Mittwoch, 21. März 2012

Das Leben einer Clivia

Diese Clivia.....


könnte viel erzählen, denn sie ist oft umgezogen und sehr alt geworden.
Von einem Ableger, den meine Mutter mir einst schenkte,
ist sie in Berlin aufgewachsen. Schon drei Jahre später wollte es das Schicksal,
dass wir uns wieder trennen mussten. Während ich weit, weit weg auf "die Insel"
umzog, wurde sie von einer meiner Freundinnen aufgenommen und
liebevoll gepflegt. Doch es sollte nicht lange dauern, da zog auch diese Freundin
von Berlin fort in eine andere Stadt.
Sie nahm die Clivia mit, die dort einen schönen, sonnigen Fensterplatz bekam
und  sich ihres Blumenlebens erfreute.
Aber das Schicksal wollte es, dass der Mann dieser Freundin seinen Job nach
ein paar Jahren wieder wechselte und für die Clivia ein weiterer Umzug anstand.
Die Jahre zogen ins Land, sie wuchs und gedeihte und bekam selbst viele Ableger.
Sie fühlte sich wohl in ihrer neuen Umgebung und hätte für immer dort bleiben wollen.
Aber der Mann dieser Freundin sorgte wieder einmal dafür, dass Abwechslung in
das Leben dieser Clivia kam, denn er bekam ein neues Stellenangebot,
dem er nicht widerstehen konnte. Also zog die Clivia, die inzwischen zu einer
stolzen Größe herangewachsen- und mehrmals umgetopft worden war, wieder um.
Auch diesen Umzog überstand sie ohne Schaden zu nehmen.

Während sich mein Leben weit, weit weg auf "der Insel" abspielte, frönte sie ihr Leben
bei bester Gesundheit, voller Kraft und Schönheit bei diesen Freunden in Süddeutschland.
Und da es so aussah, als sollte dies ihr endgültiges Zuhause bleiben, brachte
sie viele, viele Ableger hervor, die diese Freunde weiter an ihre Freunde verschenkten.
Sie wurde immer größer und schöner, strahlte in voller Blüte und bereitete den
Freunden über die Jahre sehr viel Freude.
Weder sie noch ich hätten damals geahnt, dass wir uns 30 Jahre später
 wiedersehen sollten.
Doch genau das passierte.
Denn meine Freunde brachten sie mir - nein, nicht auf "die Insel", aber
hierher an den Niederrhein, an den es mich nach meinem Inselaufenthalt
verschlagen hatte. Sie war so groß, so schön und so kräftig und hatte wieder
viele Ableger. Doch dann passierte, womit niemand gerechnet hat.
Sie wurde krank.
Entweder hat sie den Umzug in ihrem Alter, den Abschied von meinen Freunden,
oder das Wiedersehen mit mir nicht verkraftet, denn leider, leider ist sie kurze Zeit
später eingegangen.
Wir waren alle sehr traurig.
Geblieben ist ihr Foto, das wir in Ehren halten und ihre Ableger, die weit verstreut
weiterleben.

Trotz dieser etwas traurigen Geschichte,
wünsche ich einen heiteren, sonnigen Tag

Laura


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Gedanke für den Tag:
Nichts Gutes, das einmal da ist, lässt sich unterdrücken.
Es nimmt von selbst Wirklichkeit an, wie ein Baum:
Es ist und blüht und trägt. Nichts ist verloren:
Alles gibt sich weiter.
Rainer Maria Rilke
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Kommentare:

  1. Guten Morgen liebe Laura
    Das ist ein wunderschönes Foto mit herlicher Blütenpracht. Hat die Clivia ein langes Leben gehabt und viele Menschen mit Ihren Ablegern glücklich gemacht. Wer weiß warum sie eingegangen ist...
    Wünsche Dir einen schönen sonnigen Tag.
    Liebe Grüße
    Angelika

    AntwortenLöschen
  2. Liebe Laura,

    was für eine schön-traurige Geschichte.
    Gut, dass Du ein Foto gemacht hast, so bleibt sie doch immer bei Dir.

    Wünsche Dir einen sonnigen Frühlingsanfang und alles Liebe!
    Gaby

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Danke für Deinen Kommentar. Ich freue mich sehr, dass Du Dir die Zeit für ein paar nette Worte nimmst.

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