch der, der stark genug ist, wird allen Stürmen zum Trotz weiter wachsen
und DAS werden, für das er bestimmt ist - ein wilder Wein.
Es wird ihn nicht kümmern, was die Limelights, die Rosen oder die Birken,
die Tannen, die Hecken und alle die anderen Pflanzen und Blumen von ihm halten,
weil er sie nicht beeindrucken muss, oder ihnen gefallen möchte.
Und er wird nichts anderes sein und werden wollen, als das, was seine Bestimmung ist.
Er wird DA-SEIN, WACHSEN und WERDEN
und er wird wieder VERGEHEN.
In der ZEIT dazwischen aber,
wird er SEIN DASEIN ganz sicher genießen und mit Lust und Freude
zu einem prächtigen, wilden Wein werden,
der im Herbst seines DASEINS in den allerschönsten Farben leuchtet.


Der Mensch dagegen verwechselt  da-SEIN  mit  ETWAS-sein
und wer meint etwas zu sein, hat aufgehört, etwas zu WERDEN.


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