Donnerstag, 6. September 2012

WAS FÜR EINE FRAGE ........

die Richard David Prechts Sohn da an seinen Vater gestellt hat!
Diese wirklich bemerkenswerte und spannende Frage lautet:


Warum gibt es alles und nicht "Nichts"?

und ist gleichzeitig der Titel eines seiner Bücher. Diese Frage, aufgeworfen von einem Kind, beweist einmal mehr, dass Kinder die wahren Philosophen  sind.
Auf eine solche Frage muss ein Erwachsener, wenn er nicht gerade Philosoph ist, erst einmal kommen.
Jedenfalls ist diese Frage für mich ein sehr spannender Denkanstoß. Denn was ist eigentlich „Nichts“. Auf diese Frage hätte ich wirklich brennend gerne eine Antwort.
Was muss ich studiert haben, um eine Antwort auf diese Frage zu erhalten?
Naturwissenschaft? Physik? Biologie? Astrophysik? oder Philosophie? Ich weiß es nicht, ich weiß nur, dass diese Frage eine große Herausforderung- und für mich als absoluter Laie auf dem Gebiet der Philosophie, erst recht nicht zu beantworten ist.

Ich habe mal versucht, mir „Nichts“ vorzustellen. Es funktioniert nicht. Selbst wenn ich mir alles dunkel vorstelle. So ist es doch dunkel und somit eben doch etwas. Es ist ja auch nicht nur dunkel, im Dunkeln ist ja außerdem auch noch etwas anderes vorhanden, nämlich Luft, Staub, Pollen, Feuchtigkeit, kleine Bakterien, Viren und was weiß ich nicht alles,.
Interessant wird es, wenn man an den Urknall denkt, denn selbst vor dem Urknall muss etwas da gewesen sein, sonst hätte er ja gar nicht stattfinden können. Aber was war es, was da vorher da war ? Auf keinen Fall kann es „Nichts“ gewesen sein.

Als ich diese Frage mit meinem Freund diskutierte, meinte er, es bestünde auch die Möglichkeit, dass Dinge sich auflösen und somit ein „Nichts“ entsteht.
Aber es heißt doch so schön, dass sich die Dinge eben nicht in „ Nichts“ auflösen können. Regentropfen verschwinden zwar tatsächlich, wenn sie von der Sonne  getrocknet werden, aber ihre Bestandteile sind weiterhin vorhanden.
Denkt man das zu Ende, dann lösen sich manche Dinge tatsächlich auf, sie sind vergänglich, aber ihre Bestandteile sind weiterhin vorhanden. Das kann  in der Schlussfolgerung doch eigentlich nur bedeuten, dass sie sich nicht in „Nichts“ auflösen, sondern nur verändern; dass sich alles Bestehende "nur" verändert, aber nicht in "Nichts" auflöst.

Immer wieder heißt es, alles ist vergänglich. Das stimmt. Ich muss mir nur ein Blatt im Herbst anschauen, um zu sehen, dass es verfällt, sich auflöst und schließlich zu Kompost wird. Damit ist es zwar kein Blatt mehr, aber es ist auch nicht „NICHTS“, es hat sich nur verändert – seine Bestandteile sind immer noch vorhanden, wenn auch in veränderter Form.

Das wirft für mich nun wieder die Frage auf, was geschieht dann nach dem Tod mit unserer Seele? Ist sie dann „NICHTS“, wenn es „NICHTS gar nicht gibt?
Oder verändert sie sich dann nur?

Vielleicht könnt ihr diese Frage beantworten. Bin für jeden Denkanstoß dankbar.

Ich habe Prechts Buch noch nicht gelesen, aber ich denke gerade darüber nach, es zu bestellen. Es ist zwar für Kinder und deren Eltern gedacht, aber als Laie bin ich für jede "leicht" lesbare und leicht zu verstehende Einführung in die Philosophie dankbar. Für mich ist es jedenfalls die richtige Herbst- und Winterlektüre.

Precht ist, wie viele von Euch wissen, Philosoph und hat einige Bücher geschrieben u.a. das Buch mit dem Titel: „Wer bin ich und wenn ja, wie viele“.
Seit dem 2.9. hat er im ZDF eine eigene Sendung, die allerdings zu so später Stunde gesendet wird, dass ich mich bis dahin leider nicht wachhalten kann.

Ein absolutes Muss ist für mich eine Sendung bei 3sat, die immer donnerstags um 21:00 Uhr gesendet wird. "Scobel“, so auch der Titel der Sendung, behandelt wie ich meine, sehr interessante Themen.

"Denken" kann gerade in der heutigen Zeit, bei dieser Überflutung von Nachrichten und
Informationen, die meist auch noch negativer Art sind, absolut nicht schaden.
Im Gegenteil !
Da müssen sich die kleinen, grauen Gehirnzellen endlich mal wieder selbst anstrengen
und anstatt Chaos im Kopf zu produzieren, ein wenig Ruhe in unseren Alltag bringen.

In diesem Sinne wünsche ich einen ruhigen, denk-würdigen Tag,
frei von jeglicher Medien-Überflutung.


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Spruch für den Tag:
So lange du dem anderen sein Anderssein nicht verzeihen kannst,
bist du weitab vom Wege zur Weisheit.
Chinesisches Sprichwort
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Kommentare:

  1. Liebe Laura,
    ein toller Post und ein spannendes Thema in den Tag. Hab lieben Dank dafür !! Ich werde ein wenig darauf herumkauen ....
    Herzliche Grüße von Joona

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    1. Ja, das ist es in der Tat, liebe Joona. Ob wir jemals eine Antwort bekommen?
      Bin gespannt, zu welcher Schlussfolgerung Du gelangst.
      Liebe Grüße
      Laura

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  2. Guten Morgen liebe Laura
    Ganz schön schwere Kost am Vormittag...

    Bei den Buddhisten bedeutet; "Nichts" Leere und Leerheit und in Der Schule wird "zettai-mu" "Leere" als absulutes Nichts bezeichnet.

    Fichte, Hegel und Schoppenhauer haben dagegen ein ganz andere Auffassung vom "Nichts".

    Ich werde mir dazu noch meine Gedanken machen und auch mal Nachlesen, welche Meinung studierte Menschen zu diesem Thema haben.

    Die erste Sendung war sehr interessant und beinhaltete unser Schulsystem, da kann ich vieles nur unterstreichen was da gesagt wurde. Auch sein Gast, den Hirnforscher und Neurobiologe Gerald Hüther hatte interessante Ansichten zum Thema Schule und Lernen. Mal sehen was es am Montag gibt. Für mich sind das ja keine Uhrzeiten...da mein Schlafbedürfnis sehr reduziert ist.


    Ich wünsche Dir einen herlichen Tag und sende Dir liebe Grüße
    Angelika

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    1. Manchmal muss man sich ein bisschen "schwere Kost" gönnen, liebe Angelika.
      "Nichts" als Leere? Hm, ein interessanter Gedanke, aber da "NICHTS" das Fehlen von "Allem" ist, ist Leere ja auch schon wieder "ETWAS" und ein absolutes "NICHTS" - geht eigentlich nicht. Wenn NICHTS schon NICHTS ist, wie kann es da noch eine Steigerung geben?
      Ich bin gespannt auf Deine Gedanken zu diesem Thema.
      Liebe Grüße und genieße diese herrlichen, sonnigen Tage, die uns bevorstehen.
      Laura

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Danke für Deinen Kommentar. Ich freue mich sehr, dass Du Dir die Zeit für ein paar nette Worte nimmst.

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